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Festgottesdienst zum Reformationsjubiläums-Motto "Einfach frei!" in Haltern

HALTERN Im Festgottesdienst zum runden Jubiläum ging Pfarrer Bastian Basse in der Erlöserkirche der Frage nach, wo Freiheit heute im Glauben, im Leben, im Lieben und Handeln von Christen verankert ist.
 

Auch in der Gottesdienstgestaltung nahm sich das Team um Bastian Basse einige Freiheiten: Posaunen-Chor, Orgel und „Keep-Praysing Band“ (Foto: JW) wechselten sich in der musikalischen Begleitung ab. Die Lesung gestaltete Julia Nagel mit einer Textcollage aus Stellen des neuen Testaments.

Und Basse begann seine Predigt zwar auf der Kanzel, aber nach einem „Eingangsexperiment“ verließ er diese wieder und predigte im Altarraum, auf Augenhöhe mit der Gemeinde, die die Kirche beinahe bis auf den letzten Platz füllte. Nur drei Worte eines Lieder stimmte er an: „Über den Wolken…“ und die Gemeinde fiel ein: „…muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“.

Ob es aber Freiheit nur über den Wolken gebe, wie im Song von Reinhard Mey, das stellte Basse in Frage. „Das können die meisten von uns nicht nachvollziehen, schließlich besitzen wir weder einen Pilotenschein noch ein Kleinflugzeug“, so der evangelische Pfarrer.

Martin Luther habe die Freiheit des Christenmenschen in seinem Wirken in den Mittepunkt gestellt, so Basse weiter. „Er wandte sich gegen eine  Kirche, die mit der Angst der Menschen Handel trieb. Man kommt in den Himmel wenn die Kohle stimmt? Das wollte Luther nicht."

Luthers Aufbegehren gegen den Ablasshandel der römisch-katholischen Kirche habe dazu geführt, dass er für vogelfrei erklärt wurde und schließlich auf der Wartburg als „Undercover-Theologe“ die Übersetzung des neuen Testaments beginnen konnte.

Sein Anspruch war: Alle Menschen sollten die Bibel lesen können. Luther orientierte sich an dem Satz des Apostels Paulus: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“. Freiheit sei das Thema des Menschen schlechthin und sie sei niemals käuflich, so Basse in seiner Predigt.

Freiheit im christlichen Sinne sei ein Geschenk Gottes, das zur Nächstenliebe befähige. „Luther wollte keine neue Kirche, aber er wollte eine Kirche der Freiheit und keine Kirche der Angst“, sagte Basse. Das bedeute auch einen stetigen Wandel, so Basse weiter, der in einer seiner Fürbitten formulierte: „Gib, dass unsere Kirche nicht so bleibt wie sie ist, damit sie bleibt.“In diesem Sinne sei Kirche ein Ort der Freiheit im Glauben, im Leben, im Lieben und im Handeln, für den man keinen Pilotenschein brauche. Bastian Basse schloss mit dem Satz : „Möge unsere Kirche ein Ort der Freiheit bleiben, auch noch in 500 Jahren“. (Jürgen Wolter)

„Luther als Reformator der gesamten Kirche“

ZENTRALER ÖKUMENISCHER GOTTESDIENST zum Reformationstag in der Christuskirche
„Luther als Reformator der gesamten Kirche“

Superintendentin Katrin Göckenjan und Weihbischof Dieter Geerlings (vorne) mit Bürgermeister Christoph Tesche (hinten rechts) und einem kleinen Teil der am Gottesdienst Mitwirkenden und der Gäste

„Die Kunst ist es, 500 Programmblätter auf 1000 Menschen zu verteilen“, eröffnete Superintendentin Katrin Göckenjan mit einem Schmunzeln den zentralen ökumenischen Gottesdienst zum Reformationstag in der Christuskirche unter dem Motto „Nun freut euch liebe Christen gmein“.

Mit einer solch großen Resonanz hatten weder die Veranstalter noch die Besucher gerechnet. Viele Gäste aus der Stadt und aus anderen Religionsgemeinschaften waren jedoch gekommen, um diesen Tag zusammen mit den Menschen aus den verschiedenen Gemeinden zu feiern und in seiner Bedeutung für das Zusammenleben und -wirken der verschiedenen Kulturen und Religionen zu würdigen.

Vom ungewöhnlichen Format dieses Ereignisses kündigte nicht nur eingangs das gemeinsame Glockenläuten der katholischen und evangelischen Kirchen in der ganzen Stadt, sondern auch das Programmheft. Erst recht die musikalische Gestaltung mit der Altstadtkantorei unter der Leitung von KMD Elke Cernysev und der Formation „Swinging Brass“, die drei Reformationslieder quer durch alle Stilrichtungen von Klassik, Jazz und Pop bis zur Moderne zu Gehör brachten. Schließlich die ökumenische Doppelpredigt mit Superintendentin Katrin Göckenjan und Weihbischof Dieter Geerlings, die vor genau einem Jahr in der katholischen Probsteikirche St. Peter ihr Pendant hatte.

Göckenjan überraschte die Festgemeinde mit Gitarre und Gesang, indem sie ihre Predigt mit dem bekannten Song „Ist da jemand?“ von Adel Tamll anstimmte, der die Hoffnung beschreibt, die entsteht, wenn die Not groß ist und die Lage aussichtslos erscheint. Der Song treffe einen Nerv unserer Zeit, sagte Göckenjan. Zum christlichen Glauben gehöre in besonderer Weise der Zweifel, doch das ließen heute viele gar nicht mehr zu. „Wir brauchen heute weniger Abgrenzung, dafür mehr ehrliche Fragen“, so die Superintendentin weiter. „Und wir teilen heute mit allen das Bedürfnis nach jemandem, der sagt: Ich bin da, mit einer guten Aussicht. Der den Konflikten nicht ausweicht, auch nicht in der eigenen Anhängerschaft.“

„Unser ganzer Glaube kommt in dem Wechselspiel von Geld und Gnade zum Ausdruck“, betonte Weihbischof Dieter Geerlings aus Münster im Anschluss daran. Anhand verschiedener Sinnsprüche und Zitate, die in die Alltagssprache eingegangen sind, verdeutlichte er diese enge Verbindung. Dass der Glaube „gratis“, also umsonst und ohne Bedingungen sei, sei bis heute zwiespältig und abgründig, „weil wir unfähig sind, uns beschenken zu lassen“. Dies sei vielleicht das Unglück an sich, wohl aber eine Ursache des vielen Leids auf dieser Welt. Luther habe den biblischen Glauben wiederentdeckt. „Die Katholiken haben das sehr spät erkannt“, monierte Geerlings, „und die Botschaft ist keineswegs überholt: Das was am meisten zählt im Leben, können wir uns nicht kaufen und hängt nicht von unserer Leistung ab.“ Und bezogen auf den von Göckenjan performten Pop-Song: „Wer bin ich, wenn da kein Gott ist, der mich beim Namen gerufen hat, der mir unendliche Bedeutung schenkt. So macht Er uns zu Jemandem.“ Von daher gelte es, „nach den Stärken zu suchen und die Schwächen zu erkennen und anzusprechen. „Die Stärken als Charismen entdecken, das wäre ein Perspektivwechsel, der dem Reformationsprozess angemessen wäre“, meinte Geerlings. Auch Papst Franziskus werte das Reformationsjahr positiv. Luther sei ein “Reformator der gesamten Kirche“, endete Geerlings, begleitet vom Applaus der Festgemeinde.

 „Gut gemacht!“, freute sich Bürgermeister Christoph Tesche in seinem Grußwort über die gemeinsamen ökumenischen Projekte und Veranstaltungen insbesondereim letzten Jahr der Lutherdekade. Das Jubiläumsjahr habe den Kirchen und der Stadt sehr gut getan, die gemeinsamen Aktionen seien sehr gut gesehen worden und die Beteiligten hätten sich auch darüber hinaus noch viel zu sagen. Er wünsche sich, „dass wir gemeinsam an den Menschen bleiben“, so Tesche.

Für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) erinnerte Ludger Ernsting an Taizé als Ort gelebter Ökumene, in der die Praxis der Theorie seit langem voraus sei. Eine echte Reform der Kirche setze am Thema Mangel und bei der Angst der Menschen mit Leidenschaft an: „Wir sind nicht zu unserem Heil da, sondern zum Heil der Welt. Echte Ökumene sucht die Einheit“, so Ernsting, die in hundert Jahren womöglich „eucharistische Gastfreundschaft“ praktiziere.

„Wir sind dankbar, dass wir das Fest gemeinsam feiern dürfen und freuen uns über die gute Zusammenarbeit“, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Dr. Marc Gutkin in seinem Grußwort. „Die Erinnerung an die Reformation soll uns stark machen.“

Als „Zeichen der Offenheit und der gegenseitigen Achtung“ wertete Hodscha Erdinc Ergün die Einladung zum Reformationstag. „Wir stehen in gemeinsamer Verantwortung für ein friedvolles Leben. Mögen wir gut vorankommen in guter Nachbarschaft“, so Ergün.

Der anschließende Imbiss im Gemeindehaus stand ganz im Zeichen dieses Wunsches. Mehr als die Hälfte der Festgemeindetraf sich dort, um sich über das Erlebte persönlich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. GH

Orgelkonzert mit Michael Mikolaschek: "Jazz, Klassik und mehr" am Sonntag, 5. November um 17 Uhr in der Johanneskirche, Hinsbergstr. 16

Michael Mikolaschek (Foto: privat) ist ein Multitalent. Am Kontrabass, Klavier und Orgel spielt und komponiert er Querbeet alle Stilrichtungen
Orgelkonzert mit Michael Mikolaschek: "Jazz, Klassik und mehr" am Sonntag, 5. November um 17 Uhr in der Johanneskirche, Hinsbergstr. 16

Michael Mikolaschek

Der gebürtige Recklinghäuser hat an der Folkwang-Hochschule in Essen und in der Musikhochschule Dortmund studiert und ist im Laufe seines Musikerlebens spielend weit in ganz Europa mit dem Kontrabass und der Ungarischen Philharmonie herumgereist. Schließlich war er musikalischer Leiter am Wolfgang Borchert Theater in Münster und bei den Bad Gandersheimer Domfestspielen. Seit 2008 komponiert er auch für Kirchenorgel und gibt bundesweit Konzerte. Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Spende gebeten.
 

