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NEWSORDNER

„In dieser Kirche habe ich schwimmen gelernt“

STUDIENFAHRT Schulreferat besuchte russische Metropolen
„In dieser Kirche habe ich schwimmen gelernt“

Der Pfarrer der Evangelischen Gemeinde St. Petersburg, Matthias Zierold, freut sich über die Gäste aus dem Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen.

KIRCHENKREIS – „In dieser Kirche habe ich schwimmen gelernt.“ Die 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Studienreise des Schulreferates des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen staunten in St. Petersburg nicht schlecht über diese Bemerkung einer russischen Dame vor der St. Petri Kirche. Nach der Oktoberrevolution wurde die größte lutherische Kirche Russlands mit 3.000 Sitzplätzen 1937 vom stalinistischen Terror endgültig entweiht, Pastor Paul Reichert und sein Sohn ermordet und die Gemeinde aufgelöst. Nachdem das Kirchengebäude über 20 Jahre als Lagerraum diente, ließ es Staats- und Parteichef Nikita Chrustschow 1962 zum Schwimmbad und Leistungszentrum mit Sprungturm, Duschen und Zuschauertribüne umbauen.

Heute ist die Stadtkirche wieder das lebendige Zentrum der 250 Gemeindeglieder, von denen viele mit ihrem Pfarrer Matthias Zierold ein aktives Gemeindeleben gestalten und in verschiedenen diakonischen Projekten engagiert sind. Dem Gebäude ist jedoch seine bewegte Vergangenheit anzusehen. Aus statischen Gründen konnte das Schwimmbecken nicht entfernt werden ohne die Kirche zu gefährden. Jetzt ist die Kirche ca. zehn Meter niedriger, da erst auf dem Beckenrand der neue Boden eingezogen werden konnte. Zudem bildet die ehemalige Zuschauertribüne nun die Empore. Im Raum unter dem Beckenboden bewunderten die Besucher aus unserem Kirchenkreis Kunstobjekte und Wandmalereien des bekannten amerikanischen Künstlers Matt Lamb. „Das sind unsere Katakomben“ erklärt Zierold nachdenklich, „sie erinnern an die Zeit der Verfolgung unserer Kirche“.

Auf dem Weg zum Bus überquert die Besuchergruppe direkt vor der Kirche den Newski-Prospekt, eine sehr belebte Straße mit luxuriösen Geschäften, amerikanischen Fast-Food-Ketten, teuren Autos und vielen gut gekleideten vorwiegend jungen Leuten. Nicht nur das Christentum, auch ein gewisser Wohlstand ist in diese wunderschöne Stadt zurückgekehrt.


Schulreferat Russlandreise 2009
Pfarrer Matthias Zierold erläutert den Besuchern mit Hinweis auf die Zuschauerränge, dass die evangelische St. Petri-Kirche bis 1992 als Schwimmbad genutzt wurde.

Mit dem Schiff ging die nächsten vier Tage die Reise nach Moskau weiter. Nach der Stadtbesichtigung, Fahrten durch die prachtvollen Metrostationen und einem Besuch des Kremls und des neuen Jungfrauenklosters kam der Pfarrer der Moskauer evangelischen Gemeinde, Fridtjow Amling, zu einem Gespräch auf das in der ehemaligen DDR gebaute Fluss-Kreuzfahrtschiff. Anschaulich führte er in die Orthodoxie ein, beschrieb die zarten ökumenischen Bemühungen zwischen der Russisch-orthodoxen und der Evangelischen Kirche und zeigte sich verwundert über die fast ausschließlich negative Berichterstattung der deutschen Presse über Russland. Die sozialen und politischen Bemühungen dieses riesigen Landes sollten seiner Meinung nach auch im Westen zur Kenntnis genommen und entsprechen gewürdigt werden.

Der Identitätsfindungsprozess des russischen Volkes ist am „Roten Platz“ augenscheinlich: Das zumeist von Touristen besuchte Lenin-Mausoleum liegt direkt dem, wegen der hohen Preise weitgehend von Russen verlassenem, Luxuskaufhaus GUM gegenüber. Ob Lenin das wohl zu Lebzeiten für möglich gehalten hätte? Die meisten Moskauer dagegen trifft man andächtig in der kürzlich aufgebauten orthodoxen Kirche gegenüber der Kremlmauer wieder.

So hatte vielleicht auch der Geburtstagskanon „Viel Glück und viel Segen“, den die Gruppe einer Teilnehmerin um Mitternacht auf dem „Roten Platz“ sang, symbolischen Charakter.

Text und Fotos: HSch
 

Materialien zur Kampagne gegen Kinderarmut

40 Ideen zum Spielen und Bewegen, Bauen und Basteln
Materialien zur Kampagne gegen Kinderarmut

Titelbild der Broschüre zur Kampagne gegen Kinderarmut

Glaubt man an Zufälle, an einen Plan oder einen Traum?
Oder wie kommt es, dass ein Kater eine Maus nicht
frisst und ein Wetterhahn plötzlich sprechen kann?
Hoch über der Stadt, knapp unter den Wolken,
kommen vier seltsame Wesen zusammen.
Gemeinsam verfolgen sie einen Plan:
Sie wollen einer immer grauer werdenden Welt,
in denen es vielen Menschen und den Tieren
nicht so gut geht, die bunten Ideen der Kinder
entgegen setzen. Dafür haben sie 40 Tage Zeit,
denn dann ist Ostern.
40 Tage auf dem Turm ist kein Fastenkalender,
aber Fast ein Kalender für Kinder und dies
nicht nur für die Fastenzeit.
Eingebettet in die Geschichte der Maus Adiva und
ihren Wegbegleitern findet man hier 40 Ideen
zum Spielen und Bewegen, Bauen und Basteln
sowie günstige und gesunde Rezeptideen.
Fast alle Ideen und Vorschläge sind schnell
umzusetzen, kosten nichts bis wenig Geld und
warten darauf gespielt, gebaut, gekocht oder
gebacken zu werden.
Wer Lust dazu hat, etwas mit anderen zu tun,
findet für 40 Tage Anregungen, Vorschläge und
alte und neue Ideen: Damit die Welt nicht grau bleibt! 

Das 130-seitige Buch ist zu günstigen Staffelpreisen zwischen 3 € und 5 € beim Amt für Jugendarbeit der EKvW zu erwerben:
Amt für Jugendarbeit der EKvW
Iserlohnerstr. 25
58239 Schwerte
Tel.: 02304/755-180
simone.hilgers@afj-ekvw.de

Staffelpreise:
1 Stk. 5 Euro
ab 5 Stk. je 4,50 Euro
ab 10 Stk. je 4,00 Euro
ab 20 Stk. je 3,50 Euro
ab 50 Stk. je 3,00 Euro
(zzgl. Versand)

Virtuelle Welten – zwischen Faszination und Unbehagen

TELEFONSEELSORGE Einblick erleichtert Einschätzung
Virtuelle Welten – zwischen Faszination und Unbehagen

Helmut Verboom (hinten rechts) und Stefan Kuck (vorne rechts) vom Computerclub Datteln haben Pfarrerin Gunhild Vestner und Dr. Werner Greulich sowie 31 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Telefonseelsorge Recklinghausen verschiedene virtu

KIRCHENKREIS – Das Internet prägt heute fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Diese virtuellen Welten haben auch Auswirkungen auf die Arbeit der Telefonseelsorge, die sich mit der veränderten Mediennutzung in der Gesellschaft auseinander setzt.

Seit Januar 2008 bietet die Telefonseelsorge Recklinghausen als eine von bundesweit 23 Telefonseelsorgestellen neben der Beratung am Telefon auch Chat-Beratung an. Der Chat ist durch ein spezielles Sicherheitsportal geschützt. Ein Chat muss gebucht werden und ist auf fünfzig Minuten begrenzt. 28 ausgebildete ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger arbeiten in der Chat-Beratung der Telefonseelsorge Recklinghausen mit. Sie haben sich nach mindestens zweijähriger Erfahrung mit der Beratung am Telefon für ihre Aufgabe im Chat speziell fortgebildet und werden durch Supervision und eigene Chat-Fortbildungen begleitet. Zudem werden neben der regelmäßigen Weiterbildung auch Workshops zur Chat-Beratung und Gespräche mit Experten zur Internetnutzung angeboten.

