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Das Fest der Worte - Pfingsten: Waldgottesdienst bei „Mutter Wehner“ in der Haard

OER-ERKENSCHWICK – Voll war es auf der Wiese bei „Mutter Wehner“ in der Haard. Rund 250 Besucherinnen und Besucher aus den evangelischen und katholischen Gemeinden aus Oer-Erkenschwick und Umgebung hatten sich bei gutem Wetter auf dem Gelände eingefunden, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Die Pfarrer Bernd Schäfer von evangelischer Seite und Reinhard Vehring von katholischer Seite freuten sich über den guten Besuch. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde und dem gemeinsamen Chor der ökumenischen Chorgemeinschaft und dem Kirchenchor Christus-König mit ca. 60 Sängerinnen und Sängern.
Das Fest der Worte - Pfingsten: Waldgottesdienst bei „Mutter Wehner“ in der Haard

Der Posaunenchor gestaltete mit dem ökumenischen Chor den Gottesdienst musikalisch.

„Sprache ist missverständlich – und doch soll sie zusammen führen“, machte Pfarrer Reinhard Vehring in seiner Predigt deutlich und schlug den Bogen von der aktuellen Politik zum Pfingsterlebnis in Jerusalem. Pfingsten sei das Fest der Worte, die zusammen führen. „Gott hat „Ja“ durch Jesus Christus zu dieser Welt gesagt für ein Leben, das in Echtheit und Liebe gelebt wird.“ Vehring lud die Menschen ein, auf das Wort Gottes zu hören und seine Wahrheit heute wieder neu zu leben. So werde der Heilige Geist auch heute erlebbar.

Im Gottesdienst wurden noch zwei Kinder von Pfarrer Schäfer getauft.

Text: uka/ Foto: fr

„Du siehst mich.“ - Kirchentag in Berlin und Wittenberg

BERLIN/KIRCHENKREIS – „Du siehst mich“ – unter diesem Motto, beim evangelischen Kirchentag auch Losung genannt, stand der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg. Auch der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen war wieder mit zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie Aktiven dabei. Bei gutem Wetter bot die Bundeshauptstadt eine tolle Kulisse für den Kirchentag. Die Besucherinnen und Besucher erlebten eine große Hilfsbereitschaft der Ordner und der Polizei.
„Du siehst mich.“ - Kirchentag in Berlin und Wittenberg

Das Theater-Ensemble der „boje“ um Leiter Jörg Zahlmann (5.v.l.) spielte auf dem Kirchentag das Stück „Das Tagebuch der Anne Frank“. Für die Musik sorgte Niclas Floer mit seiner Combo. (Foto: Markus Stibert)

Rund 100.000 Dauerteilnehmerinnen und -teilnehmern waren nach Berlin gekommen. Sie konnten aus rund 2.500 Veranstaltungen ein buntes, interessantes und vielseitiges Programm wählen. Zum Glück spielte das Wetter mit, da die großen Veranstaltungen, wie die Eröffnungsgottesdienste, der Besuch von Barak Obama und die Großkonzerte draußen stattfanden. An den großen Plätzen am Brandenburger Tor, Platz der Republik und Gendarmenmarkt waren Großbühnen aufgebaut, auf denen verschiedene Programmpunkte angeboten wurde.

Trotz der großen Veranstaltungshallen in der Messe oder im Berliner Dom und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche war an vielen Veranstaltungsorten das Schild „Halle überfüllt“ zu sehen. Davor bildeten sich bereits lange Schlangen, besonders bei Veranstaltungen mit prominenten Gesichtern aus Kirche und Politik. Rund 70.000 Menschen fanden sich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem ehemaligen US-Präsidenten Barak Obama und dem EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm ein.

Was in den Gemeinden so nie zustande kommt, ist auf Kirchentagen immer wieder ein Phänomen. Tausende von Menschen machen sich am frühen Morgen auf den Weg, um an einer Bibelarbeit teilzunehmen. Bei den Bibelarbeiten von Margot Käßmann, Eckart von Hirschhausen oder Fulbert Steffensky mussten viele draußen bleiben. Kabarettveranstaltungen waren in Berlin sehr gefragt und zogen ein großes Publikum an. Und das Musik verbindet, war auch auf diesem Kirchentag spürbar. Von Klassik über Jazz, Pop bis Gospel war alles vertreten, nicht zu vergessen die zahlreichen Bläserchöre, die an vielen Stellen aufspielten. Beliebt war auch das gemeinsame Singen, z.B. in der Mittagspause oder mit Dieter Falk mit Auszügen aus seinem Luther-Pop-Oratorium. Bei der „Nacht der Lieder“, zu der Clemens Bittlinger wieder eingeladen hatte, waren dieses Mal die Songpoeten der ersten Stunde Siegfried Fietz und Manfred Siebald dabei.

Zu einer festen Größe des Kirchentages gehören die großen Open-Air-Konzerte, die in Berlin vor dem Brandenburger Tor stattfanden. Besonders begehrt war das Konzert der A-capella-Formation „Wise Guys“, die seit vielen Jahren mit der Kindernothilfe ein Programm auf dem Kirchentag gestalten und dieses Mal ihren letzten Auftritt auf dem Kirchentag hatten, da sie zukünftig getrennte Wege gehen werden. 55.000 Besucherinnen und Besucher konnten sie noch mal erleben. Zum Abschied gab es ein Luther-Puzzle.

Aber auch kleinere Veranstaltungen hatten ihren Reiz. So hatten am Freitagabend viele Gemeinden zum Feierabendmahl geladen. Hier hatten Kirchengemeinde und Kirchentagsgemeinde die Möglichkeit, sich gegenseitig kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Viel Platz gab es dieses Mal für den „Markt der Möglichkeiten“ in den Berliner Messehallen. Eine große Anzahl an Organisationen, Einrichtungen und Initiativen stellten ihr Programm und ihre Angebote vor. Die Diakonischen Einrichtungen luden zum Ausruhen und Verweilen ein. Gerade hier gab es viele Möglichkeiten der Begegnung und des Austausches. Die Kirchentagsbuchhandlung hatte das Reformationsjubiläum als Schwerpunkt. Abwechselnd erzählten Autorinnen und Autoren über ihre Bücher und lasen daraus Kostproben. Das „Rote Sofa“ der Kirchenpresse stand am Alexanderplatz. Dort wurden über den Tag bekannte Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft von Redakteurinnen und Redakteuren der Kirchenpresse interviewt und nahmen persönlich Stellung zu aktuellen und kirchlichen Themen.