Humor und Hospiz? - Gesprächsabend mit Christian Heeck am Mittwoch, 8. November, um 19:30 Uhr im Matthias-Claudius-Zentrum (Kapelle), Halluinstr. 26

OER-ERKENSCHWICK – Geht das: Humor in der Sterbebegleitung? Einer, der dazu etwas Sinnvolles aus Erfahrung sagen kann, ist Christian Heeck.
Humor und Hospiz? - Gesprächsabend mit Christian Heeck am Mittwoch, 8. November, um 19:30 Uhr im Matthias-Claudius-Zentrum (Kapelle), Halluinstr. 26

Christian Heeck

 Er ist Mitbegründer der Clinic-Clown-Bewegung, die davon ausgeht, dass das Weinen und das Lachen nicht nur im Leben, sondern auch im Sterben unverzichtbar sind. Als Kulturreferent der Uni Kliniken Münster weiß er davon zu erzählen, dass Kunst Seelsorge ist – und umgekehrt wird auch ein Schuh daraus, auch wenn der dem einen oder der anderen in manchen Situationen zu groß erscheint. Dann hilft Humor. Der Eintritt ist frei, weil das Diakonische Werk und die Evangelische Akademie die Veranstaltung aus gutem Grund mitfinanzieren. Spenden für den Ambulanten Hospizdienst OER sind trotzdem erwünscht.

Interview der Superintendentin zum Thema Reformation

Der Stadtspiegel hatte für seine aktuelle Ausgabe ein paar persönliche Fragen zum Reformationstag an Katrin Göckenjan. Hier sind ihre Antworten.
Interview der Superintendentin zum Thema Reformation

"Tritt frisch auf - tu's Maul auf - hör' bald auf!" - Superintendentin Katrin Göckenjan mag klare Ansagen und verschenkt an Gruselfiguren zu Halloween gerne Lutherbonbons- und kekse.

Stadtspiegel: „Glaube ohne Liebe ist nichts wert“, hat Martin Luther gesagt. 500 Jahre Reformation, das wird auch im Kreis Recklinghausen groß gefeiert, zentral am 31. Oktober um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Christuskirche. Nicht nur darüber weiß Superintendentin Katrin Göckenjan mehr.

Ein Spielzeughersteller hat weltweit einen Verkaufsknüller gelandet: Martin Luther als Plastikfigur. Haben Sie auch eins gekauft oder geschenkt bekommen?

Katrin Göckenjan: Ja, ich habe auf der Synode unserer Landeskirche eine Lutherfigur geschenkt bekommen.

Mir gefällt an ihr der spielerische Zugang zur Person und zur Botschaft Martin Luthers und der Reformation. Man kann die Figur sehr gut als witzigen Gesprächseinstieg nutzen.

In einer unserer Gemeinden (Oer-Erkenschwick) haben die Verantwortlichen 500 Lutherfiguren in einer großen Aktion verschenkt. Sie sind dabei mit den Menschen darüber ins Gespräch gekommen, was es für sie bedeutet, evangelischer Christ beziehungsweise Christin zu sein und warum Luther heute aktuell ist.

Luther als Person ist bis heute eine Projektionsfläche für viele Wünsche und Erwartungen. Das ist seit 500 Jahren so. Sehr gut zeigt das unsere aktuelle Ausstellung „Luther im Visier der Bilder“ im Institut für Stadtgeschichte in der Hohenzollernstraße 12.

Die evangelische Kirche in Deutschland hat zehn Jahre Vorbereitung auf das Luther-Jahr geleistet. Ist es auch in unserem Kirchenkreis eine Mammutaufgabe?

Es war gut, die Vorbereitungen auf 10 Jahre zu verteilen. So konnten wir uns Jahr für Jahr auf jeweils einen Aspekt der Reformation konzentrieren. Nicht nur in unserem Kirchenkreis, sondern in vielen Bereichen unserer Gesellschaft haben sich Menschen über eine längere Zeit intensiv mit dem reformatorischen Erbe auseinandergesetzt. Dabei haben manche Themen zu neuen Einsichten und Aktionen geführt. Ich denke z.B. an Tauffeste. Die Idee ist im „Jahr der Taufe“ (2011)  entstanden. Tauffeste werden inzwischen in größeren Abständen an vielen Orten gefeiert, auch in unseren Gemeinen im Kirchenkreis. Viele Familien, die ihre Kinder sonst nicht taufen lassen würden, komme gerne zu diesen, offenen, einladenden Veranstaltungen. Ein zweites Beispiel: „Reformation und die Eine Welt“ im vergangenen Jahr. Wir konnten Partner aus Tansania, Russland, Italien, Guatemala hier begrüßen. Alle, auch unsere Gäste, waren berührt davon, wie reich uns unsere Beziehungen miteinander machen.

Nach dem intensiven Jubiläumsjahr werden wir daran gehen, gemeinsam mit den Partnern in der Ökumene  weiter an der Erneuerung unserer Kirchen zu arbeiten. Wir brauchen sie, damit bei den Menschen von heute die gute Nachricht von Gottes Liebe zu allen Menschen ankommt.

Welche Missstände würde Martin Luther in unserer heutigen Zeit anprangern?

Martin Luther würde uns raten, „dem Volk aufs Maul“ zu schauen, damit unsere Gottesdienste den Menschen wieder verständlicher werden.

Er würde uns, der Kirche, raten, uns nicht um uns selbst zu sorgen. Sondern ganz und gar, mitten im Leben der Leute unterwegs zu sein.

Martin Luther würde sich für die Rechte von Kindern – vor allem – in der Bildung einsetzen. „Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt“ hat er gesagt. Zu seiner Zeit hat Luther entscheidend dazu beigetragen, dass alle Kinder Zugang zur Schulbildung bekommen. Wir sehen heute eine eigene Verpflichtung und eine dringende Verpflichtung aller gesellschaftlichen Kräfte, Kinder nicht abzuhängen, sondern sie in die Mitte der politischen Bemühungen zu stellen. Hier bei uns. Und weltweit sowieso.

Dass Bildung kein Privileg sein darf, sondern ein Menschenrecht ist, diese Erkenntnis haben wir auch dem Reformator zu verdanken. Warum setzt sich die EKD auch deshalb nicht dafür ein, dass der Reformationstag dauerhaft deutschlandweit zum gesetzlichen Feiertag erklärt wird?

Es ist aus meiner Sicht ein Erfolg, dass die EKD gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Kräften, auch der Politik, mit dem diesjährigen Reformationstag als arbeitsfreiem Tag ein Zeichen setzen konnte. Es geht an diesem Tag um die besondere Bedeutung von Freiheit. Wirklich frei sind wir erst vor Gott. Diese Freiheit macht die Würde des Menschen aus. Am Feiertag wird sie dadurch spürbar, dass ich für einen Tag herausgenommen bin aus dem Zwang zu funktionieren und dem Anspruch, unentwegt Leistung zu bringen. Ich bin überzeugt, dass eine von Gott abgekoppelte Würde des Menschen auf Dauer nicht wirklich tragfähig ist.

Ich setze darauf, dass dieser Feiertag ein Nachdenken über die hohe Bedeutung gemeinsamer  Feiertage in Gang bringt. Sie können eine befreiende und stärkende Wirkung auf die Menschen haben.

Wir sind als evangelische Kirche aber nicht in der Position, hier etwas durchsetzen oder Druck machen zu können. Eher wollen wir durch positive Erfahrungen den Gedanken stark machen, dass gemeinsame Feiertage zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen können.

Am Dienstag wird sich neben anderen Religionsgemeinschaften auch die katholische Kirche durch Weihbischof Dieter Geerlings in der Christuskirche mitfeiern. Ist es mit den ökumenischen Beziehungen seit der Amtsübernahme durch Papst Franziskus wieder besser bestellt?

Ich kann davon berichten, dass im Kirchenkreis Recklinghausen schon seit vielen Jahren eine verlässliche und verbindliche Zusammenarbeit in der Ökumene besteht. Seit fast 40 Jahren betreiben wir gemeinsam die Telefonseelsorge, seit einigen Jahren die Notfallseelsorge. Gemeinsam veranstalten wir einmal im Jahr das Kirchliche Filmfestival. Viele Menschen mögen es und besuchen es. In seelsorglichen Diensten und in den Gemeinden feiern Christ*innen selbstverständlich gemeinsame Gottesdienste oder Bibelwochen für Kinder und Erwachsene oder singen in gemeinsamen Chören. Man kann sicher sagen: Die Menschen an der Basis sind in ihrem ökumenischen Denken und Fühlen meist viel weiter als die Leitenden auf den oberen Etagen.

Papst Franziskus ermutigt alleine durch seine Menschenfreundlichkeit und seine seelsorgliche Auslegung mancher Dogmen zum ökumenischen Handeln. Das ist gut und es wird uns helfen bei der schönen und schwierigen Aufgabe, die gute Botschaft, die auch uns von unseren Sorgen und unserem Kreisen um uns selbst befreit, immer wieder zu Gehör zu bringen und den Menschen ans Herz zu legen.

Praktisch alle Medien sind seit Jahren vor dem 31. Oktober voller Halloween-Meldungen. Manche evangelische Christen ärgert das. Sie auch?

Ich persönlich versuche, das mit einem Augenzwinkern zu nehmen. Wenn bei uns Zuhause am späten Nachmittag des Reformationstags gruselige Figuren anklingeln, bekommen sie – selbstverständlich – Lutherbonbons oder Lutherkekse geschenkt.

In diesem Jahr steht auf manchen Schildern an der Eingangstür von Geschäften: „Reformationstag: Geschlossen“. Auch auf diesem Weg kommt der Anlass des Feiertags gut in den Blick.

Mit einer gewissen Sorge betrachte ich allerdings rund um „Halloween“ die Auswüchse des Gruselns hin zum Horror – ins Bild gesetzt durch die sogenannten Horrorclowns, die mit der Angst von Kindern und Erwachsenen spielen. Vielleicht ist es ein Zeichen dieser Zeit, dass Angst und Furcht Hochkonjunktur haben.

Ich setze dagegen die Botschaft der Reformation: Du brauchst weder vor Gott noch vor den Menschen Angst zu haben! Unsere Aufgabe ist es, diese Botschaft überzeugend weiterzusagen.

Luther hat viel Schönes, Lustiges und auch Bewegendes gesagt oder geschrieben. Welches Zitat hat Sie beeindruckt?