Im Jahr 2008 wurden 750 Chat-Beratungen durchgeführt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass jeder eingebuchte Termin auch genutzt wird“, berichtet Pfarrerin Gunhild Vestner, Leiterin der Telefonseelsorge Recklinghausen. Die Ratsuchenden kommen vornehmlich aus dem Kreis Recklinghausen, aber auch aus dem deutschsprachigen Ausland, aus Skandinavien, Südamerika und Asien. Davon sind mehr als Zweidrittel Frauen. Über die Hälfte der Ratsuchenden ist jünger als dreißig Jahre. Und: Über den Chat können auch Gehörlose erreicht werden.

Die Chatberatung bietet für den Ratsuchenden ein hohes Maß an Anonymität. „Es geht leichter, über Themen zu schreiben als darüber zu reden. Aber es kommen auch schneller Emotionen rüber und man kommt sich ein Stück näher. Obwohl man die Person nicht sieht, hat man ein Bild vom Gegenüber“, beschreibt Gisela Potisch, ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Telefonseelsorge und Chat-Beraterin, diese seltsame Spannung zwischen Distanz und Nähe. „Die Beratung erfolgt individuell der Person und der Situation angemessen. Es werden keine Checklisten abgehakt“, ergänzt ihre Kollegin Sabine Schmidt-Jünemann.

Der Chat zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten, die dieses Medium nutzen. Gerade Menschen, die vereinsamt sind, bewegen sich viel im Internet. Dabei ist der Chat mit vielen Sehnsüchten und Hoffnungen verbunden. Fragen zu Beziehungen und Partnerschaft spielen eine große Rolle. Viele Ratsuchende im Chat haben Traumatisierungen erlebt. Jeder zweite Ratsuchende thematisiert eine psychische Erkrankung. Dabei geht es um Depressionen, Selbstverletzungen, Essstörungen und sonstige psychische Erkrankungen. Deutlich häufiger Thema in der Chat-Beratung als am Telefon sind Gewalt und Suizid. Ein weiteres großes Thema sind Erziehungsfragen und damit verbundene Konflikte.

„Wenn man in die Internetberatung einsteigt, ist es wichtig, die Kontexte zu kennen“, meint Pfarrerin Gunhild Vestner. Aus diesem Grund haben sich 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge Recklinghausen im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Friedenskirche am Schiffshebewerk in Datteln über die verschiedenen Formen der virtuellen Welten und deren Auswirkung auf die Telefon- und Chat-Seelsorge informiert. Helmut Verboom und Stefan Kuck vom Computerclub Datteln führten sie durch die virtuellen Welten von „Counter Strike“„World of Warcraft“, „Second life“ und weitere unterschiedliche soziale Netze und Foren.

„Wenn das Spiel zum dominierenden Faktor wird, geht es in die Sucht über“, macht Dr. Werner Greulich, stellvertretender Leiter der Telefonseelsorge Recklinghausen, deutlich. Oft genug sorgen sich Eltern um ihre Kinder, die in der Welt der Computerspiele zu versinken drohen. Aus Panik ein Verbot auszusprechen, sei nicht der richtige Weg. Wichtig sei ein vernünftiger Umgang mit dem Medium und die Entwicklung einer guten Achtsamkeit. „Eltern sollten sich dafür interessieren, womit ihre Kinder sich beschäftigen“, sind sich alle Beteiligten einig.

Im August 2009 ist eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema geplant. Dabei soll der Zusammenhang von Computerspielen und Sucht beleuchtet werden.
Weitere Informationen über die Telefonseelsorge Recklinghausen finden Sie im Internet unter www.telefonseelsorge-re.de.
Bild/Text: uka

 

Dem Wandel gestaltend begegnen

Kreissynode stimmt mit deutlicher Mehrheit für eine Fusion mit dem Nachbarkirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten
Dem Wandel gestaltend begegnen

Die Delegierten der Sommersynode im Plenum.

Was sich langfristig abzeichnet, nämlich eine negative Bevölkerungs- und die Kirchensteuerentwicklung, soll Kirchenkreise zukünftig nicht in die Handlungsunfähigkeit treiben. Daher sprachen sich mehr als zwei Drittel der Synodalen auf der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen am 6. Juni 2009 für eine Vereinigung mit dem Nachbarkirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten aus. Dieser Vorschlag wurde nun von einer Steuerungsgruppe aus beiden Kirchenkreise vorgelegt.
Im Jahr 2024 werden beide Kirchenkreise zusammen über ein Kirchensteueraufkommen verfügen, mit dem gegenwärtig der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen allein auskommt. „Was ist notwendig für einen lebensfähigen Kirchenkreis, welche gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen sollen gewährleistet werden?“, fragte Superintendent Peter Burkowski die Synodalen bei seiner Einbringung. Dazu habe man in der ausformulierten Konzeption des Kirchenkreises bereits Leitlinien und Orientierungsmarken gesetzt.

Beide Kirchenkreise haben auf den Rückgang der finanzielen Möglichkeiten in den letzten Jahren mit verstärkter Zusammenarbeit reagiert. Kooperiert wird auf der Verwaltungsebene und im Bereich der Dienste, wie bspw. der Kindergärten und der Mediothek. Zusätzliche Synergieeffekte seien durch eine Fusion sowohl in den funktionalen Diensten und der Besetzung von Pfarrstellen als auch im Bereich der Leitung zu erwarten. So käme man zukünftig mit einer gemeinsamen Superintendentur aus und könne bei knapperen Finanzmitteln den Mitarbeitern allein aufgrund der zukünftigen Größe mehr Möglichkeiten anbieten und damit Beschäftigung sichern.
Schon vor 100 Jahren bestand nur ein evangelischer Kirchenkreis in der Region. Nach großen Bevölkerungszuwächsen in den Nachkriegsjahren formierten sich beide Kirchenkreise im Jahr 1961 jeweils eigenständig.
Die Vereinigung der Kirchenkreise Gladbeck-Bottrop-Dorsten und des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen, so das Votum der Synodalen, soll möglichst bis 2012 vollzogen sein. In drei Wochen beschließt die Kreissynode in Gladbeck-Bottrop-Dorsten ebenfalls zu dieser Frage.

Finanzen
Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pfarrer Günter Johnsdorf, erwartet insbesondere durch die Finanz- und Wirtschaftskrise in den kommenden Jahren einen deutlichen Rückgang der Kirchensteuern.
In den ersten vier Monaten des Jahres 2009 ging das Aufkommen an Kirchensteuern insgesamt nur um 2,3 Prozent zurück. Jedoch im Bereich der Kircheneinkommenssteuer zeigt sich der krisenbedingte Einbruch bereits mit über 10 Prozent. "Wir sollten uns so aufstellen, dass wir uns nicht von schlechten Nachrichten überraschen lassen", empfahl er den Synodalen. Demgegenüber seien durch die Einführung des freiwilligen Kirchgelds, der sog. "Gemeindespende", positive Entwicklungen zu verzeichnen. Auch das Stiftungsvermögen der Gemeinschaftsstiftung ‚ernten und säen‘ sei deutlich gestiegen. Im Hinblick auf die Debatte um die Vereinigung der beiden Kirchenkreise machte Pfarrer Johnsdorf deutlich: "Die sinkende Gemeindegliederzahl und die der weitere Rückgang bei den Kirchensteuern sind wesentliche Ausgangspunkte für die Fusionsüberlegungen."

Bericht des Superintendenten
Superintendent Peter Burkowski erinnerte in seinem Bericht an die Theologischen Erklärung von Barmen, deren 75-jähriges Jubiläum man derzeit feiere. Von dieser Erklärung ginge ein befreiender Anspruch nicht nur gegenüber dem totalitären Staat der Naziära aus. Die Erklärung riefe die Christen auch gegenwärtig zur Klarheit im Bekenntnis und Freiheit zum Handeln auf. So seien Christen gerufen, sich für eine „Wirtschaft im Dienst des Lebens“ einzusetzen. Denn: "Die Not armer Familien wird größer und sichtbarer. Gewinnsteigerungen und hohe Renditen dürfen nicht die einzigen Kriterien einer Ökonomie sein, die von Menschen für Menschen gemacht wird." Die Informationsbroschüre "Damit der Faden nicht reißt", die gemeinsam vom Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis herausgegeben wird, zeige zu dieser Fragestellung Hintergrundinformationen und konkrete Hilfeangebote.
Ebenso trage man Verantwortung für die Schöpfung und die Klimagerechtigkeit im Rahmen ökumenischer Partnerschaften durch das Projekt „Energiebrücken“ mit dem Partnerkirchenkreis in Tansania, der gegenwärtig mit einer Delegation in Recklinghausen zu Besuch ist. Lokal und überregional habe man mit den Projekten „Grüner Hahn“ und "Zukunft einkaufen" einen Beitrag zur ökologischen Umorientierung eingebracht.
"Für die Zukunft wünschen wir uns, dass wir aktiv in die Zukunft hinein gestalten können, anstatt oft nur reagieren zu können", formulierte Superintendent Burkowski abschließend seine Hoffnung.