Auch der Kirchenkreis Recklinghausen war aktiv auf dem Kirchentag vertreten. Neben Hans-Jürgen Hörner bei „Zukunft einkaufen“ führte das Theater-Ensemble des Jugendheims HoT „boje“ aus Marl an zwei Tagen das Theaterstück „Das Tagebuch der Anne Frank“ auf. Die Aufführungen waren jedes Mal überfüllt und viele Interessierte mussten leider abgewiesen werden.

Da der nächste Kirchentag in zwei Jahren in Dortmund stattfindet, gab es eine „Westfalenhalle“, in der sich die nächste gastgebende Evangelische Kirche von Westfalen mit ihren Ämtern und Werken präsentierte. Und im Stadtbild Berlins fielen die zahlreichen kleinen Buden mit der Überschrift „Glückauf und Halleluja“ auf, die mit originellen Sprüchen nach Dortmund einluden: „Kennse nicht? Musse hin!“

Die Berliner Verkehrsbetriebe kamen mit dem Menschenandrang gut zurecht. Natürlich gab es auch immer wieder überfüllte Bahnen und Busse. Insgesamt aber lief der Verkehr und freundliche Servicemitarbeiterinnen und -mitarbeiter gaben den suchenden Kirchentagsbesucherinnen und -besuchern hilfreiche Hinweise. Eine besondere Herausforderung stellte an dem Samstag das DFB-Pokalfinale dar, das zeitgleich mit dem Kirchentag in Berlin stattfand und Kirchentagsbesucher und Fußballfans gleichzeitig transportiert werden mussten. Dazu war auch ein DFB-Pokal-Final-Gottesdienst mit DFB-Präsident Reinhard Grindel in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche im Programm aufgenommen worden.

Die Eindrücke der Anschläge in Paris, Berlin und Manchester sind noch frisch und spürbar. Auch beim Kirchentag gab es für bestimmte Veranstaltungen einen erhöhten Sicherheitsbedarf mit Rucksack- und Taschenkontrollen. Den Kirchentagsbesucherinnen und -besucher war die Notwendigkeit dieser Maßnahmen bewusst, die bereitwillig in Kauf genommen wurden.

Mit einem Abschluss-Gottesdienst mit rund 100.000 Menschen auf den Elbwiesen in Wittenberg, was mit einem immensen logistischen Aufwand verbunden war, endete der Kirchentag.

Und es wurde gleich zum 37. Evangelischen Kirchentag vom 19. bis 23. Juni 2019 nach Dortmund eingeladen. Dann ist die Evangelische Kirche von Westfalen Gastgeberin und wir sind ganz nah dran. Dazwischen liegt noch der Katholikentag vom 9. bis 13. Mai 2018 in Münster.

Link auf die Foto-Galerie zum 36. Evangelischen Kirchentag

Text: uk

Die neuesten Radioandachten: Sonntagsgedanken auf Radio Vest

KIRCHENKREIS Hier finden Sie die neuesten Radioandachten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis.


Hier finden Sie Radioandachten, die bei Radio Vest (Recklinghausen) ausgestrahlt wurden.

  • 5. August 2018: Andacht zur Urlaubszeit von Ulrich Kamien als Audiostream
  • 22. Juli 2018: Andacht zur Wissensgesellschaft von Pfarrer Gert Hofmann (Öffentlichkeitsarbeit im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen) als Audiostream
  • 15. Juli 2018: Andacht von Christiane Müllender (Prädikantin, Presbyterin in Haltern am See) über "Lieblingsplätze im Sommer" als Audiostream
  • 8. Juli 2018: Andacht zur bevorstehenden Ferienzeit von Superintendentin Katrin Göckenjan als Audiostream
  • 17. Juni 2018: Andacht von Pfarrer Bernd Schäfer, Oer-Erkenschwick als Audiostream
  • 2. April 2018: Andacht zum Ostermontag von Ulrich Kamien als Audiostream
  • 1. April 2018: Andacht zum Ostersonntag von Christiane Müllender (Prädikantin, Presbyterin in Haltern am See) als Audiostream
  • 30. März 2018: Andacht zum Karfreitag von Pfarrer Bernd Schäfer (Oer-Erkenschwick) als Audiostream
  • 11. März 2018: Andacht zur Woche der Brüderlichkeit von Pfarrer Gert Hofmann (Öffentlichkeitsarbeit im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen) als Audiostream
  • 4. März 2018: Andacht zum Weltgebetstag der Frauen von Superintendentin Katrin Göckenjan als Audiostream
  • 4. Februar 2018: Andacht über die Musik von Ajam Achmad von Michael Wiese (Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen e.V.) als Audiostream
  • 31. Dezember 2017: Andacht zum Jahresende von Christiane Müllender (Pädikantin, Presbyterin in Haltern am See) als Audiostream
  • 17. Dezember 2017: Andacht über einen beschädigten Adventsengel von Pfarrer Gert Hofmann (Öffentlichkeitsarbeit im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen) als Audiostream
  • 10. Dezember 2017: Andacht zum "Aufmachen" am 2. Advent von Superintendentin Katrin Göckenjan als Audiostream
  • 26. November 2017: Andacht über "Benjamin Franklin" am Totensonntag von Pfarrer Bernd Schäfer (Oer-Erkenschwick) als Audiostream
  • 12. November 2017: Andacht über "Helden" von Michael Wiese (Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen e.V.) als Audiostream
  • 31. Oktober 2017: Andacht über "gut genug?!" zum Reformationstag von Pfarrerin Ulricke Baldermann (Kirchengemeinde Herten) als Audiostream
  • 15. Oktober 2017: Andacht über das "Danke sagen" von Christiane Müllender (Prädikantin, Presbyterin in Haltern am See) als Audiostream
  • 27. August 2017: Andacht über "Klang und Glauben" von Pfarrer Bernd Schäfer (Oer-Erkenschwick) als Audiostream
  • 06. August 2017: Andacht über ein unerwartetes Geschenk von Michael Wiese (Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen e.V.) als Audiostream
  • 02. Juli 2017: Andacht zu "Unsere Verantwortung für die Schöpfung" von Christiane Müllender (Prädikantin, Presbyterin in Haltern am See) als Audiostream
  • 04. Juni 2017: Andacht zum Pfingstfest von Michael Wiese (Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen e.V.) als Audiostream
  • 28. Mai 2017: Andacht von Ulrich Kamien zum 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin/Wittenberg 2017 als Audiostream
  • 21. Mai 2017: Andacht über "Du siehst mich" von Superintendentin Katrin Göckenjan als Audiostream
  • 07. Mai 2017: Andacht über "Selfies" von Pfarrer Bernd Schäfer (Oer-Erkenschwick) als Audiostream
  • 14. April 2017: Andacht zum Karfreitag über "Das Leben ist nicht fair" von Christiane Müllender (Prädikantin, Presbyterin in Haltern am See) als Audiostream
  • 09. April 2017: Andacht zum Palmsonntag von Michael Wiese (Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen e.V.) als  Audiostream
  • 12. März 2017: Andacht zur Fastenaktion "Sieben Woche ohne Sofort" im Jahr 2017 von Ulrich Kamien als Audiostream
  • 5. März 2017: Andacht zum Beginn der Fastenaktion "Sieben Woche ohne Sofort" von Superintendentin Katrin Göckenjan als Audiostream

