Oh, Weihnachtszeit, die Kunden haben keine Zeit
Wenig besinnlich sieht die hektische Weihnachstszeit für die meisten Kunden aus. Sie stürzen sich Jahr für Jahr ins Getümmel, um Geschenke zu besorgen. Pfarrerin Kathrin Alshuth wurde als Berufsschulpfarrerin am Kuniberg- und am Herweg-Blankertz-Berufskolleg in einem Adventsgottesdienst in der Evangelischen Johanneskirche in Recklinghausen eingeführt.
Schulleiter Dr. Walter Schulte, Pfarrerin Kathrin Alshuth und Superintendent Peter Burkowski in der Johanneskirche in Recklinghausen am 8.12.11
Mit dem selbst verfaßten Lied “Oh, Weihnachtszeit, die Kunden haben keine Zeit” nahm die Einzelhandelsoberstufe EOI des Kuniberg-Berufskollegs
den alljährlichen Kontrast zwischen Hektik und Ruheappellen kritisch auf die Schüppe. Die Schülerinnen und Schüler fragten skeptisch: “Ist die Weihnachtszeit wirklich die schönste Zeit im Jahr? Wo bleibt die Besinnlichkeit, wenn alle nur dem Einkauf nach Geschenken nachjagen?"
Auch Pfarrerin Kathrin Alshuth, die von der Weiterbildung von Erzieherinnen in den Bereich der Berufschule wechselte, blickt mit gemischten Gefühlen auf die Entwicklung des Weihnachtsfests. Zumeist werde der Brauch des Schenkens auf die Tradition der Heiligen Drei Könige zurückgeführt. “Wir wollen denen etwas schenken, an denen uns etwas liegt. So wollen wir die Liebe Gottes weitergeben”, beschrieb sie. Der Brauch einander zu beschenken, sei erst 100 Jahre alt. Anfangs hätten nur die Kinder zum Nikolausfest Süßigkeiten bekommen. Pfarrerin Alshuth rief dazu auf, die Stille womöglich in den 'Tagen danach' zu suchen, auch wenn für viele Einzelhändler dann sicherlich manche Inventur dazwischen käme.
Superintendent Peter Burkowski machte darauf aufmerksam, daß evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer nicht immer an der dienstlichen Kleidung des Talars zu erkennen seien. Als Berufsschulpfarrerin begegne sie Menschen mit ihren Lebens- und Wertefragen, die “auf der Suche nach einem sinnvollen Leben” seien. Diese Fragen seien “Gottesfragen, Fragen nach Gott und seiner Verbindung zu uns Menschen”. Als Religionslehrerin stehe sie für eine kritische Auseinandersetzung mit eigenen und anderen Traditionen.
Wie sehr der Religionsunterricht eine “Oase einer ganz persönlichen Betrachtung” jenseits aller Sachorientierung anderer Fächer sei, machte der Schulleiter des Kuniberg-Berufskollegs, Dr. Walter Schulte, deutlich. “Die Schüler und Schülerinnen sind Quelle des Glücks beruflicher Erfüllung für Lehrer und Lehrerinnen”, sagte Dr. Schulte. Der Religionsunterricht übernehme daher im Rahmen eines ganzheitlichen Schulkonzepts die wichtige Aufgabe, mit zu gestalten.
Musikalisch unterstützt wurde der Gottesdienst durch die Beiträge einer Schulband, beeindruckende Chorgesänge und die Premiere einer Computerkomposition des Bandmitglieds Julian Donsbach.
Bild/Text: hh


