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Sprachbildung in den KiTas per Wimmelbild

Wie geht "alltagsintegrierte Sprachbildung" in unseren Kindertagesstätten? Das fragte sich das Sprachexperten-Team beider Kirchenkreise. Und fand die Antwort in diesem bunten Wimmelbild-Poster, das ab sofort bundesweit erhältlich ist.

RECKLINGHAUSEN / GLADBECK-BOTTROP-DORSTEN - Wie geht "alltagsintegrierte Sprachbildung" in unseren Einrichtungen? Diese Frage haben sich 15 Sprachexpert*innen der sogenannten "AG Sprache" aus den 57 Einrichtungen beider Kirchenkreise um Kindertagesstätten-Fachberater und -Koordinator Frank Knüfken gestellt und nach einem Dreiviertel Jahr ihre Antwort darauf gefunden.

Sie benannten und beschrieben sehr genau 36 typische Situationen aus ihrem Alltag in den Kindertagesstätten, von denen jede in ein "Sprachbild" gefaßt wurde. Aus allen Sprachbildern zusammen zeichnete die Grafikerin Claudia Esser (Dorsten) ein Wimmelbild im Posterformat.

Das große Wimmelbild bietet, auf Kinderhöhe gehängt, ohne Worte höchst unterschiedliche Anlässe, um miteinander und mit den Fachkräften über einzelne Situationen ins Gespräch zu kommen: etwa über den Stuhlkreis, ein Elterngespräch, den Waschraum, den Besuch der Pfarrerin bzw. des Pfarrers und vieles mehr. Mit Hilfe des Wimmelbild-Plakats ist es möglich, die Kommunikation mit den Eltern über den Alltag ihres Kindes in der Einrichtung aufzunehmen und damit auch Anlässe zu schaffen, zu Hause darüber weiter zu reden.

Das Plakat ist mit viel Freude, Liebe und Humor erstellt worden, das ist an den vielen Details in der Ausarbeitung zu sehen. Da ist der rote "Kuscheltier-Dino", der überall mit hingeschleppt wird und durch seinen hohen Wiedererkennungswert wie ein Wegweiser durchs Bild führt. Und das "fliegende Schwein" wird wohl über den Stuhlkreis hinaus ein Lieblingsthema werden, weil sich nicht nur die Kinder fragen werden, wo solch ein Schwein wohl lebt.

Das Poster kostet im A3-Format zwei Euro, im A1-Format drei Euro. Dazu gibt es auch noch ein Begleitheft für fünf Euro, in dem jedem einzelnen Sprachbild eine eigene Seite mit Beschreibung und Zugangsimpulsen gewidmet ist. Es zeigt auch die Sprachlehrstrategien für die Fachkräfte auf, damit diese immer präsent sein können.

Die Entwickler freuen sich, wenn ihre Idee bundesweit Resonanz findet. Bestellungen sind ab sofort möglich beim Referat für Kindertageseinrichtungen "KitaX", Herrn Frank Knüfken, frank.knuefken@kk-ekvw.de, 02361-206-504. GH

Kirche und Kino: Aktuelles Halbjahresprogramm bis Juni 2018

Seit über 15 Jahren stellt das ökumenische Filmprojekt "Kirche und Kino" neue Filme vor, die mit ihren aktuellen Themen wichtige Impulse für Gespräch und Diskussion bieten.

RECKLINGHAUSEN - Da tarnt einer im Gerichtsprozeß seine rassistische Rede mit dem Satz "Das wird man doch wohl noch sagen dürfen" - und stellt damit dreist die planmäßige Ermordung von Millionen Menschen in Frage. ("Verleugnung", lief am 24.1.).

Da verliert eine Frau die zwei wichtigsten Menschen in ihrem Leben durch einen Bombenanschlag - und versucht, ihrem Leben einen Sinn zu geben, indem sie alles gibt, um die Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Der Film "Aus dem Nichts" läuft am 28. Februar.

Aktuell und diskussionswürdig sind diese und die nächsten Filme, weil jeder auf seine Weise die spannende Frage nach dem Verhältnis des Einzelnen zur Gesellschaft stellt. Im ersten Fall als Angriff auf die Erinnerungskultur. Im zweiten als Versuch, der eigenen Ohnmacht mit der Hoffnung auf Gerechtigkeit entgegenzutreten. – Mehr dazu hier im Programmheft.

Wie kurieren wir die Kirche? - Freitagsforum am 2.2. mit Joachim Frank im Haus der Begegnung, Bissenkamp 20, Waltrop

Mit dem Ende der Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum der Reformation ist deren Anliegen nicht erledigt: Die Kirche bedarf der ständigen Erneuerung. Dazu braucht es Menschen, die "anpacken, nicht austreten", so der Untertitel des Gesprächabends mit dem Theologen, Journalisten und Buchautor Joachim Frank im Freitagsforum in Waltrop.
Wie kurieren wir die Kirche? - Freitagsforum am 2.2. mit Joachim Frank im Haus der Begegnung, Bissenkamp 20, Waltrop

Joachim Frank (Foto: privat)

WALTROP - Mit dem Ende der Feierlichkeiten zum Jubiläum der Reformation ist das Anliegen nicht erledigt, das Martin Luther und die anderen evangelischen Reformatoren umgetrieben, alsbald aber auch veränderungswillige Geister in der zeitgenössischen katholischen Kirche umgetrieben hat: "Ecclesia semper reformanda": die Kirche bedarf der Erneuerung – damals wie heute, immer.

Einer, der das versteht, predigt und praktiziert, ist Papst Franziskus. Aber er dekretiert nicht von oben, sondern stößt kommunikative Prozesse des Wandels an und stellt die Frage nach notwendigen Reformen in seine eigene Kirche hinein. Nach der Familiensynode von 2014/2015 mit dem in mancher Beziehung revolutionären Schreiben „Amoris Laetitia“ geht es 2018 um die Jugend – und damit noch einmal intensiviert um die Zukunft der Kirche.

Was sich in der Kirche verändern muss, damit junge Menschen in der Kirche einen Raum für ihr Leben finden und die Kirche selbst lebendig bleibt, bewegt die Christen in Deutschland ganz unabhängig von ihrer Konfession.

 

Gemeinsam mit dem Journalisten, Buchautor und Theologen Joachim Frank, der häufig über kirchliche Themen schreibt, wollen die Veranstalter des Waltroper Freitagsforums einen Blick in die Glaskugel werfen, worauf es für die Kirche von heute und morgen ankommen könnte. „Wie kurieren wir die Kirche?“ fragt Frank in seinem 2013 herausgegebenen Buch. Und gibt damit schon einen Teil der Antwort: Sie kann nur in einem gemeinsamen Bemühen liegen, denn: Wir sind Kirche – oder Kirche sind wir alle.