 

Zwischen Verzweiflung und Ekstase - Crossover-Projekt: Jazz meets Luther bei den Ruhrfestspielen

RECKLINGHAUSEN. Es brauchte nicht viel. Vier Flötistinnen, zwei Jazzmusiker und ein Schauspieler unter dem Dach des Festspielzeltes der Ruhrfestspiele Recklinghausen. Mehr brauchte es nicht, um in knapp zwei Stunden die Zuhörerschaft über illustre Kompositions- und Textbrücken ins Mittelalter zu entführen, hinein in die Klang- und Lebenswelt Martin Luthers.
Zwischen Verzweiflung und Ekstase - Crossover-Projekt: Jazz meets Luther bei den Ruhrfestspielen

Zu Flautando Köln gehören Susanne Hochscheid, Kerstin de Witt, Katrin Krauß, Ursula Thelen (v.l.)

Nur einen kleinen Teil des musikalischen Spektrums zwischen geistlicher und weltlicher Musik zur Zeit der Reformation fing die Projektgruppe mit ihren außergewöhnlichen Möglichkeiten ein. Dafür aber den, der einen erfrischenden Querschnitt durch bekannte und unbekannte zeitgenössische Kompositionen der Reformationszeit bot. Verfremdet und gespiegelt durch die Ausdrucksmöglichkeiten des Jazz und seiner Improvisationskunst, der dem Gefühlsspektrum zwischen höchster Ekstase und abgrundtiefer Verzweiflung seine eigenen Klangfarben beisteuern kann.

Das weltbekannte Flötenquintett Flautando Köln mit Susanne Hochscheid, Katrin Kraus, Ursula Themen und Kerstin de Witt stützte sich dabei auf die Kompositionen des Vibraphonisten Stefan Bauer, dem mit diesem Projekt eine atmosphärisch spannungsvolle Mischung von Barock bis Freejazz gelang, dargeboten mittels einer akustisch wie optisch faszinierenden Klangfarbenbreite von Blockflötentönen und Sopran in Verbindung mit den glockenartigen Tönen zweier Vibraphone und der mal trägen, mal treibenden Percussion Torsten Müllers.

Das Ensemble erzeugte technisch brilliant und stilsicher eine überaus dichte, immer wieder überraschende musikalische eigenständige Resonanz- und Reflexionsfläche zwischen den Texten, die Schauspieler Martin Brambach mit sächsischem Akzent aus Luthers Briefen, Streitschriften und Tischgesprächen pointiert vortrug.

Meist getrennt, zeitweise jedoch zusammengeführt, ergänzten sich auf diese Weise Wort und Musik und begrenzten einander. Vermutlich im Sinne Luthers, der zu seiner Zeit noch dem geistlichen Wort den Vorrang gab, obwohl er gerade mit seinem Schaffen als Lieder-dichter viele einfach Glaubende erreichen konnte. Dem Zuhörer blieb es auf diese Weise überlassen, nach seinen Möglichkeiten und Vorlieben die musikalische und die spirituelle Dimension zu verbinden - oder nicht.

Die (Free-)Jazz-Elemente mit dem ihnen eigenen emotionalen Widerstandspotential trugen einerseits erheblich dazu bei, die gefühlte Distanz zu manchem äußerst kritischen Luthertext zu vergrößern. Auf der anderen Seite unterstrichen diese Passagen aber auch Luthers eigenes Widerstandspotential, das Brambach aus dessen Texten als Prediger, Politiker, Privatmensch und Komponist herauszulesen suchte. Eine musikalisch-kritische Interpretationshilfe gleichsam, weil es hier um die streitbare Seite des Reformators ging und ihre verheerende Wirkung bis in die Neuzeit.

Um ein Beispiel zu nennen: Brambach liest aus Luthers Schrift gegen die Juden seiner Zeit. Die Begeisterung über Brambachs Vortragskunst erstickt im üblen Nachgeschmack der antijüdischen Botschaft. Kein Applaus im Publikum, nicht an dieser Stelle.

Doch genau hier, an dieser Stelle, wird deutlich, wozu der musikalisch-textliche „Cross-over“ dieser Performance zwischen Renaissance-Musik und Jazz, zwischen damals und heute, dienen kann und weshalb der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen genau diese eine Veranstaltung unter den vielen der Ruhrfestspiele unterstützt: Um zu einem vertieften Verständnis des Zusammenhangs von Text und Klang zu kommen und aber auch auf die darin enthaltenen antijüdischen und autoritären Botschaften und ihre Wirkungsgeschichte aufmerksam zu machen.

Dazu gehört, darüber zu informieren, dass Luther nicht nur dazu aufrief, Juden zu töten, sondern auch Hexen und dass er den Fürsten nahelegte, ihre Bauern zu erschlagen, falls sie aufmuckten. Und auch darüber, dass ein Jahrhundert später der Lutherschüler Johann Sebastian Bach, der bis heute Laien wie Berufsmusiker als Improvisateur und Komponist fasziniert, seine mit Anitjudaismen gespickte Matthäuspassion komponierte. Und dass wiederum ein Jahrhundert später ausgerechnet der Judenchrist Felix Mendelssohn (später: -Bartholdy) mit seiner Uraufführung der Bachschen Matthäuspassion 1829 in der Berliner Singakademie vor dem begeisterten König Friedrich Wilhelm III und den ebenso begeisterten Geisteswissenschaftlern Droysen, Hegel, Heine und Schleiermacher eine Bach-Renaissance in Gang brachte und damit erneut den beigepackten anitjudaistischen Botschaften zu neuer Aufmerksamkeit verhalf.

