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Festliche Orgelmusik zu Epiphanias (6. Januar)

Am Epiphaniastag lädt die evangelische Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd herzlich zu einem festlichen Orgelkonzert von Danny Sebastian Neumann mit festlicher und weihnachtlicher Musik an beiden Orgeln in der Lutherkirche um 17 Uhr ein.
Festliche Orgelmusik zu Epiphanias (6. Januar)

Danny Sebastian Neumann (Foto: Michael Sturm)

 

RECKLINGHAUSEN-SÜD - Am Epiphaniastag (6. Januar) lädt die evangelische Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd herzlich zu einem festlichen Orgelkonzert von Danny Sebastian Neumann mit festlicher und weihnachtlicher Musik an beiden Orgeln in der Lutherkirche um 17 Uhr ein.

Im Mittelpunkt stehen Sonaten aus der Feder von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten, trotz ihrer Verschiedenheit jedoch auch viele Gemeinsamkeiten aufweisen: Mendelssohns vierte Orgelsonate rauscht romantisch-festlich mit vollem Klang zu den Zuhörern. Bachs kammermusikalische Triosonate d-Moll zeigt demgegenüber den Meister von seiner intimen, introvertierten Seite. Drei Stimmen, auf unterschiedlichen Manualen und Pedal gespielt, erklingen gleichberechtigt in den drei Sätzen.

Flankiert werden die beiden Stücke von Weihnachtsmusik ganz unterschiedlicher Art und Improvisationen, deren Vorlage das Publikum mitbestimmen darf. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Kirchenmusik wird gebeten. MS

Experten meinen: "Chancen und Risiken der Digitalisierung halten sich die Waage"

"Betroffene zu Beteiligten machen“ lautete das gemeinsame Fazit der halbtägigen öffentlichen Gemeinschaftsveranstaltung im Max-Born-Berufskolleg zum Thema „Arbeit 4.0 – Chancen und Risiken der Digitalisierung“ mit sechs ausgewiesenen Experten aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Sie hatten auf Einladung der katholischen Arbeitnehmerbewegung, der Evangelischen Erwachsenenbildung, des iWiPo-Instituts und der DGB-Region Emscher-Lippe die ganze Bandbreite des Zukunftsthema fachkundig beleuchtet und aufgezeigt: „Ängste helfen nicht weiter“.
Experten meinen: "Chancen und Risiken der Digitalisierung halten sich die Waage"

(v.l.) Eva-Maria Wobbe (StartCenter Kreis RE), Dominik Schad (Jobcenter Kreis RE), Dr. Hans Hubbertz (Ev. Kirchenkreis), Michaela Evans (Institut IAT, GE), Hermann Hönscheidt (KAB), Achim Vanselow (DGB) und Julia Borries (Ev. EB). Foto: tk



Recklinghausen -
„Von der Dampfmaschine über das Fließband und die Datenverarbeitung per Computer bis hin zum Internet haben die Schritte der technischen Revolution stets Ängste und Hoffnungen ausgelöst“, erinnerte einleitend der KAB-Diözesansekretär Hermann Hölscheidt an die stetig fortschreitende technische Revolution: „Jeder Fortschritt musste erkämpft und jede Errungenschaft verteidigt werden“. Die Anforderungen seien immer die gleichen und Arbeitswelt, Politik und Gesellschaft seien gleichermaßen gefordert: „Der Prozess muss von Menschen für Menschen gestaltet und begleitet werden,“ so sein Credo aus der katholischen Soziallehre, denn es gehe um ein sinnvolles Leben.

 

Freiberufler in Heimarbeit am PC

 

Eva-Maria Wobbe vom Startercenter des Kreises Recklinghausen, die als Gründungsberaterin auch innovative Start-up-Unternehmen berät und begleitet, verwies auf den ungeheuer rasanten Wandel in der vom digitalen Internet-Netzwerk geprägten Heimarbeitswelt: „Bei dem neuen freiberuflichen Tätigkeitsfeld der so genannten Click-Worker auf diversen Plattformen mit oft unbekannten Betreibern ist kaum noch feststellbar, wer ist Arbeitgeber und wer ist Arbeitnehmer und wie kann man damit seinen Lebensunterhalt verdienen?“ Das Internet sei aber kein Paradies für alle, die sich selbständig machen wollen. „Auch Beratungsdienstleistungen finden zunehmend online statt, so dass sich auch das Betätigungsfeld des Starter-Centers selber rapide wandelt“, so Eva Wobbe.

 

Andersartige Berufsqualifikationen

 

Dominik Schad als Leiter des Jobcenters im Kreis Recklinghausen sieht seine Behörde als „Reparaturbetrieb“, der dann aufgesucht werde, wenn beispielsweise Qualifizierung für einen Job nicht mehr ausgereicht habe. Daher müsse bereits vorher angesetzt werden mit einem flexibleren Schulsystem und mit Blick auf die veränderte Arbeitswelt, da 60 Prozent der Betroffenen keine formellen Abschlüsse vorweisen könnten. „Diese verlieren aber in Zukunft an Bedeutung, wo stattdessen die Frage nach Kompetenzen und Fähigkeiten statt Bildung zählt: Was kannst Du?“, so Dominik Schad. Viele herkömmliche Berufe würden nicht mehr gebraucht, Stellen für Helfer mit Billiglöhnen fielen weg und der Anteil an Experten und Fachkräften verschöbe sich.

 

Arbeitskräfte in sozialen Berufen gefragt

 

Daran knüpfte auch Michaela Evans vom Gelsenkirchener Institut Arbeit und Technik (IAT) an: „Jeder muss sich künftig flexibel selber managen, wie beim Ehrenamt. Methodische Kompetenzen werden immer wichtiger.“ Vor allem müsse die veränderte Entwicklung in den Branchen beobachtet werden, denn der zukünftige Arbeitskräftebedarf entstehe vor allem für Bildung, Erziehung, Pflege und Betreuung. „Jeder vierte Arbeitsplatz entsteht in der Altenpflege“, betonte Michaela Evans. Mit Blick auf die Digitalisierung ginge es in der Altenpflege darum, die Arbeit mit Menschen durch Technik zu vereinfachen – nicht sie zu ersetzen. Zudem plädierte Evans nachdrücklich für eine bessere betriebliche Gestaltung. Dazu gehöre die genaue Bestandsaufnahme, wo bereits Digitalisierung stattfände und an welcher Stelle die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch mehr mitgenommen und unterstützt werden müssten.

 

Mitbestimmung unerlässlich

 

Achim Vanselow, Abteilungsleiter Wirtschafts- und Strukturpolitik beim DGB-Bezirk NRW, mahnte, den Industriestandort nicht zu vernachlässigen und Technik so einzusetzen, dass sie menschliche Arbeit unterstützt und nicht ersetzt. „Hinter jeder Entwicklung stehen Interessen, die von uns gestaltbar sind“. Digitale Technik ermögliche auch Aufstiegsperspektiven und neue Arbeitsplätze. „Es kommt auf die betriebliche Ebene an, mit Beteiligung der Betriebsräte und der Beschäftigten“, so der Gewerkschaftsvertreter, denn Qualifizierung sei nicht nur Aufgabe des Staates, sondern auch der Unternehmen. Der DGB habe deshalb schon 2016 den „Index gute Arbeit“ aufgelegt.

