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Festgottesdienst zum Reformationsjubiläums-Motto "Einfach frei!" in Haltern

HALTERN Im Festgottesdienst zum runden Jubiläum ging Pfarrer Bastian Basse in der Erlöserkirche der Frage nach, wo Freiheit heute im Glauben, im Leben, im Lieben und Handeln von Christen verankert ist.
 

Auch in der Gottesdienstgestaltung nahm sich das Team um Bastian Basse einige Freiheiten: Posaunen-Chor, Orgel und „Keep-Praysing Band“ (Foto: JW) wechselten sich in der musikalischen Begleitung ab. Die Lesung gestaltete Julia Nagel mit einer Textcollage aus Stellen des neuen Testaments.

Und Basse begann seine Predigt zwar auf der Kanzel, aber nach einem „Eingangsexperiment“ verließ er diese wieder und predigte im Altarraum, auf Augenhöhe mit der Gemeinde, die die Kirche beinahe bis auf den letzten Platz füllte. Nur drei Worte eines Lieder stimmte er an: „Über den Wolken…“ und die Gemeinde fiel ein: „…muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“.

Ob es aber Freiheit nur über den Wolken gebe, wie im Song von Reinhard Mey, das stellte Basse in Frage. „Das können die meisten von uns nicht nachvollziehen, schließlich besitzen wir weder einen Pilotenschein noch ein Kleinflugzeug“, so der evangelische Pfarrer.

Martin Luther habe die Freiheit des Christenmenschen in seinem Wirken in den Mittepunkt gestellt, so Basse weiter. „Er wandte sich gegen eine  Kirche, die mit der Angst der Menschen Handel trieb. Man kommt in den Himmel wenn die Kohle stimmt? Das wollte Luther nicht."

Luthers Aufbegehren gegen den Ablasshandel der römisch-katholischen Kirche habe dazu geführt, dass er für vogelfrei erklärt wurde und schließlich auf der Wartburg als „Undercover-Theologe“ die Übersetzung des neuen Testaments beginnen konnte.

Sein Anspruch war: Alle Menschen sollten die Bibel lesen können. Luther orientierte sich an dem Satz des Apostels Paulus: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“. Freiheit sei das Thema des Menschen schlechthin und sie sei niemals käuflich, so Basse in seiner Predigt.

Freiheit im christlichen Sinne sei ein Geschenk Gottes, das zur Nächstenliebe befähige. „Luther wollte keine neue Kirche, aber er wollte eine Kirche der Freiheit und keine Kirche der Angst“, sagte Basse. Das bedeute auch einen stetigen Wandel, so Basse weiter, der in einer seiner Fürbitten formulierte: „Gib, dass unsere Kirche nicht so bleibt wie sie ist, damit sie bleibt.“In diesem Sinne sei Kirche ein Ort der Freiheit im Glauben, im Leben, im Lieben und im Handeln, für den man keinen Pilotenschein brauche. Bastian Basse schloss mit dem Satz : „Möge unsere Kirche ein Ort der Freiheit bleiben, auch noch in 500 Jahren“. (Jürgen Wolter)

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