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Zur Lebenssituation der Menschen

Zwischen Ruhrgebiet und Münsterland

Der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen ist hinsichtlich seiner evangelischen Kirchenmitglieder der drittgrößte in der Evangelischen Kirche von Westfalen mit einer Fläche von 501,71 km² und 118.549 evangelischen Gemeindegliedern.
In seiner räumlichen Ausdehnung verbinden sich die nördlichen Ausläufer des Ruhrgebiets und das südliche Münsterland.

Zum Kirchenkreis gehören sieben der zehn Städte des Kreises Recklinghausen (1). Ende 2006 wurden im Kreis Recklinghausen 643 411 Einwohner gezählt. Statistisch wurden davon 9,1 % als „Ausländer“ erfasst. Der Kreis gehört zum Regierungsbezirk Münster (2).

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung des Kreises Recklinghausen verlief bis Mitte der 90er Jahre positiv. Im Zeitraum von 1995 bis 2003 dagegen lag der Wert bei – 2,1 % (zum Vergleich der Landesdurchschnitt 1 %, Bundesdurchschnitt 0,8 %).
Bezogen auf die einzelnen Städte zeigt sich folgendes Bild für den Zeitraum von 1975 bis 2005 (3):

Demographie Kreis Recklinghausen


In Zukunft zeigt die Bevölkerungsentwicklung für das Jahr 2020 im Landkreis Recklinghausen (Anteil der Altersgruppen) einen wachsenden Anteil der älteren Bevölkerung (4):
Demographischer Wandel

Wirtschaftsstruktur

Insgesamt waren am 30.09.2006 als sozialversicherungspflichtige Beschäftigte 141.555 Personen gemeldet.
1 % der Beschäftigten im Kreis Recklinghausen arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft, 30,2 % im produzierenden Gewerbe, 23 % im Handel, Gastgewerbe und Verkehr und 45 % im sonstigen Dienstleistungsbereich (Versicherung, Verwaltung, öffentlicher Dienst).


Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosenquote lag in NRW im Jahresdurchschnitt 2006 bei 12,6 %. Die Arbeitslosigkeit im Kreis Recklinghausen bewegte sich zwischen 15,8 % (Herten) und 12,5 % (Datteln, Waltrop).
Im Juli 2007 waren 33.389 Personen bei der Agentur für Arbeit im Bezirk Recklinghausen als Arbeitslose registriert, davon waren 45,5 % Langzeitarbeitslose (15.190). Dem standen 4.095 offene Stellen gegenüber.
Nach Hartz IV sind 30.302 sog. Bedarfsgemeinschaften und 44.069 Empfänger von Arbeitslosengeld II gemeldet (5).

Arbeitslosigkeit im Kreis Recklinghausen - Stand: Mai 2006

Religionen und Kulturen

Etwa 3,2% der Bevölkerung gehören anderen Religionsgemeinschaften an. 10% der Bevölkerung sind Menschen mit Migrationshintergrund. Im Zuge der Arbeitsmigration in den 60er und 70er Jahren, aber auch durch Flucht und Vertreibung sowie durch das Studium an den nahegelegenen Universitäten, kamen Menschen mit muslimischer Religionszugehörigkeit auch in den Kreis Recklinghausen. Ca. 3% der Bevölkerung gehört dem Islam an. 43% der Muslime sind in den verschiedenen Moscheegemeinden gebunden. Seit Beginn der 90er Jahre gibt es einige repräsentative Moscheebauten im Kreisgebiet.


3. Zur Entwicklung der Gemeindegliederzahlen

Die Zahl der Gemeindeglieder im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen ist seit Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts rückläufig. Ursachen sind neben Kirchenaustritten und der demographischen Entwicklung auch die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten.

Der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen hatte zum Jahresende 2007 118.549 Gemeindeglieder.

Die Zahl der Austritte hat in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Und die Zahl der Menschen, die wieder oder neu in die Evangelische Kirche eintreten, nimmt zu.

Der Rückgang der Gemeindegliederzahlen ist im Kirchenkreis Recklinghausen sehr differenziert zu betrachten; während der Norden des Kirchenkreises relativ stabil ist, verliert der Süden deutlich schneller Gemeindeglieder.

Die Gemeindeglieder- und Bevölkerungsentwicklung wird sich im Trend weiter fortsetzen.
Ebenso wie andere Prognosen sagt der „Demographiebericht der Bertelsmann-Stiftung“  für den Zeitraum von 2003 auf 2020 einen Bevölkerungsrückgang, einen Anstieg des Durchschnittsalters und einen höheren Anteil der über 60-Jährigen voraus; damit wird auch die Zahl der Evangelischen und noch drastischer die Zahl der Erwerbstätigen und somit Kirchensteuer Zahlenden weiter zurückgehen.

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(1) Dorsten und Gladbeck gehören zum Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten; Castrop-Rauxel gehört zum Kirchenkreis Herne.
(2) Vgl. http://www.lds.nrw.de/statistik/datenangebot/regionen/amtlichebevoelkerungszahlen/rp5_dez06; Stand 08/2007
(3) Vgl. Statistisches Jahrbuch, Kreis Recklinghausen (Hg.) 2006
(4) Vgl. Bertelsmann-Stiftung, Wegweiser Demographischer Wandel; http://www.wegweiserdemographie.
de/prognose/datenausgabe/jsp/ausgabe/ausgabe.jsp

(5) Vgl. Agentur für Arbeit (Gelsenkirchen, Recklinghausen), Statistisches Jahrbuch, Kreis
Recklinghausen (Hg.) 2006, S. 17.
 

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