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Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen

HERTEN Was ist Arbeit? Wie wichtig ist Arbeit und wie wollen wir leben? - Die Idee ist einfach: Jede/r Bürger/in erhält ein Grundeinkommen. Unabhängig von der finanziellen Lage. Ohne Gegenleistung. Die Schweizer haben Anfang Juni letzten Jahres darüber in einer Volksabstimmung mehrheitlich dagegen gestimmt, wohl weil die meisten keine klaren Signale bekommen haben, wie das zu finanzieren sei. Immerhin 22 Prozent waren dafür. Seitdem geht die weltweite Diskussion darüber weiter. Auch hier in der Region. Vor kurzem in Herten. Mit dabei war Julia Borries, Referentin für die Erwachsenenbildung des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen. Hier ist ihr Bericht.

 

"Was würden Sie tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt ist? Mehr Ehrenamt und weniger Erwerbsarbeit? Mehr Weiterbildung oder eigene Projekte umsetzen?" Rund 45 Interessierte, Befürworter, Skeptiker und Kritiker diskutierten die Idee der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens und ihrer Folgen für die Gesellschaft im St. Ludgerus Gemeindehaus, in das die Veranstaltergemeinschaft des Bildungswerk des Sozialverbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der Erwachsenenbildung im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und des Gemeinnützigen Instituts iWiPo eingeladen hatten.

Ortrud Harhues, Leiterin des Bildungswerkes des Sozialverbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), führte die Beteiligten in die Thematik ein und erläuterte dabei auch den Ansatz der KAB, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt und die Tätigkeitsgesellschaft beschreibt, in der alle Arten von Arbeit gleichwertig gesehen und gefördert werden.

In drei moderierten Diskussionsrunden stellten sich Frau Prof. Dr. Ute Fischer, Politik- und Sozialwissenschaftlerin an der FH Dortmund, Daniel Kreutz vom Sozialverband Deutschland und Matthias Blöcher vom Netzwerk Grundeinkommen den Fragen der Teilnehmenden. 

Prof. Fischer betonte die zwei wichtigen Voraussetzungen des Grundeinkommens als ein Einkommen ohne Vorleistungen und ohne Bedarf ist:  „So stellt es das Gegenteil zum Leistungsprinzip des aktuellen Sozialsystems dar, das eine Grundsicherung von der Arbeitsbereitschaft abhängig macht und im Zweifel auf strenge bürokratische Kontrollen setzt.“  

Daniel Kreutz setzte in seinen Diskussionsrunden dagegen: „Wir brauchen armutsfeste und sanktionsfreie Sozialsysteme“ und sprach sich vehement gegen die Einführung eines Grundeinkommens aus. 

Matthias Blöcher stellte die Frage: „Welche Gesellschaft will ich mit einem Grundeinkommen bauen?“ Für ihn ging es dabei um nicht weniger als um die Freiheit, selbstbestimmt zu leben.

Ein wichtiges Thema, mit viel Diskussionspotential, das vor allem eine Frage berührt: Wie sozial gerecht kann und soll unsere Gesellschaft sein? Dank der Referenten und der guten Arbeitsmethode haben die TeilnehmerInnen einen umfassenden Einblick in das Thema bekommen. JB

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