 

Zur Person:

Joachim Frank, geboren 1965 in Ulm, studierte Theologie, Philosophie und Kunstgeschichte in Münster, München und Rom. Nach mehreren Jahren im kirchlichen Dienst wandte er sich dem Journalismus zu. Er war Hauptstadt-Korrespondent, stellvertretender Chefredakteur des Kölner Stadt-Anzeigers ud Chefredakteuer der Frankfurter Rundschau. Seit 2011 arbeitet er als Chefkorrespondent der DuMont Mediengruppe. Er ist Verfasser mehrerer Bücher und Dozent am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses, in dieser Eigenschaft auch Jurymitglied für den Hessischen Integrationspreis und den Deutschen Schülerzeitungspreis. Ihm wurden selbst renommierte Preise verliehen, so der Wächterpreis der deutschen Tagespresse und der DuMont Journalistenpreis. 

Schulreferat stellt neues Jahresprogramm vor

Pfarrerin Petra Sinemus stellte in der Mediothek das Jahresprogramm des Schulreferats vor. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei der laufenden Debatte um den kooperativen konfessionellen Religionsunterricht, der Nutzung von Kurzfilmen und dem Umgang mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern. Zu Gast ist Kooperationspartnerin Barbara Bader vom Generalvikariat Münster, zuständig für die Fortbildung an Grundschulen.
Schulreferat stellt neues Jahresprogramm vor

Schulreferentin Petra Sinemus

 
Religionsunterricht leistet in unserer Gesellschaft einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag zur Identitätsfindung, weil hier die entscheidenden Fragen des Lebens zur Sprache gebracht und gemeinsam Antworten gesucht werden können.

Das Schulreferat in Kooperation mit der Mediothek hat sich als Partner aller Schulformen im gesamten nördlichen Ruhrgebiet von Bottrop bis Waltrop bewährt und bietet für viele Problemstellungen im Alltag praktische Hilfen und Angebote für Schüler, Lehrer und Eltern.

Besonders interessant dürften im Jahresprogramm die Themen sein, die aktuell im Fokus der Aufmerksamkeit stehen und damit einen wesentlichen Teil der Herausforderungen und Debatten im Bildungsbereich spiegeln, vor denen unsere Gesellschaft steht: Die laufende Debatte um den kooperativen konfessionellen Religionsunterricht, die Nutzung von Kurzfilmen und der Umgang mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern.

Hier gibt es nähere Informationen zum Schulreferat: www.kirchenkreis-re.de/kirchenkreis/bildung/schulreferatordner

Was bleibt von Luther nach dem Reformationsjubiläum?

Was der Ertrag des Reformationsjubiläums 2017 ist, werden wir vermutlich erst in ein paar Jahren genauer wissen. Der Wittenberger Historiker und Theologe Benjamin Hasselhorn aber provoziert schon jetzt bewusst mit dem Titel seines Buches "Das Ende des Luthertums?" Und bot sich damit als Gesprächspartner zur Finissage der Luther-Ausstellung des Instituts für Kirchliche Zeitgeschichte des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen (IKZG-RE) im Institut für Stadtgeschichte Recklinghausen an der Hohenzollernstraße 12 an. Die Ausstellung war dort vom 8. Oktober 2017 bis zum 26. Januar 2018 zu sehen.
Was bleibt von Luther nach dem Reformationsjubiläum?

Blick ins Auditorium mit etwa 65 Gästen, vorne: Dr. Hans-Ulrich Foertsch (Goethe-Gesellschaft Marl), Georg Möllers (1. Beigeordneter), Bürgermeister Christoph Tesche, Superintendentin Katrin Göckenjan - Foto: Philip Prinzmeier

RECKLINGHAUSEN - In dieser Woche endete die gut besuchte Ausstellung "Luther im Visier der Bilder" im Institut für Stadtgeschichte in der Hohenzollernstraße 12. Kurator war Prof. Dr. Albrecht Geck, der ehrenamtliche Leiter des IKZG-RE. Nicht die Ausstellung aber war das Thema der Finissage am vergangenen Samstag, sondern die weiterführende Frage, welche in die Zukunft weisenden Impulse von dem Reformationsjubiläum 2017 ausgehen.

Der Leiter des Institus für Stadtgeschichte, Dr. Matthias Kordes, dankte als Gastgeber für die gute persönliche Zusammenarbeit mit Geck und dessen aktuelle Buchveröffentlichung unter dem Titel "Das 'Dreifachjubiläum' im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen. 500 Jahre Reformation - 200 Jahre Jahre Preußische Union - 110 Jahre Evangelischer Kirchenkreis Recklinghausen".

"Wenn sich etwas über Jahrhunderte erhalten hat, muss es etwas Wichtiges, Prägendes gewesen sein", würdigte Bürgermeister Christoph Tesche (CDU) die Reformation in seinem Grußwort und lobte die positive Resonanz des zurückliegenden Reformationsjubiläums in den Herzen und Köpfen der Menschen: "Sie haben alles richtig gemacht."

Im Anschluss stellte Geck den neuen Band der Reihe des IKZG-RE vor, der die Vorträge des "Dreifachjubiläums im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen" vom 27. März 2017 sowie einige kleinere Arbeiten aus dem IKZG-RE zu Luther und seiner Wirkung enthält. Darin finden sich unter anderen Dr. Matthias Kordes' Vortrag über die katholische Resilienz im kurkölnischen Vest Recklinghausen vor 500 Jahren, Prof. Jürgen Kampmanns Vortrag über die Einführung der Union im preußischen Westfalen vor 200 Jahren - der eigens aus Tübingen angereist war, um die Vorstellung des Buches mitzuerleben - und Gecks Vortrag über den Mentalitätswechsel im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen in den 1960er Jahren. Geck wies auf die große Bedeutung der Geschichte für die Identität gerade einer demokratisch und plural verfassten Gesellschaft hin. Geschichtliche Kenntnisse schulten das differenzierte Denken und Sprechen und nötigten zur eigenen Urteilsbildung. Es sei schließlich kein Zufall, dass der Angriff der AfD auf den demokratischen Rechtsstaat über die Kritik an der Erinnerungskultur laufe.

Damit eröffnete Geck als Moderator das Gespräch mit Superintendentin Katrin Göckenjan und Hasselhorn, der Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt ist und im zurückliegenden Jahr verantwortlich zeichnete für die Nationale Sonderausstellung "95 Schätze - 95 Menschen". Göckenjan akzentuierte verschiedene Aspekte des Jubiläumsprogramms im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen. Nun gelte es, die intensiven ökumenischen Erfahrungen zu vertiefen und besonders die Bedeutung der Musik für eine lebendige Kirche erlebbar zu machen und dieses als "zündender Funke in die Zukunft" zu erhalten.

In der zweiten Runde brachte Geck die Fragen der Kritiker ein: "Was gibt es denn da zu feiern?" Die Katholiken verwiesen auf die sog. Kirchenspaltung, die Protestanten beklagten Luthers schlimmen Antijudaismus, andere verwiesen auf den Bedeutungsverlust der Kirche in der Gesellschaft. Es sei leichter, "eine fremde Kultur darzustellen, als die eigene", antwortete Hasselhorn. Und es sei ein Fehler, die Schattenseiten der Reformation zu stark zu betonen. Besser sei es, "sich in positiver Weise mit dem verbindenden Erbe auseinanderzusetzen." Wichtig wäre es, das spezifisch evangelische Profil in der Theologie stärker zu betonen, gerade auch im Gottesdienst, der ihm manchmal wie "Kindergottesdienst für Erwachsene" vorkäme.