Text: hh, Bild: uk
 

Marode Flachdachkonstruktion

GEMEINDEZENTRUM Teile des Gemeindezentrums stillgelegt
Marode Flachdachkonstruktion

Der linke Teil des Gustav-Adolf-Gemeindezentrums in Herten-Scherlebeck mit seinen Gemeinderäumen ist bis auf weiteres stillgelegt.

HERTEN-SCHERLEBECK – Seit ca. 30 Jahren steht das Gustav-Adolf-Gemeindezentrum an der Scherlebecker Straße/Ecke Gertrudenstraße und bietet vielen Gemeindegliedern Raum für zahlreiche Veranstaltungen sowie Gemeindegruppen den Ort für ihre Treffen. Dies ist für die nächste Zeit nur noch eingeschränkt möglich.

Grund dafür ist die marode Dachkonstruktion im Bereich der Gemeinderäume. Zur Einsparung von Heizkosten sollte die Wärmedämmung vor allem im Dachbereich verbessert werden. Für die Überprüfung der vorhandenen Dämmung wurde eine Architektin und ein Statiker hinzugezogen. Nachdem das Dach von innen und außen geöffnet wurde, traten gravierende Baumängel zutage. Einige Träger (Dreieckstrebenbinder) der Dachkonstruktion waren bereits angebrochen. Um das Gewicht auf dem Dach zu reduzieren, wurde in einer ersten Maßnahme der vorhandene Kies vom Dach entfernt.

Aus Sicherheitsgründen bleibt der Teil der Gemeinderäume bis auf weiteres gesperrt. Der Kirchraum, der Jugendraum wie auch der Bereich des Foyers können weiter genutzt werden. Das Gemeindebüro ist in die Sakristei umgezogen. Einige Gemeindegruppen können in den Kindergarten an der Gertrudenstraße ausweichen. „Wir sind dankbar, dass in all den Jahren seit Bestehen des Gemeindezentrums nicht etwas Ähnliches passiert ist wie in Bad Reichenhall“, stellt Pfarrer Uwe Heubach erleichtert fest.

Nach vorläufigen Schätzungen belaufen sich die Kosten für eine notwendige Sanierung des Daches auf ca. 600.000 Euro. Eine außerdem notwendige Wärmedämmung im Bereich der Wände würde die Kosten noch einmal erhöhen. „Wir stehen jetzt am Anfang eines Weges, von dem wir noch nicht wissen, was am Ende sein wird. Wir werden auf allen Ebenen Gespräche führen, werden viel nachzudenken und zu bewerten haben“, beschreibt Uwe Heubach die nächsten Schritte.

Nun besteht eine Menge Beratungsbedarf. Im Bezirk, im Presbyterium und in Gesprächen mit dem Kirchenkreis sollen Lösungsvorschläge entwickelt und erarbeitet und das weitere Vorgehen abgestimmt werden.
Text und Foto: uka

 

Eine Ära geht zu Ende

Pfr. i.R. Peter R. Seeber kandidiert nach mehr als 35 Jahren nicht wieder für Vorsitz der Evangelischen Akademie Recklinghausen
Eine Ära geht zu Ende

Pfarrer i.R. Peter R. Seeber

„Ich war immer schon ein bisschen quer. Aber man muss anstößig sein, um Anstöße zu geben“, sagt Pfarrer i.R. Peter R. Seeber über sich und seine Arbeit im Vorstand der Ev. Akademie Recklinghausen. Über 35 Jahre war er fast durchgängig als Vorsitzender des Vereins tätig und sein Name ist untrennbar mit der Akademiearbeit verbunden, in der zahlreiche prominente Gäste zu verzeichnen sind.

Als Pfarrer Seeber 1973 nach Recklinghausen kam, lag die Arbeit der Ev. Akademie Recklinghausen ‚im argen‘. Daher sollte Pfarrer Seeber an dieser Stelle für Verbesserung sorgen, denn hatte er bereits mit großen Erwachsenenbildungsveranstaltungen in seiner alten Gemeinde in Versmold gute Erfahrungen gemacht. Am 10. Dezember 1973 stellte er in der Mitgliederversammlung des Vereins sein Konzeptionspapier vor und wurde zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. „Mir kam es auf den Dialog zwischen Kirche, Gesellschaft und Kultur an. Wir wollten immer ‚offene‘ Kirche sein“, sagt er und verweist auf die bereits vor mehr als 15 Jahren ausformulierte Standortbestimmung der Ev. Akademie Recklinghausen. Dort heißt es unter der Überschrift „Wir sind Kirche, aber nicht Gemeinde“: „Wir sind den ‚Einschränkungen‘ des engeren Horizonts der Gemeindearbeit nicht unterworfen, darum können wir eine stärkere Öffnung zur ‚Welt‘ praktizieren durch Themenwahl und unbequeme Referenten“. Zu diesen zählten bekannte Persönlichkeiten, die bisweilen zu kontroversen Diskussionen beitrugen: Propst a.D. Dr. Heino Falcke, Erfurt, Bischof Dr. Gottfried Forck, Berlin, Joachim Gauck, Berlin, Dr. Gregor Gysi, MdB, Berlin, Dr. Regine Hildebrandt, Woltersdorf, Dr. Reinhard Höppner, Ministerpräsident a. D., Magdeburg, Landesbischof Roland Hoffmann, Eisenach, Generalsuperintendent Dr. Günter Krusche, Berlin, Bischof i.R. Werner Krusche, Magdeburg,  Günter Schabowski, Rotenburg, Pastor Friedrich Schorlemmer, Lutherstadt Wittenberg, Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe, Potsdam, und dreiundzwanzig Mal Dr. Eugen Drewermann, der stets für überaus großen Besucherandrang sorgt.

Auf die umfangreiche Liste der bekannten Referenten und Referentinnen, in die sich die Gästebücher eintrugen ist Pfarrer Seeber stolz.  Auch ohne ein festes Haus mit eigenen Übernachtungskapazitäten, wie sie andere evangelische Akademien vorhalten, spielt die Ev. Akademie Recklinghausen in der gehobenen Liga. „Mit den bekannten Namen, haben wir eine gewisse Magnetwirkung“, sagt Pfarrer Seeber selbstbewusst und freut sich über die vielen Mitglieder des Vereins auch aus anderen Nachbarstädten von Recklinghausen. „Wir machen das, was eine Gemeinde nicht leisten kann. Wir sorgen für das Salz in der Suppe“, beschreibt Pfarrer Seeber die Zielsetzung der Akademie, ohne in eine falsche Konkurrenz geraten zu wollen. Ihn hat die Akademiearbeit stets fasziniert: „Dort hatte ich die Gelegenheit zu Begegnungen mit unzähligen Referenten, mit denen ich als Gemeindepfarrer keinen Kontakt gehabt hätte“, blickt er nicht ohne einen kleinen Hauch von Wehmut zurück. Zur Hälfte sei er immer mit der Akademie verheiratet gewesen, sagt er scherzhaft, doch das von ihm erstellte Programmheft sei stets durch die Hände seiner Frau gegangen.

Mit seiner Heimat aus Kindertagen im deutschen Osten fühlt er sich stets verbunden. Daher sorgte er immer für Gäste aus den neuen Bundesländern und für die Pflege der Partnerschaft mit der Stadt Schmalkalden.

Bereits im Jahr 2001 baute Pfarrer Seeber einen eigenen Internetauftritt der Akademie auf, in dem die zahlreichen Aktivitäten mit den vielfältigen Begegnungen, Vorträgen, Gesprächen, Arbeitsgemeinschaften, Studientagungen und –reisen dokumentiert werden. Auch wenn er den Vorsitz des Vereins krankheitsbedingt niederlegt, wird Pfr. Seeber weiterhin für Interessenten Gelegenheiten für private Studienreisen anbieten, die von vielen gerne wahrgenommen werden.