 

Digitalisierungsprojekte für Bürgerbeteiligung

 

Ein mit Fördermitteln des Landes NRW ermöglichtes, interessantes Modellprojekt des „Emscher-Lippe-Things-Network“ stellte Dr. Hans Hubbertz, Leiter des Referats Gesellschaftliche Verantwortung beim Evangelischen Kirchenkreis, vor: „Wir bringen ein Sensornetzwerk mit Beteiligungsmöglichkeiten für interessierte Mitwirkende auf den Weg. Wir werden in unserer Region offene Zugänge für das 'Internet der Dinge' bereitstellen, kostengünstig und für alle nutzbar.“ Damit können Bürgerinitiativen, Kommunen oder Privatpersonen z. B. mittels eigener Umweltdaten eigene Interessen und Vorschläge im Bereich spannender Digitalisierungsprojekte umsetzen.

 

Digitalisierung im Gesundheitswesen

 

Den Statements schloss sich eine lebhafte Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter der Moderation von Julia Borries, Referentin für Evangelische Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Recklinghausen, an. Ein besonderes Interesse richtete sich auf das Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen und bei Ärzten. Keine Akzeptanz fanden etwa Pflegeroboter ohne menschliche Empathie, wohl aber die Pflege der Gesundheitsdaten für treffsichere Prognosen zugunsten der Patienten. Dass die hochkarätige Veranstaltung nicht die erhoffte Teilnehmerzahl anlockte, bedauerten die Veranstalter, die aber flexibel statt der geplanten drei Arbeitsgruppen den Workshop kurzerhand zu einer Podiumsdiskussion umfunktionierten. Einigkeit herrschte darin: „Der Prozess ist von Menschen gestaltbar, wenn wir der Entwicklung nicht nur hinterherlaufen.“ (WN)

Kreissynode: Finanzen im Horizont der gesellschaftlichen Verantwortung

Mit dem Schwerpunkt Finanzen beschäftigten sich die über 100 Delegierten aus den Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen und ließen sich über die Themen der vorausgegangenen Synoden der Landeskirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland informieren.
Kreissynode: Finanzen im Horizont der gesellschaftlichen Verantwortung

Pfarrer Burghard Müller, Vorsitzender des Finanzausschusses

 

RECKLINGHAUSEN – Den Schwerpunkt der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen bildete das Thema Finanzen. Nach dem Vortrag der Verwaltungsleiterin Conny Hölig zum Stand der Umstellung der Finanzverwaltung und dem Finanzbericht des Vorsitzenden des kreiskirchlichen Finanzausschusses, Pfarrer Burkhard Müller aus Herten-Disteln, wurden die Haushalte 2019 verabschiedet und die Rechnungsergebnisse 2017 beschlossen.

In seinem Grußwort zu Beginn der Kreissynode warb Landrat Kai Süberkrüb „für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt an Emscher und Lippe“. Dafür dringend erforderlich sei die geplante Verbesserung der Situation von Armen. Gegenüber dem zunehmenden Antisemitismus und Rechtsradikalismus plane der Kreistag die Auslobung einer Rolf-Abrahamsohn-Gedenkmedaille und freue sich über die Nennung von geeigneten Personen, die mit ihrem Engagement vorbildlich und deutlich Zeichen setzten.

Die auf der Landessynode erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte interaktive Website zur Hauptvorlage „Kirche in der Migrationsgesellschaft“ – www.kircheundmigration.ekvw.de – soll bis Ende 2019 eine neuartige Beteiligungsplattform für die am Thema interessierte Öffentlichkeit sein. Der Landessynodale Pfarrer Martin Giesler (Marl) stellte exemplarisch einige Webseiten zur praktischen Arbeit damit und den neuen Möglichkeiten zur Diskussionsbeteiligung vor.

Von den Beschlüssen der EKD-Synode zur Prävention und Intervention von sexualisierter Gewalt und Missbrauch, die es leider auch in der Evangelischen Kirche gibt, berichtete die Landessynodale Hannelore Klippel. Ein klares politisches Statement der EKD sei die finanzielle Hilfe für Flüchtlinge in Höhe von einer Million Euro je Landeskirche, welche die EKD für den Doppelhaushalt 2019/2020 zur Verfügung stelle, so Klippel weiter. Ebenso auch der geforderte sozialverträgliche Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung ab dem Jahr 2020 bis zum endgültigen Ausstieg im Jahr 2035.

Zu den Finanzen

Mit Blick auf die deutlich nach unten korrigierten Wachstumsprognosen der Konjunktur warnte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pfarrer Burkhard Müller (Herten): „Es sieht so aus, als ob wir den Zenit der Entwicklung erreicht oder gar schon überschritten haben, nachdem wir uns Jahr für Jahr über deutliche Zuwächse bei den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln freuen konnten“.

Es gebe schon jetzt „deutlich mehr Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand als im aktiven Dienst“, konstatierte Müller. Die Umstellung von der kameralen Buchführung hin zum Neuen Kirchlichen Finanzmanagements (NKF) „kostet uns mehr als ursprünglich gedacht“, so Müller, nämlich weitere 100.000 Euro zu den geplanten 400.000 Euro, vor allem Kosten für zusätzliches Fachpersonal. Statt einer schlichten „Fortschreibung der Haushaltsansätze der Gemeinden aus dem Jahr 2017“ müssten diese „zu echten, detaillierten Haushaltsplanungen mit eigenen, bewusst gesetzten und dann auch erkennbaren Prioritäten kommen“, so Müller. Dazu fehlten allerdings derzeit belastbare Zahlen „auf allen Ebenen“ aufgrund der Umstellungsschwierigkeiten im Finanzbereich.

Die noch fließenden, konjunkturbedingten Überschüsse sollen laut Kreissynodalbeschluss weiter die zukünftige Finanzausstattung der Kirchengemeinden absichern und die Risikorücklage verstärken. Damit soll der durch den Kirchenmitgliederschwund als sicher geltende Rückgang der Finanzkraft in den nächsten Jahren eine gewisse Zeit lang abgebremst werden und notwendige Handlungsspielräume erhalten bleiben.

Der Haushaltsplan 2018/2019 sieht eine leicht gestiegene Zuweisung von Kirchensteuermitteln an die Kirchengemeinden vor. Dagegen verzeichnet der Haushalt des Kirchenkreises ein planerisches Defizit. „Wir können nur durch das Einplanen von fast einer Viertelmillion Euro Rücklagenentnahme unseren Haushalt 2019 in Hinsicht auf die gemeinsamen Aufgaben im Kirchenkreis zur Deckung bringen“, sagte Müller. 

Zu diesen gemeinsamen Aufgaben zählen unter anderem die Einrichtung einer Fachstelle Jugendarbeit und einer Pfarrstelle für Industrie- und Sozialarbeit/Gesellschaftliche Verantwortung sowie einer Stelle für Öffentlichkeitsarbeit in der Region. „Noch verfahren wir ja nach dem alten Budgetierungsschlüssel: 23% für die Ebene des Kirchenkreises, 77% für die Kirchengemeinden und ihre Verbände … das wird in Zukunft nicht reichen“, sagte Müller. 