Die ungewöhnliche musikalische Bandbreite der Performance, die zeitgenössische tänzerische und folkloristische Motive einbezog, verdankte sich zu guter Letzt wohl schon im Vorfeld einer eingehenden Beratung mit Kirchenmusikdirektorin Elke Cernysev, die bekannt dafür ist, immer wieder zusammen mit anderen musikalisches und künstlerisches Neuland zu betreten.

Text/Bild: gh

Veranstaltungskalender Reformationsjubiläum Metropole Ruhr

RUHRGEBIET Ein umfassendes Veranstaltungsverzeichnis stellte Pfr. Ulrich Brockhoff-Ferda aus dem Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen zusammen. Diese tabellarische Auflistung von Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum mit 94 Seiten bieten wir zum Download an.
Veranstaltungskalender Reformationsjubiläum Metropole Ruhr

Broschüre zum Reformationsjubiläum Metropole Ruhr

Kirchenkreis auf dem „Hügel“

RECKLINGHAUSEN – Bei dem Kulturvolksfest zum Start der Ruhrfestspiele rund um das Festspielhaus war der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen mit den Bereichen Seelsorge und Öffentlichkeitsarbeit vertreten. Nach den guten Erfahrungen im vergangenen Jahr hatten sich die Pfarrerinnen und Pfarrer aus der Telefonseelsorge, Krankenhausseelsorge, Notfallseelsorge und dem Ambulanten Hospizdienst wieder einiges überlegt, um mit den Besucherinnen und Besuchern in Kontakt und ins Gespräch zu kommen. Sie präsentierten sich in mittelalterlichen Kostümen aus der Zeit der Reformation. Mitmachen konnte man beim „Refo-Quiz“ mit fünf Fragen zur Reformation.
Kirchenkreis auf dem „Hügel“

In mittelalterlichen Kostümen präsentierten sich die Pfarrerinnen und Pfarrer dem Publikum, hier Pfarrer Thomas Jarck von der Krankenhausseelsorge

Das von Pfarrer Dr. Hans Hubbertz entwickelte Projekt „BibleFace“ stellt das Selfie als Bibelvers dar. Unterstützt wurde er dabei von Pfarrer Gert Hofmann, der engagiert mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch kam sowie Torsten Block und Oliver Hermanns von der IT des Kirchenkreises. (Näheres zu „BibleFace“ siehe eigenen Artikel).

Festspielhaushügel 2017, Fotos: Gert Hofmann

Portraits der SeelsorgerInnen im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen auf dem Festspielhaushügel: Assessor Pfr. Frank Rüter, Ernst Leibeck, Pfr. Thomas Jarck, Pfr. Georg Mikulski, Pfr. Ingo Janzen, Pfr.in Gunhild Vestner (v.l,)

Text: uka; Fotos: gh u. gv

Vergangenheit trifft auf Moderne - Webprojekt „BibleFace“ macht Selfie zum Textbild

KIRCHENKREIS – „BibleFace“ heißt das von Pfarrer Dr. Hans Hubbertz entwickelte interaktive Multimedia-Projekt zum Reformationsjubiläum 2017, das beim Kulturvolksfest zum Beginn der Ruhrfestspiele der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. „BibleFace“ transformiert das Selfie, das mit einem Bibelvers in Berührung kommt in ein Textbild. Es bringt den klassischen Buchdruck aus der Zeit Gutenbergs mit der Moderne des Smartphones in Verbindung.
Vergangenheit trifft auf Moderne - Webprojekt „BibleFace“ macht Selfie zum Textbild

Stellten das Web-Projekt „BibleFace“ vor: (v.l.) Pfarrer Dr. Hans Hubbertz, Pfarrer Gert Hofmann, Dirk Scharrelmann, Oliver Hermanns und Superintendentin Katrin Göckenjan.

Für das „BibleFace“-Projekt gibt es eine eigene Internetseite. Dort lädt man sein Selfie, sein Selbstportrait, per Smartphone hoch. Auf der Bibel-Datenbank der Deutschen Bibelgesellschaft sucht man sich einen Bibelvers aus und sendet ihn ab. Das Selfie wird jetzt in ein Textbild umgewandelt mit verschieden farbigen und unterschiedlich großen Buchstaben. Aus der Nähe ist eher der Text erkennbar, aus der Ferne mehr das Gesicht. Zu sehen sind die umgewandelten Selfies in einer Internetgalerie sowie auf vier Monitoren, die auf einem Stahlgestell befestigt sind, das von Dirk Scharrelmann von der Firma SZ Schacht- und Streckenausbau aus Recklinghausen gestiftet wurde. Er hatte bereits für den von Hans Hubbertz entwickelten Multitouch-Table die Konstruktion gebaut. Die Programmierung erfolgte durch Morton Jonuschat aus Haltern am See.

Der Buchdruck war zur Zeit Martin Luthers die revolutionäre Erfindung schlechthin. Ohne die Gutenbergpresse hätte es die Reformation vermutlich schwer gehabt, ist sich Hans Hubbertz sicher. Welche Medien Würde Martin Luther heute nutzen? „Kirche muss die modernen Medien wie das Internet und die sozialen Netzwerke nutzen, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen.“ Für den Pfarrer für Industrie- und Sozialarbeit und Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen ist es nicht das erste Projekt dieser Art, das er entwickelt hat. Bereits mit „BlinkenBible“ produzierte er mit einem Hochleistungslaser ausgesuchte Bibelsprüche auf das Sparkassen-Hochhaus in Marl und in einer Messehalle auf dem Evangelischen Kirchentag 2013 in Hamburg. Und zuletzt am Reformationstag 2016 auf den Turm von St. Peter in Recklinghausen.

„Durch „BibleFace“ kam man beim Kulturvolksfest auf dem „Hügel“ auch mit Menschen in Kontakt, die sonst wenig bis nicht unbedingt etwas mit Kirche zu tun haben“, berichtete Pfarrer Gert Hofmann von zahlreichen positiven Begegnungen. Die Evangelische Kirche von Westfalen hat es auch auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin präsentiert. „BibleFace“ ist im Internet frei verfügbar und kann von jedem benutzt werden. Es ist einsetzbar im Schulunterricht, in der Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, auf Freizeiten und Gemeindefesten.