"Erst mal selbst machen!", konterte Göckenjan, betonte allerdings auch ihrerseits die Wichtigkeit der "einleuchtenden Entdeckung Luthers vom Glauben als Geschenk Gottes" und die reformatorische Forderung nach "Bildung für alle Menschen". Luthers Bereitschaft, für die eigene Überzeugung gegen alle Autorität mutig einzutreten, sei vorbildlich. Luthers Erkenntnis sei angesichts der "Selbstoptimierungsprozesse in unserer Gesellschaft, in denen sich zeigt, dass wir die Endlichkeit nicht aushalten ... topaktuell." Jedoch: "Erneuerung können wir uns nicht selber machen." Wichtig seien inspirierende Begegnungen, wo gemeinsam gelebt und gelernt wird: "Da wo's gebritzelt hat, da weht der Geist."

"Hochkritisch", so Göckenjan weiter, bleibe allerdings Luthers Verhältnis zu den Juden. Luther sei ihnen gegenüber nur "solange freundlich geblieben, wie sie bekehrungsfähig" schienen. Geck betonte, Luthers Antijudaismus sei letztlich ein ihm selbst als solcher nicht bewusster Selbstwiderspruch. Man könne nicht den Glauben als unverfügbares Werk des Heiligen Geistes bezeichnen und gleichzeitig Andersgläubige zur Bekehrung zwingen wollen. Maßgeblich bleibe folgendes Zitat aus der Adelsschrift: "Ebenso sollte man die Ketzer mit Schriften, nicht mit Feuer überwinden ... Wenn es eine Kunst wäre, mit Feuer Ketzer zu überwinden, wären die Henker die gelehrtesten Doktoren auf Erden, brauchten wir auch nicht mehr zu studieren, sondern, welcher den anderen mit Gewalt überwindet, könnte ihn verbrennen."

Hasselhorn bezeichnete die Entstehung dreier großer christlicher Bekenntnisse als Folge der Reformation als einen "großen zivilisatorischen Fortschritt". In der Situation der Pluralität könne Wahrheit nicht mehr von oben verordnet werden, sondern jeder müsse selbst darum ringen. Das sei Voraussetzung für Authentizität. In der Besinnung auf die großen Fragen nach Glaube, Freiheit, sozialer Verantwortung und der Rolle des Gewissens bleibe Luther eine Figur von zentraler Bedeutung. Das gelte unbeschadet seiner komplexen Persönlichkeitsstruktur, die man durchaus als problematisch empfinden könne.

Selbstverständlich wurde Hasselhorn auch nach der Bedeutung des Titels seines neuen Buches "Das Ende des Luthertums?" gefragt. Dieser sei "aus Frust" entstanden, so Hasselhorn, und "aus der Erfahrung, dass ich keine Lust auf Gottesdienst mehr hatte". Oft sei er mit mehr Ärger heraus- als hineingegangen. Hasselhorn forderte eine größere theologische Tiefe, die verloren gehe, wo man beispielsweise nicht mehr von der Sünde spreche. Heute heiße es: "Gott liebt dich so, wie du bist." Eigentlich müsse es aber lauten: "Gott liebt dich, obwohl du so bist, wie du bist." Ein Mitglied des Auditoriums äußerte an dieser Stelle die Ansicht, dass auf der Kanzel zu viel von Politik die Rede sei. Man höre zu viel die persönliche Meinung des Pfarrers statt das Wort Gottes.

In der letzten Phase konnten die zahlreichen Beiträge aus dem Auditorium kaum alle berücksichtigt werden. Aus ihnen ragte ein engagiert vorgetragenes Statement von Prof. em. Günter Brakelmann aus Bochum hervor. Er ging noch einmal auf Luthers komplexe Persönlichkeit ein und auf die Komplexität der Wirkungsgeschichte Luthers. Eine gerade Linie von Luthers Antijudaismus zum Antisemitismus der Nazis und zum Holocaust im "Dritten Reich" gebe es nicht, schon deshalb nicht, weil die schlimmsten anti-jüdischen Schriften Luthers innerhalb des Protestantismus sehr zurückhaltend überliefert wurden und von den Nazis seit den 1930er- Jahren für deren Propaganda erst "wiederentdeckt" werden mussten. Worauf es ankomme bei Luther sei: Die Lehre von der Rechtfertigung und, damit verbunden, von der Freiheit eines Christenmenschen.

Dieses Statement erklärte Geck zum Schlusswort der Veranstaltung. Viele Besucherinnen und Besucher nahmen nun noch einmal die Gelegenheit wahr, einen letzten Blick in die Ausstellung "Luther im Visier der Bilder" zu werfen. Der Band "Das 'Dreifachjubiläum' im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen" fand einen guten Absatz. Zwei Dutzende Exemplare wurden zum Vorzugspreis von zehn Euro verkauft. GH / AG

22 Mitarbeitende des Ambulanten Hospizdienstes fuhren zum Erfahrungsaustausch nach Ratzeburg

Sterbebegleitung ist nichts für Angsthasen. Frauen und Männer setzen sich aktiv mit diesem schwierigen Thema auseinander und bieten ihre Hilfe für die Betroffenen an. Die Anforderungen und Erwartungen an diese Form der Hilfe sind von Ort zu Ort verschieden. Der gegenseitige Erfahrungsaustausch ist deshalb ein wichtiges Instrument zur Weiterentwicklung der Arbeit.
22 Mitarbeitende des Ambulanten Hospizdienstes fuhren zum Erfahrungsaustausch nach Ratzeburg

Die Mitarbeitenden des Hospizdienstes in Ratzeburg (Foto: privat)


RECKLINGHAUSEN-OER / RATZEBURG - Sterbebegleitung ist nichts für Angsthasen. Frauen und Männer setzen sich aktiv mit diesem schwierigen Thema auseinander und bieten ihre Hilfe für die Betroffenen an. Dass es den Beteiligten gelingt, ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis unabhängig von Konfession und finanziellen Möglichkeiten aufzubauen, ist die Basis für alles weitere. Mit jeder neuen Begegnung ändern sich aber auch die Anforderungen. Um die Wahrnehmung dafür zu schulen und den Blick auf die Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Organisationsstruktur zu verbessern, ist der Erfahrungsaustausch auch mit anderen Hospizgruppen wichtig.

Eine willkommene Gelegenheit dafür boten die viertägigen spirituellen Tage mit 22 Hospizbegleiterinnen und -begleitern des Ambulanten Hospizdienstes Oer-Erkenschwick im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen zur Hospizgruppe Ratzeburg-Mölln, südlich von Flensburg.

 

Neben dem Erfahrungsaustausch vor Ort mit der Hospizgruppe standen auch ein Besuch des stationären Hospizes in Lübeck, ein Empfang im Rathaus bei Bürgermeister Rainer Voß und die Teilnahme an einem Gottesdienst im Ratzeburger Dom auf dem abwechslungsreichen Programm. 