Unter den vielen Zitaten gefällt mir dieses sehr gut, weil es die von Gott geschenkte Freiheit und die Verantwortung für die Nächsten gut auf den Punkt bringt. Es hat mich an vielen Stellen durch dieses Jubiläumsjahr begleitet:

Ein Christenmensch ist ein freier Herr und niemandem Untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht und jedermann untertan.“ (aus der Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ 1520)

Für den persönlichen Gebrauch versuche ich, mich an dies hier zu halten:

„Tritt frisch auf - tu’s Maul auf - hör' bald auf!“

"Was machen Sie am 31. Oktober?" - Gedankenaustausch der vier leitenden Geistlichen im Vorfeld des zentralen ökumenischen Gottesdienstes am Reformationstag

„Wir brauchen einander!“ sind sich Superintendentin Katrin Göckenjan, Weihbischof Geerlings und Probst Jürgen Quante anlässlich eines vorbereitenden Pressegesprächs im Haus des Evangelischen Kirchenkreises einig. Denn die christliche Botschaft können die beiden Kirchen nur gemeinsam verkündigen.
"Was machen Sie am 31. Oktober?" - Gedankenaustausch der vier leitenden Geistlichen im Vorfeld des zentralen ökumenischen Gottesdienstes am Reformationstag

Probst Jürgen Quante, Synodalassessor Pfarrer Frank Rüter, Superintendentin Katrin Göckenjan und Weihbischof Dieter Geerlings (v.l.n.r) vor der Christuskirche. Sie laden dorthin herzlich zum gemeinsamen Reformationsgedenken um 11 Uhr ein.

RECKLINGHAUSEN - „Was machen Sie am 31. Oktober?“ Auf diese Frage blickte Superintendentin Katrin Göckenjan im Gespräch mit Weihbischof Dieter Geerlings und Propst Jürgen Quante mit „Dankbarkeit und Trauer“ auf das Ende des diesjährigen Reformationsfestes und damit auf den Ertrag der zehnjährigen Luther-Dekade in ökumenischer Zusammenarbeit.

Geerlings betonte angesichts der Perspektive der gemeinsamen Predigt am Reformationstag in der Christuskirche in Recklinghausen als dem Tag des „Reformationsgedenkens“, dass die evangelische Kirche eigenständige Kirche sei und er sehr dankbar sei für das „gute Zusammenspiel“ in der Reformationsdekade. Bei dem gemeinsamen Gottesdienst am Reformationstag werde er sich mit der Frage beschäftigen, wie Luthers Entdeckung, dass der Glaube „nicht mein Werk“ sei, sondern allein aus Gottes Gnade entstehe, heute so zu übersetzen sei, dass sie verständlich werde. Seine Erkenntnis eröffne einen völlig anderen Blick auf die Welt. Die Glaubensfrage könnte heute so lauten: Was ist mein Leben wert? Und dies angesichts der Situation, dass der Glaube in der säkularen Gesellschaft als eine Sache neben anderen vielen Dingen existiere.

Wie die reformatorische Botschaft von Gnade und Barmherzigkeit in einer gnadenlosen Welt „Fleisch und Blut“ werden könne, sei die Herausforderung, sagte Göckenjan. „Wir brauchen einander“, so ihr Fazit. Es gehe um die „sichtbare Einheit in der versöhnten Verschiedenheit“, sagte Geerlings im Anschluss daran. Göckenjan äußerte sich positiv über die Veranstaltungen und Begegnungen im Rahmen des Reformationsjubiläums. Es sei „sehr gelungen, ins Gespräch zu bringen, wer Luther war“. Für das Selbstverständnis der evangelischen Kirche sei es wichtig, zu erkennen, dass „wir dazugekommen sind“. Dies zu erkennen, erfordere auch eine gewisse Demut.

Aus Geerlings Sicht hätten die zehn Jahre der Lutherdekade geholfen, anders über Martin Luther zu sprechen und über Begriffe wie Freiheit, Gewissen und Demokratie neu nachzudenken. Bei der aktuellen Lutherbilder-Ausstellung im Kloster Dahlheim bei Paderborn sei ihm klar geworden, dass Luther als Person auch immer im Laufe der Zeiten instrumentalisiert worden sei. Diese Erkenntnis sei wichtig, um befreiter mitfeiern zu können. Die theologischen Probleme seien allerdings auf der Ebene der Amtskirche nicht gelöst, im Gegensatz zur alltäglichen ökumenischen Praxis.

„Wie viel wir gemeinsam machen“ werde deutlich an den vielen gemeinsamen ökumenischen Projekten, beispielsweise in der Telefonseelsorge, im Hospiz, beim Projekt „Kirche und Kino“, sagte Göckenjan. Es gehe hier um die Frage, wie diese Projekte auch in Zukunft verlässlich gemeinsam gestaltet werden können, sich damit auch die Ökumene strukturieren werde und ob es eine Klarheit und Verbindlichkeit auch weiterhin für die gemeinsame Zusammenarbeit geben könne, um die Nachhaltigkeit des gemeinsamen Prozesses zu sichern. Den Gedanken der Nachhaltigkeit aufnehmend, betonte Geerlings, dass es hierbei nicht um den Selbstzweck der Kirchen gehen könne. Die gemeinsame christliche Botschaft könne auch nur gemeinsam verkündigt werden.

Als Ziel für die nächsten zehn Jahre hält Quante es für erstrebenswert, den derzeit in der Alltagspraxis guten Status quo der ökumenischen Zusammenarbeit in zehn Jahren mindestens zu erhalten oder sogar zu verbessern. Auf dieser Basis „sollten wir stärker ‚wir Christen‘ sagen“, so Quante. Das Hauptproblem sei, so Geerlings, die Gleichgültigkeit gegenüber der christlichen Botschaft, die die Herzen der Menschen erreichen solle. Dies sei nicht Aufgabe der Politik beziehungsweise des Staates.

Göckenjan betonte, dass die Geschichte des Christentums immer auch eine Geschichte der überraschenden Wendungen gewesen sei. Von daher sei eine wichtige Aufgabe, „sich gegenseitig stark“ zu machen und im Alltag „richtig gut zu leben mit einer Perspektive darüber hinaus.“

 

 

 

Die evangelischen Gottesdienste in den Gemeinden und auch die katholischen Gottesdienste in der Stadt fallen, so Stadtechant Quante in einer aktuellen Pressemeldung, zugunsten des gemeinsamen Gottesdienstes um 11 Uhr in der Christuskirche aus. In den evangelischen Gemeinden werden am Abend verschiedene Angebote gemacht.
 

(GH, Foto: uka)

„Überzeugt, die Welt bewegen zu können“

Christel Neudeck, Schirmherrin des 17. Abrahamsfestes, erzählte aus ihrem bewegten Leben. Zusammen mit ihrem Mann Rupert, der im letzten Jahr starb, hat Christel Neudeck so viel erlebt und bewirkt, dass es für mehrere Leben gereicht hätte.
„Überzeugt, die Welt bewegen zu können“

Christel Neudeck blätterte in der Pause in dem Fotokalender „Miteinander 2018“. Unter den jungen Leuten, die sie ansprachen, fühlte sie sich sichtlich wohl.

MARL -  Für fast zwanzig Ehrungen und Auszeichnungen, darunter im letzten Jahr der Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, und zahlreiche Veröffentlichungen hat es allemal gereicht. Ihre Bücher stellte sie nach ihrem Vortrag im Pfarramt St. Pius in Marl-Brassert zum Verkauf aus, als sie dort als Schirmherrin des 17. Abrahamsfestes auf dem Weg zur Frankfurter Buchmesse Station machte.

Ein Vortrag? Wohl mehr ein autobiografisches Erzählen, mit dem Christel Neudeck ihre Zuhörerschaft sehr persönlich an ihrer Lebensgeschichte an der Seite ihres Mannes Rupert teilhaben ließ. Die begann 1969, als sie sich kennenlernten. Der in Hagen geborene Rupert brachte eine interessante Vergangenheit mit: er hatte Philosophie, Germanistik, Soziologie und Katholische Theologie studiert, 1961 das Studium abgebrochen, um Jesuit zu werden, war dann aber aus dem Orden ausgetreten und hatte eben sein Studium abgeschlossen - wie Christel auch, die aus einer Arbeiterfamilie stammte und Soziapädagogik studiert hatte. Als sie sich trafen, ging alles sehr schnell:  sie heirateten, er promovierte über „Politische Ethik bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus“, sie bekamen drei Kinder, er wurde hauptberuflicher Journalist in Köln und sie zogen 1976 in ihr Reihenhaus in Troisdorf.

Ein Jahr später wurde Rupert Neudeck Redakteur beim Deutschlandfunk in der Abteilung Politisches Feature. Die Lebensgefahr und große Not vietnamesischer Flüchtlinge im Südchinesischen Meer im Jahre 1979 veranlasste die Neudecks zur Gründung eines Komitees mit dem Titel „Ein Schiff für Vietnam“. Der Frachter „Cap Anamur“, mit dem die Besatzung um Rupert über 10.000 Flüchtlinge aus dem Meer fischte und nach Deutschland brachte, wurde Namensgeber für die von den Neudecks und ihren Wegbegleitern 1982 gegründete Hilfsorganisation „Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte e.V.“.

Über seine Frau Christel und das Leben zu Hause in Troisdorf schrieb der Schriftsteller Günter Grass anhand einer fiktiven Person in einem seiner Romane: "… heiter gelassen, dabei immer geschäftig, sei es am Herd mit dem Eintopfgericht (...) oder sie hing am Telefon. Außerdem kamen fortwährend Besucher, Ärzte darunter, die ihre Dienste anboten. Dazwischen immerfort die drei Kinder. (...) Wir haben es in diesem Fall mit Idealisten zu tun, die sich einen Dreck um bestehende Vorschriften, Richtlinien und so weiter kümmern. Vielmehr sind sie, wie diese gute Frau in ihrem Reihenhaus, felsenfest davon überzeugt, die Welt bewegen zu können." (aus: Mein Jahrhundert, S. 310).

14 Jahre lang nutzte Christel das Wohnzimmer in Troisdorf als strategische Schaltzentrale für internationale Hilfseinsätze, für Konzeptentwicklung und als Ort der Mitarbeiterbetreuung für die vielfältigen Spenden- und Rettungsaktionen für Cap Anamur, während ihr Mann Rupert auf den Weltmeeren unterwegs zu Krisengebieten war.

Im Jahre 2003 gründeten sie, analog zu den Blauhelmen der Vereinten Nationen, das internationale Friedenskorps Grünhelme e.V., eine Freiwilligen-Hilfs-Organisation aus Christen und Muslimen, deren spezieller Auftrag es ist, sich in islamischen Ländern für die Opfer in Krisengebieten zu engagieren und durch die praktisch humanitäre Arbeit Ängste vor dem Islam abzubauen – zur Stunde beispielsweise in Afghanistan.