Text und Foto: uka

Gemeinschaftsaufgabe zwischen Kirche und Krankenhaus - Neue Krankenhausseelsorgerin am Klinikum Vest

KIRCHENKREIS – Pfarrerin Barbi Kohlhage ist die neue Krankenhausseelsorgerein am Klinikum Vest. Sie tritt die Nachfolgerin von Margarete Laarmann an, die im September 2016 in den Ruhestand getreten ist. Kohlhage ist in Stuttgart geboren, im Sauerland aufgewachsen, hat in Münster und Hamburg studiert. Ihr Vikariat absolvierte sie in Wattenscheid, den Entsendungsdienst in Gelsenkirchen-Hassel. Von 1995 bis 2002 war Kohlhage in der Erwachsenenbildung tätig, seit 2004 in der Krankenhausseelsorge im Kirchenkreis Hamm. Dazu kamen Fort- und Weiterbildungen in Gesprächspsychotherapie, Supervison, Gottesdienst-Coaching, palliativer Versorgung und Ethik-Beratung. Seit 2015 ist sie im Vorstand der Krankenhausseelsorge der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Gemeinschaftsaufgabe zwischen Kirche und Krankenhaus - Neue Krankenhausseelsorgerin am Klinikum Vest

Superintendentin Katrin Göckenjan (rechts) und Assessor Frank Rüter begrüßten Pfarrerin Barbi Kohlhage als neue Krankenhausseelsorgerin im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen.

Aus Sicht Kohlhages ist die Krankenhausseelsorge zu einer Gemeinschaftsaufgabe zwischen Kirche und Krankenhaus geworden. Krankenhausseelsorge nimmt zum einen die Betreuung von Menschen im Gesundheitswesen wahr, zum anderen auch die Unterstützung der Beschäftigten in den Kliniken. „Die Begegnungen mit Patienten und ihren Angehörigen haben mich Vieles über das Leben gelehrt und erfüllen mich mit großer Dankbarkeit“, macht Barbi Kohlhage deutlich.

Ihr Schwerpunkt am Klinikum Vest liegt im Knappschafts-Krankenhaus in Recklinghausen, der kleinere Teil des Aufgabengebietes in der Paracelsus-Klinik Marl. Im Kirchenkreis Recklinghausen ist Barbi Kohlhage keine Unbekannte. Mit ihrem Mann Martin Roth lebte sie einige Jahre Pfarrer in der ehemaligen Philipp-Nicolai-Kirchengemeinde in Recklinghausen-Süd, in der er Pfarrer war, bevor er nach Ascheberg wechselte. 

Text und Foto: uka

 

 

Jung, dynamisch und voller Ideen - Neue Referentin für Erwachsenenbildung im Kirchenkreis

KIRCHENKREIS – Inzwischen ist Julia Borries im Kirchenkreis Recklinghausen angekommen. Seit März ist sie die neue Referentin für Erwachsenenbildung im Kirchenkreis und hat die Nachfolge von Ralf Dinand angetreten, der im August 2016 in den Vorruhestand getreten ist. Die gebürtige Münsteranerin hat Sozialwissenschaften und Politikwissenschaften studiert. In den letzten fünf Jahren lebte sie in Berlin und hat dort für den Deutschen Bibliotheksverband und die Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa gearbeitet. Ihr Arbeitsgebiet umfasste das Fundraising und die Projektbeantragung von Drittmitteln. Zudem hat sie Workshops und Schulungen organisiert.
Jung, dynamisch und voller Ideen - Neue Referentin für Erwachsenenbildung im Kirchenkreis

Julia Borries

Nun möchte Julia Borries Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Recklinghausen gestalten. Sie ist interessiert an der Region und den Themen, die hier zu bearbeiten sind. Und sie ist dabei nicht allein unterwegs. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der Kollegin Petra Masuch-Thies aus dem Nachbar-Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Zudem arbeitet Julia Borries in der Evangelischen Akademie Recklinghausen und im Arbeitskreis Kirche & Kino mit, der auch das Kirchliche Filmfestival organisiert.

Nun ist Julia Borries dabei, den Kirchenkreis kennen zu lernen, mit seinen Gemeinden, Kooperationspartnern und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Text und Foto:uka

Sonntagsgedanken von Ulrich Kamien bei Radio Vest zum Kirchentag am 28. Mai 2017

KIRCHENKREIS Die Radioandacht von Ulrich Kamien zum diesjährigen Kirchentag in Berlin/Wittenberg stellen wir hier nun online zur Verfügung. Hören Sie selbst...

Die Anacht, die am Sonntag, dem 28. Mai 2017 bei Radio Vest ausgestrahlt wurde, können Sie nachhören als Audiostream.

Nächste Asylrechtsschulung Mittwoch, dem 31. Mai 2017, 18.00 – 20.00 h mit Rechtsanwältin Gudrun Galster im Haus des Ev. Kirchenkreises Recklinghausen

KIRCHENKREIS Wie gewohnt trifft sich die Gruppe zur nächsten Asylrechtsschulung mit Rechtsanwältin Gudrun Galster am letzten Mittwoch im Monat – diesmal jedoch an einem anderen Ort, weil es im Raum im ehem. Kreiswehrersatzamt zu eng geworden ist. Die Schulung findet also diesmal statt am Mittwoch, dem 31. Mai 2017, 18.00 – 20.00 Uhr, im Haus des Ev. Kirchenkreises, Limperstr. 15, 45657 Recklinghausen, großer Saal (im EG).

Das „Haus des Ev. Kirchenkreises“ liegt neben der Christuskirche schräg gegenüber dem ehem. Kreiswehrersatzamt.
Nehmen Sie bitte den Eingang mit den Treppenstufen direkt an der Limperstraße. Der große Saal befindet im Erdgeschoss hinter den Garderoben.

Gospelprojekt „viel/feel spirit“

MARL/RECKLINGHAUSEN – Es ist inzwischen das 14. Chorprojekt. Seit März 2017 haben sie wieder kräftig geprobt und an einem umfangreichen Programm gefeilt. Nun werden die Mitglieder des diesjährigen Chorprojekts „viel/feel spirit“ das erarbeitete Programm einem breiten Publikum präsentieren.Über die Jahre hat das Gospelprojekt nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Unter der bewährten Leitung von Andrea Kittel sind neben Gospel-Klassikern auch unbekanntere Stücke zu hören. Mit dabei sind in diesem Jahr neben dem Projektchor wieder die Chöre „nameless joy“, ebenfalls unter der Leitung von Andrea Kittel, die „Seelenrocker“ aus Westerholt-Bertlich unter der Leitung von Thomas Bertsch und die Projektband unter der Leitung von Niclas Floer. Der Pianist, Arrangeur und Chorleiter verfügt über eine Menge Erfahrung in Sachen Gospel.
Gospelprojekt „viel/feel spirit“

Das Gospelprojekt „viel/feel spirit“ in der Auferstehungskirche in Marl 2016.