Zur Person: Pfarrer i.R. Peter R. Seeber, geb. 28.4.1938 in Jena/Thüringen, kam 1946 als Kriegsflüchtling mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Gladbeck, studierte Ev. Theologie in Bethel, Heidelberg, Hamburg und Münster, absolvierte sein Vikariat in Emsdetten, ging danach für sechs Jahre nach Versmold im Kreis Gütersloh an die Petrikirche, kam 1973 als Pfarrer in die Altstadtgemeinde nach Recklinghausen, wo er seit 1973 fast ununterbrochen Vorsitzender des Vereins der Evangelischen Akademie Recklinghausen war. Bis zum Oktober 1999 war er Pfarrer im Gemeindebezirk Hochlar. Im Jahr 2004 wurde ihm für seine Verdienste um die Annäherung von Ost und West-Deutschland das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Links: Website der Akademie, mit ausführlicher Dokumentation, dort u.a.: Festschrift des verstorbenen Sohnes von Pfr. Seeber; Hannspeter Seeber, zum 50-jährigen Bestehen der Akademie.

Text/Bild: hh

 

Kirchentagsgottesdienst in der Friedenskirche

Kirchentagsgottesdienst in der Friedenskirche

Der Projektchor der Evangelischen Kirchengemeinde Oer-Erkenschwick stimmte die Besucherinnen und Besucher musikalisch auf den Kirchentag ein.

DATTELN/KIRCHENKREIS – In der Reihe der monatlichen Gottesdienste in der Friedenskirche am Schiffshebewerk in Datteln stand Ende April ein Gottesdienst zum 32. Evangelischen Kirchentag, der vom 20. bis 24. Mai 2009 in Bremen stattfindet, auf dem Programm.

Gestaltet wurde der Gottesdienst von Pfarrer Christian Zimmer aus Marl, der auch Kirchentagsbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen ist. Für die Musik sorgte der Projektchor der Evangelischen Kirchengemeinde Oer-Erkenschwick unter Leitung von Michael Schulze, der auch auf dem Kirchentag einige Auftritte haben wird.

„Mensch, wo bist du?“ So lautet die Losung für den Bremer Kirchentag. „Gott fragt nach der Haltung“, machte Pfarrer Christian Zimmer in seiner Predigt deutlich. „Die Frage „Mensch, wo bist du?“ ruft auch uns heute immer wieder neu in die Verantwortung und fordert uns heraus“, so Zimmer.

Nach dem Gottesdienst veranstaltete der Projektchor ein Mitsingkonzert mit Liedern aus dem Kirchentagsliederbuch „Fundstücke“. Pfarrer Zimmer zeigte als Einstimmung auf den Kir-chentag noch einem kurzen Film. Danach bestand die Möglichkeit, bei Gebäck und Mineralwasser miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der nächste Gottesdienst in der Friedenskirche am Schiffshebewerk findet am Sonntag, den 7. Juni 2009, zur 4. These der Theologischen Erklärung zu Barmen statt und wird von Superintendent Peter Burkowski gestaltet.

Text und Foto: uka
 

Lokaler Agendapreis wandert von Fa. Wallstein an den Kirchenkreis

Preisweitergabe erfolgt
Lokaler Agendapreis wandert von Fa. Wallstein an den Kirchenkreis

Dirk Wallstein (li.) übergibt den Agendapreis an Hans-Jürgen Hörner, der im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen für Umweltfragen zuständig ist.

Am 13.05.2009 ging die Auszeichnung der "Lokalen Agenda 21" in Recklinghausen von dem Industrieunternehmen Wallstein in Recklinghausen weiter an den Ev. Kirchenkreis Recklinghausen. Im Rahmen eines Betriebsbesuches durch Peter Möller von der lokalen Agendagruppe  und Vertreter des Kirchenkreises stellte Mitinhaber Dirk Wallstein die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmensverbunds vor, dessen Schwerpunkt im Umweltschutzbereich liegt.

Die derzeit 95 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erzielen ihren Umsatz von ca. 17 Mio. Euro derzeit vorrangig mit Produkten zur industriellen Wärme- und Verfahrenstechnik. Konkret baut das Unternehmen Apparate- und Anlagen zur Abgasreinigung und zur Wärmerückgewinnung in Müllverbrennungsanlagen und Kraftwerken. Als Werkstoffe kommen für die internationalen Kunden sowohl Kunststoffe und Glas als auch besonders korrosionsbeständige Spezialstähle zum Einsatz. Darüber hinaus ist das Unternehmen in der Lebensmittel-, Automobil- und der Pharmabranche tätig.

Für die Besuchergruppe ergaben sich spannende Einblicke in neueste Umweltschutztechnologien aus hiesiger Fertigung, die inzwischen weltweit gefragt sind, z.B. um durch Wärmerückgewinnung zu Effizienzsteigerungen und CO2-Reduktionen bei Kohlekraftwerken zu kommen. In der Fertigungshalle zeigte Dirk Wallstein konkrete Beispiele aus der aktuellen Herstellung.

Der Agendapreis wandert in der zweiten Jahreshälfte weiter an den dritten Preisträger dieses Jahres, nämlich das Gartenbauunternehmen Paul Fromm in Recklinghausen.

Text & Bild: hh

Link zum Artikel zur Preisverleihung

Qualifizierung Sprachentwicklung

Spracherziehung in evangelischen Kindergärten im Kirchenkreis
Qualifizierung Sprachentwicklung

Das Beobachten der Schnecke ermuntert zu beschreiben, was man sieht

Wie funktioniert Sprache? Wann und wie lernt ein Kind Wörter, Sätze und  die Grammatik unserer Sprache? Das sind Fragestellungen, zu der die Fortbildung „Schlüsselkompetenz Sprache“ theoretisches Wissen und Umsetzung in die Praxis vermitteln will. Genauer zu erkennen, wann ein Kind an welchem Punkt in der Sprachentwicklung ist, ermöglicht der Erzieherin dem Kind angemessene Sprachanreize zu bieten und somit sein Weiterkommen zu fördern.

Zu dieser Fortbildung trafen sich am 6. und 7. Mai 2009 zum zweiten mal im Kirchenkreis elf komplette Kindergartenteams (alle zehn Kindergärten des Trägerverbundes der Tageseinrichtungen für Kinder im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und des Anne-Frank Kindergartens Haltern) und bildeten sich theoretisch so wie praktisch zur 'Sprachlichen Förderung' weiter. Die Referentinnen Dr. Karin Jampert und Petra Best wurden auf Einladung von Gudrun Seime, Geschäftsführerin des Trägerverbundes der Tageseinrichtungen für Kinder im Ev. Kirchenkreis, für die Langzeitfortbildung verpflichtet. Nach einer Ausschreibung im Kirchenkreis beteiligen sich zur Zeit elf komplette Kindergartenteams und kommen somit in den Genuss an vier Tagen von den beiden Fachfrauen geschult zu werden. Zudem werden alle teilnehmenden Kindergärten persönlich von den Referentinnen zwei mal vor Ort besucht und erhalten individuelle Beratung.

Die Grundidee dieses Sprachförderkonzeptes ist die kontinuierliche, langfristige Begleitung aller Kinder. Besondere Beachtung finden dabei aber die Kinder, bei denen ein erhöhter Sprachförderbedarf (Delfin 4 Test) festgestellt wurde. Der Sprachförderung wird nicht losgelöst, sondern verknüpft mit den alltäglichen Aktivitäten und Angeboten quer durch die verschiedenen Bildungsbereiche nach dem Motto:  „Wie viel Sprache steckt in Musik, Medienarbeit, Bewegung u nd Naturwissenschaften?“ umgesetzt.  