„Ich hatte damals seltsamerweise keine Angst um ihn“, verneinte Christel Neudeck die Frage einer Zuhörerin, ob sie sich denn um ihren Mann niemals Sorgen gemacht hätte. „Es ist auch immer gutgegangen – sogar da, wo es wirklich knapp war. Beispielsweise als Rupert mit Grünhelmen in Syrien war und drei Mitarbeiter von Islamisten entführt und gefangen gehalten wurden, ihnen aber dann die Flucht gelang“, erzählte die 74jährige, die auch schon Enkelkinder hat und fügte hinzu: „Heute habe ich viel stärker die Schere im Kopf.“

Doch damit nicht genug: seit 2005 arbeitet Christel Neudeck in der Telefonseelsorge mit, seit 2010 ist sie Mitglied im Kuratorium der „Gesellschaft Freunde Abrahams“, der auch ihr Mann bis zu seinem Tod angehörte. Von daher liegt ihr das 17. Abrahamsfest, für das sie die „Schirmfrauschaft“ übernommen hat, als interreligiöses Begegnungsprojekt zwischen Jung und Alt sehr am Herzen.

Ihre eigenen Kinder hat die authentische Verbindung zwischen Glauben und Leben und das starke humanistische Engagement der Eltern dazu motivieren können, selbst aktiv zu werden und sich in die Netzwerkarbeit der Eltern einzuklinken, was bekanntlich nicht selbstverständlich ist. Und wenn Christel Neudeck ein Bild von ihrer Enkeltochter zeigt, die eine Freundin aus Afrika innig umarmt, ist das ein kleiner, aber wichtiger Teil, der für das Ganze ihres Lebens steht und in die Zukunft weist: hin zu mehr Völkerverständigung, Mitmenschlichkeit und Miteinander. Dazu passte die Musik der sechsköpfigen Formation, die zu diesem Anlass erstmals unter dem Bandnamen "Maranatha" mit Songs aus dem Sakro-Pop-Spektrum auftrat. GH

15 Jahre Engagement für kirchliches Kino

RECKLINGHAUSEN Rund 200 Zuschauer feierten mit einem Glas Wein anlassgerecht das 15jährige Jubiläum der ökumenischen Filmreihe "Kirche und Kino" im "Cineworld" zusammen mit den Initiator*innen
15 Jahre Engagement für kirchliches Kino

Ehemalige und aktuelle Mitglieder des Arbeitskreises Kirche und Kino im Gespräch: (v.l.n.r.) Ralf Dinand, Marc Gutzeit, Joachim van Eickels, Liesel Kohte, Julia Borries, Michael Kleinschmidt und Kai-Uwe Theweßen.

Entstanden aus der Kooperation zwischen Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen, dem Katholischen Kreisdekanat, dem Cineworld und dem Institut für Kino und Filmkultur (IKF) zeigt die Reihe monatlich Filme, die berühren, bewegen und nachdenklich machen. So erfolgreich, dass daraus das alljährlich im März stattfindende Kirchliche Filmfestival Recklinghausen entstanden ist.

Mit „Der Wein und der Wind“ gab es dieses Mal eher unterhaltsame Kost – doch, wie Superintendentin Kathrin Göckenjan bei ihrem Grußwort feststellte, passe er hervorragend in die goldene Oktoberzeit und zum „Dank für die Ernte“ in diesem Monat. Mit Julia Borries ist nun die letzte evangelische Neubesetzung im Arbeitskreis vollzogen worden. Ehemalige evangelische Mitglieder wie Ralf Dinand, Liesel Kohte und Thomas Damm, einer der Mitinitiatoren der Reihe, sind dem Projekt noch treu verbunden.

Einen besonderen Charakter erhalten die Filmvorführungen von „Kirche und Kino“ durch die Einführungen und Erläuterungen des Medienpädagogen Michael Kleinschmidt. Zudem sind die Zuschauer am Ende des Films eingeladen zu diskutieren und zu (hinter-)fragen. „Ich behaupte, das Recklinghäuser Publikum weiß mehr über Film und Kino als anderswo – dank der Arbeit von Michael Kleinschmidt“, so Joachim van Eickels, katholischer Vertreter im Arbeitskreis in seinem Grußwort.

Für die Filmauswahl wird regelmäßig diskutiert und beraten. Alle Mitglieder des Arbeitskreises bringen Filme ein und gemeinsam wird dann eine Auswahl getroffen. Und auch wenn es dabei schon mal heiß hergehen kann: Propst Jürgen Quante verwies auf die gute gelebte Ökumene in diesem Projekt und wünschte dem Arbeitskreis noch viele weitere erfolgreiche Jahre: „Weiter so!"  JB

Weitere Informationen zur Reihe: http://kirchenkreis-re.de/infos/kuk

Christine Hanß ist die neue Geschäftsführerin des KiTa-Verbundes

"Hinter jeder Ecke lauern ein paar Richtungen." (S.J. Lec).
Christine Hanß ist die neue Geschäftsführerin des KiTa-Verbundes

Christine Hanß (Foto: GH)

KIRCHENKREIS – Christine Hanß ist die neue Geschäftsführerin des Verbunds der Tageseinrichtungen für Kinder im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und tritt damit die Nachfolge von Gudrun Seime an. Ihr Dienstsitz ist das Haus des Evangelischen Kirchenkreises in Recklinghausen.

 

Christine Hanß ist verantwortlich für die Gestaltung der wirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Arbeit der Kindertageseinrichtungen im Verbund, für die Personalentwicklung und die konzeptionelle Weiterentwicklung der Arbeit. Bei ihr liegt die Fach- und Dienstaufsicht gegenüber den Mitarbeitenden der Einrichtungen. Sie verhandelt und bespricht auch alle Trägeraufgaben mit den Mitarbeitenden der zuständigen Jugendämter.

 

Die gute Zusammenarbeit der Kindertageseinrichtungen in und mit den jeweiligen Kirchengemeinden ist ihr ein wichtiges Anliegen und ein Teil der wertvollen Arbeit der Kindertageseinrichtungen. Eine regelmäßige Abstimmung und Überprüfung ihrer Arbeit findet mit dem Leitungsausschuss als dem verantwortenden Gremium des Verbundes statt.

 

Für ihren umfangreichen Arbeitsbereich bringt Christine Hanß Erfahrungen aus Einrichtungen wie der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland und der AWO Hagen und Märkischer Kreis mit ein und darüber hinaus ihre Expertise als freiberufliche Supervisorin und Coach. Mit komplexen Situationen und Prozessen ist sie vertraut, dem Erkennen und Verstehen von Problemen und die beteiligungsorientierte Kommunikation der darin angelegten Lösungsansätze gilt ihre Aufmerksamkeit.

 

„Hinter jeder Ecke lauern eine paar Richtungen“ dieser schlaue Satz von Stanislaw Jerzy Lec begleitet sie und gibt ihrer Arbeit immer wieder eine heitere Orientierung. Die Kontaktpflege, ein möglichst guter Informationsaustausch zwischen den Beteiligten und Betroffenen und, wo immer möglich, eine enge Kooperation zwischen den Mitarbeitenden von Kirche und Kommunen zählen für sie zu den Erfolgsfaktoren einer zukunftsfähigen Entwicklung der Kindertageseinrichtungen im Evangelischen Kirchenkreis.

 

Kontakt: Haus des Kirchenkreises, Limperstr. 15, 45657 Recklinghausen, Telefon: 02361 206-100, Email: christine.hanss@kk-ekvw.de GH

Das Ende des arabischen Traums? - Ehemaliger ZDF-Korrespondent Dietmar Ossenberg berichtete in Waltrop

Von der gegenwärtigen arabischen Welt zeichnete Ossenberg, der privat auch in Kairo lebt, ein düsteres, deprimierendes Bild.
Das Ende des arabischen Traums? - Ehemaliger ZDF-Korrespondent Dietmar Ossenberg berichtete in Waltrop

(v.r.:), Marianne Kappelhoff, Detlef Pflaumenbaum, Anne Krause, Pfarrer Ulrich Lammers, Dietmar Ossenberg, Michael-Clemens Schmale (Leiter der VHS)

WALTROP – Es sei für ihn eine sentimental journey, bekannte der im Jahr 1950 in Recklinghausen geborene und in Rheine zur Schule gegangene ehemalige ZDF-Korrespondent und Autor Dietmar Ossenberg zu Beginn seines Vortrages im Waltroper Freitagsforum. Er kenne auch das Henrichenburger Schiffshebewerk in der Nähe von früher. „Es ist ein sehr schönes Stück Deutschland hier“. Er habe großen Respekt vor den vielen Leuten, die in der Flüchtlingshilfe engagiert sind. Ihm seien die Probleme und die harten Diskussionen darum bekannt. Er kenne aber auch die andere Seite.

 

Von der arabischen Welt zeichnete Ossenberg, der zeitweise privat in Kairo lebt, ein düsteres, deprimierendes Bild. Diese „prächtige Kulturlandschaft“ befände sich kurz vor ihrer Auflösung - mit unabsehbaren Folgen für Europa und auch Deutschland. Er berichtete von Aleppo, das inzwischen aus den Schlagzeilen ist, von Bekatal, der syrischen Kornkammer, in der die Hisbollah Haschisch anbaut und Polizei und Militär die Drogenbauern beschützt. Vom Libanon, der mit den 1,6 Millionen Flüchtlingen ein sehr gutes Geschäft macht, von Familien in Wellblechhütten, für die der Staat im Monat 200 Dollar für die Pacht verlangt, von Kindern, die in Rauschgiftplantagen arbeiten, von Töchtern die sich prostituieren und von Söhnen, die als Kämpfer ausgebildet werden.

 

Von arabischer Solidarität gegenüber den Flüchtlingen sei nichts zu sehen, sagte Ossenberg, Saudi-Arabien und Dubai hätten keinen einzigen Flüchtling aufgenommen. Es sei einfach ein gutes Geschäft für korrupte Regierungen. Im Irak kämpften Sunniten um Öl, der Jemen versinke im Chaos, der Libanon stehe „auf der Kippe“, der Assad-Clan werde große Teile des Landes weiter beherrschen.

 

Auch Ägypten, lange Zeit ein Hort der Stabilität, habe sich unter den Muslimbrüdern dramatisch verändert: Armut, Bildungsnotstand, Polizeiterror und allumfassende Korruption prägten das Leben. Mohammed Mursi wolle das Land islamisieren und habe die neuen Geschichtsbücher, aus denen Ramses und Tut-ench-Amun gestrichen seien, bereits in Druck gegeben. Noch nie seien ägyptische Gefängnisse so voll gewesen. Hunderte Websites wurden gesperrt. Es werde neuer Hass und neuer Terror gezüchtet. Sein ägyptischer Kameramann sei in Tränen ausgebrochen: „Ägypten wird wie Afghanistan!“

 

„Wir im Westen“ flüchteten uns angesichts der realen Gefahr, dass durch demokratische Wahlen Islamisten an die Macht kommen, zunehmend in Konjunktive, konstatierte Ossenberg. Amerika liefere Waffen in Milliardenhöhe, Trump begründe dies mit dem Kampf gegen den Terror. Doch „wir“ dürften nicht die Augen vor den Realitäten verschließen, dass im Namen des Koran und des Propheten Mohammed die Kriege geführt würden. „Wir sind dieser Diskussion in Deutschland nicht gewachsen“, sagte Ossenberg.