 

„Es gab viele neue Impulse für unsere Arbeit“, resümierten Hospizdienst-Koordinator Pfarrer Ulrich Radke und Wichart und Anne Althoff-von Roëll, Schirmherrschaft des Ambulanten Hospizdienstes. Die Hospizgruppe hat bereits 23 Sterbebegleitungen im letzten Jahr durchgeführt und sich mit ihrem Angebot etabliert. Von der Stimberg-Zeitung ist die Hospizgruppe sogar zur "Initiative des Jahres" ernannt worden. GH

Anmeldung: Bildungsfahrt nach Israel und Palästina vom 4. bis 13. September

Die zehntägige Rundreise auf den Spuren Jesu von der Geburtskirche bis zum Ölberg kostet 1645 Euro. Ab sofort sind Informationen und Anmeldungen (bis 30. März 2018) bei Pfarrer Bernhard Stahl möglich.

HERTEN – Das geplante Reiseprogramm sieht nach den Angaben von Pfarrer Stahl so aus:
 

1. Tag Hinflug Düsseldorf/ Tel Aviv. Erste Station wird der See Genezareth sein mit 4 Übernachtungen im Kibbuz Ein Gev. Besucht werden der Berg der Seligpreisungen, die Primatskapelle, die antike Stadt Kapernaum und es gibt eine Bootsfahrt auf dem See (2. Tag), Am 3. Tag wird Nazareth mit der Verkündigungsbasilika und der Gabrielkirche angesteuert. Neu ist diesmal, dass auch gewandert wird. So findet ein Gang von Kana über den Jesu-Weg zum Kibbuz Lavi statt. Anschließend geht’s nach Safed, von dort weiter nach Cäsarea Philippi mit Besuch des Banyas, einem Quellfluss des Jordan und Wanderung bis zum Wasserfall (4. Tag).

 

Am 5. Tag erfolgt die Weiterfahrt durchs Jordantal nach Jericho zur Taufstelle Kasr al Jahud und weiter nach Qumran und ans Tote Meer mit Hotelbezug in Jericho. Am 6.Tag Fahrt zum Wadi Kelt und Wanderung zum Kloster St. Georg. Anschließend Weiterfahrt über Jerusalem nach Bethlehem. Dort wird die Geburtskirche besucht, es gibt eine Begegnung mit palästinensischen Christen, eine Fahrt zum Hirtenfeld und Besuch einer Olivenholzschnitzerei (7. Tag). am 8. und 9. Tag steht Jerusalem auf dem Programm mit dem Weg vom Ölberg über die Via Dolorosa in die Altstadt, Besuch der Klagemauer, Fahrt zum Berg Zion mit Dormitioabtei und Besichtigung des Israel-Museums. Am 10. Tag Besuch der Chagall-Fenster oder Fahrt nach Jaffa, anschließend Transfer zum Flughafen Tel Aviv.

 

Der Preis für die Reise beträgt pro Person im Doppelzimmer 1.645 Euro. Die Fahrt ist ökumenisch offen. Jede und jeder ist herzlich willkommen. Mitreisen können Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Kirchenkreis und darüber hinaus.

 

Pfarrer Bernhard Stahl gibt auf Anfrage ausführliche Informationen am Telefon unter der Rufnummer 02366 / 55627 und nimmt auch persönlich Anmeldungen (möglichst bis 30. März 2018) entgegen.

"Lobgesang" von Felix Mendelssohn Bartholdy in der Christuskirche am Samstag, 27. Januar um 19:30 Uhr

Im Jahre 1840 bereitet sich die Verlagsstadt Leipzig auf die 400-Jahr-Feier zur Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg vor. Der Gewandhauskapellmeister erhält den Auftrag für zwei Neukompositionen. Sein "Lobgesang", später untertitelt mit "Sympohoniekantate", ist eine davon. "Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen. So laßt uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts." - Wie klingt diese Botschaft heute, am 72. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz?

RECKLINGHAUSEN - Unter den drei oratorischen Großwerken des Romantikers Felix Mendelssohn Bartholdy ist der Lobgesang das populärste und beliebteste. Mendelssohn hat ein Musikwerk komponiert, das sich dem Hörer sofort erschließt: festlich pompöse Chöre wechseln ab mit gefühlvollen Kantilenen und bewegenden Arien und Duetten der Solisten. 
 
In der Aufführung am 27. Januar singen international renommierte Solisten: Mit den Sopranistinnen Tina Bier und Eva-Maria Falk und dem Tenor Gustavo Martin Sanchez singen drei international renommierte Solisten. Die Altstadtkantorei und Hertener Kantorei werden unterstützt von der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Kirchenmusikdirektorin Elke Cernysev.
 
Eintrittskarten sind zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) erhältlich im Ticketcenter der Stadt Recklinghausen und im Gemeidebüro.

Lichtergottesdienst in der Christuskirche zum Ende der Weihnachtszeit am Sonntag, 21. Januar um 17 Uhr

"Besser ein Licht anzünden, als über die Dunkelheit klagen." Das leicht veränderte Zitat des Konfuzius' steht bildlich für die spirituelle Dimension dieses besonderen Gottesdienstes zum Ende der Weihnachtszeit.
RECKLINGHAUSEN -  Zum Abschluss der Weihnachtszeit feiert die Ev. Altstadtgemeinde in der Christuskirche Recklinghausen am Sonntag, 21. Januar um 17 Uhr einen Lichtergottesdienst mit Tannenbäumen, Kerzenlicht und persönlich zugesprochenem Segen. Im Anschluss daran gibt es Glühwein, Punsch oder Tee vor der Kirche. Den Gottesdienst gestalten Pfarrerin Martina Gregory und Pfarrer Eugen Soika mit einem Team und der Altstadtkantorei.

"Das Ende des Luthertums?" - Finissage der Ausstellung "Luther im Visier der Bilder" mit Podiumsgespräch am Samstag, 20. Januar, Hohenzollernstraße 12

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Gespräch zwischen Superintendentin Katrin Göckenjan und Dr. Dr. Benjamin Hasselhorn (Wittenberg über die Frage, welche zukunftsweisenden Impulse für das zurückliegende Reformationsjubiläum zu verzeichnen sind.
"Das Ende des Luthertums?" - Finissage der Ausstellung "Luther im Visier der Bilder" mit Podiumsgespräch am Samstag, 20. Januar, Hohenzollernstraße 12

Superintendentin Katrin Göckenjan, Dr. Benjamin Hasselhorn und Prof. Dr. Albrecht Geck


RECKLINGHAUSEN - Seit Anfang Oktober 2017 sind Bilder von Martin Luther aus fünf Jahrhunderten im Institut für Stadtgeschichte in der Hohenzollernstraße zu sehen. Prof. Dr. Albrecht Geck, Leiter des Instituts für kirchliche Zeitgeschichte im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen (IKZG-RE) und Kurator der Ausstellung, hat 54 originale Drucke aus fünf Jahrhunderten so zusammengestellt, dass der Wandel des Lutherbildes in den letzten 500 Jahren sichtbar wird. Alle Exponate stammen aus der Luthersammlung des IKZG-RE. Diese ist außerhalb der eigentlichen Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg eine der bedeutendsten privaten Sammlungen derartiger Drucke in Deutschland.

