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Aufruf zur Wahl in NRW am 14. Mai 2017

KIRCHENKREIS Am kommenden Sonntag wird in NRW gewählt. An verschiedenen Stellen haben die christlichen Kirchen die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, sich mit ihrer Stimmabgabe demokratisch zu beteiligen. Wir fanden im Netz einen Wahlaufruf, dem wir uns gerne anschließen. Der Text stammt von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Solingen und wurde von der dortigen Superintendentin Dr. Ilka Werner und dem Stadtdechanten Michael Mohr unterzeichnet. Wir geben im Folgenden den gelungenen Text wieder, denn 'das Rad muss nicht noch einmal erfunden werden'.
Hier der Text, der mit guten Argumenten begründet, warum aus Sicht der beiden christlichen Kirchen die Bürger und Bürgerinnen zur Wahl aufgerufen sind:

 

"Am 14. Mai 2017 wird in Nordrhein-Westfalen der Landtag neu gewählt.

Wir rufen die Menschen in Solingen auf, wählen zu gehen.

Warum?

Eine hohe Wahlbeteiligung und damit eine breite politische Meinungsäußerung sind wichtig. Sie stärken den Zusammenhalt der Gesellschaft, die die Auseinandersetzung um den besten Weg braucht. Und sie halten die demokratische Kultur lebendig, die darauf angewiesen ist, dass Menschen sich engagieren und sagen, was sie denken.

Wir bitten Sie, mit Ihrer Stimme die Parteien zu stärken, die für die universale Geltung der Menschenrechte und die freiheitlich demokratische Grundordnung in unserem Land eintreten.

Warum?

Mit dem christlichen Glauben und auch mit dem Grundgesetz sind Haltungen, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihres sozialen Status diskriminieren, nicht vereinbar. Wir bitten Sie, Fremdenfeindlichkeit, Anti-Islamismus und Stimmungsmache nicht zu unterstützen. Geben Sie Ihre Stimme menschenfreundlichen, toleranten und vernunftgeleiteten politischen Programmen.

Wir hören in unseren Gemeinden, dass Menschen enttäuscht sind über gebrochene Wahlversprechen früherer Jahre. Wir bitten Sie, ihr Gefühl, es ändere sich ja sowieso nie etwas, nicht zu politischem Desinteresse werden zu lassen.

Warum?

Stumme Verbitterung verstärkt die Distanz zwischen Politik und Bevölkerung. Schieben Sie die Verantwortung für eine gute Gesellschaft nicht einfach auf andere. Bleiben Sie dran, informieren und engagieren Sie sich und überlegen Sie, in welchem Rahmen Sie selbst für eine bessere Nachbarschaft eintreten können!

Wir nehmen wahr, dass die Zerrissenheit der Gesellschaft und die Spaltungen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zunehmen. Wir fordern alle politischen Parteien auf, sich dem zu stellen und konsequenter für Zusammenhalt und Versöhnung einzutreten.

Warum?

In den vergangenen Jahren haben viele gesellschaftliche Kräfte zu wenig erkannt, dass sich Ungerechtigkeiten verfestigten. Auch wir als Kirchen haben zu wenig auf die Lebensgeschichten von Menschen gehört, die in unserem Land praktisch keine Chancen auf Lebenserfolg und Zugehörigkeit haben. Wir haben uns zum Beispiel mit Kinderarmut, Langzeitarbeitslosigkeit und ethnischen Parallelgesellschaften zu leicht abgefunden. Wir warnen aber davor, jetzt die Brüche und Risse im Gesellschaftsgefüge zu benutzen, um die einen gegen die anderen auszuspielen. Dadurch werden die Chancen auf mehr Gerechtigkeit und sozialen Frieden leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Stattdessen geht es darum, ernst zu machen mit Umsteuerung und Veränderung hin zur sozialen Versöhnung.

In der Bibel heißt es: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zu Gott, denn wenn es ihr wohl geht, so geht´s auch euch wohl!“ (Jeremia 29, 7).

Bitte tun Sie das: Gehen Sie wählen, stimmen Sie ab, stimmen Sie mit!

Für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Solingen

Superintendentin Dr. Ilka Werner

Stadtdechant Michael Mohr"

Quelle: http://www.ekir.de/solingen/kirchenkreis/ack_wahlaufruf_ltw2017-1326.php
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