 

Auch die islamische Welt käme mit der Frage, ob der Islam nun eine friedfertige Religion sei, nicht zurecht. Die Schiiten, die sich auf die Blutlinie Alis, des Cousins von Mohammed, berufen, gehörten aus Sicht der Sunniten, der zweitgrößten Konfession des Islam, zu den Ungläubigen,. Das Wahhabitische System nehme für sich in Anspruch, den Koran richtig auszulegen, es biete für vieles, ja sogar für alles Interpretationsmöglichkeiten. Der Islam befinde sich in einer Legitimationskrise angesichts der Grundsatzfrage, ob diese Religion für das Leben oder für das Töten stehe, bilanzierte Ossenberg.  Doch mit Religion habe das alles nichts zu tun: schon der 30jährige Krieg habe gezeigt, dass es darum ging, sehr weltliche Interessen durchzusetzen. „Dabei geht es um Macht und so viel Geld, dass es unser Vorstellungsvermögen sprengt.“

 

Der Orient kranke an den Folgen des Missbrauchs der Religion, der dem Menschen jede Orientierung raube und unter einer Korruption und Erpressung, die alle demokratischen Strukturen auf den Kopf stelle. In Syrien habe der Assad-Clan alle Geschäftsbereiche unter Kontrolle, im Libanen die Clanführer, die sogar über Hochzeiten entschieden.

 

Was er vor drei Jahren in der südjemenitischen Stadt Aden nachts um drei gesehen habe, gehöre mit zum Absurdesten, was er bisher erlebt habe, so Ossenberg: „Laute Diskomusik, Wodkaflaschen auf den Tischen, viele junge Damen, es wurde getanzt und gelacht. Alle jungen Frauen trugen Schleier und schwarze Handschuhe und verdingten sich als Prostituierte. Videoaufnahmen wurden verhindert, damit die Doppelmoral und Heuchelei nicht publik wird. Prinzen schmuggeln teuren Whiskey aus Europa. Um die Bigotterie zu verdecken, zahlt man Schutzgelder an paramilitärische Einheiten, die das Ganze in Gang halten - eine Steilvorlage für die Islamisten.“

 

Auf der Ebene der Hochkultur sei der Zerfall des Orients ebenfalls deutlich zu spüren, erzählte Ossenberg. „Von Zeit zu Zeit gehe ich ins Opernhaus von Kairo. Dort habe ich auch eine Aufführung der ‚Lustigen Witwe‘ gesehen. Und auch das Ballett ‚Al Andalus‘ über das Ende des Kalifats 1492. Die Vertreibung der Muslime aus Spanien ist in unserem Geschichtsbuch so gut wie nicht vorhanden. Für die arabische Welt steht dies aber dafür, welche exponierte Rolle die arabische Kultur in Europa hatte, nämlich den arabischen Traum von Andalusien.“

 

Schuld am Niedergang der arabischen Kultur sei in erster Linie der eigene Verrat an den ursprünglichen islamischen Werten, sagte Ossenberg. Die ungläubige Kultur der westlichen Welt bilde weiterhin die Mustervorlage für den Islamismus. Der Islamische Staat (IS) sei bis heute nicht nur eine Terrormiliz, sondern eine hochkomplexe, militärisch geführte Formation, für die die gesamte sunnitische Gesellschaft in den Untergrund gegangen sei. Die älteste Tochter Saddam Husseins Raghad finanziere von ihrem Exil in Jordanien aus den IS, sie habe mit Religion nichts am Hut. Der IS bekämpfe die gemäßigten Rebellen, die Hussein fürchtete, nach dem bekannten Grundsatz Napoleons: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“

 

Die Idee des amerikanischen Außenministers, den Islamismus als Waffe gegen den Sozialismus einzusetzen, habe die Auflösungsprozesse verstärkt.Was hatte der amerikanische Präsident Obama in Kairo nicht alles versprochen, welche Hoffnung hat er geweckt - und was ist daraus geworden?“, fragte Ossenberg. Der Westen habe die arabische Welt mit Waffen überschwemmt. Allein Deutschland habe in den Jahren zwischen 2001 und 2015 Waffen im Wert von rund 15 Milliarden Euro exportiert, dafür seien Tausende Jobs geschaffen worden.

 

Für die Auflösung der arabischen Welt seien die arabischen Regime zum großen Teil mit verantwortlich. Das Schicksal des Einzelnen gelte den Mächtigen dort fast nichts. Die jungen Leute, speziell auch die gut ausgebildeten, fänden keine Jobs. Am Beispiel des Tahir-Platzes in Kairo, einst Symbol für Freiheit und Demokratie, nach den jüngsten Massenvergewaltigungen aber nun ein Ort des Schreckens, erklärte Ossenberg: „Fast an jeder Ecke gibt es dort ein Erotik-Geschäft. Diese scheinbare sexuelle Freizügigkeit gilt aber nur für Verheiratete. Vor der Heirat haben junge Leute keine Chance, eigene Kontakte aufnehmen zu können.“

 

Wie hier sei es im Grunde auch in den meisten arabischen Ländern, stellte Ossenberg fest, in denen die Menschen Zukunftsperspektiven vermissten, weil die Mächtigen es versäumt hätten, einen Übergang zur modernen Welt zu schaffen. Würden heute die europäischen Grenzen geöffnet, würden viele Menschen sofort ihr Land verlassen wegen der offenen Kultur.

 

Die anschließende Diskussion im Haus der Begegnung zeigte, dass Ossenbergs Thema nicht nur einige vor Ort Kundige und darüber hinaus politisch hoch Interessierte im Publikum ansprach. Seine grundlegend pessimistische Sicht über die Entwicklung im Orient wollten allerdings nicht alle teilen, ihnen entgegnete er: „Ich finde es unfair, mit einem Schimmer Hoffnung die Leute nach so einem Vortrag zu entlassen."

 

Allerdings auch mit Ausnahmen: In Syrien etwa sehe er inzwischen Potential, dieses Land wieder aufzubauen. Doch insgesamt bliebe nur eines: die humanitäre Unterstützung in der Not. Die Deutsche Entwicklungshilfe leiste hier einen faszinierenden, unerlässlichen Beitrag, den angesichts der Größenordnung niemand sonst leisten könne.

 

Angesichts all des erlebten Elends und Verfalls zeigte sich im persönlichen Abschlussvotum Ossenbergs dann doch noch so etwas wie ein kleiner Hoffnungsschimmer, der sich an der Frage entzündete, warum er denn eigentlich immer noch in Kairo wohne: „Ich lebe dort, weil das für mich Faszinierende dort ist, wie die Menschen mit den Problemen umgehen. Teilweise mit einem riesigen Humor und einer Warmherzigkeit gegenüber Fremden, dass ich dort manchmal ein intensiveres Leben lebe als hier in Deutschland. Die Menschen dort können nicht trennen zwischen arm und reich, Tod und Leben. Es sind die Menschen, die mein Leben reicher machen.“ GH

„Singt ein neues Lied“ - Gottesdienstangebote am Abend des Reformationstages

REFORMATIONSGEDENKEN IM KIRCHENKREIS – Neben dem gemeinsamen Gottesdienst am Vormittag des Reformationstages am 31. Oktober in der Christuskirche in Recklinghausen um 11 Uhr finden in vielen Gemeinden am Abend noch weitere besondere Gottesdienste zum Reformationsgedenken statt.
„Singt ein neues Lied“ -  Gottesdienstangebote am Abend des Reformationstages

BibleFace in der Dreifaltigkeitskirche in Marl

Unter der Überschrift „Singt ein neues Lied“ gibt es am 31. Oktober um 18 Uhr ein Reformationsgottesdienst im Theater in Marl. Pfarrerin Kirsten Winzbeck, Pfarrer Heiner Innig von den katholischen Gemeinden und Pastor Gert Höhne von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Friedenskirche thematisieren die Heilung von Verletzungen und das Aufeinander zugehen der Konfessionen. Es geht um Kirchensteuern und Zölibat, um Frauen, Amt und Kirche. Persönliche Statements, im Film festgehalten und live vorgetragen, thematisieren den eigenen Bezug zur Reformation.

 

Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst durch den Posaunenchor unter der Leitung von Martin Rommelfanger und den Gospel-Projektchor unter der Leitung von Andrea Kittel. Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle in die nahe gelegene Dreifaltigkeitskirche bei einem Imbiss zu einem Empfang eingeladen. Dort haben Pfarrer Dr. Hans Hubbertz, Pfarrer Gert Hofmann und IT-Spezialist Oliver Hermanns vom Kirchenkreis das interaktive Multi-Media-Projekt „BibleFace“ aufgebaut, mit der Möglichkeit, eigene Selfies mit einem Bibelvers zu visualisieren und darüber ins Gespräch zu kommen.

 

Auch in Herten wird der gemeinsame Abendgottesdienst aller Hertener Gemeinden um 18 Uhr in der Erlöserkirche an der Ewaldstraße ökumenisch ausgerichtet sein. Musikalisch wird er vom Bläserkreis „Emscherblech“ und dem Gospelchor der Erlöserkirche unter Leitung von Kirchenmusikdirektorin Elke Cernysev gestaltet. Nach dem Gottesdienst wird zu einem Beisammensein in der Kirche und unter Zelten auf dem Kirchenvorplatz eingeladen. In Recklinghausen-Ost gibt es um 18 Uhr einen zentralen Gottesdienst mit Posaunen in der Johanneskirche an der Hinsbergstraße. Anschließend lädt die Gemeinde zu einem Mitarbeitendenfest in das Oberlinhaus ein.

 

Bereits um 17 Uhr lädt die Evangelische Kirchengemeinde Haltern zu einem Festgottesdienst unter dem landeskirchlichen Motto „Einfach frei“ zu einem Gottesdienst in die Erlöserkirche am Hennewiger Weg ein. Im Gottesdienst wird das Thema aufgegriffen und die Frage nach der Freiheit durch Christus in den Mittelpunkt gestellt. Im Anschluss gibt es bei einem kleinen Empfang im Paul-Gerhardt-Gemeindehaus mit Essen und Trinken einen kleinen Rückblick auf das Reformationsjahr in Haltern am See.