 

Nun neigt sich die gut besuchte Ausstellung dem Ende zu. Am Samstag, den 20. Januar 2018 besteht noch einmal die Gelegenheit, ab 16 Uhr sich die Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte an der Hohenzollernstraße anzusehen. Um 17 Uhr findet darin die Abschlussveranstaltung (Finissage) der Ausstellung statt. Nach der Begrüßung durch den Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, Dr. Matthias Kordes wird der Bürgermeister der Stadt Recklinghausen, Christoph Tesche ein Grußwort sprechen. Dr. Albrecht Geck stellt den Tagungsband des „Dreifachjubiläums: 500 Jahre Reformation – 200 Jahre Preußische Union – 110 Jahre Kirchenkreis Recklinghausen“ vor, der als Band 7 des „Recklinghäuser Forums zur Geschichte von Kirchenkreisen“ erschienen ist.

 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Gespräch zwischen Superintendentin Katrin Göckenjan und Dr. Dr. Benjamin Hasselhorn (Wittenberg) über die Zukunftsperspektiven des zurückliegenden Reformationsjubiläums. Hasselhorn ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Sein Buch „Das Ende des Luthertums?“ ist kürzlich erschienen, das die Kirchen zu mehr theologischer Substanz anmahnt. AG / uka

Einladung zum Vorbereitungstreffen für den Weltgebetstag am Montag, 22. Januar im Haus des Kirchenkreises

Der Weltgebetstag vereint christliche Frauen über alle konfessionellen und nationalen Grenzen hinweg. Er lässt teilhaben an Glaubenserfahrungen von Christinnen aus anderen Ländern und Kulturen. Aus dieser Begegnung im Gebet entsteht Solidarität und die Bereitschaft zu helfen. Konkret geschieht das durch Bewusstseinsbildung, Öffentlichkeitsarbeit und vor allem durch die gemeinsame Förderung von Projekten.
Einladung zum Vorbereitungstreffen für den Weltgebetstag am Montag, 22. Januar im Haus des Kirchenkreises

Das Titelbild stammt von Alice Pomstra-Elmont

Gottes Schöpfung ist sehr gut“ - dieser Satz wird am 2. März im Mittelpunkt des Weltgebetstags-Gottesdienstes stehen, den Frauen aus Surinam vorbereitet haben.

Surinam ist ein kleines Land in Südamerika, ehemals Niederländisch-Guyana, mit einer großen Biodiversität von Pflanzen und Tieren, die nur hier vorkommen und mit einer großen Völkervielfalt, die in ihren unterschiedlichen Religionen sehr friedlich zusammen lebt.

Der ständige Raubbau an Gold, Bauxit und Tropenholz bedroht jedoch diese einzigartige Natur und zerstört die Lebensgrundlagen inbesondere der indigen Bevölkerung in Amazonien. Wissenschaftler haben vor kurzem nachgewiesen, dass bereits über 70 Prozent der Kinder und schwangeren Frauen, die in den Goldabbaugebieten leben, mit Quecksilber vergiftet sind. Viele Flüsse sind bereits derart kontaminiert, daß keine Fische mehr gegessen werden können und das Wasser nicht mehr als Trinkwasser genutzt werden kann.

Die Frauen in Surinam hoffen auf Unterstützung im Gebet und Solidarität im Handeln.
Die Beauftragte des Evangelischen Kirchenkreises für den Weltgebetstag, Pfarrerin Maggie Raab-Steinke, lädt alle interessierten Frauen herzlich ein am Montag, 22. Januar von 9.30 Uhr bis 15.30 Uhr zu einem Informations- und Vorbereitungstag im Haus des Kirchenkreises in der Limperstraße 15 in Recklinghausen. Der Kostenbeitrag für diesen Tag beträgt 10 Euro und beinhaltet Arbeitsmaterialien, ein warmes Mittagessen, Tee und Kaffee.

Für die Vorbereitung und Durchführung des Treffens ist eine telefonische Anmeldung bei Lena Brawand unter der Telefonnummer 02361 206-105 nötig, Anmeldeschluss ist Donnerstag, der 18. Januar 2018. „Odi sisa rey“ - das Ökumenische Vorbereitungsteam freut sich auf Sie!

VERABSCHIEDUNG Pfarrerin Anja Sonneborn wechselt vom Ost-Vest nach Bochum

„Wohlan denn, Herz, nimm‘ Abschied und gesunde!“ Pfarrerin Anja Sonneborn war innerlich bereit zu Abschied und Neubeginn, das spürten alle, die zur Verabschiedung von Pfarrerin Anja Sonneborn in der Kreuzkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Recklinghausen-Ost am dritten Advent gekommen waren.
VERABSCHIEDUNG Pfarrerin Anja Sonneborn wechselt vom Ost-Vest nach Bochum

Pfarrerin Anja Sonnborn (rechts) mit Superintendentin Katrin Göckenjan beim Auszug aus dem Verabschiedungsgottesdienst in der Kreuzkirche, beschwingt begleitet vom Gospelchor der Gemeinde, der zum Ausgang Michael Jacksons „We are the world“ anstimmte.

RECKLINGHAUSEN - Seitens der Kirchengemeinde fiel einigen der Abschied jedoch sichtlich schwer. Das konnte auch die Leichtigkeit der Kusshand nicht überspielen, die ihr die Leserin des Gedichts „Spuren“ von Hermann Hesse zuwarf, welches Sonneborn zum Ausgangspunkt ihrer Ansprache machte.

„Viele Veränderungen im Leben sind selbst gewählt. Wenn sie ungewollt sind, fühlen wir uns ausgeliefert“, sagte Sonneborn mit Blick auf viele geistliche Impulse, die sie mit gesetzt und die nicht nur für die persönliche Entwicklung Einzelner, sondern auch zur Vorbereitung wichtiger Entscheidungen für das Gemeindeleben hilfreich waren. Dazu gehört aktuell auch die schmerzliche Entscheidung zur Schließung des Lutherhauses zum Jahresende, die nötig wurde, weil die Gemeindegliederzahlen merklich sinken und es entsprechend weniger Pfarrpersonal gibt.

Das Vertrauen Abrahams in Gottes Segen, sein Aufbruch in eine ungewisse Zukunft sei ein Herzstück ihrer geistlichen Orientierung, sagte Sonneborn, ergänzt durch den Liedvers „weil Leben wandern heißt“ und den dazu passenden Spruch „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ aus Psalm 31. Eine treffliche Beschreibung der geistlichen Struktur ihrer Persönlichkeit, die mit der eindrücklichen Gelassenheit korrespondiert, mit der sie den Menschen zu begegnen sucht und gegenübertritt.

„Durch deine Aufbrüche und Weg-Geschichten legst Du der Kirchengemeinde Recklinghausen-Ost eine gute Sichtweise nah für das, was hier jetzt am Tage ist. Denn hier hießt es jetzt auch: Weitergehen. Gemeinsam. Und wissen: Wo immer wir sind, kommt Gott uns entgegen“, fasste Superintendentin Katrin Göckenjan die Herausforderungen auf beiden Seiten zusammen und entpflichtete Sonneborn von ihrem Dienst in Recklinghausen-Ost.