Die kirchliche Gemeinschaftsstiftung für Kirche und Diakonie „ernten und säen” verfügt inzwischen Dank umfangreicher Zustiftungen über ein Grundkapital von 1,7 Millionen Euro, dazu kommen nach dem Jahresbericht 2017 etwa 30.000 Euro, berichtete die Vorsitzende des Stiftungsrates, Dr. Ulrike Preuß. Für Projekte im Bereich Kinder- und Jugendarbeit mit dem Thema „Inklusion“ konnten im Jahr 2018 insgesamt rund 26.000 Euro ausgeschüttet werden. GH

Empfang des Ev. Kirchenkreises mit Dr. Andreas Hollstein

Mit ihrem jährlichen Empfang zum Buß- und Bettag will die Evangelische Kirche ein politisch und gesellschaftlich relevantes Zeichen setzen. Dr. Andreas Hollstein ist Bürgermeister der Stadt Altena und sprach über die Notwendigkeit, die Bürgergesellschaft angesichts des Auseinanderdriftens der Gesellschaft zu stärken.
Empfang des Ev. Kirchenkreises mit Dr. Andreas Hollstein

Superintendentin Katrin Göckenjan und Dr. Andreas Hollstein (Foto: wol)


KIRCHENKREIS / MARL – „Seit der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr ist, wollen wir an diesem Tag, der ein kirchlicher Feiertag bleibt, ein Zeichen setzten“, sagt Katrin Göckenjan, die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen. Deshalb findet an diesem Tag neben zahlreichen Gottesdiensten auch ein Empfang des Kirchenkreises statt – in diesem Jahr zum zweiten Mal hinter einander im Gemeindezentrum der Dreifaltigkeitskirche in Marl-Brassert.

Als Gast hielt Dr. Andreas Hollstein (CDU), Bürgermeister der Stadt Altena, ein Impulsreferat. Hollstein wurde im November 2017 Opfer einer Messerattacke in einem Imbiss, bei der ihm ein Mann ein Messer an den Hals hielt und ihn verletzte. Nur das beherzte Eingreifen des Imbissbesitzers und seines Sohnes (beide türkischstämmige Kurden) verhinderte Schlimmeres. Der Angreifer wollte die liberale Flüchtlingspolitik in Altena anprangern. Die Gemeinde hatte sich freiwillig bereit erklärt, 100 Flüchtlinge mehr aufzunehmen, als sie es nach dem Verteilungsschlüssel hätte tun müssen.

Kirche dürfe sich in der Diskussion der Flüchtlingsfrage und dem Auseinanderdriften der Gesellschaft nicht zurückziehen, müsse neue Orte der Begegnung bieten, hatte Superintendentin Katrin Göckenjan in ihrer Begrüßung der Gäste gefordert. In einer Zeit, in der die Gemeinschaft sich gegenseitig misstraue, gelte es, wieder gemeinsamen Boden zu finden. Auch in diesem Sinne könne der Buß- und Bettag ein Tag des Innenhaltens, der Besinnung und auch der Orientierung in wichtigen Fragen sein.

Anschließend schilderte Andreas Hollstein die Zusammenhänge der Flüchtlingspolitik in der 17.000 Einwohner zählenden Gemeinde Altena. Hier hatte sich ein breites Bürgernetzwerk zusammengefunden, das zahlreiche Projekte in der Stadt in ehrenamtlicher Arbeit umgesetzt hatte. „Daraus entwickelte sich ein großer Helferkreis von 'Kümmerern', die sich auch in der Unterstützung der Flüchtlinge engagierten“, berichtete Hollstein in Marl. Die Entscheidung mehr Flüchtlinge aufzunehmen und sie dezentral unterzubringen, wurde von einer breiten Mehrheit getragen. Ein Brandanschlag von jungen Feuerwehrleuten auf eine der Wohnungen und dann die Messerattacke waren aber deutliche Zeichen dafür, dass die Stimmung nach 2015 kippte.

Bald erhielt der Bürgermeister Drohbriefe, 2017 kam es zu dem Übergriff. „Nachdem ich mich entschlossen hatte, die Attacke öffentlich zu machen, erhielt ich rund 8000 Hassmails und  Drohbriefe mit strafrechtlich relevantem Inhalt“, so Andreas Hollstein. „Der Satz ‚Hätte deine Frau für dich zuhause was Deutsches gekocht, hättest du nicht in den Imbiss gehen müssen’, war noch der harmloseste“, so der CDU-Politiker. Hollstein macht nicht die Einzeltäter verantwortlich, sondern die Anstifter: „Sie tragen die Verantwortung“, sagt er.

Andreas Holstein steht zu seinen Entscheidungen. „Der Satz der Kanzlerin: 'Wir schaffen das', war richtig“, sagt er. „Er war als Aufgabe gemeint. Die Grenzöffnung 2015 war nicht illegal. Was hätte man sonst tun sollen? 500.000 Menschen erschießen?“

Natürlich gebe es unter den Geflüchteten Kriminelle, aber auch wunderbare Menschen. „Das ist ein Querschnitt, der da kommt“, so Hollstein in Marl. Eindringlich lobte er den Einsatz aller Ehrenamtlichen, die sich überall für Geflüchtete einsetzen. „Seien Sie stark, machen Sie weiter“, forderte er die Zuhörer in Marl auf. „Menschen, die ihr Herz öffnen, werden immer gewinnen!“

Zum Abschluss des Empfangs stellte Dr. Ulrike Preuß die von der kirchlichen Stiftung „ernten und säen“ im vergangenen Jahr geförderten Projekte und Institutionen vor. Zwei Einrichtungen präsentierten sich und ihre Arbeit beim Empfang in Marl. (wol)

Adventliche Lesung mit der Schauspielerin Christine Sommer am Freitag, 7. Dezember um 19:30 Uhr im Matthäus-Haus in Hochlar

Adventliche Lesung mit der Schauspielerin Christine Sommer am Freitag, 7. Dezember um 19:30 Uhr im Matthäus-Haus in Hochlar

Christine Sommer (Foto: Niko S. Reich)

 

RECKLINGHAUSEN – Die Evangelische Altstadtgemeinde lädt am Freitag, den 7. Dezember um 19.30 Uhr zu einer adventlichen Lesung mit Schauspielerin Christine Sommer in das Matthäus-Haus nach Hochlar ein. Musikalisch wird der Abend vom Projektchor gestaltet. Die Einnahmen des Abends kommen in weiten Teilen einem caritativen Zweck zugute. (DSch)

Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht

Zum 80. Jahrestag der Erinnerung an die Reichspogromnacht in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 hatte die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen am Vorabend des Schabbat zum Gedenken am Mahnmal Herzogswall / Ecke Westerholter Weg eingeladen.
Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht

Das Pogromgedenken mit Kranz am Mahnmal in Recklinghausen (Foto: uka)

 

RECKLINGHAUSEN – In besonderer Weise wurde in diesem Jahr an die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 erinnert, als vor 80 Jahren in ganz Deutschland die Synagogen brannten, jüdische Geschäfte und Wohnhäuser zerstört und geplündert wurden und jüdische Bürgerinnen und Bürger verhaftet, gefoltert, getötet oder in Konzentrationslager verschleppt wurden. Auch in Recklinghausen brannte die Synagoge. Jüdische Bürgerinnen und Bürger, die im nahen Polizeipräsidium Schutz suchten, wurden inhaftiert.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen hatte zu einem Gedenken am Vorabend des Schabbat am Mahnmal Herzogswall / Ecke Westerholter Weg eingeladen. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass so etwas nie wieder passieren kann, dass Gewalt keinen Platz unter uns hat“, sagte Gerda E.H. Koch, die evangelische Vorsitzende der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Recklinghausen, bei ihrer Begrüßung. „Wir wollen der Opfer gedenken, an das Unfassbare erinnern.“ Es sei wichtig, nie wieder weg zu schauen, gerade in einer Zeit, wo der Antisemitismus wieder zunimmt. Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments der Stadt Recklinghausen stellten Kerzen der Hoffnung auf für Menschlichkeit, Liebe, Frieden, Erinnerung, Zusammenhalt.