 

Mit einem Gottesdienst um 18 Uhr in der katholischen Kirche St. Josef an der Otto-Hue-Straße hat das Reformationsgedenken in Oer-Erkenschwick einen besonderen ökumenischen Akzent. Neben katholischen und evangelischen Pfarrern wirken die Ökumenische Chorgemeinschaft unter Leitung von Kirchenmusiker Michael Schulze und der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde unter Leitung von Uwe Schmidt mit. Auch hier wird nach dem Gottesdienst zu einem Beisammensein eingeladen.

 

Das sind einige Angebote von Gottesdiensten am Abend des Reformationstages. Das Angebot Ihrer Kirchengemeinde finden Sie im Gemeindebrief, auf der Internetseite und in der Tageszeitung. Und wer abends noch Lust auf ein besonderes musikalisches Erlebnis hat und bei den zahlreichen Aufführungen nicht dabei gewesen ist, kann im ZDF um 22 Uhr das Pop-Oratorium „Luther“ aus der Feder von Michael Kunze und Dieter Falk mit Symphonie-Orchester, Rockband und Musicalstars in einer Aufzeichnung aus der Mercedes-Benz-Arena in Berlin mit über 4.000 Sängerinnen und Sängern erleben. (uka)

BESONDERER GOTTESDIENST am Sonntag, 15. Oktober um 10 Uhr in der Christuskirche, Limperstr. 13

Über das bekannte und prägende Bildnis "Martin Luther als Prediger" von Lucas Cranach meditiert im Predigtgottesdienst am kommenden Sonntag Pfarrer Eugen Soika.
BESONDERER GOTTESDIENST am Sonntag, 15. Oktober um 10 Uhr in der Christuskirche, Limperstr. 13

Portal der Christuskirche, Limperstr. 13, Recklinghausen

Es ist wohl dieses Bild von Martin Luther, das die meisten kennen. Aber sah Luther wirklich so aus? Was mag er selbst zu diesem Bild gesagt haben, als der Maler damit fertig war? Was würde Luther zu seinen vielen Bildnissen sagen, die in den letzten 500 Jahren entstanden sind? Und wie hätten sich die Ansichten über Luther geändert, wenn Albrecht Dürer Luther portraitiert hätte, wie er es vorhatte?

Ein Bild - viele Fragen: An Person, Werk und Wirkungsgeschichte von Martin Luther haben sich die verschiedensten Künstler abgearbeitet und profiliert, ihn als Projektionsfläche ihrer eigenen Vorstellungen ge- und mißbraucht - bis heute. Da sind Zweifel über einlinige Betrachtungen wohl berechtigt. Man darf gespannt sein ...

 

VERNISSAGE: Luther im Visier der Bilder - Projektion und Selbstverständnis

RECKLINGHAUSEN – Wer heute an Martin Luther (1483-1546) als das Gesicht der Reformation denkt, hat meist ein bestimmtes Bildnis von ihm im Kopf. Die Ausstellung „Luther im Visier der Bilder“ von Professor Dr. Albrecht Geck, Leiter des Instituts für Kirchliche Zeitgeschichte des Kirchenkreises Recklinghausen (IKZG-RE), zeigt jedoch eine erstaunliche Vielfalt der Bildnisse von Luther aus 500 Jahren.
VERNISSAGE: Luther im Visier der Bilder - Projektion und Selbstverständnis

Prof. Dr. Albrecht Geck, Superintendentin Katrin Göckenjan und Bürgermeister Christoph Tesche (v.r.) inmitten der Luther-Ausstellung mit einem eigens für diese Ausstellung neu gemalten Lutherbild von Marc Taschowsky (geb. 1972)

Es gibt nicht das eine richtige Bild des Reformators, es gibt viele: „Luther als milde lächelnder Pietist, als skeptisch blickender Aufklärer, als romantisches Genie, als visionärer Monarchist, als Glaubensheld, Prediger, Ketzer, Freiheitskämpfer - aber auch als ‚Nationalsozialist‘. Erkennbar wird die Geschichte einer Nation im Spiegel der Bildnisgeschichte eines Individuums“, schreibt Professor Dr. Geck in seinem dem Katalog, der zur Ausstellung erschienen ist. Die Person Martin Luther, mit der alles begann, war und ist bis heute auch eine Projektionsfläche für das Selbstverständnis derer, die sich auf ihn beziehen. Ein Bildnis allein bleibt trügerisch, es kann einen selbst und andere sogar in die Irre führen. Jeder Künstler, der sich daran in den letzten 500 Jahren versucht hat, erzählt auf seine Weise und im Gewand von Kupferstich, Stahlstich, Radierung, Lithographie, Objekt oder Druck auch etwas von seinem individuellen Selbstverständnis, das sich in Auseinandersetzung mit der Person Martin Luthers geschärft und profiliert hat. Die Lutherbildnisse, die Geck auf Einladung des Stadtarchivleiters Dr. Matthias Kordes im Institut für Stadtgeschichte an der Hohenzollernstraße 12 vom 8. Oktober 2017 bis zum 20. Januar 2018 zeigt, sind nur ein kleiner, aber aussagekräftiger Teil der seit 1992 im IKZG-RE gesammelten Schätze. Er ist ein Spiegel der Kirchen- und Kulturgeschichte mit sich teils ergänzenden, teils einander widersprechenden Deutungen von Person, Werk und Wirkung Luthers bis heute. Von der „Herausforderung, sich mit Luther näher auseinanderzusetzen “ sprach daher Bürgermeister Christopher Tesche zur Eröffnung der Ausstellung, von einer „eindrucksvollen Seh- und Denkschule“ die Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Recklinghausen Katrin Göckenjan in ihrem Grußwort an die rund 130 Gäste, von denen einige eine weite Anreise hatten. Die Ausstellung ist ab sofort für die Öffentlichkeit zu den üblichen Öffnungszeiten zugänglich. Schulklassen und größere Gruppen werden gebeten, sich im Institut für Stadtgeschichte, Hohenzollernstr. 12, unter der Telefonnummer 02361-50-1902 anzumelden. GH

Vernissage: Luther im Visier der Bilder - Ausstellungseröffnung am 8. Oktober um 17 Uhr im Institut für Stadtgeschichte Recklinghausen, Hohenzollernstr. 12

KIRCHENKREIS - Diese Ausstellung ist einzigartig: Mit großem Aufwand zeigt Prof. Dr. Albrecht Geck originale Lutherbildnisse aus fünf Jahrhunderten aus der Sammlung des Instituts - hier eines von Mueller-Stahl. "Erkennbar wird die Geschichte einer Nation im Spiegel der Bildnisgeschichte eines Individuums", kommentiert Geck. Das verspricht spannend zu werden. Der Eintritt ist frei.
Vernissage: Luther im Visier der Bilder - Ausstellungseröffnung am 8. Oktober um 17 Uhr im Institut für Stadtgeschichte Recklinghausen, Hohenzollernstr. 12

© Armin Mueller-Stahl, Farblithographie, 2014 (Luthersammlung des IKZG-RE)

Martin Luther (1483-1546) gehört zu den am häufigsten porträtierten Personen westlicher Kirchen- und Kulturgeschichte: Von Lucas Cranach d.Ä., der Luther als Mönch, als Doktor der Theologie, als Kirchenvater, als Ehemann usw. darstellte, bis zum Luther der Gegenwart, die ihn als mediales Icon, als großen Kommunikator oder als Werbe-Ikone versteht.

Dazwischen liegen Lutherbildnisse aus allen Epochen: Luther als milde lächelnder Pietist, als skeptisch blickender Aufklärer, als romantisches Genie oder als visionärer Monarchist. Luther als Glaubensheld, als Prediger und als Ketzer, als Freiheitskämpfer, aber auch als „Nationalsozialist“. Erkennbar wird die Geschichte einer Nation im Spiegel der Bildnisgeschichte eines Individuums. Und welches ist das für die Gegenwart typische „Lutherbild(nis)“?

Außerhalb der Luthergedenkstätten in Wittenberg, Eisleben etc. ist diese Ausstellung sicherlich ganz einmalig, sowohl konzeptionell als auch von ihrem gezeigten Material her. Denn es handelt sich ausschließlich um originale Drucke aus der Zeit seit dem 16. Jahrhundert. Die Ausstellung ist gut geeignet für Schulklassen und Gemeindegruppen etc. Das Gesehene lässt sich anhand eines Katalogs nacharbeiten.

Zur Eröffnung der Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte Recklinghausen am 8. Oktober 2017 um 17 Uhr laden wir herzlich ein.

Prof. Dr. Albrecht Geck (Leiter des Instituts für Kirchliche Zeitgeschichte des Kirchenkreises Recklinghausen (IKZG-RE))  und  Dr. Matthias Kordes (Leiter des Instituts für Stadtgeschichte / Stadt- und Vestisches Archiv Recklinghausen)



„Ein fest Burg“ - Konzert: „Swinging Brass“ in der Philipp-Nicolai-Kirche in Recklinghausen

HERTEN – Freunde moderner Bläsermusik sollten sich den 15. Oktober 2017 vormerken. Dann gibt die Formation „Swinging Brass“ im Reformationsjubiläumsjahr ein Konzert in der Philipp-Nicolai-Kirche in Recklinghausen. Die von Uwe Schmidt vor mehr als 20 Jahren gegründete Kombination aus Bläsern und Bandbegleitung erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Viele Gründungsmitglieder wirken immer noch mit.
„Ein fest Burg“ - Konzert: „Swinging Brass“ in der Philipp-Nicolai-Kirche in Recklinghausen

Die Bigband „Swinging Brass“ beim Konzert in der Erlöserkirche in Herten.

Beim Konzert erwartet die Besucherinnen und Besucher unter der musikalischen Leitung von Danny Sebastian Neumann eine große musikalische Bandbreite. Zu hören ist ein bunter Mix aus verschiedenen Stilen und Themen. Es werden Klassiker des Swing, Gospels in Bigband-Arrangements und ruhige Pop-Arrangements zu kirchlichen Liedern geboten. Klassische Choräle klingen überarbeitet im neuen Gewand und geben dem Programm eine große Vielfalt.

 

Das Konzert beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende gebeten.

Text: uka/ Foto (Archiv): Norbert Getschmann

Freiheit im Fadenkreuz - Vortrag und Gespräch in der Friedenskirche in Herten-Disteln am Dienstag, den 17. Oktober, ab 19 Uhr

HERTEN „Wovor fürchten sich die Bundesbürger eigentlich am meisten? Es ist nicht die Angst vor Krankheit, vor Arbeitslosigkeit oder vor dem Zerbrechen der Partnerschaft. Private Sorgen treten eher in den Hintergrund. Das, wovor sich die Deutsche am meisten fürchten, ist der Terrorismus. Mit 73 Prozent rangiert diese Angst in dem seit 1991 jährlich erfassten Ranking erstmals auf Platz eins. " So konstatiert Katharina Klöcker, Juniorprofessorin für theologische Ethik an der Ruhruniversität in Bochum, in ihrem aktuellen Buch „Freiheit im Fadenkreuz“.
Freiheit im Fadenkreuz - Vortrag und Gespräch in der Friedenskirche in Herten-Disteln am Dienstag, den 17. Oktober, ab 19 Uhr

Sicherheit?