„Gut, wenn die Gemeinde sie vermisst: dann war es eine gute Zeit“, sagte Bürgermeister Christian Tesche bei seinem Grußwort nach dem Gottesdienst im Gemeindehaus und berichtete vom Gespräch mit der „guten Fee Frau Fischer“, die „so toll von Ihnen gesprochen hat!“

Pfarrer Christian Siebold lobte in seiner Dankesrede die „unglaubliche Ruhe, die du ausstrahlst, die Fröhlichkeit und Heiterkeit im Sinne Hermann Hesses, die Gelassenheit, die du hast, die mir abgeht, die dich sehr stark macht“ und erinnerte an Sonneborns besondere Fähigkeiten im malerischen und musikalischen Bereich.

Sonneborn wird ab Januar nächsten Jahres ihren Dienst in einer Kirchengemeinde im Bochumer Westen aufnehmen. Damit kommt sie räumlich dem Stadtteil Bochum-Hiltrop wieder näher, wo sie mit ihrem Ehemann Pfarrer Jörg Sonneborn wohnt. GH

"Partnerschaft braucht Beine" - Dr. Bingham Tembes Impulse für die Ökumene

Von 1989 bis 2005 war Dr. Bingham Tembe Ökumenereferent im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen. Etwa zwei Monate Arbeit hat der landeskirchliche Archivpfleger Martin Kamp investiert, um dessen umfangreiches Vermächtnis für die Nachwelt zu dokumentieren.

Matin Kamp überreichte Dr, Tembe das rund 250 Seiten starke Zeugnis im Foyer des Hauses des Kirchenkreises im kleinen Kreise einiger, die in Vergangenheit und Gegenwart seine Werk begleitet und fortgeführt haben.

Das Dokument eröffnet einen tiefen Einblick in die vielschichtige Denkwelt und Netzwerkarbeit des leidenschaftlich Engagierten und christlich Sozialisierten. Ein würdiger Anlass, um sich anschließend beim gemeinsamen Gespräch im Öffentlichkeitsreferat seiner außergewöhnlichen biografischen Entwicklung und Wirkungsgeschichte zu widmen.

Als Kind erlebte der in 1940 in Dundee (Republik Südafrika) geborene Tembe die verheerenden Folgen der Apartheid. Der leidenschaftliche Kampf für die Unabhängigkeit der Schwarzafrikaner und gegen Rassismus wurde sein Lebensthema.

Bereits während seines Studiums der Ethnologie und Afrikanistik am Universitätscollege von Zululand und später als Stipendiat an der Universität in Köln engagierte sich Tembe öffentlich politisch und wurde 1974 Gründungsmitglied der Deutschen Anti-Apartheidbewegung. Nach Forschungsaufent-halten in Aberdeen, London und Uppsala promovierte er über die Rolle der Kirchen bezüglich der Landfrage und der Bildung in Südafrika.

Da seine Dissertation Wortlaute aktiver Afrikaner im Widerstand enthielt und er deswegen auf die sogenannte „schwarze Liste“ gesetzt wurde, stellte Tembe 1976 einen Asylantrag wegen politischer Verfolgung. Dem wurde 1977 stattgegeben. 1988 wurde er aus familiären und politischen Gründen Bürger der Bundesrepublik Deutschland.

Auf die Stellenausschreibung als „Ökumenereferent“ in der kirchlichen Wochenzeitungen „Unsere Kirche“ bzw. „Der Weg“ bewarb sich Tembe im Oktober 1989 erfolgreich und trat die Stelle im Januar 1990 an. Seine Aufgabe war anspruchsvoll: Im Kirchenkreis Recklinghausen und in der Region ein Lernfeld für gelebte Ökumene ermöglichen, theoretisch und praktisch.

Mit seinem biografischen Hintergrund und seinen inzwischen weltweiten Kontakten im Kampf gegen Apartheid und Rassismus konnte Tembe viele kritische und interessierte Zeitgenossen weit über die Region hinaus und quer durch alle Religionen und Konfessionen für sein Lebensthema begeistern und für gemeinsame Aktionen und Projekte gewinnen.

 „Es war die Zeit der funktionalen Dienste“, erinnerte Tembes Weggefährte Pfarrer Dieter Borchers beim Gespräch. Eine Zeit der kritischen Reflexion und Diskussion über das Verständnis von „Kirche“ und „Mission“, in der Personal und Geld zur Verfügung stand, um neue Arbeitsfelder aufzubauen.

Zusammen mit Borchers, der Journalistin Ute Hüttmann und dem kreiskirchlichen Ökumene-Ausschuss konnte Tembe der Ökumene in der Region viele wichtige Impulse geben, die zum Teil auch in die Gottesdienstgestaltung und Bildungsarbeit eingeflossen sind.

Auch die seit 1980 bestehende Partnerschaft mit dem Magharibi-Kirchenkreis in Tansania profitierte davon. Durch viele gegenseitige Besuche, Gespräche, gemeinsame Projekte und Feiern inspiriert, konnten die Beteiligten für sich persönlich wie auch für ihre entwicklungspolitische Bildungsarbeit in den Gemeinden immer wieder neue Ideen und Überzeugungskraft schöpfen. „Partnerschaft braucht Beine“, brachte der ehemalige Superintendent Peter Burkowski die Dynamik der Partnerschaftsarbeit auf den Punkt.

Für die konkrete Friedensarbeit vor Ort konnte Tembe an den von Pfarrer Hartmut Dreier in Marl initiierten Dialog zwischen Juden, Christen und Muslimen anknüpfen, der sich seit dem Jahr 2000 im sogenannten Abrahamsfest etabliert hat. Um den Fairen Handel stärker ins Bewusstsein der Verbraucher zu bringen, initiierte Tembe im Verbund mit den Ökumenebeauftragten anderer Regionen immer wieder Diskussionen und Projekte, anhand derer der enge Zusammenhang von Solidarität und Entwicklung deutlich werden konnte.

„Tembe prägte die Arbeit“, würdigte Kreissynodalarchivpfleger und Pfarrer i.R. Klaus Wöhrmann die geleistete Arbeit Tembes bis zu dessen Ruhestand im Jahre 2005. „Das ist nicht zu toppen“, stimmte auch Tembes Nachfolger Detlef Pflaumbaum zu, der im Februar 2018 in den Ruhestand geht. „Du hast zwischen den Referaten und der Verwaltung Brücken gebaut“, lobte Ulrich Kamien die gute Zusammenarbeit mit Tembe auf der Ebene der Verwaltung. Tembes Ehefrau Zelida gab zu erkennen, dass sie sich in den unsicheren Zeiten zeitweise fremd in der deutschen Gesellschaft gefühlt habe. Heute engagiert sie sich für die Themen Frauen und Transparenz.