In seinem Grußwort machte Bürgermeister Christoph Tesche auf den Übergang von Diskriminierung zum Terror aufmerksam. „Bei den Nazis wurde der Terror legitimiert, führte in die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung mit unfassbarer Grausamkeit. Das war staatlicher Antisemitismus.“ Die Menschenrechte wurden mit Füßen getreten. Es gelte, die Erinnerung an die Nazi-Herrschaft wachzuhalten. Das Mahnmal an der Ecke Westerholter Weg / Herzogswall sei ein Warnmal. „Wir sollten Konsequenzen für unser Handeln ziehen.“

„Wann werden wir dem Antisemitismus und Rassismus den Kampf ansagen?“ fragte Tesche. Unrecht und Intoleranz hätten keinen Platz, so der Bürgermeister und erinnerte an das Friedensfest an Pfingsten auf dem Kirchplatz vor St. Peter. Das Pogromgedenken sei als Tag der Erinnerung und der Trauer wichtig.

Anschließend lud die Jüdische Kultusgemeinde zu einer religiösen Zeremonie mit Kantor Isaak Tourgman an den ehemaligen Standort der Synagoge ein, Westerholter Weg / Ecke Limperstraße. Hier erinnert eine Gedenktafel an den Standort der Synagoge. Danach wurde in der Synagoge eine 3-D-Installation gezeigt, die an den Brand der Synagoge erinnerte.

(uka)

Visitation in der Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd

Ein Team von Fachleuten aus dem Evangelischen Kirchenkreis unter der Leitung von Superintendentin Katrin Göckenjan begutachtete schwerpunktmäßig die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen, die Angebote für die Jugendlichen sowie die verschiedenen Musikgruppen.
Visitation in der Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd

Engagiert äußerten sich die Gemeindeglieder zu Beginn der Visitation zu ihrer Kirchengemeinde (Foto: uka)

 

RECKLINGHAUSEN-SÜD – Einen Besuch besonderer Art bekam die Evangelische Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd. Ein Team von Fachleuten aus dem Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen unter Leitung von Superintendentin Katrin Göckenjan führte eine Visitation in der Kirchengemeinde durch.

Die Visitation begann mit einem Gottesdienst in der Lutherkirche. Im Anschluss waren die Gemeindeglieder zur Begegnung und anschließendem Mittagessen eingeladen. Auf dem Programm standen Informationen zur Visitation, ein erster Austausch über das Gemeindeleben und das persönliche Kennenlernen.

Drei Schwerpunkte der Visitation wurden im Vorfeld anhand von Fragebögen ausgearbeitet. Das waren die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen, die evangelische Jugendarbeit sowie die verschiedenen Musikgruppen, die das Leben der Gemeinde bereichern. Hier gab es Gespräche mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Arbeitsbereichen. Dazu kamen Gespräche mit Verantwortlichen, mit Partnern aus der Katholischen Kirche, aus anderen Religionsgemeinschaften, aus der Kommune und dem Stadtteil.

Den Abschluss der Visitationstage bildete ein Treffen des Visitationsteams mit dem Presbyterium, wo die gewonnenen Eindrücke angesprochen und Rückmeldungen gegeben wurden. Gemeinsam mit dem Presbyterium werden Verabredungen zur Weiterarbeit getroffen.

Visitationen sind eine regelmäßige Einrichtung der Evangelischen Kirche. Sie bieten die Möglichkeit, das Leben in einer Kirchengemeinde durch Fachleute aus dem Kirchenkreis in den Blick zu nehmen. Was gut ist, was die Kraft zur Veränderung in sich birgt und neue Perspektiven eröffnen kann, soll bestärkt werden. Wo es Schwierigkeiten gibt, was zu verbessern ist, soll ebenso benannt werden. Die Visitation macht konstruktive Vorschläge und ermutigt, sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen. Dies geschieht im gegenseitigen Austausch. (uka)

Visitation in der Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd

Ein Team von Fachleuten aus dem Evangelischen Kirchenkreis unter der Leitung von Superintendentin Katrin Göckenjan begutachtete schwerpunktmäßig die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen, die Angebote für die Jugendlichen sowie die verschiedenen Musikgruppen.
Visitation in der Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd

Engagiert äußerten sich die Gemeindeglieder zu Beginn der Visitation zu ihrer Kirchengemeinde

 

RECKLINGHAUSEN-SÜD – Einen Besuch besonderer Art bekam die Evangelische Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd. Ein Team von Fachleuten aus dem Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen unter Leitung von Superintendentin Katrin Göckenjan führte eine Visitation in der Kirchengemeinde durch.

Die Visitation begann mit einem Gottesdienst in der Lutherkirche. Im Anschluss waren die Gemeindeglieder zur Begegnung und anschließendem Mittagessen eingeladen. Auf dem Programm standen Informationen zur Visitation, ein erster Austausch über das Gemeindeleben und das persönliche Kennenlernen.

Drei Schwerpunkte der Visitation wurden im Vorfeld anhand von Fragebögen ausgearbeitet. Das waren die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen, die evangelische Jugendarbeit sowie die verschiedenen Musikgruppen, die das Leben der Gemeinde bereichern. Hier gab es Gespräche mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Arbeitsbereichen. Dazu kamen Gespräche mit Verantwortlichen, mit Partnern aus der Katholischen Kirche, aus anderen Religionsgemeinschaften, aus der Kommune und dem Stadtteil.

Den Abschluss der Visitationstage bildete ein Treffen des Visitationsteams mit dem Presbyterium, wo die gewonnenen Eindrücke angesprochen und Rückmeldungen gegeben wurden. Gemeinsam mit dem Presbyterium werden Verabredungen zur Weiterarbeit getroffen.

Visitationen sind eine regelmäßige Einrichtung der Evangelischen Kirche. Sie bieten die Möglichkeit, das Leben in einer Kirchengemeinde durch Fachleute aus dem Kirchenkreis in den Blick zu nehmen. Was gut ist, was die Kraft zur Veränderung in sich birgt und neue Perspektiven eröffnen kann, soll bestärkt werden. Wo es Schwierigkeiten gibt, was zu verbessern ist, soll ebenso benannt werden. Die Visitation macht konstruktive Vorschläge und ermutigt, sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen. Dies geschieht im gegenseitigen Austausch. (uka)

Trauer um Pfarrer Ulrich Weingärnter

Pfarrer Ulrich Weingärnter war von 1967 bis 1995 Pfarrer der ehemaligen Evangelischen Kirchengemeinde Recklinghausen-Hillerheide.
Trauer um Pfarrer Ulrich Weingärnter

Pfarrer Ulrich Weingärtner (Foto: Ev. Akademie RE)

 

RECKLINGHAUSEN – Die Evangelische Kirchengemeinde Recklinghausen-Ost und der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen trauern um Pfarrer Ulrich Weingärtner, der am 4. November im Alter von 88 Jahren verstorben ist.

Ulrich Weingärtner war von 1967 bis 1995 Pfarrer der ehemaligen Ev. Kirchengemeinde Recklinghausen-Hillerheide. Er kam 1966 nach einer Zeit in England nach Recklinghausen zunächst in den 3. Pfarrbezirk der Altstadtgemeinde, der am 1. Januar 1967 zu einer eigenständigen Gemeinde wurde.