Mit ihr und Holger Haufmann, Direktionsleiter „Kriminalität“ in der Kreispolizeibehörde Recklinghausen, möchten die Veranstalter am Dienstag, den 17. Oktober, ab 19 Uhr diskutieren. Denn die Bekämpfung von Terror ist eine neu dazu gekommene Aufgabe für die Polizei – und wirft manche schwierigen Fragen auf:· Was bedeutet ein möglicher Einsatz bei einer Terrortat – mit höchster Gefahr für das eigene Leben und das der miteingesetzten Polizistinnen? An welche Grenzen führt ein solcher Einsatz unsere Polizeibeamtinnen und - beamten? 
 
Eine Kooperationsveranstaltung der Polizeiseelsorge Recklinghausen und der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis. 
 
Datum: Dienstag, 17. Oktober 2017 - 19.00 Uhr
Ort: Friedenskirche Herten-Disteln, Kaiserstraße 167 - 45699 Herten
 

17. Abrahamsfest startet am 17. September

Umfangreiches Programm zum Thema "Umbrüche - Aufbrüche"
17. Abrahamsfest startet am 17. September

17. Abrahamsfest

MARL / RECKLINGHAUSEN – Mit einem Konzert in der Synagoge in Recklinghausen (Am Polizeipräsidium 1) startet das 17. Abrahamsfest am 17. September um 17 Uhr. Schirmherrin ist Christel Neudeck aus Troisdorf bei Bonn. Sie selber wird am 11. Oktober um 19.30 Uhr in St. Pius in Marl-Brassert sprechen zum Thema „Unser leben in Umbrüchen und Aufbrüchen – Rupert und Christel Neudeck durch-dick-und-dünn“. Dazu gibt es ein kulturelles Begleitprogramm. Das Auftaktkonzert wird von verschiedenen Chören gestaltet: dem Vokalensemble der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, dem Bochum St. Kyrill und Method-Chor, dem Ökumenischen Projektchor Marl und dem Islamischen Ilahi-Projektchor aus Moscheen in Marl. Anschließend besteht am koscheren Buffet die Möglichkeit zu Gesprächen. Am 8. Oktober wird um 15 Uhr zu einem Familiennachmittag in der Fatih-Moschee am Bachackerweg 197 in Marl-Hamm mit Kurzfilmen, Bühnenauftritten und essen und trinken eingeladen. „Aufbrüche – Komparative Theologie. Impulse für den Dialog der Religionen“ ist das Thema am Dienstag, den 19. September 2017 um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Kulturen an der Römerstraße in Marl-Hüls.
 

Prof. Dr. Klaus von Stosch von der Universität Paderborn wird an dem Abend einen Weg zum interreligiösen Dialog aufzeigen, der von gegenseitigem Respekt geprägt ist und bei dem die andere Religion wie auch die eigene jeweils wertgeschätzt und nicht relativiert wird. Der Eintritt ist frei. Auch für Jugendliche gibt es wieder verschiedene Programmpunkte wie der beliebte Treff zu Pizza und Filmen freitags um fünf: am 15. September um 17 Uhr beim Verein Friedensweg e.V., Wiesenstr. 22 in Marl-Drewer, am 21. Oktober (Samstag) in der Kuba-Moschee, Sickingstr. 40 in Marl-Hüls und am 3. November im Ernst-Reuter-Haus am Sperberweg 5 in Marl-Hamm. Vom 7. bis 9. November finden im Abrahamshaus an der Karl-Liebknecht-Str. 10 in Marl-Drewer unter der Überschrift „Wie Juden, Christen, Muslime leben und feiern“ kreative Rollenspiele mit 6 Schulen statt.

Veranstalter des Abrahamsfestes ist die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl (CIAG) in Kooperation mit den Kirchen und Moscheen in Marl, der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat Marl und der Stadt Marl. Dazu kommen weitere 60 lokale, regionale und bundesweite Kooperationspartner. HD/esm - Pfarrer i.R. Hartmut Dreier, CIAG Marl

Familien als Schwerpunkt - Die Evangelische Akademie Recklinghausen will neue Wege gehen.

RECKLINGHAUSEN. Ab dem kommenden Jahr sollen die Veranstaltungen jeweils unter einem thematischen Schwerpunkt stehen, 2018 lautet er: Familie. Deshalb stellten Vorstandsmitglieder das aktuelle Programm bei TummyTime, einem Fachgeschäft für Kinder- und Umstandsmoden, in der Recklinghäuser Altstadt vor.
Familien als Schwerpunkt  - Die Evangelische Akademie Recklinghausen will neue Wege gehen.

Wolfgang Pantförder, Sabine Iseringhausen, Christian Siebold, Dr. Albrecht Willert, Liesel Kohte (v.l.n.r.)

Der Vorsitzende, Pfarrer Christian Siebold, freut sich darüber, dass die Arbeit des Vorstands jetzt auf vielen Schultern ruht: Neben den Vorstandsmitgliedern, zu denen noch Julia Borries, Dr. Klaus Dietel, Liesel Kothe, Wolfgang Pantförder, Sven Schlüter und Dr. Ulrich Spies gehören, sind drei ständige Gäste bei den Sitzungen dabei: Sabine Iseringhausen, Petra Masuch-Thies und Dr. Albrecht Willert.
Letzterer setzt mit einem dreitägigen Abendseminar zum Thema „Glauben und Denken“ einen Schwerpunkt im aktuellen Programm, dessen Veranstaltungen am 17. September beginnen. Das Seminar (5., 12. und 19. Oktober, 19.30 Uhr im Gemeindehaus Limperstraße 15) soll das Bewusstsein für die protestantische Identität schärfen und die Fähigkeit vermitteln, über den eigenen Glauben Auskunft geben zu können, nicht zuletzt im interreligiösen Dialog.
„Eine solche Seminarform hatten wir länger nicht im Programm der Akademie“, sagte Christian Siebold bei der Vorstellung des neuen Programms, das vom gemeinsamen Ohrwurmsingen und eine Lesung über ein Konzert mit der Gruppe Daybreak bis zu Vorträgen zu Themenbereichen wie Trauer, Traumatisierung und Flucht, Humor in der Sterbebegleitung und Seelsorge bei Demenz ein breites Spektrum abdeckt.
Auch Martin Luther ist zum Abschluss des Jahres des Reformationsjubiläums noch einmal Thema: Bildlichen Darstellungen des Reformators über fünf Jahrhunderte ist eine Ausstellung gewidmet, die am 8. Oktober um 17 Uhr im Institut für Stadtgeschichte (Stadt- und Vestisches Archiv, Hohenzollernstr. 12) von Prof. Albrecht Geck eröffnet wird. Am 17. September präsentiert er außerdem die Herborner Piscator-Bibel.

Text/Bild: JW

Ökumenisches Fest in Bochum

BOCHUM Am 16. September 2017 feiern die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gemeinsam ein Ökumenisches Fest in Bochum, das sich das Leitwort "Wie im Himmel so auf Erden" gewählt hat. Ziel ist, der Verbundenheit im Glauben und im Engagement Ausdruck zu verleihen. Veranstaltungsort wird der RuhrCongress, Stadionring 20, 44791 Bochum sein. Ein Anmeldung ist erforderlich.

Besucherinnen und Besucher erwartet ein Rahmenprogramm, das mit einem ökumenischen Schlussgottesdienst abschliesst.

Im RuhrCongress, Bochum:

10.00 Uhr Begrüßung

Prof. Dr. Christina Aus der Au, Präsidentin Deutscher Ev. Kirchentag
Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident Zentralkomitee der deutschen Katholiken

10.15 Uhr Eröffnungsgebet

Präses Annette Kurschus, Evangelische Kirche von Westfalen
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Bistum Essen

10.30 Uhr Grußwort
Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Bochum 

10.35 Uhr Podium mit Impulsvortrag

„Den Himmel erden - Christsein im öffentlichen Raum“

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, Berlin
Dr. Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der EKD, Hannover
Pater Oliver Potschien, Leiter des Sozialpastoralen Zentrums an St. Peter, Duisburg
Tim-Oliver Kurzbach, Oberbürgermeister der Stadt Solingen
Moderation: Dr. Claudia Nothelle, Berlin 

12.00-14.00 Uhr Mittagspause mit Imbiss 

An verschiedenen Veranstaltungsorten in der Bochumer Innenstadt:

14.00-15.30 Uhr thematische, interaktive, kulturelle und ökumenische Treffpunkte

Bühne vor dem Deutschen Bergbaumuseum:

Ab 15.30 Uhr Vorprogramm

16.30-18.00 Uhr Ökumenischer Schlussgottesdienst


 

Text/Red: hh

"Umbrüche - Aufbrüche" - 17. Abrahamsfest läuft vom 17. September bis 12. Dezember 2017

KIRCHENKREIS Unter der Schirmherrschaft von Christel Neudeck findet zum siebzehnten Mal das Abrahamsfest in Marl statt. Der Auftakt am Sonntag, dem 17. September 2017, beginnt mit einem Konzert in der Synagoge Recklinghausen, Am Polizeipräsidium.
"Umbrüche - Aufbrüche" - 17. Abrahamsfest läuft vom 17. September bis 12. Dezember 2017

Plakat zum 17. Abrahamsfest

In ihrer Ankündigung schreiben die Veranstalter zu weiteren Details:

Es folgen bis zum Gastmahl im Rathaus Marl am Dienstag, dem  12. Dezember 2017, 18 Uhr zweiundzwanzig Veranstaltungen, Aktionen und Workshops mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und allen Generationen. Zusätzlich behandeln 5 Projekte wichtige Themen mit vielen weiteren Terminen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden sind Heranwachsende!  

Seit dem 1. Abrahamasfest Marl im Herbst 2001 gilt als Zielsetzung: „Begegnungen. Frieden in der Stadt. Stadt ohne Rassismus“.

Schirmfrau des 17. Abrahamsfestes: Christel Neudeck (Troisdorf  bei Bonn-Köln) – Staatspreisträgerin NRW zusammen mit ihrem im Mai 2016 verstorbenen Ehemann Rupert Neudeck. Sie wird  am 11. Okt. 2017, 19.30 Uhr  im Rahmen des Abrahamsfestes in Marl sprechen.