„Ohne Hauptamtliche bricht die Arbeit ab, weil es keine Kommunikation mehr gibt“, sagte Borchers mit Blick auf die fehlende Nachfolge zum Abschluss des Gesprächs. Wie das Thema Ökumene und seine vielfältige Wirkungsgeschichte in der Region aufgenommen wird und unter den Anforderungen aktueller Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft neu Gestalt gewinnen kann, darum will sich der weiterhin existierende Ökumene-Ausschuss kümmern. Womöglich gibt es hierzu auch eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem neu installierten Ausschuss für Gesellschaftliche Verantwortung. GH

Von Luther zu Hitler? - Vortrag von Professor Dr. Albrecht Geck am Mittwoch, 13. Dezember, um 18 Uhr, Hohenzollernstr. 12

RECKLINGHAUSEN - Vielen galt Luther um die Wende zum 20. Jahrhundert als »der deutscheste der Deutschen«. Was steckt hinter dieser Behauptung? Und wird man Luther damit gerecht?
Von Luther zu Hitler? - Vortrag von Professor Dr. Albrecht Geck am Mittwoch, 13. Dezember, um 18 Uhr, Hohenzollernstr. 12

Otto von Kursell: "Martin Luther", Kunstdruck ca. 1933

Erst seine Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache habe die Voraussetzung für die kulturelle und politische Einheit des Reiches geschaffen.

Die Politisierung und Nationalisierung Luthers führte dazu, dass manche Nationalsozialisten den Reformator zum »Ahnherrn« des NS-Staates machten.

Die siegreichen Alliierten wiederum sprachen nach 1945 vom unheilvollen deutschen »Sonderweg«, der »von Luther zu Hitler« geführt habe.

Was steckt hinter dieser Behauptung? Und wird man Luther damit gerecht?
 
Prof. Dr. Albrecht Geck ist evangelischer Theologe und außerplanmäßiger Professor für Kirchengeschichte an der Universität Osnabrück sowie Leiter des Instituts für Kirchliche Zeitgeschichte des Kirchenkreises Recklinghausen. Den Vortrag hält er begleitend zur aktuellen Ausstellung "Luther im Visier der Bilder" im Institut für Stadtgeschichte in der Hohenzollernstr. 12, die er betreut.
 
Der Eintritt ist frei.

Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen

HERTEN Was ist Arbeit? Wie wichtig ist Arbeit und wie wollen wir leben? - Die Idee ist einfach: Jede/r Bürger/in erhält ein Grundeinkommen. Unabhängig von der finanziellen Lage. Ohne Gegenleistung. Die Schweizer haben Anfang Juni letzten Jahres darüber in einer Volksabstimmung mehrheitlich dagegen gestimmt, wohl weil die meisten keine klaren Signale bekommen haben, wie das zu finanzieren sei. Immerhin 22 Prozent waren dafür. Seitdem geht die weltweite Diskussion darüber weiter. Auch hier in der Region. Vor kurzem in Herten. Mit dabei war Julia Borries, Referentin für die Erwachsenenbildung des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen. Hier ist ihr Bericht.

 

"Was würden Sie tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt ist? Mehr Ehrenamt und weniger Erwerbsarbeit? Mehr Weiterbildung oder eigene Projekte umsetzen?" Rund 45 Interessierte, Befürworter, Skeptiker und Kritiker diskutierten die Idee der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens und ihrer Folgen für die Gesellschaft im St. Ludgerus Gemeindehaus, in das die Veranstaltergemeinschaft des Bildungswerk des Sozialverbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der Erwachsenenbildung im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und des Gemeinnützigen Instituts iWiPo eingeladen hatten.

Ortrud Harhues, Leiterin des Bildungswerkes des Sozialverbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), führte die Beteiligten in die Thematik ein und erläuterte dabei auch den Ansatz der KAB, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt und die Tätigkeitsgesellschaft beschreibt, in der alle Arten von Arbeit gleichwertig gesehen und gefördert werden.

In drei moderierten Diskussionsrunden stellten sich Frau Prof. Dr. Ute Fischer, Politik- und Sozialwissenschaftlerin an der FH Dortmund, Daniel Kreutz vom Sozialverband Deutschland und Matthias Blöcher vom Netzwerk Grundeinkommen den Fragen der Teilnehmenden. 

Prof. Fischer betonte die zwei wichtigen Voraussetzungen des Grundeinkommens als ein Einkommen ohne Vorleistungen und ohne Bedarf ist:  „So stellt es das Gegenteil zum Leistungsprinzip des aktuellen Sozialsystems dar, das eine Grundsicherung von der Arbeitsbereitschaft abhängig macht und im Zweifel auf strenge bürokratische Kontrollen setzt.“  

Daniel Kreutz setzte in seinen Diskussionsrunden dagegen: „Wir brauchen armutsfeste und sanktionsfreie Sozialsysteme“ und sprach sich vehement gegen die Einführung eines Grundeinkommens aus. 

Matthias Blöcher stellte die Frage: „Welche Gesellschaft will ich mit einem Grundeinkommen bauen?“ Für ihn ging es dabei um nicht weniger als um die Freiheit, selbstbestimmt zu leben.

Ein wichtiges Thema, mit viel Diskussionspotential, das vor allem eine Frage berührt: Wie sozial gerecht kann und soll unsere Gesellschaft sein? Dank der Referenten und der guten Arbeitsmethode haben die TeilnehmerInnen einen umfassenden Einblick in das Thema bekommen. JB

Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen: Was ist Arbeit, wie wichtig ist sie und wie wollen wir leben?

Die Idee ist einfach: Jede/r Bürger/in erhält ein Grundeinkommen. Unabhängig von der finanziellen Lage. Ohne Gegenleistung. Die Schweizer haben Anfang Juni letzten Jahres darüber in einer Volksabstimmung mehrheitlich dagegen gestimmt, wohl weil die meisten keine klaren Signale bekommen haben, wie das zu finanzieren sei. Immerhin 22 Prozent waren dafür. Seitdem geht die weltweite Diskussion darüber weiter. Auch hier in der Region. Vor kurzem in Herten. Mit dabei war Julia Borries, Referentin für die Erwachsenenbildung des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen. Hier ist ihr Bericht.

 

HERTEN - "Was würden Sie tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt ist? Mehr Ehrenamt und weniger Erwerbsarbeit? Mehr Weiterbildung oder eigene Projekte umsetzen?" Rund 45 Interessierte, Befürworter, Skeptiker und Kritiker diskutierten die Idee der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens und ihrer Folgen für die Gesellschaft im St. Ludgerus Gemeindehaus, in das die Veranstaltergemeinschaft des Bildungswerk des Sozialverbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der Erwachsenenbildung im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und des Gemeinnützigen Instituts iWiPo eingeladen hatten.

Ortrud Harhues, Leiterin des Bildungswerkes des Sozialverbandes der KAB führte die Beteiligten in die Thematik ein und erläuterte dabei auch den Ansatz der KAB, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt und die Tätigkeitsgesellschaft beschreibt, in der alle Arten von Arbeit gleichwertig gesehen und gefördert werden.

In drei moderierten Diskussionsrunden stellten sich Frau Prof. Dr. Ute Fischer, Politik- und Sozialwissenschaftlerin an der FH Dortmund, Daniel Kreutz vom Sozialverband Deutschland und Matthias Blöcher vom Netzwerk Grundeinkommen den Fragen der Teilnehmenden.

Prof. Fischer betonte die zwei wichtigen Voraussetzungen des Grundeinkommens als ein Einkommen ohne Vorleistungen und ohne Bedarf ist:  „So stellt es das Gegenteil zum Leistungsprinzip des aktuellen Sozialsystems dar, das eine Grundsicherung von der Arbeitsbereitschaft abhängig macht und im Zweifel auf strenge bürokratische Kontrollen setzt.“ 

Daniel Kreutz setzte in seinen Diskussionsrunden dagegen: „Wir brauchen armutsfeste und sanktionsfreie Sozialsysteme“ und sprach sich vehement gegen die Einführung eines Grundeinkommens aus.

