Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen

Sie sind hier: Startseite / News / Zuhören lernen - Telefonseelsorge sucht Verstärkung, insbesondere durch Männer

Zuhören lernen - Telefonseelsorge sucht Verstärkung, insbesondere durch Männer

Im November 2018 startet ein neuer Ausbildungskurs mit Schwerpunkt "Zuhören lernen". "Ein guter Zuhörer zu sein, ist eine der wichtigsten und erstaunlichsten Lebenskompetenzen, die der Mensch überhaupt erreichen kann", sagt Telefonseelsorger Stefan Schumacher, Koordinator des europäischen Forschungsprojekts "Listening skills" - ein Trainingskonzept, mit dem man Zuhören lernen kann.
Zuhören lernen - Telefonseelsorge sucht Verstärkung, insbesondere durch Männer

(v.l.) Matthias Mamot und Christa Bischoff leiten stellvertretend die Telefonseelsorge Recklinghausen

 

RECKLINGHAUSEN – "Listening skills" ist ein europäisches Schulungsprogramm, ein Trainingskonzept, mit dem man lernen kann, was das ist: Zuhören. Und dann auch: gute und richtige Fragen stellen. Das scheint keine Selbstverständlichkeit zu sein, wenn Forschungsinstitute aus Deutschland, Niederlande, Ungarn und Italien zusammenarbeiten, um herauszufinden, was zu einem wirklich guten Zuhören gehört.

In der Ausbildung nach dieser neuartigen Methode lernen die Berater*innen, die wichtigsten Grundgefühle ihres Gegenübers zu erkennen und Verständnis zu entwickeln, ohne eigene emotionale Grenzen zu überschreiten. Empathie zu erzeugen ist dafür notwendig. Für einen guten Gesprächsverlauf ist es aber auch wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und die der anderen Person zu respektieren, also weder den eigenen Standpunkt aufzugeben noch wertende Einfluss auf den Gesprächsverlauf zu nehmen. Um Stresssituationen zu vermeiden, müssen kritische Momente im Gesprächsverlauf frühzeitig erkannt werden – auch das gehört zur Ausbildung.

Im November bietet die Telefonseelsorge Recklinghausen auf Basis der „Listening skills“-Methode einen neuen Ausbildungskurs an. Gesucht werden Frauen und insbesondere auch Männer „zwischen 20 und 60“ Jahren, sagt Christa Bischoff, stellvertretende Leiterin der Telefonseelsorge, die bereit sind, für dieses Ziel erst 30 Stunden elektronisch gestütztes Selbstlernen mit Hilfe einer App zu starten, dann 40 Stunden Selbst- und Fremderfahrung in der Ausbildungsgruppe zu absolvieren und schließlich die erlernten Fähigkeiten auf die Praxis zu übertragen und zu vertiefen. Alle Teilnehmenden werden dadurch intensiv auf die Beratungsgespräche am Telefon vorbereitet.

Die Ausbildung ist kostenfrei. Nach der Ausbildung wird aber eine Mitarbeit in der Telefonseelsorge erwartet. Neben Tagschichten gehören auch Nachtschichten dazu, denn die Telefonseelsorge ist jeden Tag rund um die Uhr erreichbar. Durch Fortbildung und Supervision in festen Gruppen sowie Fachvorträge und Fachtagungen zu psychosozialen Themen ist eine weiterführende Qualifikation möglich.

Trotz oder vielmehr: wegen der hohen Anforderungen bringt die Ausbildung vor allem einen persönlichen Gewinn: denn durch die Zertifizierung ist eine hohe Qualität garantiert, die Gruppenerfahrung ist erfahrungsgemäß sehr wertvoll, mit zunehmendem Erkenntnis- und Erfahrungsgewinn steigt die eigene Lebensqualität und durch die permanente fachliche Begleitung durch die Supervision ist eine persönliche Entwicklung und fachliche Weiterentwicklung im Blick.

Informationen zur Telefonseelsorge und zur Ausbildung als ehrenamtliche Beraterin oder ehrenamtlicher Berater in der Telefonseelsorge gibt auf Anfrage Leiterin Pfarrerin Gunhild Vestner. Viele Informationen bietet auch die Homepage der Telefonseelsorge. GH