Die Erzieher(innen) werden für eine sensible uund theoriegeschützte Wahrnehmung der Kindersprache qualifiziert. Sie sollen ein geschultes Ohr entwickeln und aufmerksam werden auf das, was Kinder sprachlich schon können, auf die Strategie, die sie anwenden, um grammatische Regeln zu verinnerlichen und darauf achten, womit sich Kinder gerade auseinandersetzen. Dazu muss man wissen, was es zu entdecken gibt bei der Kinder-Sprache z.B. im Bereich der Laute, Prosodie, Grammatik, Wortbildung, Satzbau, und Kommunikation. Mit Hilfe von Aufnahmegeräten und speziell entwickelten Beobachtungsbögen lernt das pädagogische  Personal festzuhalten, an welcher Stelle das einzelne Kind sprachlich steht, um dann gezielte Angebote aus den verschiedenen Bildungsbereichen spielerisch anzubieten. Sprachanlässe finden sich immer und überall, man muss sie nur ergreifen und pflegen.         

Nachdem der Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit unserer Kinder heute, und speziell nach dem Pisa-Schock, eine grundlegende Bedeutung für ihre gesamte Entwicklung und schulische Leistungsfähigkeit beigemessen wird, kamen mit Hochdruck entwickelte Sprachförderprogramme auf den pädagogischen Markt.

Das Deutsche Jugendinstitute e.v. München (DJI ),ein zentrales sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut auf Bundesebene, hat im Rahmen eines Forschungsauftrages in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit elf Kindertageseinrichtungen in sechs Bundesländern die spezifischen Möglichkeiten und Stärken der Bildungsinstitution Kindergarten für die sprachliche Begleitung Förderung von Kindern im Kindergartenalter herausgearbeitet. Durch  eine intensive Zusammenarbeit mit Fachkräften vor Ort und Experten verschiedener  Bildungsbereiche ist dabei ein ganzheitliches Konzept entwickelt und mit dem Medienpaket „Kinder – Sprache – Stärken“ veröffentlicht worden. Für die Praxis steht damit ein erprobtes Konzept für eine sprachliche Basisarbeit im Kindergarten zur Verfügung.

An der Modellphase nahm auch das  Evangelische Familienzentrum Himmelszelt aus Marl als eine der 11 Einrichtungen auf Bundesebene teil. Somit ergab sich ein guter Kontakt zu den federführenden Fachfrauen Dr. Karin Jampert und Petra Best. Für Gudrun Seime, die als Fachberaterin ebenfalls aktiv an dem Projekt teilnahm, stand danach fest: „Dies ist der Weg für eine effiziente Spracherziehung in Tageseinrichtungen für Kinder. Die Erfolge in der Praxis bestätigen es.“

red.: hh

So machen wir es

Spracherziehung in evangelischen Kindergärten im Kirchenkreis
So machen wir es

Das Beobachten der Schnecke ermuntert zu beschreiben, was man sieht

Wie funktioniert Sprache? Wann und wie lernt ein Kind Wörter, Sätze und  die Grammatik unserer Sprache? Das sind Fragestellungen, zu der die Fortbildung „Schlüsselkompetenz Sprache“ theoretisches Wissen und Umsetzung in die Praxis vermitteln will. Genauer zu erkennen, wann ein Kind an welchem Punkt in der Sprachentwicklung ist, ermöglicht der Erzieherin dem Kind angemessene Sprachanreize zu bieten und somit sein Weiterkommen zu fördern.

Zu dieser Fortbildung trafen sich am 6. und 7. Mai 2009 zum zweiten mal im Kirchenkreis elf komplette Kindergartenteams (alle zehn Kindergärten des Trägerverbundes der Tageseinrichtungen für Kinder im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und des Anne-Frank Kindergartens Haltern) und bildeten sich theoretisch so wie praktisch zur 'Sprachlichen Förderung' weiter. Die Referentinnen Dr. Karin Jampert und Petra Best wurden auf Einladung von Gudrun Seime, Geschäftsführerin des Trägerverbundes der Tageseinrichtungen für Kinder im Ev. Kirchenkreis, für die Langzeitfortbildung verpflichtet. Nach einer Ausschreibung im Kirchenkreis beteiligen sich zur Zeit elf komplette Kindergartenteams und kommen somit in den Genuss an vier Tagen von den beiden Fachfrauen geschult zu werden. Zudem werden alle teilnehmenden Kindergärten persönlich von den Referentinnen zwei mal vor Ort besucht und erhalten individuelle Beratung.

Die Grundidee dieses Sprachförderkonzeptes ist die kontinuierliche, langfristige Begleitung aller Kinder. Besondere Beachtung finden dabei aber die Kinder, bei denen ein erhöhter Sprachförderbedarf (Delfin 4 Test) festgestellt wurde. Der Sprachförderung wird nicht losgelöst, sondern verknüpft mit den alltäglichen Aktivitäten und Angeboten quer durch die verschiedenen Bildungsbereiche nach dem Motto:  „Wie viel Sprache steckt in Musik, Medienarbeit, Bewegung u nd Naturwissenschaften?“ umgesetzt.  

Die Erzieher(innen) werden für eine sensible uund theoriegeschützte Wahrnehmung der Kindersprache qualifiziert. Sie sollen ein geschultes Ohr entwickeln und aufmerksam werden auf das, was Kinder sprachlich schon können, auf die Strategie, die sie anwenden, um grammatische Regeln zu verinnerlichen und darauf achten, womit sich Kinder gerade auseinandersetzen. Dazu muss man wissen, was es zu entdecken gibt bei der Kinder-Sprache z.B. im Bereich der Laute, Prosodie, Grammatik, Wortbildung, Satzbau, und Kommunikation. Mit Hilfe von Aufnahmegeräten und speziell entwickelten Beobachtungsbögen lernt das pädagogische  Personal festzuhalten, an welcher Stelle das einzelne Kind sprachlich steht, um dann gezielte Angebote aus den verschiedenen Bildungsbereichen spielerisch anzubieten. Sprachanlässe finden sich immer und überall, man muss sie nur ergreifen und pflegen.         

Nachdem der Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit unserer Kinder heute, und speziell nach dem Pisa-Schock, eine grundlegende Bedeutung für ihre gesamte Entwicklung und schulische Leistungsfähigkeit beigemessen wird, kamen mit Hochdruck entwickelte Sprachförderprogramme auf den pädagogischen Markt.

Das Deutsche Jugendinstitute e.v. München (DJI ),ein zentrales sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut auf Bundesebene, hat im Rahmen eines Forschungsauftrages in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit elf Kindertageseinrichtungen in sechs Bundesländern die spezifischen Möglichkeiten und Stärken der Bildungsinstitution Kindergarten für die sprachliche Begleitung Förderung von Kindern im Kindergartenalter herausgearbeitet. Durch  eine intensive Zusammenarbeit mit Fachkräften vor Ort und Experten verschiedener  Bildungsbereiche ist dabei ein ganzheitliches Konzept entwickelt und mit dem Medienpaket „Kinder – Sprache – Stärken“ veröffentlicht worden. Für die Praxis steht damit ein erprobtes Konzept für eine sprachliche Basisarbeit im Kindergarten zur Verfügung.

An der Modellphase nahm auch das  Evangelische Familienzentrum Himmelszelt aus Marl als eine der 11 Einrichtungen auf Bundesebene teil. Somit ergab sich ein guter Kontakt zu den federführenden Fachfrauen Dr. Karin Jampert und Petra Best. Für Gudrun Seime, die als Fachberaterin ebenfalls aktiv an dem Projekt teilnahm, stand danach fest: „Dies ist der Weg für eine effiziente Spracherziehung in Tageseinrichtungen für Kinder. Die Erfolge in der Praxis bestätigen es.“

red.: hh

Schule neu denken

Beate Leßmann referiert im Schulreferat
Schule neu denken

Beate Leßmann referierte über Formen eines wertschätzenden Unterrichts

Beate Leßmann stellte am 21. April 2009 vor 160 Lehrerinnen und Lehrern in einer Veranstaltung des Schulreferates im Haus de Kirchenkreises ihr viel beachtetes Unterrichtsmodell vor. Die ehemalige Recklinghäuser Grundschullehrerin und Fachleiterin für Evangelische Religionslehre zeigte den Film „Jedes Kind wertschätzen – wie individuelle Lernwege Kinder stark machen“. Am Beispiel des Deutschunterrichts in der Grundschule veranschaulichte der Film die neuen  Lernwege und Methoden der engagierten Pädagogin, die Kinder mit Freude und Interesse lernen lassen und sie als Persönlichkeit stark machen. In Schreibwerkstätten arbeiten die Kinder als Autoren von Kurzgeschichten, falsch geschrieben Wörter werden in der „Wörterklinik“ behandelt und kreatives Schreiben ersetzt das lehrerzentrierte Diktat. In einem klar vorgegebenen Rahmen lernen die Kinder aus eigenem Interesse und aus Neugier, jedes Kind nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten.

