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Was uns stark macht – Konvent sucht zeitgemäßes Pfarrbild

DORSTEN - Auf Einladung von Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW),begaben sich jetzt Pfarrerinnen und Pfarrer aus den Evangelischen Kirchenkreisen Gladbeck-Bottrop-Dorsten und Recklinghausen auf die Suche nach einem zeitgemäßen Pfarrbild in der EKvW. In der historischen Kulisse der alten Lohnhalle des ehemaligen Bergwerkes Fürst Leopold in Dorsten tagte zu diesem Thema ein gemeinsamer Pfarrkonvent der beiden Kirchenkreise. Die Gruppenveranstaltung war ein wesentlicher Bestandteil des breit angelegten Diskussionsprozesses um das Pfarramt in der westfälischen Landeskirche.
Was uns stark macht – Konvent sucht zeitgemäßes Pfarrbild

Kreiskantor Matthias Uphoff stimmte die Teilnehmenden musikalisch auf den gemeinsamen Pfarrkonvent ein.

„Auftrag der Pfarrerinnen und Pfarrer in unserer Kirche ist es, das Evangelium unter die Menschen zu bringen“, erklärte Superintendent Dietmar Chudaska zur Begrüßung. Dieser Auftrag ändere sich gerade im nördlichen Ruhrgebiet derzeit drastisch, sagte Chudaska mit Blick auf den Strukturwandel in der Region und „diese Veränderungen müssen benannt und gestaltet werden“. Ziel des gemeinsamen Pfarrkonventes sei es darüber hinaus, Impulse aufzunehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Wenn Pfarrerinnen und Pfarrer ihren Dienst gern tun, wenn sie in ihrer Rolle klar und stark sind, klärt und stärkt dies zugleich die anderen kirchlichen Berufe  sowie das kirchliche Ehrenamt“, zeigte sich Präses Annette Kurschus überzeugt. Rollenklarheit komme der gesamten kirchlichen Dienstgemeinschaft zugute. Zu dieser Klärung und Stärkung wolle die EKvW beitragen.

„Auch in unserer Kirche grassiert der Burnout“, erklärte Pfarrer Christoph Nötzel in seinem Vortrag „Was uns stark macht – Resilienz im Pfarramt?“ „Fachleute nennen die Gabe, immer wieder aufzustehen, Resilienz. Dies bedeutet, unter widrigen Umständen aufzublühen und sich nicht unterkriegen zu lassen“, sagte der Leiter des Amtes für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der rheinischen Landeskirche. Besonders Menschen in sozialen Berufen, darunter auch Geistliche, litten unter dem Massenphänomen des Burnouts. „Wir durchleben einen rasanten Wechsel durch den Prozess der Digitalisierung“, so Nötzel, der dafür warb, sich immer wieder die Frage nach dem eigenen Glauben zu stellen. „Nicht nur auf der Kanzel, sondern ständig, im Dialog mit anderen.“

Am Beispiel von Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer empfahl Nötzel, den eigenen Glauben so zu kultivieren, „dass wir durch ihn auch unter Widrigkeiten aufblühen.“ Die Beispiele sollten ermutigen und zeigen: ich bin nie nur Opfer, ich kann etwas tun und habe Handlungsspielräume.

Was Menschen im Wandel der Strukturen stark macht, zeigte in ihrem Vortrag Pfarrerin Gunhild Vestner auf. Die Leiterin der Telefonseelsorge Recklinghausen machte deutlich, wie das Leben im Zeitalter der Beschleunigung gelingen könne. „Es geht um produktive Auseinandersetzungen im Arbeitsalltag und die Vermeidung von Zeitdruck. „Immer höher, immer schneller und immer weiter wird in unseren Gemeinden nicht funktionieren. Wer in seinem Alltag überwiegend positive Erfahrungen machen kann, fühle sich lebendig, kraftvoll und verbunden mit seiner Welt, erlebe Bedeutsamkeit und Sinnhaftigkeit, so Pfarrerin Vestner.

Unter den Punkten Strukturwandel, Aufgabe von Standorten, demografische Entwicklung, Stellenabbau und zusätzliche Aufgaben im Pfarrdienst warf Superintendentin Katrin Göckenjan, Recklinghausen, einen Blick auf „Baustellen“ in den Nachbarkirchenkreisen. Sie rief dazu auf, trotz aller Schwierigkeiten Menschen seelsorgerlich zu begleiten, das Ehrenamt zu stärken sowie kollegiale Beratung und Supervision in Anspruch zu nehmen. „Wir brauchen zusätzliche fachliche Ressourcen und neue Formen des Pfarrdienstes.“

Text/Bild: Bu

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