Das Gesamtthema dieses 17. Abrahamsfestes lautet: „Umbrüche, Aufbrüche“.  In Zeiten von Abschottungen, Mauern auch in Köpfen, sog. "Kampf der Kulturen" (in Wirklichkeit: Kämpfe zwischen Extremisten, die Kulturen und Religionen missbrauchen) , barbarischen Terroranschlägen, allgemeinen Verunsicherungen, Polarisierungen und Spaltungen in Gesellschaften bis hinein in Familien und Gemeinden sind solche Programme wie das Abrahamsfest unermesslich wichtig. Sie bewirken Verbindungen vor Ort und in der Region: Es sind vertrauensbildende Projekte. Gut nachbarschaftliche Kooperationen sind wichtiger als je, wichtiger als in früheren Jahren gedacht.

Wir haben durch die jährlichen 17 Abrahamsfeste seit 2001 eine Vertrauensbasis zwischen allen Religionen, Gemeinden, Ethnien und sozialen Milieus erreichen können und Jugendliche sind aktiv. Wir erreichten im vorigen Jahr circa 3.000 Menschen. In allen Städten des Kreises Recklinghausen und darüber hinaus.

Das Abrahamsfest Marl/Kreis Recklinghausen ist überregional bekannt. Unsere Homepage wird stark besucht.

 

1. Auftakt und Abschluss: mit allen Generationen:

# Auftakt: (1.) Das17. Abrahamsfest beginnt am Sonntag, 17. September 2017 um 17 Uhr in der Synagoge in Recklinghausen, mit einem einstündigen Konzert, gestaltet von 3 Chören: dem Vokalensemble der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen unter Leitung von Nikolai Miassojedov, dem Bochumer St.Kyrill und Method Chor unter Leitung von Nikolai Miassojedov mit dem Ökumenischen Projektchor Marl unter Leitung von Charlotte Charlier/Johanna Poczkay und dem Islamischen Ilahi-Projektchor aus Moscheen in Marl unter Leitung von Semihr Demircioglu. Anschließend ist Raum und Zeit für viele Gespräche bei koscherer Bewirtung. Kooperation mit dem Interkulturellen Rat in Deutschland (Darmstadt) und mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen.

# (2.) Ein Familien-Nachmittag für alle Generationen folgt am Sonntag, 8. Oktober 2017, 15 – 17 Uhr in der Fatih-Moschee, Bachackerweg 197, 45772 Marl-Hamm: Kurz-Filme zeigt und bespricht Thomas Damm (Filmpädagoge und ev. Pfarrer – früher in Marl und nun in Schwerte). Dazu wirken Grundschulen und Kinder von Raduga bzw intercent Marl mit. Es gibt Kuchen und Erfrischungen.

# Abschluss: Dienstag,  12. Dezember 2017, 18 – 21.00 Uhr im Rathaus Marl: Das 17. Abrahamsfest endet mit dem Gastmahl, mit interkulturellen Darbietungen,gemeinsames Essen am Buffet, mit allen Generationen. Ein inzwischen „legendärer“ Abend, voriges Mal mit 400 Menschen aus allen Generationen, u.a. vielen Flüchtlingen.

 

2. Mehr als die Hälfte der Veranstaltungen des 17. Abrahamsfestes bewegt Heranwachsende.

 

2.1.: Zu Besuch sind Kinder aus Kirchen und Moscheen in ihren Stadtteilenzu Terminen nach Absprachen.

 

2.2.: In Aktion sind Jugendliche. Schulen. Jugendzentren:

 

# „Nachmittags um Fünf: Pizza essen und Filme gucken“: Ab Freitag, 15. September 2017 um 17 Uhr auf Einladung von Friedensweg e.V.Wiesenstr. 22, Marl-Drewer. Dieses Veranstaltungsformat gibt es monatlich in wechselnden Jugend-Orten und wechselnden Trägern, am Samstag 21. Oktober um 17 Uhr in der Kuba-Moschee, am Freitag 3. November um 17 Uhr im Ernst-Reuter-Haus, am Freitag 1. Dezember um 17 Uhr in der El-Khodr-Moschee und am Sonntag 10.Dezember um 17 Uhr im Jüdischen Jugendclub Agada in Recklinghausen.

# Neu und ein Experiment: Ältere Jugendliche erklären jüngeren SchülerInnen ihre Gotteshäuser: am Mittwoch, dem 22. November von 11.30 – 18 Uhr ist die Martin Luther King Schule mit 25 SchülerInnen und Lehrkräften unterwegs: zuerst in der Pauluskirche, dann in der Fatih-Moschee und schliesslich in der Synagoge in RE. Am 6. Dezember ist die Willy Brandt Gesamtschule unterwegs in St.Georg, dann in der Fatih-Moschee und schliesslich in der Synagoge in RE. Jeweils ältere Jugendliche wirken als „guides“ in ihrem jeweiligen Gotteshaus.

Ein bewährter Klassiker seit vielen Abrahamfesten: Ab November beschäftigen sich 8 Schulen und 4 Jugendzentren in „Kreativen Workshops“ zu Abrahamsgeschichten, für eigene schulische Aufführungen und für die gemeinsame „Revue  der Kulturen“ im Theater Marl am SO 18. Feb.2018, 14 Uhr. Einige solcher Inszenierungen wurden früher bereits eingeladen zum Bundespräsidenten in Berlin, zu Ehrungen und Fortbildungen in Münster u.a.

# Kreativ und einen Halb-Tag lang intensiv lernen am 7., 8. und 9. November vormittags und nachmittags Kinder aus 6 Grundschulen im „Abrahams-Haus“ (Karl Liebknecht Str. 10, Marl-Drewer) unter dem Motto „Judentum, Christentum und Islam – zum Anfassen“. Immer wieder fragen sie beim Weggehen, ob sie morgen wieder kommen können.

Aufgrund der erfreulichen Resonanz im Vorjahr ist am Dienstag,  den 14. November, 15- 17 Uhr wieder eine Entdeckungstour im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl im Rathaus: Video-Klang-Kunst und Skulpturen werden dabei neugierig erlebt – dazwischen gibt es Erfrischungen. Auch Erwachsene sind eingeladen. Voriges Jahr waren auch viele Flüchtlinge gekommen.

# In Kooperation mit dem Grimme-Institut erleben dort Grundschulkinder am Dienstag, den 21. November, mittags von 11 – 12.30 Uhr Kurzfilme als „Kino echt anders“.

In Kooperation mit der Kinder-/Jugendbücherei „Türmchen“ stellt im HoT „Boje“ am Donnerstag, den 16. November, 18 Uhr die aus China stammende Illustratorin und Schriftstellerin aus Münster Pei-yu Chang ihr preisgekröntes Buch vor: „Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin“ – es ist in großen Feuilleton begeistert empfohlen.

 

2.3: Dazu kommen spannende Veranstaltungen mit Erwachsenen (und älteren Jugendlichen):

 

In Kooperation mit der VHS „die insel“ entwickelt Klaus von Stosch (kath. Theologieprofessor in Paderborn) die vergleichende – so genannte „komparative“ – Theologie für den Dialog der Religionen. Demnach gibt es mehrere Wahrheiten. Am Dienstag, den 19. September um 19.30 Uhr im Ev. Gemeindehaus der Religionen, Römerstr. 59 – neben der Pauluskirche, Marl-Hüls.

# Die Schirmfrau des 17. Abrahamsfestes Christel Neudeck spricht am Mittwoch, den 11. Oktober 2017, 19.30 Uhr „Unser Leben in Umbrüchen und Aufbrüchen. Rupert Neudeck und Christel Neudeck durch dick-und-dünn“. Im St. Pius-Pfarrheim, Friedrich-Wilhlem-Weber Str. 16a, Marl-Brassert.

In Kooperation mit dem Grimme-Institut geht es am Donnerstag, den  7. Dezember 2017, von 18.30 – 21 Uhr in einem Film-Abend um „Gutes Leben – heute?“. Ein preisgekrönter Filmwird gezeigt, mit dem anwesenden Filmemacher kommen wir ins Gespräch.

# In Kooperation mit dem Chemie-Unternehmen Evonik ist am Freitag, den 15. Dezember, nachmittags 14 – 16 Uhr ein Betriebsbesuch mit Jugendlichen und ihren Lehrkräften, Eltern und Förderern zur Ausbildung bei Evonik: Was bietet das Unternehmen? Was müssen jugendliche Azubis heutzutage leisten.

 

2.4: Über einen längeren Zeitraum arbeiten Heranwachsende und Erwachsene an folgenden 5 Projekten: Ergebnisse werden öffentlich vorgestellt:

 

# Projekt 1: im Ernst-Reuter-Haus, Sperberweg 5, Marl-Hamm: „Digital dabei – Es dreht sich alles um Handy.

# Projekt 2: in der Yunus Emre Moschee, Haardstr. 2, Marl-Brassert: „Jüngere fragen/Ältere erzählen“ - Ihre Aufbrüche vor Jahrzehnten in der Einwanderung hierher. Eine Filmdokumentation entsteht.

# Projekt 3: in etlichen Gemeinden und Einrichtungen werden große Holzfiguren gestaltet. „Typisches“ aus Kulturen und Religionen.

# Projekt 4. Mit Schulen und Einrichtungen werden die Kreativen Workshops zu Abrahamsgeschichten für die Revue der Kulturen entwickelt. (s.o.)

# Projekt 5: In Interkulturellen Trainings werden ehrenamtliche Jugend-MitarbeiterInnen geschult.

 

Weiter ist uns wichtig:

 

Veranstalter seit 2001: CIAG Marl Die Christlich—Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl in Kooperation mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat Marl und der Stadt Marl. Dazu weitere, 60 lokale, regionale und bundesweite Kooperationspartner.

Dank an die finanziellen Förderer auch des 17. Abrahamsfests: Stadt Marl, Land NRW: Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Bistum Münster, Ev. Kirche von Westfalen, GEW Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW, Sparkasse Vest Recklinghausen, Volksbank Marl-Recklinghausen. Der Interkulturelle Rat in Deutschland (Sitz: Darmstadt) fördert den Auftakt mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern (Berlin).

Was sind die „Kochrezepte“ im Gelingen des Abrahamsfestes?   Aktualität ohne Scheuklappen, Vernetzung und Kooperation, Ehrenamtlichkeit bei den Verantwortlichen, gleiche Augenhöhe und Respekt vor einander, Neugier auf Kommendes, zeitgemäßes Interesse an den „Großen Erzählungen“ wie Abraham/Ibrahim im gemeinsamen Welt-Kulturerbe - dank der drei Buch-Religionen Judentum, Christentum, Islam.

Quelle: http://www.abrahamsfest-marl.de, Red.: hh

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