Sein besonderes Interesse galt von Anfang an der Ökumene, wie er sie in England kennen- und schätzen gelernt hatte. Durch seinen Einfluss kam es zu einem ökumenischen Aufbruch auf der Hillerheide, der 1982 in der Eröffnung des ökumenischen Gemeindezentrums „Arche“ am Quellberg gipfelte. Große Popularität erreichten die Veranstaltungen „Zwei Konfessionen – Eine Gemeinschaft“, die seit 1971 in der Vestlandhalle stattfanden. Sein ökumenisches Engagement setzte er auch auf Stadtebene fort. Mehrere Male war er Vorsitzender der ACK.

Als Pfarrer war Ulrich Weingärtner immer für seine Gemeindeglieder da und stets ansprechbar für ihre Sorgen und Nöte. Auf der Hillerheide war er allen bekannt und sehr beliebt. Darüber hinaus war er in der Polizeiseelsorge und als Religionslehrer tätig, engagierte sich im Vorstand der Männerarbeit der Ev. Kirche von Westfalen und im Vorstand der „Barke“, einem Verein für psychosoziale Selbsthilfe.

„Wir nehmen dankbar Abschied und sind gewiss, dass Ulrich Weingärtner auch im Tod bei Gott geborgen ist, weil die Liebe Gottes den Tod besiegt hat“, so Superintendentin Katrin Göckenjan. Die Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie. (ksch / uka)

 

Vortrag und Diskussion zum Thema "Flüchtlinge in der Türkei" mit Pfarrerin Ursula August am Freitag, 23. November um 18 Uhr im Josefshaus

Ursula August war von 2011 bis 2017 Pfarrerin der Ev. Gemeinde deutscher Sprache in der Türkei. In dieser Zeit hat sie den Zustrom der Flüchtlinge - vor allem aus Syrien - erlebt, aber auch die Stadt Istanbul als Anlaufort und Durchgangsstation für Flüchtlinge aus aller Welt. Sie berichtet als Zeitzeugin über ihre Erfahrungen des Umgangs mit Flüchtlingen in diesem Land.
Vortrag und Diskussion zum Thema "Flüchtlinge in der Türkei" mit Pfarrerin Ursula August am Freitag, 23. November um 18 Uhr im Josefshaus

Pfarrerin Ursula August (Foto: privat)

 

HALTERN am SEE - Die Anzahl der Flüchtlinge in der Türkei ist aktuell auf 3,9 Millionen Menschen gestiegen. Das geht aus Zahlen der EU-Kommission mit Stand vom Sommer des Jahres 2018 hervor. Damit haben sich die Flüchtlingszahlen in der Türkei innerhalb des letzten Jahres wieder um 700.000 Menschen erhöht.

 

Die Türkei sei mittlerweile das Land mit den meisten aufgenommenen Flüchtlingen auf der Welt, so die EU-Kommission. Rund eine Million von ihnen lebt in Istanbul. Laut EU-Türkei-Abkommen vom März 2016 verpflichtete sich die Türkei, Flüchtlinge an der Weiterreise nach Europa zu hindern und im Land zu behalten. Dafür fließen mehrere Milliarden Euro aus Brüssel.

 

Ursula August war von 2011 bis 2017 Pfarrerin der Ev. Gemeinde deutscher Sprache in der Türkei. In dieser Zeit hat sie den Zustrom der Flüchtlinge - vor allem aus Syrien - erlebt, aber auch die Stadt Istanbul als Anlaufort und Durchgangsstation für Flüchtlinge aus aller Welt.

 

Wie steht es dort um die Grundversorgung, die Rechtssicherheit, die medizinische Versorgung? Die uns bekannten Nachrichten aus der Türkei im Umgang mit Flüchtlingen sind sehr widersprüchlich. 

 

Als Zeitzeugin wird Pfarrerin August über ihre Erfahrungen des Umgangs mit Flüchtlingen in diesem Land berichten: Über die Maßnahmen der Regierung, aber auch das Engagement der Nicht-Regierungsorganisationen und über das kirchliche ökumenische Netzwerk in der Flüchtlingsarbeit, mit dem sie selbst verbunden war. Sie nimmt eindrückliche Hilfsprojekte in den Blick ebenso wie den „neuen Markt“, der mit der Flüchtlingshilfe entstanden ist.

Prof. Ahmad Milad Karimi (Münster) spricht am Dienstag, 27. November von 18 bis 20:30 Uhr im Vereinsheim des Friedensweg e.V. in Marl

Prof. Karimi ist einer der profiliertesten und bekanntesten Stimmen im Islam in Deutschland und lehrt am Zentrum für Islamische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Im Rahmen des 18. Abrahamfestes Marl spricht er zum Thema "Eure Kinder sind nicht eure Kinder! Was es heißt, Kinder Abrahams zu sein".
Prof. Ahmad Milad Karimi (Münster) spricht am Dienstag, 27. November von 18 bis 20:30 Uhr im Vereinsheim des Friedensweg e.V. in Marl

Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi (Foto: Peter Grewer, Uni Münster)

 

MARL - Prof. Karimi ist 1979 in Afghanistan geboren. Mit seiner Familie floh er nach Deutschland, wo er nun mehr als 25 Jahren lebt und als Professor lehrt. „Ein ungewöhnlicher Bildungsweg“, sagt er dazu. Aus eigenem Erleben weiß er, was es heißt, Abschied zu nehmen und nennt sich selbst einen „Zwischenweltler“.

Mit dem Thema des Abends knüpft er bei einem anderen „Zwischenweltler“ aus dem Libanon an: „Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst“, ist wohl eines der berühmtesten Zitate Khalil Gibrans, das Prof. Karimi zuspitzt auf die hochaktuelle interreligiöse und interkulturelle Frage, „was es heißt, Kinder Abrahams zu sein“.

Im kulturellen Begleitprogramm ist Orhan Taskin (Marl) auf seiner Bambusflöte zu hören. Nach seinem Vortrag lädt die Veranstaltergemeinschaft zur Diskussion mit dem Referenten ein.

Ort: Friedensweg e.V. Vereinsheim, Wiesenstr. 22, 45770 Marl-Drewer, Zugang über die Karl-Liebknecht Str. 12 – 14. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der VHS „die insel“ Marl. Der Eintritt ist frei.

Empfang des Ev. Kirchenkreises am Buß- und Bettag mit Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (Altena)

Dr. Andreas Hollstein ist Mitautor des Buches "Mein Kampf - gegen Rechts". Für sein engagiertes Eintreten für die Flüchtlinge in seiner Stadt erhielt er den diesjährigen Europäischen Fridtjof-Nansen-Preis der UNHCR.
Empfang des Ev. Kirchenkreises am Buß- und Bettag mit Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (Altena)

Dr. Andreas Hollstein ist Mitautor des Buches "Mein Kampf - gegen Rechts" (Fotomontage: NG)



RECKLINGHAUSEN / MARL - Dr. Andreas Hollstein ist Mitautor des 2016 erschienenen Buches "Mein Kampf - gegen Rechts". Darin berichten elf Menschen, wie sie sich rechtem Gedankengut und rechter Gewalt entgegenstellen. 

Im November 2017 hielt ihm in einem Dönerladen in seiner Stadt Altena ein Mann ein Messer an den Hals, verletzte ihn dabei und äußerte sich abfällig über die liberale Flüchtlingspolitik. Durch das beherzte Eingreifen des Ladenbesitzers und dessen Sohnes konnte der Angreifer überwältigt werden.

Für sein engagiertes Eintreten für die Flüchtlinge in seiner Stadt erhielt Dr. Hollstein vor kurzem den Europäischen Fridtjof-Nansen-Preis des Hochkommissariats der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR), den er stellvertretend für seine Mitarbeiter*innen in der Stadtverwaltung entgegennahm.