Individuelle Lernwege, das Ernstnehmen ihrer Stärken und eine hohe Wertschätzung der Kinder sind leitende Prinzipien. Der Lehrer steht dabei nicht mehr den Schülern frontal gegenüber und führt die Kinder nicht als geschlossene Klasse von Lernschritt zu Lernschritt. Vielmehr bestimmen die Kinder in Leßmanns Unterricht ihr Lerntempo und den Schwierigkeitsgrad ihrer Aufgaben weitgehend selbst. Der Lehrer stellt Material zu Verfügung, berät die Schüler bei der Problemlösung und zeigt Wege auf, Schwächen zu erkennen und durch Übungen zu überwinden. Dabei ist der Unterricht von einer hohen Wertschätzung der Kinder geprägt, intrinsische Motivation und eine hohe soziale Kompetenz zeigen die Kinder in der Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit schon in den ersten Schuljahren. An Hamburger Schulen mit sehr heterogener Schülerschaft hat die Pädagogin mit ihrem veränderten Unterricht innerhalb kurzer Zeit die Freude am Lernen deutlich erhöht, ein positives Klassenklima erzeugt und die Leistungen aller Schüler gesteigert. Heute arbeitet Beate Leßmann am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein.

Der Schulreferent Holm Schüler, der früher zusammen mit Frau Leßmann auch religionspädagogische Materialien veröffentlicht hat, freute sich besonders über die vielen teilnehmenden jungen Lehrerinnen und Lehrer sowie über die engagierte und ernsthafte Diskussion. Die Referentin ist nun schon drei Jahre hintereinander zu Gast in unserem Kirchenkreis und hat für das nächste Jahr schon zugesagt.

Text: hs, Bild:privat
 

Zertifikatsfeier im Haus des Kirchenkreises

Langzeitfortbildungskurs feiert Abschluss
Zertifikatsfeier im Haus des Kirchenkreises

Die Teilnehmerinnen des Langzeitfortbildungskurses

Im Haus des Kirchenkreises erhielten die Teilnehmerinnen des Langzeitfortbildungskurses für Kindergärtnerinnen Ende März 2009 ihr Abschlusszertifikat. Der Kurs trug den Titel "Tradition ist die Bewahrung des Feuers und nicht die Anbetung der Asche“. Im Zeitraum vom 28.04.08 bis 23.03.09 fanden zwölf ganztägige Veranstaltungen statt, in denen sich die Teilnehmerinnen unter der Leitung von Pfr.in Kathrin Alshuth weiterqualifizierten. Im Mittelpunkt des Programms standen die Auseinandersetzung mit der Bedeutung christlicher Feiertage und Ritale sowie deren kindgerechte pädagogische Umsetzung.  Ausserdem gehörten existenzielle Fragen von Abschied, Trauer und Tod und der Dialog mit dem Islam dazu.
Für Kathrin Alshuth kommt es bei dem umfangreichen Fortbildungsprogramm darauf an, das "evangelische Profil der Kindergärten zu schärfen".

Bild: fk, Text:hh

 

Evangelische Stiftung „ernten und säen“ mit erfolgreichem Jahresendspurt

Adventliches Treffen aller Beteiligten in der Friedenskirche am Schiffhebewerk
Evangelische Stiftung „ernten und säen“ mit erfolgreichem Jahresendspurt

Mitglieder des Stiftungsrates und bisherige Stifterinnen und Stifter trafen sich in der Friedenskirche, Datteln

Zu einer erstmaligen Begegnung zwischen den Mitgliedern des Stiftungsrates und den bisherigen Stifterinnen und Stiftern hatte Dr. Ulrike Preuß in die Friedenskirche eingeladen. Die Vorsitzende des Stiftungsrates konnte am 19. Dezember insgesamt 15 Teilnehmer zu einem adventlichen Nachmittag begrüßen. Das Treffen diente dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Austausch über die bisherige Arbeit der Stiftung.

Superintendent Peter Burkowski, kraft seines Amtes Mitglied im Stiftungsrat, hielt zu Beginn eine Andacht über das Paul-Gerhardt-Lied „Ich steh an deiner Krippen hier“: An Weihnachten erleben Menschen, dass sie von Gott Beschenkte sind; unser Geben und Schenken ist immer eine Antwort darauf.

Nach einer Vorstellungsrunde war beim anschließenden Kaffeetrinken reichlich Gelegenheit, sich in vielen Gesprächen weiter kennen zu lernen. Über den Ort dieser Begegnung informierte Eckard Ostrowski, ehrenamtlicher Kirchmeister der Friedenskirche. Diese entstand in der Zeit des Kanalbaus in Datteln und ist nach einem Umbau 2006/07 heute auch Standort der Binnenschiffermission.

Von einem erfolgreichen Endspurt der Stiftung in den letzten Wochen des Jahres 2008 konnte Pfarrer Günter Johnsdorf berichten. Unter dem Dach von „ernten und säen“ wurde noch im Dezember eine Stiftung für gemeindliche Kirchenmusik finanziell ausgestattet, die offizielle Stiftungsgründung folgt im kommenden Frühjahr. Außerdem entstand ein Stiftungsfonds „Frauen in Not“, die Stifterin möchte anonym bleiben. Schließlich wurde die „Brandt-Sperrling-Stiftung“ für christliche Kinder- und Jugendarbeit in Haltern am See deutlich vom Stifterehepaar aufgestockt.

Zusammen mit den bereits im Jahresverlauf neu begründeten Unterstiftungen für „Flüchtlingsarbeit“ und der „Gonda Rose-Stiftung“ für Frauenarbeit in der Kirchengemeinde Herten-Disteln erhöhte sich das Stiftungsvermögen in 2008 um insgesamt 100.000 Euro auf 372.450  Euro. Für die kirchliche Gemeinschaftsstiftung, die erst am Buß- und Bettag 2007 an die Öffentlichkeit trat, ist dies ein erfreuliches Ergebnis, betonte Pfarrer Johnsdorf. Das Startkapital von „ernten und säen“ betrug 200.000 Euro, die von der Kreissynode zur Verfügung gestellt wurden.

Im Frühjahr 2007 konnten auch erstmalig Erträge der Stiftung ausgeschüttet werden. Das durch Streichung der bisherigen Landesmittel in Existenznot geratene Ökumenische Arbeitslosenzentrum Recklinghausen erhielt einen Betrag von 5.000 Euro.

Die Gemeinschaftsstiftung ist jederzeit offen für Zustiftungen und Spenden für die laufende Arbeit. Bei Zustiftungen ab 5.000 Euro haben Stifterinnen und Stifter die Möglichkeit, einen eigenen Stiftungsfonds unter dem Dach von „ernten und säen“ zu begründen. Aus dem weiten Spektrum kirchlicher und diakonischer Aufgaben wird dann der Förderzweck des Stiftungsfonds festgelegt, ebenso seine Bezeichnung. Wenn gewünscht, kann dies auch der eigene Name der Stifter sein. Weitere Informationen gibt es bei Pfarrer Johnsdorf in der „Arbeitsstelle Fundraising“ des Evangelischen Kirchenkreises (Tel. 02361-206241) oder unter www.ernten-und-säen.de

 

Wo geerntet wird, da wird gesät.

Gemeinschaftsstiftung für Diakonie und Kirche 'ernten und säen' bringt erste Früchte
Wo geerntet wird, da wird gesät.

Ulrich Nüsse, Sup. Peter Burkowski, Lena Schäfer, Hedwig Leser, Dr. Ulrike Preuß, Günter Johnsdorf (v.l.n.r.)

„Damit Früchte Frucht bringen“, lautet das Motto der Gemeinschaftsstiftung für Diakonie und Kirche im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen. Die ersten Früchte gehen in Gänze an das Ökumenische Arbeitslosenzentrum Recklinghausen (ÖALZ), das 5.000 Euro aus dem Ertrag durch das Stiftungsvermögen erhält.  „Wir wollen mit unserem Beitrag eine gute Saat ausstreuen und Projekte im Arbeitslosenzentrum fördern“, sagte die Vorsitzende des Stiftungsrates Dr. Ulrike Preuß bei der heutigen Überreichung der Spende. Superintendent Peter Burkowski, der Mitglied des Stiftungsrates ist, wies auf die Spende als Signal in der landespolitischen Diskussion um die Kürzung der Förderung von Arbeitslosenzentren hin. Man wolle weiterhin Menschen, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen seien, eine von der ARGE unabhängige Beratung gewährleisten.