Die Auferstehungskirche an der Westfalenstraße in Marl wird am Pfingstsonntag, den 4. Juni 2017, ab 20 Uhr wieder die Menschenmassen nicht fassen können, so dass eine Übertragung auf den Kirchplatz erfolgt. Im Anschluss wird dort zu einem Abendimbiss eingeladen. Wer es am Pfingstsonntag nicht schafft oder keinen Platz mehr findet, hat am Samstag, den 10. Juni 2017, noch eine weitere Gelegenheit beim Gospelkonzert um 18 Uhr in der Christuskirche in Recklinghausen an der Limperstraße. Der Eintritt zu beiden Konzerten ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende gebeten.

Text: uka
Foto (Archiv): Ulrich Walter 

Unter freiem Himmel

OER-ERKENSCHWICK – Die Evangelische und die Katholische Gemeinde in Oer-Erkenschwick laden am Pfingstmontag, den 4. Juni 2017, zu einem Open-Air-Gottesdienst in die Haard nach „Mutter Wehner“ ein. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr und wird musikalisch von den Chören der Gemeinden und dem Evangelischen Posaunenchor mitgestaltet.
Unter freiem Himmel

Ein fester Anlaufpunkt am Pfingstmontag ist der Open-Air-Gottesdienst in der Haard bei „Mutter Wehner“.

Über die Jahre ist die Veranstaltung zu einer festen Größe geworden, zu der auch zahlreiche Gemeindeglieder aus anderen Gemeinden, wie z.B. Marl kommen. Bei gutem Wetter kamen in den letzten Jahren viele Besucherinnen und Besucher in die Haard, so dass die Sitzplätze nicht ausreichten. Der Gottesdienst lebt durch die besondere Atmosphäre unter freiem Himmel und der ökumenischen Gemeinschaft.

Text/Foto (Archiv): uka

„Zu viel Medizin am Lebensende?“ - Ambulanter Hospizdienst: Palliativmediziner Matthias Töns zu Gast

OER-ERKENSCHWICK – „Zu viel Medizin am Lebensende?“ Unter dieser Fragestellung lädt der Ambulante Hospizdient Oer-Erkenschwick in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Recklinghausen und der Erwachsenenbildung des Kirchenkreises zu einer Veranstaltung am Mittwoch, den 7. Juni, von 18.30 bis 20.30 Uhr in die Kapelle des Matthias-Claudius-Zentrums an der Halluinstraße ein.

Als Referent konnte der kreiskirchliche Hospizkoordinator, Pfarrer Ulrich Radke, der auch die Moderation des Abends übernimmt, den bekannten und renommierten Palliativmediziner Dr. med. Matthias Thöns aus Witten gewinnen. Der Eintritt ist frei. Zum Ende wird um eine Spende für den Ambulanten Hospizdienst Oer-Erkenschwick gebeten.

uka

„Du siehst mich“ (1. Mose 16,13) Kirchentag in Berlin und Wittenberg steht vor der Tür

KIRCHENKREIS/BERLIN – 2017 – das Jahr des Reformationsjubiläums mit ganz vielen Veranstaltungen, Angeboten, landauf, landab, auch in unserem Kirchenkreis. Gut, dass Martin Luther in einem ungeraden Jahr seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angebracht hat. Denn in ungeraden Jahren findet seit 1949 auch immer der Evangelische Kirchentag in einer deutschen Großstadt statt. Der wechselt sich ab in den geraden Jahren mit dem Katholikentag, der übrigens 2018 in Münster ist. Und dann gibt es noch in unregelmäßigen Abständen Ökumenische Kirchentage. Der letzte war 2010 in München. Der nächste ist für 2021 in Frankfurt am Main geplant. Es passt also in diesem Jahr. Reformationsjubiläum und Evangelischer Kirchentag fallen zusammen. Sonst hätte man sich noch etwas ausdenken müssen, um diesen Anlass gebührend zu begehen.
„Du siehst mich“ (1. Mose 16,13) Kirchentag in Berlin und Wittenberg steht vor der Tür

Logo des diesjährigen DEKT

Der Ort des diesjährigen Kirchentages sollte nah an Wittenberg sein. Denn diese für die Reformation so wichtige Stadt sollte mit eingebunden werden. Und so ist der Evangelische Kirchentag vom 24. bis 28. Mai 2017 in der Bundeshauptstadt Berlin zu Gast.

Dazu gibt es in diesem Jahr noch die sogenannten „Kirchentage am Wege“ mit ihren jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten, sechs Stück an der Zahl in Mitteldeutschland, u.a. in Magdeburg, Leipzig und Erfurt.

Jeder Evangelische Kirchentag steht unter einem Bibelwort, der Kirchentagslosung.
„Du siehst mich“ – so lautet die Losung des 36. Evangelischen Kirchentages aus dem 1. Buch Mose. Rund 100.000 Dauerteilnehmende aus Deutschland und Europa werden zu dieser Großveranstaltung in der Bundeshauptstadt erwartet, die an fünf Tagen in über 2.500 Veranstaltungen gemeinsam über die Rolle der Christen in der Welt und in der Gesellschaft nachdenken und diskutieren. Dabei kommen in Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops auch aktuelle Fragen aus Politik und Gesellschaft, zu sozialen und ethischen Themen zur Sprache.

Neben all dem sind Kirchentage auch immer ein Fest des Glaubens mit Gottesdiensten, Bibelarbeiten, Meditationen und gemeinsamem Singen und Beten. Ebenso wird ein umfangreiches kulturelles Programm angeboten mit Konzerten aller Musikrichtungen, mit Theater, Ausstellungen, Literatur und Kleinkunst. Nicht zu vergessen, der „Markt der Möglichkeiten“, der mit seinen Ständen jede Menge Informationen für die Kirchentagsbesucherinnen und -besucher bereit hält. Beliebt ist auch das „Rote Sofa“ der Kirchenpresse, auf dem sich Kirchenleute und Politiker den Fragen von Journalisten stellen. Seit vielen Jahren ist der Evangelische Kirchentag auch eine wichtige Plattform für Personen öffentlichen Lebens aus Politik und Gesellschaft, die sich auch in Berlin und Wittenberg wieder ihr Stelldichein geben. Und natürlich hat Berlin auch als Metropole einiges zu bieten.