Am Buß- und Bettag (21. November) ist er zu Gast beim Emfpang des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen in der Dreifaltigkeitskirche in Marl. (GH)

Digitalisierung gestalten - Einladung zum Workshop-Forum "Arbeit 4.0" am Samstag, 17. November, von 10 bis 15 Uhr im Max-Born-Berufskolleg

Die Leistungs- und Arbeitsgesellschaft, wie wir sie bisher kannten, geht zu Ende. Die "Digitalisierung" betrifft fast alle Bereiche und Lebensformen und wälzt diese grundlegend um. Nach einer aktuellen Studie der Bundesagentur für Arbeit arbeiten in NRW rund 1,8 Millionen Beschäftigte in Bereichen, in denen mindestens 70 Prozent der Aufgaben von Maschinen und Computern erledigt werden könnten. Das Workshop-Forum "Arbeit 4.0" mit Expert*innen aus Wissenschaft und Politik, Kirchen und Gewerkschaften bietet allen Interessierten die Gelegenheit, sich über diese zentrale Gesellschaftsfrage mit anderen auzutauschen und zu vernetzen.

 

RECKLINGHAUSEN – Nicht nur für Schüler*innen dürfte das Workshop-Forum „Arbeit 4.0“ am kommenden Samstag, 15. November, im Max-Born-Berufskolleg im Campus Vest 3 interessant sein. Denn hier geht es um die spannende Frage, wie die Digitalisierung die Gesellschaft bereits verändert hat, in wieweit die große Mehrheit deren Folgen bereitwillig in Kauf nimmt, welche Entscheidungsspielräume es sowohl individuell als auch kollektiv gibt und wo die Chancen und Grenzen der Digitalisierung liegen.

Die bisherige politische und gesellschaftliche Diskussion in Deutschland darum war eine weitgehend technisch-ökonomische mit dem Ziel, den Anschluss an die Digitalisierung nicht zu verlieren beziehungsweise zu den führenden Ländern gehören zu wollen.

Wo die Chancen und Risiken tatsächlich liegen, wurde den meisten Menschen vor allem am Umgang mit den eigenen Daten in jüngster Zeit deutlich. Daran zeigte sich, dass die Digitalisierung nicht allein eine technisch-ökonomische Revolution ist, sondern alle Lebensbereiche betrifft. Mit der beabsichtigten immer engeren Verbindung von Mensch und Maschine werden nicht nur die bisherigen Arbeitsorganisationen in Frage gestellt, sondern auch das Freizeitverhalten beeinflusst.

Als Referent*innen und Gesprächspartner*innen stehen zur Verfügung: Dominik Schad, Leiter des Jobcenter Kreis Recklinghausen, Hermann Hölscheidt, Diözesansekretär Münster, Achim Vanselow, Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk NRW, Dr. Hans Hubbertz,  Referatsleiter Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirchenkreise Gladbeck-Bottrop-Dorsten und Recklinghausen, Eva-Maria Wobbe, Startercenter Kreis Recklinghausen und Michaela Evans, Institut für Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme kostet 5 Euro. GH (Foto: docplayer.org)

"Menschenrechte durchsetzen und erfahrbar machen!"

Zum 70. Jahrestag der Menschenrechte sprach Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, im Haus des Evangelischen Kirchenkreises.
"Menschenrechte durchsetzen und erfahrbar machen!"

Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt (Foto: Harald Sippel, Homepage)

 

RECKLINGHAUSEN – In welch schwieriger Verfassung sich die internationale Menschenrechtspolitik 70 Jahre nach der Verabschiedung der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (1948) befindet, zeigt schlaglichtartig der im Juni dieses Jahres erklärte Rückzug der USA aus dem UN-Menschenrechtsrat.

Die Sorge um die aktuelle Krise der Menschenrechte bewegt offenbar viele. Denn der große Saal im Haus des Evangelischen Kirchenkreises war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Theologe und Philosoph und ehemalige UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt vom Institut für Politische Wissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg dort zum 70. Jahrestag der Menschenrechte über das Thema „Menschenrechtspolitik in der Krise? Wege zu einer neuen Offensive“ referierte.

Bielefeldt sprach dort auf Einladung von amnesty international, der Caritas, des gemeinnützigen Instituts für Wissenschaft, politische Bildung und gesellschaftliche Praxis (iWiPo) und der Evangelischen Erwachsenenbildung, für deren Arbeit das Thema Menschenrechte elementar ist.

Deutschland sei, so Bielefeldt, in den Jahren 2015/2016 von einer „Willkommenskultur“ ins gegenteilige Extrem gekippt. Zwischen dem an Menschenrechten orientierten Gestern und dem Heute klaffe ein tiefer politisch-kultureller Abgrund.

In Europa stehe es schlecht um die Rechte von Flüchtlingen, so Bielefeldt weiter. Im Osten verweigerten rechtsradikale Regierungen die Aufnahme von Asylbewerbern, ebenso in Österreich und Italien. Im Mittelmeer seien inzwischen über 13.000 Flüchtende ertrunken.

Weltweit setzten autokratische Regierungen in Russland, China oder Türkei ihre autoritäre Herrschaft unter Missachtung von Menschenrechten durch. Internationale staatliche Institutionen wie die Vereinten Nationen (UN), der Europarat oder die Europäische Union, welche die Anliegen der Menschenrechte strukturell und institutionell vorantreiben sollten, verlören seit Jahren massiv an Ansehen und Durchschlagskraft gegenüber immer stärker autokratisch regierten Ländern wie Russland, China oder der Türkei. Selbst etablierte Demokratien drohten ihre innere Liberalität zu verlieren. Frauenrechte und Minderheitenrechte seien bedroht oder würden verweigert. „Die Welt, wie wir sie kannten, gerät aus den Fugen“, bilanzierte Bielefeldt.

Dagegen setze die aufgeklärte und menschenrechtlich motivierte Zivilgesellschaft bedeutsame Zeichen der Hoffnung und des Widerstands. Zu denen zählten die hunderttausend Demonstranten, die in Berlin für eine offene friedliche Politik auf die Straße gingen, wie auch die vielen Menschenrechtsorganisationen weltweit.

Eine positive Entwicklung verzeichnete Bielefeldt auch für die Menschenrechte für Frauen, Kinder, Homosexuelle und Menschen mit Behinderungen, die inzwischen stärker wahrgenommen und gesetzlich festgeschrieben worden seien. Die UN-Konvention für die Rechte von Behinderten habe eine enorme Wirkung erzielt, ähnlich auch die nationalen Stellen der Antifolterkonvention. Auch die Rechtslage psychisch Kranker habe sich deutlich verbessert. Und die Menschenrechtsgerichtsbarkeit des Europarats sei insgesamt eine großartige Erfolgsgeschichte.

