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Kreissynode: Finanzen im Horizont der gesellschaftlichen Verantwortung

Mit dem Schwerpunkt Finanzen beschäftigten sich die über 100 Delegierten aus den Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen und ließen sich über die Themen der vorausgegangenen Synoden der Landeskirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland informieren.
Kreissynode: Finanzen im Horizont der gesellschaftlichen Verantwortung

Pfarrer Burghard Müller, Vorsitzender des Finanzausschusses

 

RECKLINGHAUSEN – Den Schwerpunkt der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen bildete das Thema Finanzen. Zum Finanzbericht des Vorsitzenden des kreiskirchlichen Finanzausschusses, Pfarrer Burkhard Müller aus Herten-Disteln, wurden die Haushalte 2019 verabschiedet und die Rechnungsergebnisse 2017 beschlossen.

In seinem Grußwort zu Beginn der Kreissynode warb Landrat Kai Süberkrüb „für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt an Emscher und Lippe“. Dafür dringend erforderlich sei die geplante Verbesserung der Situation von Armen. Gegenüber dem zunehmenden Antisemitismus und Rechtsradikalismus plane der Kreistag die Auslobung einer Rolf-Abrahamsohn-Gedenkmedaille und freue sich über die Nennung von geeigneten Personen, die mit ihrem Engagement vorbildlich und deutlich Zeichen setzten.

Die auf der Landessynode erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte interaktive Website zur Hauptvorlage „Kirche in der Migrationsgesellschaft“ – www.kircheundmigration.ekvw.de – soll bis Ende 2019 eine neuartige Beteiligungsplattform für die am Thema interessierte Öffentlichkeit sein. Der Landessynodale Pfarrer Martin Giesler (Marl) stellte exemplarisch einige Webseiten zur praktischen Arbeit damit und den neuen Möglichkeiten zur Diskussionsbeteiligung vor.

Von den Beschlüssen der EKD-Synode zur Prävention und Intervention von sexualisierter Gewalt und Missbrauch, die es leider auch in der Evangelischen Kirche gibt, berichtete die Landessynodale Hannelore Klippel. Ein klares politisches Statement der EKD sei die finanzielle Hilfe für Flüchtlinge in Höhe von einer Million Euro je Landeskirche, welche die EKD für den Doppelhaushalt 2019/2020 zur Verfügung stelle, so Klippel weiter. Ebenso auch der geforderte sozialverträgliche Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung ab dem Jahr 2020 bis zum endgültigen Ausstieg im Jahr 2035.

Zu den Finanzen

Mit Blick auf die deutlich nach unten korrigierten Wachstumsprognosen der Konjunktur warnte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pfarrer Burkhard Müller (Herten): „Es sieht so aus, als ob wir den Zenit der Entwicklung erreicht oder gar schon überschritten haben, nachdem wir uns Jahr für Jahr über deutliche Zuwächse bei den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln freuen konnten“.

Es gebe schon jetzt „deutlich mehr Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand als im aktiven Dienst“, konstatierte Müller. Die Umstellung von der kameralen Buchführung hin zum Neuen Kirchlichen Finanzmanagements (NKF) „kostet uns mehr als ursprünglich gedacht“, so Müller, nämlich weitere 100.000 Euro zu den geplanten 400.000 Euro, vor allem Kosten für zusätzliches Fachpersonal. Statt einer schlichten „Fortschreibung der Haushaltsansätze der Gemeinden aus dem Jahr 2017“ müssten diese „zu echten, detaillierten Haushaltsplanungen mit eigenen, bewusst gesetzten und dann auch erkennbaren Prioritäten kommen“, so Müller. Dazu fehlten allerdings derzeit belastbare Zahlen „auf allen Ebenen“ aufgrund der Umstellungsschwierigkeiten im Finanzbereich.

Die noch fließenden, konjunkturbedingten Überschüsse sollen laut Kreissynodalbeschluss weiter die zukünftige Finanzausstattung der Kirchengemeinden absichern und die Risikorücklage verstärken. Damit soll der durch den Kirchenmitgliederschwund als sicher geltende Rückgang der Finanzkraft in den nächsten Jahren eine gewisse Zeit lang abgebremst werden und notwendige Handlungsspielräume erhalten bleiben.

Der Haushaltsplan 2018/2019 sieht eine leicht gestiegene Zuweisung von Kirchensteuermitteln an die Kirchengemeinden vor. Dagegen verzeichnet der Haushalt des Kirchenkreises ein planerisches Defizit. „Wir können nur durch das Einplanen von fast einer Viertelmillion Euro Rücklagenentnahme unseren Haushalt 2019 in Hinsicht auf die gemeinsamen Aufgaben im Kirchenkreis zur Deckung bringen“, sagte Müller. 

Zu diesen gemeinsamen Aufgaben zählen unter anderem die Einrichtung einer Fachstelle Jugendarbeit und einer Pfarrstelle für Industrie- und Sozialarbeit/Gesellschaftliche Verantwortung sowie einer Stelle für Öffentlichkeitsarbeit in der Region. „Noch verfahren wir ja nach dem alten Budgetierungsschlüssel: 23% für die Ebene des Kirchenkreises, 77% für die Kirchengemeinden und ihre Verbände … das wird in Zukunft nicht reichen“, sagte Müller. 

Die kirchliche Gemeinschaftsstiftung für Kirche und Diakonie „ernten und säen” verfügt inzwischen Dank umfangreicher Zustiftungen über ein Grundkapital von 1,7 Millionen Euro, dazu kommen nach dem Jahresbericht 2017 etwa 30.000 Euro, berichtete die Vorsitzende des Stiftungsrates, Dr. Ulrike Preuß. Für Projekte im Bereich Kinder- und Jugendarbeit mit dem Thema „Inklusion“ konnten im Jahr 2018 insgesamt rund 26.000 Euro ausgeschüttet werden. GH