Aus dem Kirchenkreis Recklinghausen werden viele Menschen nach Berlin unterwegs sein. Das Theater-Ensemble des HoT boje in Marl führt auf dem Kirchentag das Stück „Das Tagebuch der Anne Frank“ auf, das im April bereits im Marler Theater einen großen Erfolg verbuchen konnte. Hans-Jürgen Hörner vom Umweltreferat der Landeskirche wird mit einem Stand auf die Umweltarbeit wie „Der Grüne Hahn“ und „Zukunft einkaufen“ aufmerksam machen. Das multimediale Kirchenkreisprojekt "BibleFace" wird seitens der Landeskirche von Westfalen gezeigt.
Und auch der Projektchor der Ev. Kirchengemeinde Oer-Erkenschwick hat wieder einige Auftritte.


Am Mittwochabend startet der Kirchentag mit den Eröffnungsgottesdiensten und dem „Abend der Begegnung“, an dem sich die gastgebenden Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz mit vielen Ständen, Musik und Kulinarischem präsentiert. In den darauf folgenden Tagen wartet auf die Besucherinnen und Besucher ein breitgefächertes, buntes Angebot. Den Abschluss des Kirchentages bildet der Festgottesdienst zum Reformationsjubi-läum am Sonntag auf den Elbwiesen in Wittenberg. Rund 200.000 Menschen werden dort erwartet, ein organisatorischer und logistischer Kraftakt. Denn Wittenberg liegt nicht direkt an der Autobahn. Es müssen Parkplätze, Versorgung und sanitäre Einrichtungen in großem Um-fang zur Verfügung gestellt werden. Und die Menschen müssen am Sonntagmorgen von Be-lin nach Wittenberg kommen. Die Deutsche Bahn setzt Sonderzüge ein. Der Gottesdienst fängt deswegen auch erst um 12 Uhr an. Und nach dem Gottesdienst gibt es noch ein Musik- und Kulturprogramm, denn es wird einige Zeit dauern, bis sich der Platz nach Stunden wieder geleert hat.

Wer nicht zum Kirchentag fährt, hat die Möglichkeit den Eröffnungs- und Schlussgottesdienst im Fernsehen zu verfolgen. Ebenso wird der RBB in einigen Sondersendungen vom Kirchentag berichten.

Text:uka/red:hh ;-)

 

Der Frühling ist da – das „Kirchenrad“ kommt

LANDESKIRCHE VON WESTFALEN Unter dem Motto „Kirchenrad fahren – Schöpfung bewahren“ hat die Klimaschutzagentur der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) ein „Kirchenrad“ entwickelt und bietet es nun Pfarrerinnen und Pfarrern, Presbyterinnen und Presbytern und Jedermann zum Kauf an. Zusammen mit einer Münsterländer Fahrradmanufaktur ist ein Pedelec (E-Bike) aus hochwertigen Komponenten zusammengestellt worden, das nun zu einem sehr attraktiven Preis vom Hersteller angeboten wird. Es steht in drei Variationen als Herrenrad, als Citybike mit niedrigem Einstieg und als Trapezrad zur Verfügung. Deutlich sichtbar ist der Schriftzug „Kirchenrad“ am Rahmenrohr.
Der Frühling ist da – das „Kirchenrad“ kommt

Hans-Jürgen Hörner vom Projektbüro „Der Grüne Hahn“ mit dem „Kirchenrad“ (Modell Trapezrad) am Haus des Kirchenkreises in Recklinghausen.

Auf Wunsch können Kirchengemeinden und auch Einzelpersonen ihr „Kirchenrad“ mit weiterem Zubehör individuell gestalten, auf ihre Gemeinde oder auf ihren Kirchenkreis hinweisen und ihr Engagement für die Bewahrung der Schöpfung sichtbar machen.

Dorothee Albrecht, Klimaschutz-Managerin der EKvW betont, dass das „Kirchenrad“ Teil des Mobilitätskonzepts der Westfälischen Kirche ist. „Es möchte dazu anregen, auch für die Strecken ab 5 Kilometer, für die bislang noch oft das Auto benutzt wird, auf das Fahrrad umzusteigen. Dazu ist ein Pedelec ideal und genau so schnell wie das Auto.“

„Außerdem tut Fahrradfahren der Gesundheit gut und macht die Pfarrerin und den Pfarrer in der Gemeinde sichtbarer", ergänzt Volker Rotthauwe, Pfarrer für nachhaltige Entwicklung der Landeskirche. „Man kommt unverschwitzt zum Hausbesuch, kann schnell für ein kurzes Gespräch auf dem Weg absteigen oder das Rad als Werbung für die Gemeinde nutzen.“ Gemeinden und Kirchenkreise sind dazu eingeladen, rund um das „Kirchenrad“ Aktionen und gemeinsame Fahrradausflüge anzubieten.

Alle weiteren Details zum Kirchenrad und auch das Bestellformular finden sich auf der Homepage www.kirchenrad.de.

Kontakt: Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW
Klimaschutzagentur EKvW
Pfarrer Volker Rotthauwe
Dorothee Albrecht
02304/755-331
klimaschutzagentur@kircheundgesellschaft.de
IKG


Foto: Ulrich Kamien
Text: Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW

Gedenkgottesdienst mit Schweigen für die mehr als 10.000 Toten der Flucht an Europas Grenzen

RECKLINGHAUSEN „DU siehst mich. SIEHST du mich?" Gegen das Sterben im Mittelmeer, Freitag, den 26. Mai 2017, 12.15 Uhr in der Gastkirche, Recklinghausen, Hl.- Geist- Str. 7. Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin wird es am Freitag eine Gedenkveranstaltung für die Opfer von Flucht an den europäischen Außengrenzen geben. Das Programm des Kirchentages wird um 11 Uhr zu einer großen Veranstaltung einladen, die um die Mittagszeit mit einem Schweigen für die Toten endet. Diese Aktion soll auch an vielen anderen Orten stattfinden.
Gedenkgottesdienst mit  Schweigen für die mehr als 10.000  Toten der Flucht an Europas Grenzen

Refugees on a boat crossing the Mediterranean sea, heading from Turkish coast to the northeastern Greek island of Lesbos, 29 January 2016

Reformationskinder

KIRCHENRKEIS Im Rahmen des Reformationsjubiläums findet unter diesem Titel ein Aktionstag des Ev. Kirchenkreises Recklinghausen in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden des Kreises statt. Mitarbeitende aus allen Städten planen schon seit Monaten diesen kleinen Kirchentag für Kinder, auf dem wir uns gemeinsam auf die Spuren von Martin Luther und der Reformation begeben wollen. Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren sind eingeladen, sich mit auf den Weg zu machen.
Reformationskinder

Flyer Reformationskinder

Der Weg zum Austragungsort in Oer-Erkenschwick kann aus allen Städten des Kirchenkreises mit Bussen zurückgelegt werden. Abfahrtsorte und Zeiten können den Werbeflyern entnommen oder auch in den Gemeindebüros erfragt werden. An die Gemeindebüros sollten die Anmeldungen möglichst bald bis zum 31.05. gehen.