Daher freut sich Pastoralreferentin Hedwig Leser vom Vorstand des Arbeitslosenzentrums sehr über die finanzielle Unterstützung: „Für uns sind 5.000 Euro ganz, ganz viel Geld. Durch die Streichung der Zuschüsse haben wir ab 2008 ein Loch von 10-15.000 Euro jährlich zu füllen. Daher steigen wir jetzt stark in die Spendenakquise ein. Wir hoffen, mit Spenden einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen“. Ulrich Nüsse, ebenfalls Mitglied des Vorstands des ÖALZ , hofft, dass die Vestische Arbeit (ARGE) weiterhin Beschäftigung auch im Haus des Arbeitsloszentrums fördern möge.

Die Gemeinschaftsstiftung für Diakonie und Kirche ist seit 2007 aktiv. Sie hat die Aufgabe, die kirchliche und diakonische Arbeit im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen zu fördern. Dazu verfügt sie über ein Stiftungskapital von 200.000 Euro. Zusätzlich erhält die Stiftung Erträge aus zweckbezogenen Stiftungsfonds von vier „Unterstiftungen“, die unter dem Dach der Gemeinschaftsstiftung arbeiten. Wer als Privatperson Interesse hat, ein solche „Unterstiftung“ zu gründen, kann dieses Vorhaben bereits ab einer Summe von 5.000 Euro umsetzen.

Weitere Informationen zur Stiftung finden sich unter:  http://kirchenkreis-re.de/ernten-und-saeen

Adresse des Ökumenischen Arbeitslosenzentrums Recklinghausen
Magdalenenstraße 4, 45663 Recklinghausen
Tel.: 02361-996507 FAX: 02361-996548
E-Mail: oealz-re@gmx.de
Leitung: Lena Schäfer

Anfahrtsskizze zum ÖALZ

Bild & Text: hh

Jugend braucht Ausbildungsplätze

Ökumenischer Bergbausolidaritätsgottesdienst stellt Perspektive der Jugendlichen in den Mittelpunkt
Jugend braucht Ausbildungsplätze

Schwarze Luftballons steigen vor der Pauluskirche in Marl auf

Beim diesjährigen ökumenischen Bergbausolidaritätsgottesdienst am 27.1.2008 in der Pauluskirche in Marl-Hüls galt das Augenmerk der Perspektive der Jugendlichen. Auf der Schachtanlage Auguste-Victoria in Marl stehen immerhin 60 Werkbänke leer, die zuvor zur Ausbildung von Jugendlichen genutzt wurden. Für die gegenwärtigen Auszubildenden übernimmt die Zeche keine Übernahmegarantie mehr, da die Perspektive des Steinkohlebergbaus in Deutschland ungewiss ist. Pfarrer Roland Wanke spannte den Bogen bei der Öffnung des Gottesdienstes weiter und verwies am Beispiel der Krise um Nokia in Bochum darauf, daß "Beschäftigung heute keine Selbstverständlichkeit ist".

Dr. Josef Hülsdünker, DGB-Vorsitzender der Region Emscher-Lippe, ordnete anhand des Bibeltextes zu den Arbeitern in Weinberg solche Auswirkungen der herrschenden neoliberalen Wirtschaftspolitik zu, für die Menschen in Betrieben allein reine Kostenfaktoren seien. Er fordete, die Rolle des Staates erneut zu stärken, um die Rechte von Arbeitnehmern auch in Zukunft schützen zu können. Die Bibel liefere für wirtschaftsethische Fragen eine Steilvorlage, an der man sich noch heute orientieren könne. Insbesondere wenn es um die Frage ginge, wie gesellschaftliche Teilhabe gestaltet werden könne, die die Frage der Gerechtigkeit nicht aus den Augen verloren hätte. Für Hülsdünker sei der Gott der Bibel parteilich auf der Seite der Armen.

Vertrauensleute und Betriebsräte der IGBCE, der IG Metall aus dem Bergwerk AV, dem Chemieunternehmen Evonik Degussa und dem Opel Werk Bochum appellierten an die Unternehmensleitungen, in Zukunft mehr Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zukommen zu lassen.
Mit einer Aktion, die vom Industrie- und Sozialpfarramt Recklinghausen entwickelt wurde, schloss der diesjährige Bergbausolidaritätsgottesdienst: 150 schwarzen Luftballons entschwanden, quasi wie die verloren gegangenen Lehrstellen, vor der Kirche in den Himmel. Die Luftballons trugen eine Karte mit der Forderung "Schluß mit den leeren Versprechungen - Jugendliche brauchen Ausbildungsplätze!".

Die zahlreichen Besucher des Gottesdienstes hatten am Ausgang der Kirche die Gelegenheit, eine Solidaritätsadresse für die Beschäftigten von Nokia Bochum zu unterzeichnen.

An dem Gottesdienst wirkten nicht nur die beiden christlichen Kirchen mit, sondern auch wieder die beiden Moscheen aus Marl. Musikalisch trugen der Männergesangverein Victoria und die Bergkapelle Auguste-Victoria zu eine gelungen Veranstaltung bei.

Text: hh; Foto: hsl

Bergbausolidaritätsgottesdienst

MARL-Hüls Pauluskirche 27.1.2008

Anfangs stand die Solidarität mit den Bergleuten im Mittelpunkt, inzwischen ist der Bogen aber weiter gespannt: Beim Bergbaugottesdienst in der Pauluskirche in Marl-Hüls ging es in diesem Jahr auch um die Situation im Bochumer Nokia Werk und um die Frage wirtschaftlicher Machtstrukturen.
Pfarrer Roland Wanke begrüßte die Gäste aus den Betrieben, den Gewerkschaften, den Moscheegemeinden und der katholischen Kirche in Marl. „Nokia zeigt wieder einmal, dass Beschäftigung heute keine Selbstverständlichkeit ist“, sagte der Hülser Pfarrer.
Das Thema Jugend und Ausbildung stand darüber hinaus im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Hans Hubbertz, Industrie- und Sozialpfarrer im evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen, hatte eine Aktion vorbereitet: 150 schwarze Luftballons lagen im Altarraum, die von jungen Auszubildenden an die Gottesdienstbesucher verteilt wurden. Anschließend stiegen die schwarzen Ballons in den Marler Himmel, als Symbol für Ausbildungsplätze, die offenbar im Universum von „schwarzen Löchern“ geschluckt werden.
Aber wohin verschwinden die Ausbildungs- und Arbeitsplätze wirklich? Josef Hülsdünker, DGB-Vorsitzender der Region Emscher-Lippe machte in seiner Gastpredigt deutlich, dass in den neuen neoliberalen Machtstrukturen der Großkonzerne Arbeits- und Ausbildungsplätze lediglich als Kostenfaktoren wahrgenommen werden.
„Wir brauchen deshalb einen starken Staat, der einen Gegenpol zur Wirtschaftsmacht bildet und der sicherstellt, dass Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf Augenhöhe geführt werden können.“
„Die Bibel liefert uns eine Steilvorlage“, sagte Hülsdünker unter Bezug auf das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, die alle gleich entlohnt werden. Allen Menschen müsse eine gerechte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden. „Gott ist in dieser Frage parteilich“, so Hülsdünker in Marl.
Betriebsräte der IGBCE und der IG Metall aus dem Bergwerk AV, dem Chemieunternehmen Evonik Degussa und dem Opel Werk Bochum mahnten, den jungen Schulabsolventen genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen: „Jugend braucht Ausbildung, denn die Jugend ist unsere Zukunft!“
Zum Abschluss des Gottesdienstes hatten alle Besucher die Möglichkeit, eine Solidaritätserklärung für die Bochumer Nokia-Mitarbeiter zu unterschreiben. Die musikalische Gestaltung des Bergbaugottesdienstes hatten wieder der MGV Victoria und die Bergkapelle des Bergwerks AV übernommen.

                                                                                            (wol)

Foto: 150 schwarze Luftballons fliegen vor der Hülser Pauluskirche in den Himmel.