Nun gelte es, diese Formen der Institutionalisierung des Menschenrechtsschutzes international und national im Sinne einer „neuen Offensive in Sachen Menschenrechten“ voran zu treiben, forderte Bielefeldt. Dazu müssten Menschenrechte erfolgreich durchgesetzt und diese Erfolgsgeschichten für andere Betroffene wie auch für die kommenden Generationen erfahrbar gemacht werden. Den Bildungseinrichtungen komme hier eine Schlüsselrolle zu. (MMS)

Luther-Figur im Büro des Bürgermeisters

Eine grüne Luther-Figur schmückt seit Kurzem das Büro von Bürgermeister Christoph Tesche im Recklinghäuser Rathaus. Die Dauerleihgabe kommt vom „Institut für Kirchliche Zeitgeschichte des Kirchenkreises Recklinghausen“ (IKZG-RE), das zum Reformationsjubiläum zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt hatte, darunter das „Dreifachjubiläum“ im März 2017 und die Ausstellung „Luther im Visier der Bilder“ im Herbst 2017.
Luther-Figur im Büro des Bürgermeisters

Bürgermeister Christoph Tesche (re) und Dr. Albrecht Geck vom IKZG-RE bei der Überreichung des "Lutherbotschafters"

 

RECKLINGHAUSEN - Im Mittelpunkt dieser Ausstellung standen vier sogenannte Lutherbotschafter des Nürnberger Künstlers Ottmar Hörl. Bereits am Tag des offenen Rathauses konnten Besucherinnen und Besucher eine dieser Luther-Figuren im Büro des Bürgermeisters begutachten.

„Der christliche Glaube gehört zur Geschichte unserer Stadt. Gerade im Reformationsjahr haben wir auch in Recklinghausen eindrucksvolle Zeugnisse der Ökumene erlebt. Katholische und protestantische Christen haben positiv an der Entwicklung unserer Stadt mitgewirkt. Die beiden großen Kirchen spielen auf unterschiedlichen Ebenen der Gesellschaft bis heute eine sehr aktive und wichtige Rolle“, sagte Tesche.

Und so passt es gut, dass die Figur des großen Reformators Luther in seinem Büro vor einer Wand steht, an der ein großformatiges Bild der Propsteikirche St. Peter, der Mutterkirche aller katholischen Gotteshäuser im Vest, steht. (AK)

Veranstaltungen zum 80. Gedenken an die Pogromnacht

Aus Anlass des 80. Jahrestages der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 lädt die Jüdische Kultusgemeinde in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen e.V., der Stadt Recklinghausen, der Katholischen Stadtgemeinde und dem Evangelischen Kirchenkreis zum gemeinsamen und öffentlichen Gedenken zu folgenden Veranstaltungen ein:



RECKLINGHAUSEN - Am Donnerstag, 8. November, um 18 Uhr, Gedenkveranstaltung am Mahnmal Ecke Herzogswall / Westerholter Weg in Recklinghausen (Foto),

anschließend um 19 Uhr, öffentliches Gedenken an der Gedenktafel an der Limperstraße, eingeleitet mit ökumenischem Glockengeläut im Stadtgebiet.

Am Sonntag, 11. November, ab 11:30 Uhr , Symposion im Kreishaus Recklinghausen zum Thema "Jüdische Geschichte und jüdisches Leben im Vest Recklinghausen" mit den Stadtarchivaren Dr. Matthias Kordes (RE) und Gregor Husmann (Haltern am See).

 

HERTEN - Am Freitagabend, 9, November, um 17 Uhr , Gemeinsame Gedenkveranstaltung der Stadt, der Kirchen und weiterer Organisationen an der Kurt-Schumacher-Straße 56.

 

HALTERN - Am Freitagabend, 9. November, um 18 Uhr laden die „Halterner Bürger für Demokratie, Respekt und Vielfalt“ zur Kundgebung auf dem Marktplatz in Haltern.

 

Die Evangelische Kirche von Westfalen und die Lippische Landeskirche haben ein gemeinsames "kirchliches Wort anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht vor 80 Jahren" formuliert.

Kirchenkreisgeschichtsforschung als Orientierung für die Gegenwart

Der Tag der Westfälischen Kirchengeschichte 2018 in Recklinghausen war ein voller Erfolg.
Kirchenkreisgeschichtsforschung als Orientierung für die Gegenwart

Prof. Dr. Christian Peters, Vorsitzender des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte (re.) eröffnete nach dem Vortrag von Prof. Dr. Albrecht Geck (am Pult) die Diskussionsrunde; links der Schaukasten mit der Mitgliederkartei der BK Recklinghausen-Süd

 

RECKLINGHAUSEN  – Etwa 50 Kirchen- und Regionalkirchenhistorikerinnen und –historiker trafen sich auf Einladung des Instituts für Kirchliche Zeitgeschichte des Kirchenkreises Recklinghausen (IKZG-RE) und des Ev. Kirchenkreises Recklinghausen am 21. und 22. September 2018 im Haus des Kirchenkreises, um Ergebnisse kirchenkreisgeschichtlicher Forschung auszutauschen.

 

Anlass der Einladung war das 200-jährige Jubiläum der Einrichtung von Kirchenkreisen durch den preußischen König Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1818. Die Erforschung der Geschichte von Kirchenkreisen ist ein ursprünglich vom IKZG-RE initiierter und mittlerweile überregional anerkannter und aufgegriffener Zweig kirchengeschichtlicher Arbeit.

 

Die Studientagung begann mit einem Empfang des Vorstands des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte durch Bürgermeisterin Marita Bergmaier und den 1. Beigeordneten Georg Möllers im Rathaus. Anschließend begrüßte Superintendentin Katrin Göckenjan die Tagungsteilnehmer im Haus des Evangelischen Kirchenkreises. Mit einer Führung über die Friedhöfe am Lohtor (katholisch) und an der Halterner Straße (evangelisch), die Jürgen Pohl, Leiter der Volkshochschule Recklinghausen und stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Orts- und Heimatkunde e.V., vorbereitet hatte, endete das Treffen.

 

Auf besonderes Interesse stieß der Abendvortrag von Prof. Dr. Albrecht Geck, des Leiters des IKZG-RE, über die Geschichte des 1907 gegründeten Kirchenkreises Recklinghausen, die bislang noch nicht im Zusammenhang dargestellt worden war.

 

Geck gab zu Beginn einen Einblick in die Epochen evangelischer Kirchengeschichte im Vest Recklinghausen seit der Reformation. Einen besonderen Akzent legte er dann auf neue Quellenfunde aus den Nachlässen bekannter theologischer Persönlichkeiten.

 

Im Nachlass Karl Barths entdeckte er beispielsweise den Brief des Hilfspredigers Friedrich Strothmann (1906-1944), der im Jahr 1934 in der Gustav-Adolf-Kirche eine Predigt gehalten hatte mit dem Titel „Das Heil kommt von den Juden.“ Anschließend sei dieser von der Gestapo ermahnt und „einigen üblen Geschichten“ ausgesetzt gewesen, so Geck. Seinen ehemaligen Lehrer Karl Barth habe er in einem Brief gefragt: „Ist die Predigt in Ordnung oder muss ich mir Vorwürfe machen?“ Worauf dieser seinem ehemaligen Schüler den Rücken stärkte.

 

Aufschlussreich auch die Korrespondenz zwischen den hiesigen Bekenntnisgemeinden mit Karl Barth und mit Martin Niemöller, die Geck schlaglichtartig beleuchtete und dazu in einem Schaukasten die vollständige, 1700 „rote Karten“ umfassende Mitgliederkartei der Bekenntnisgemeinde Recklinghausen-Süd präsentierte.

 

Aus dem Nachlass des Theologen Rudolf Bultmann habe er Briefe von Arbeitern aus der Region gefunden, die sich bei Bultmann besorgt nach den Folgen des Entmythologisierungsprogramms erkundigten.„Für mich eine kleine Sensation“, sagte Geck, dass dieses relativ abstrakte Thema normale Bürger in der Nachkriegszeit so beschäftigt habe.