Die Veranstaltung beginnt am 17. Juni um 10.00 Uhr in der Johanneskirche in Oer-Erkenschwick, Dietrich Bonhoeffer Platz 1 und endet gegen 15.15 Uhr, wo dann wieder für den Rückweg Busse zum Einsatz kommen. Zwischendurch wird ein Mittagessen gereicht. Die Teilnahme kostet 3,- Euro.

Download des Flyers zur Anmeldung

Aufruf zur Wahl in NRW am 14. Mai 2017

KIRCHENKREIS Am kommenden Sonntag wird in NRW gewählt. An verschiedenen Stellen haben die christlichen Kirchen die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, sich mit ihrer Stimmabgabe demokratisch zu beteiligen. Wir fanden im Netz einen Wahlaufruf, dem wir uns gerne anschließen. Der Text stammt von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Solingen und wurde von der dortigen Superintendentin Dr. Ilka Werner und dem Stadtdechanten Michael Mohr unterzeichnet. Wir geben im Folgenden den gelungenen Text wieder, denn 'das Rad muss nicht noch einmal erfunden werden'.
Hier der Text, der mit guten Argumenten begründet, warum aus Sicht der beiden christlichen Kirchen die Bürger und Bürgerinnen zur Wahl aufgerufen sind:

 

"Am 14. Mai 2017 wird in Nordrhein-Westfalen der Landtag neu gewählt.

Wir rufen die Menschen in Solingen auf, wählen zu gehen.

Warum?

Eine hohe Wahlbeteiligung und damit eine breite politische Meinungsäußerung sind wichtig. Sie stärken den Zusammenhalt der Gesellschaft, die die Auseinandersetzung um den besten Weg braucht. Und sie halten die demokratische Kultur lebendig, die darauf angewiesen ist, dass Menschen sich engagieren und sagen, was sie denken.

Wir bitten Sie, mit Ihrer Stimme die Parteien zu stärken, die für die universale Geltung der Menschenrechte und die freiheitlich demokratische Grundordnung in unserem Land eintreten.

Warum?

Mit dem christlichen Glauben und auch mit dem Grundgesetz sind Haltungen, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihres sozialen Status diskriminieren, nicht vereinbar. Wir bitten Sie, Fremdenfeindlichkeit, Anti-Islamismus und Stimmungsmache nicht zu unterstützen. Geben Sie Ihre Stimme menschenfreundlichen, toleranten und vernunftgeleiteten politischen Programmen.

Wir hören in unseren Gemeinden, dass Menschen enttäuscht sind über gebrochene Wahlversprechen früherer Jahre. Wir bitten Sie, ihr Gefühl, es ändere sich ja sowieso nie etwas, nicht zu politischem Desinteresse werden zu lassen.

Warum?

Stumme Verbitterung verstärkt die Distanz zwischen Politik und Bevölkerung. Schieben Sie die Verantwortung für eine gute Gesellschaft nicht einfach auf andere. Bleiben Sie dran, informieren und engagieren Sie sich und überlegen Sie, in welchem Rahmen Sie selbst für eine bessere Nachbarschaft eintreten können!

Wir nehmen wahr, dass die Zerrissenheit der Gesellschaft und die Spaltungen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zunehmen. Wir fordern alle politischen Parteien auf, sich dem zu stellen und konsequenter für Zusammenhalt und Versöhnung einzutreten.

Warum?

In den vergangenen Jahren haben viele gesellschaftliche Kräfte zu wenig erkannt, dass sich Ungerechtigkeiten verfestigten. Auch wir als Kirchen haben zu wenig auf die Lebensgeschichten von Menschen gehört, die in unserem Land praktisch keine Chancen auf Lebenserfolg und Zugehörigkeit haben. Wir haben uns zum Beispiel mit Kinderarmut, Langzeitarbeitslosigkeit und ethnischen Parallelgesellschaften zu leicht abgefunden. Wir warnen aber davor, jetzt die Brüche und Risse im Gesellschaftsgefüge zu benutzen, um die einen gegen die anderen auszuspielen. Dadurch werden die Chancen auf mehr Gerechtigkeit und sozialen Frieden leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Stattdessen geht es darum, ernst zu machen mit Umsteuerung und Veränderung hin zur sozialen Versöhnung.

In der Bibel heißt es: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zu Gott, denn wenn es ihr wohl geht, so geht´s auch euch wohl!“ (Jeremia 29, 7).

Bitte tun Sie das: Gehen Sie wählen, stimmen Sie ab, stimmen Sie mit!

Für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Solingen

Superintendentin Dr. Ilka Werner

Stadtdechant Michael Mohr"

Quelle: http://www.ekir.de/solingen/kirchenkreis/ack_wahlaufruf_ltw2017-1326.php

Prof. Dr. Albrecht Geck "Der Protestantismus und (seine) Bilder" am Mittwoch, dem 10. Mai 2017 um 6.00 Uhr auf BibelTV

KIRCHENKREIS "Barocker Kirchenschmuck wird in erster Linie mit der katholischen Kirche verbunden. Den Protestanten wird geschichtlich eine Bildkargheit und strikte Wortkonzentration zugeschrieben." In der Aufzeichnung der Ringvorlesung "Luther heute - Ausstrahlungen der Wittenberger Reformation" erläutert Prof. Dr. Albrecht Geck den Ursprung dieses Mythos und Luthers Rolle als Theologe und als Subjekt von Bildern.
Prof. Dr. Albrecht Geck "Der Protestantismus und (seine) Bilder" am Mittwoch, dem 10. Mai 2017 um 6.00 Uhr auf BibelTV

Screenshot der Website von BibelTV

Weitere Vorlesungen finden Sie auf der Website von BibelTV.

Quelle: http://www.bibeltv.de/programm/programmuebersichten/bibeltv

Text/Red: hh