Stiftung für Kinder- und Jugendarbeit in Haltern am See

„Brandt-Sperling-Stiftung“ unter dem Dach der kreiskirchlichen Gemeinschaftsstiftung
Stiftung für Kinder- und Jugendarbeit in Haltern am See

Freuten sich über die Zustiftung des Ehepaares Georg Sperling und Gisela Brandt-Sperling (vorn): (v.l.n.r.) Ingrid Balke, Superintendent Peter Burkowski, Dr. Ulrike Preuß, Pfarrerin Regine Vogtmann, Pfarrer Günter Johnsdorf.

KIRCHENKREIS/HALTERN AM SEE – In Zeiten zurückgehender Kirchensteuern sind neue Einnahmequellen für die Arbeit der Gemeinden sehr wichtig. In der Evangelischen Kirchengemeinde Haltern gibt es seit zehn Jahren die sehr erfolgreiche „Aktion Gemeindespende“, die in 2007 ca. 27.000 Euro erbringt, und manch andere Bemühungen. Nunmehr wird eine erste Stiftung einen Arbeitsbereich der Gemeinde dauerhaft unterstützen und fördern.

Am 29. Oktober unterzeichneten Gisela Brandt-Sperling und Georg Sperling im Halterner Gemein-dehaus die „Zustiftungsvereinbarung“. Mit 25.000 Euro stattet das Ehepaar seine „Brandt-Sperling-Stiftung für die Evangelische Kirchengemeinde Haltern“ aus. Mir den Erträgen aus diesem Geld wird die christliche Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde gefördert.

Wir möchten auf diese Weise „dazu beitragen, unsere Kirchengemeinde am Ort zukunftsfest zu machen,“ erläuterte das Stifterehepaar seine Absichten: „Auch unsere Enkel und Urenkel sollen Kirche so erleben können, wie es uns selbst gut getan hat. Die christliche Prägung der nachfolgenden Generationen ist uns ein Herzensanliegen.“

Für die Evangelische Kirchengemeinde Haltern freuten sich Pfarrerin Regine Vogtmann als Vorsitzende des Presbyteriums und Ingrid Balke als Finanzkirchmeisterin über die finanzielle Unterstüt-zung. In ihrem Dankwort machte Regine Vogtmann deutlich, dass die Kinder- und Jugendarbeit der Kirchengemeinde sehr am Herzen liegt und zusätzliche finanzielle Mittel die weitere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen absichern.

Nur kurz suchte das Stifterehepaar nach dem passenden Partner für ihr Vorhaben: „Die Gemeinschaftsstiftung ‚ernten und säen’ für Kirche und Diakonie im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen bietet uns dafür den verlässlichen unbürokratischen Rahmen“. Seitens der Dachstiftung wurde die Vereinbarung von der Vorsitzenden des Stiftungsrates, Dr. Ulrike Preuß, und von Superintendent Peter Burkowski unterschrieben.

Die „Kirchliche Gemeinschaftsstiftung für Kirche und Diakonie im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen“ wurde bereits im Herbst 2005 durch Beschluss der Kreissynode errichtet. „Zweck der Stiftung ist die Förderung der kirchlichen und diakonischen Arbeit“, heißt es in der Präambel der Satzung, als finanziellen Grundstock hat der Kirchenkreis dafür 200.000 Euro zur Verfügung gestellt. Durch Spenden, Vermächtnisse und Zustiftungen können Einzelpersonen und Gruppen das Anliegen der Stiftung unterstützen.

Bei einer Zustiftung ab 5.000 Euro kann ein spezieller Verwendungszweck im großen Spektrum kirchlicher und diakonischer Aufgabenbereiche bestimmt werden, dann kann die Stiftung auch einen eigenen Namen bekommen, zum Beispiel den der Stifter. Die neue „Brandt-Sperling-Stiftung für die Evangelische Kirchengemeinde Haltern“ ist ein Beispiel für die Möglichkeiten der Namens-gebung und Zweckbindung.

Dr. Ulrike Preuß, die Vorsitzende des Stiftungsrates, begrüßte das Stifterehepaar im Kreis derer, die sich unter dem Dach der Gemeinschaftsstiftung engagieren, und stellte das noch druckfrische Informationsblatt der Stiftung vor. Sie tritt nun mit dem Namen „ernten und säen“ und unter dem Motto „Damit Früchte Frucht bringen“ an die Öffentlichkeit. Am Buß- und Bettag (21. November) lädt der Kirchenkreis zu einem Empfang mit einem Vortrag von Dr. Reinhard Höppner (Kirchentagspräsident 2007, früher Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt) in die Gustav-Adolf-Kirche in Recklinghausen ein. In diesem Rahmen soll auch „ernten und säen“, die Gemeinschaftsstiftung für Kirche und Diakonie, einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden.
GJ

Text: Pfarrer Günter Johnsdorf, Ev. Kirchenkreis Recklinghausen, Arbeitsstelle Fundraising
Foto: Ulrich Kamien, Evangelischer Kirchenkreis Recklinghausen

Unternehmensgewinne gesellschaftlich gerecht verteilen

Solidaritätsgottesdienst eines betriebsübergreifenden Bündnisses

ungleichgewichtige Waage

Die Unternehmensgewinne gesellschaftlich gerecht zu verteilen, war die Kernforderung, die diesmal am Sonntag, dem 5. Februar 2006, im Solidaritätsgottesdienst in der Pauluskirche in Marl im Vordergrund stand. Das Motto des wachsenden betriebsübergreifenden Bündnisses von Vertrauensleuten seitens des Bergwerks Victorai/Blumenthal, der Adam Opel AG, der Degussa, der Sasol AG, der Hüls Service GmbH, der Vestischen Straßenbahnen GmbH und des Rings deutscher Bergingenieure lautete: "Wir für Euch, Ihr für uns".
Arbeitsplätze zu schaffen und den Menschen in der Region eine Perspektive zu geben, sei die Aufgabe der mit Gewinn arbeitenden Unternehmen. Vertreter von Gewerkschaften, Kirchen, Vertrauensleute machten gemeinsam ihre Forderungen plastisch mit einer Waage als Symbol für Gerechtigkeit sichtbar. Mit Pappkartons wurden die Unternehmensgewinne den Errungenschaften des Sozialstaats und der betrieblichen Mitbestimmung gegenübergestellt. Werden die Gewinne einseitig vereinnahmt, wird das gesellschaftliche Gleichgewicht gefährdet und die Waage stürzt ein. So lautete die plastische Botschaft der kreativen Aktion, die auch diesmal wieder auf eine Idee von Dr. Hans Hubbertz, Industrie- und Sozialpfarrer im Kirchenkreis Recklinghausen zurückgeht.

Neben der Paulusgemeinde nahmen das katholische Dekanat, die Kuba und die Fatih-Moschee aktiv an dem Solidaritätsgottesdienst teil.

Foto: Herbert Schlender, KDA-Recklinghausen; Text: hh

Betriebsbesuch bei Karstadt in Recklinghausen

Das Industrie- und Sozialpfarramt organisierte mit dem Betriebsrat der Karstadt-Filiale in Recklinghausen einen Betriebsbesuch.

In einem spannenden Hintergrundgespräch informierten sich Vertreter der beiden Kirchenkreise Recklinghausen und Bottrop/Gladbeck/Dorsten über die gegenwärtige Situation bei Karstadt in Recklinghausen. Die hiesige Filiale war vertreten durch deren Geschäftsführung, Herrn Baule, und durch den Betriebsrat, Herrn Crämer und Frau Schubert.

Karstadt-Betriebsbesuch

 

Die Karstadt-Holding trennte sich kürzlich von 75 kleineren, um die 89 großen Filialen zu behalten. Zu letzteren gehört auch der Betrieb in Recklinghausen mit seinen 13.000 qm Verkaufsfläche und 210 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.
Wie sich die Umstrukturierungen auf die Beschäftigten auswirken, welche Hoffnungen und Ängste damit verbunden sind, wurde am 20.10.05 mit den Mitgliedern der Industrie- und Sozialausschüsse der beiden Kirchenkreise sowie Pfarrern und Pfarrerinnen beleuchtet.
(Dr. Hans Hubbertz, Industrie- und Sozialpfarramt Recklinghausen)

 

 

 

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Konzeption

Titelseite der Konzeption des Ev. Kirchenkreises Recklinghausen

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