 

Aktuell arbeitet Geck an der Geschichte des Kirchenkreises Recklinghausen, die im Jahre 2021 als Band 10 der institutseigenen „Grünen Reihe“ erscheinen soll. Wer von Quellen aus der Geschichte des Kirchenkreises weiß – seien es gedruckte Texte oder Briefe oder Fotographien -, der wende sich bitte an das IKZG-RE unter folgender Adresse: a.geck@t-online.de. Möglicherweise existieren da noch historische Schätze in den Nachlässen, die es zu heben lohnt – nicht nur für die Gegenwart, auch für die zukünftigen Generationen.

 

Zuletzt erschien in der „Grünen Reihe“ eine „Geschichte des Kirchenkreises Bochum (1818-1912)“ aus der Feder des Bochumer Sozialethikers und Kirchenhistorikers Günter Brakelmann. Alle Vorträge der jetzigen Studientagung werden in Band 115 des Jahrbuchs für Westfälische Kirchengeschichte, der Ende 2019 erscheint, abgedruckt werden. (AG / GH)

"Sterbebegleitung geht jede/n an" - Vortrag von Heiner Melching

Der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (Berlin) wirbt für die Sterbebegleitung als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
"Sterbebegleitung geht jede/n an" - Vortrag von Heiner Melching

Heiner Melching, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin

OER-ERKENSCHWICK – Die Hospiz- und Palliativbewegung hat in den letzten Jahrzehnten große Erfolge zu verzeichnen und wesentlich dazu beigetragen, dass die Themen Sterben, Tod und Trauer zunehmend gesellschaftsfähig werden und auch politische Beachtung finden. Insbesondere im Bereich der Versorgungsstrukturen konnten erhebliche Verbesserungen für Schwerstkranke, Sterbende, Trauernde und deren Angehörigen erzielt werden.

So wichtig die Weiterentwicklung von Strukturen sowie gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen sind: es geht um mehr: „Sterbebegleitung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe - jede/n geht ES an“, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Heiner Melching (Berlin), der das schwierige Thema kompetent und kurzweilig zu behandeln weiß.

In seinem Vortrag wirbt er für die Weiterentwicklung der zunehmend professionellen oder semiprofessionellen Unterstützungsangebote, durch die verschiedene Formen der Begleitung angeboten werden. Wie auch für die Befähigung und Ermutigung von Nachbarn, Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen als „sorgende Gemeinschaften“, sich Schwerstkranken, Sterbenden und Trauernden aktiv zuzuwenden. Insgesamt geht es ihm darum, in unserer Gesellschaft die Verantwortung des sozialen Umfeldes für die Betroffenen mehr in den Mittelpunkt zu rücken.

Zu dieser Veranstaltung, die Hospiz-Koordinator Pfarrer Ulrich Radke moderiert, lädt der Ambulante Hospizdienst Oer-Erkenschwick in Kooperation mit dem Evangelischen Kirchenkreis und dem Diakonischen Werk am Mittwoch, 7. November um 19 Uhr ins Matthias-Claudius-Zentrum in der Halluinstraße 26. (UR / GH)

Sankt Martins - Gottesdienst mit Wolfgang Thierse am 11. November um 11:15 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche

Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) spricht als Gastprediger zum Thema "Christsein in der Gesellschaft".
Sankt Martins - Gottesdienst mit Wolfgang Thierse am 11. November um 11:15 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche

Wolfgang Thierse (Foto: Deutscher Bundestag)

 

RECKLINGHAUSEN - Der jährliche ökumenische Martinsgottesdienst in Recklinghausen ist mit seinen markanten Gastpredigern zu einem Ort kritischer, christlicher Zeitansage geworden.

Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) ist dieses Jahr zu Gast. Er ist seit 1990 SPD-Mitglied und ein profilierter Vertreter einer sozial gestalteten Gesellschaft. Über Jahre gehörte er der Grundwertekommission seiner Partei an. Im Bundestag prägte er als überparteilicher Bundestagspräsident (1008-2005) mit ostdeutschem Hintergrund das Amt in neuer Weise und verschaffte sich in der Zeit der Parteispendenaffaire vielfaches Ansehen.

Die Stärkung des demokratischen Bewusstseins ist ihm ein besonderes Anliegen. Gerade in der Situation der Zunahme rechtsradikaler Strömungen sucht er das Gespräch mit den Andersdenkenden. Zum diesjährigen Tag der deutschen Einheit schrieb er in einer Kolumne der Süddeutschen Zeitung: „Das Beispiel unserer östlichen Nachbarn, vor allem Polens und Ungarns, macht sichtbar, wie groß und gefährlich die rechtspopulistischen Verführungen, das Wiedererstarken des Nationalismus, der Wunsch nach den einfach und schnellen Lösungen, ja nach Erlösung von der Problemlast und der Zukunftsunsicherheit sein können.“ (SZ, 1.10.2018).

Wolfgang Thierse, der auch die Ehrendoktorwürde der Universität Münster verliehen bekam, ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und besonders auch im jüdisch-christlichen Dialog engagiert.

Am Sonntag, den 11. November, ist er um 11:15 Uhr im Ökumenischen Martinsgottesdienst in der Gustav Adolf Kirche, Herner Straße 4, persönlich als Gastprediger zum Thema „Christsein in der Einwanderungsgesellschaft“ zu hören und zu erleben.

Zu diesem offenen Gottesdienst sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Eine besondere Einladung gilt den sozial Engagierten, der Mitarbeiterschaft der Wohlfahrtsverbände, den in Stadtpolitik und Stadtverwaltung Engagierten.

Im Anschluss an den Gottesdienst laden Altstadtgemeinde, Diakonie, Caritas, Telefonseelsorge, Hospiz und Gastkirche herzlich zu Begegnung und Austausch im Gemeindefoyer der Gustav-Adolf-Kirche ein. (LE / GH)

Benefizkonzert unter dem Motto "Gehör (be)schenken"

Professor Ortwin Benninghoff und die Streicher des Konservatoriums in Tschernigow spielen am 23. November um 19:30 Uhr in der St. Markus-Kirche. Der Erlös ist für die Telefonseelsorge
Benefizkonzert unter dem Motto "Gehör (be)schenken"

Prof. Ortwin Benninghoff (Mitte) mit den Solisten Oksane Popsuy (Violine) und Oleksandr Babintschuk (Violine)

 

RECKLINGHAUSEN - Am Freitag den 23. November lädt der Förderverein der Telefonseelsorge zu einem Benefizkonzert um 19:30 Uhr in der Katholischen Kirche Sankt Markus am gleichnamigen Platz.

Professor Ortwin Benninghoff und die Streicher des Konservatoriums in Tschernigow bieten den Besuchern ein spannendes und abwechslungsreiches musikalisches Programm mit Werken von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Stockmeier, Carl Reinecke, Levko Kolodub und Ortwin Benninghoff.

Solistin Oksana Popsuy (Violine) ist u.a. Mitglied in der Kiewer Kammerakademie sowie im Kiewer Orgeltrio. Ausgedehnte Konzertreisen führten sie bisher nach Deutschland, Holland, in die Schweiz und die USA.

Solist Oleksandr Babintschuk (ebenfalls Violine) ist u.a. Konzertmeister der Kiewer Kammerakademie. Von seinem Können und seiner Vielseitigkeit zeugen CD-Aufnahmen, sowie Tourneen, unter anderem durch Japan, Schweiz, Deutschland, Frankreich und Ungarn.

In unterhaltsamer und informativer Weise wird Dirigent Prof. Ortwin Benninghoff durch das Konzert führen. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für die Telefonseelsorge wird am Ausgang gebeten. (GH)

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Konzeption

Titelseite der Konzeption des Ev. Kirchenkreises Recklinghausen

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