Matthias Blöcher stellte die Frage: „Welche Gesellschaft will ich mit einem Grundeinkommen bauen?“ Für ihn ging es dabei um nicht weniger als um die Freiheit, selbstbestimmt zu leben.

Ein wichtiges Thema, mit viel Diskussionspotential, das vor allem eine Frage berührt: Wie sozial gerecht kann und soll unsere Gesellschaft sein? Dank der Referenten und der guten Arbeitsmethode haben die TeilnehmerInnen einen umfassenden Einblick in das Thema bekommen. JB

KREISSYNODE mit den Schwerpunktthemen Finanzen, Jugendarbeit, Seelsorge und Gesellschaftliche Verantwortung

Zusammenarbeit wird immer wichtiger. Die diesjährige Herbstsynode, die zeitlich kurz nach den Synoden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bonn und der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) in Bielefeld-Bethel tagte, setzte turnusgemäß das Thema Finanzen auf ihre Tagesordnung. Hier zeigt und entscheidet sich, wohin die Reise thematisch gehen soll und welche Gepäckstücke dafür aufgegeben werden.
KREISSYNODE mit den Schwerpunktthemen Finanzen, Jugendarbeit, Seelsorge und Gesellschaftliche Verantwortung

Pfarrer Burkhard Müller, Vorsitzender des Finanzausschusses

Wie eine verantwortungsvolle Haushaltsführung in der Abwesenheit des Hausherrn aussehen könne, meditierte im Eröffnungsgottesdienst Pfarrerin Sabine Dumpelnik aus Waltrop anhand des Gleichnisses vom treuen Verwalter aus dem Lukas-Evangelium (Kap. 12). Rund 120 Delegierte aus vielen Arbeitsebenen nahmen anschließend die Verhandlungen auf zu den Schwerpunktthemen Finanzen, Fundraising, Jugendarbeit, Seelsorge und Gesellschaftliche Verantwortung – „kompakt und in neuer Form“, so die Superintendentin Katrin Göckenjan eingangs.

Sichtlich begeistert vom Ertrag der Reformationsdekade zeigte sich Bürgermeister Christoph Tesche bei seinem Grußwort an die Synodalen. Zwischen den Konfessionen seien viele gute Verbindungen gewachsen, das Thema habe die verschiedensten Schichten angesprochen. Die aktuelle Nachricht vom Rücktritt des Weihbischofs Dieter Geerlings aus gesundheitlichen Gründen bedauerte Tesche ausdrücklich. Er hatte Geerlings in Recklinghausen zuletzt als Co-Prediger im zentralen ökumenischen Reformationsgottesdienst in der Christuskirche erlebt, als dieser mit einer packenden Ansprache über den engen Zusammenhang von Geld und Gott und damit über die Frage, was wirklich wichtig im Leben ist, viele begeistern konnte. „Die Menschen, die aktiv sind, sind das größte Pfund dieser Kirche … Deshalb ist es so wichtig, dass es Gesichter, Fixpunkte gibt“, so Tesche mit Blick auf die anstehenden Beratungen. Gerade jetzt sei es besonders wichtig, "den Mut zu haben, Präsenz und damit Interesse zu zeigen", sagte Tesche mit Bedauern über die erklärte Absicht des Bistums Münster, Geerlings Stelle nicht wieder neu zu besetzen und empfahl sich den Synodalen als verlässlicher Botschafter und Ansprechpartner für die „Achse Stadt, Kirche, Mensch“.

Landeskirchenrätin Barbara Roth wies in ihrem Grußwort auf die Bedeutung der Kirchenmusik hin. Musik spiele eine verbindende und gemeinschaftsspendende Rolle und könne damit die Welt verändern. Gerade kirchenmusikalische Veranstaltungen fänden in den Gemeinden einen großen Zuspruch. Die westfälische Kirche fördere daher die Vielfalt in der Qualifikation der haupt- und nebenberuflichen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker. Zur Verstärkung der Aus-, Fort- und Weiterbildung im Bereich Popularmusik hat die Evangelische Pop-Akademie in Witten ihren Dienst aufgenommen, wo sich auch Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker aus dem Kirchenkreis weiterbilden.

Wie groß die aktuellen inhaltlichen, strukturellen und personellen Herausforderungen auf allen Arbeitsebenen der Kirche wirklich sind, zeigte sich anhand der Berichterstattungen von der vorangegangenen Landessynode. Die finanzielle Entwicklung ließe sich demnach grob in drei Sätzen beschreiben: Die günstige konjunkturelle Lage führt nominal erneut zu einem Höchststand der Kirchensteuer. Der niedrige Zinssatz jedoch erschwert mittel- und langfristige Planungen. Demgegenüber sinkt die Mitgliederzahl kontinuierlich.

Angesichts der Tatsache, dass in drei Jahren fast ein Viertel des Pfarrpersonals in den Ruhestand getreten sein werden, hat die Landeskirche entsprechende Personal- und Sachkosten eingefroren. Die Landessynode wird, der aktuellen Rechtsprechung folgend, im nächsten Jahr die Segnung homosexueller Partnerinnen und Partner, die standesamtlich geheiratet haben, beschließen.

Das Ehrenamt erfährt auf dem Hintergrund dieser Entwicklung eine neue Wertschätzung. Die „Dienstgemeinschaft ohne Herrschaftsverhältnis“ wird auf allen Ebenen als „Querschnittsaufgabe“ immer wichtiger, insbesondere angesichts schwindender Ressourcen im Pfarramt, so die Landessynodale Anne Schindler in ihrem Bericht zum Schwerpunktthema „Seelsorge“. Pfarrerinnen und Pfarrer wiederum sollen in ihrem Dienst gestärkt werden, konkret durch vier Urlaubstage mehr im Jahr und den Ausbau des Angebots an Seelsorge und Beratung, die „auch Pfarrerinnen und Pfarrer brauchen“, so Schindler. Eine finanzielle Gleichstellung von Pfarrerinnen und Pfarrern im Probedienst sei angesichts der finanziellen Entwicklung schwierig. Für das Pfarramt im ländlichen Bereich allerdings soll es eine besondere Zulage und Anreize geben. Die Weiterentwicklung eines Seelsorge-Konzepts allgemein und speziell in Krankenhäusern und zunehmend auch in Altenheimen, das der gesellschaftlichen Entwicklung entspreche, sei notwendig, ebenso eine stärkere Vernetzung zwischen Kirche und Diakonie, so Schindler.

Eine Vorlage der Kreissynode Recklinghausen zur Flüchtlingspolitik wurde auf der Landessynode unter dem leicht veränderten Titel „Für eine menschenfreundliche Flüchtlingspolitik“ übernommen. Inhaltlich positionierte sich damit die Landessynode für den Familiennachzug, dafür, die Abschiebungen nach Afghanistan ernst zu nehmen und die Glaubensprüfung durch Behörden zu unterbinden. Diesem Votum folgte die Kreissynode nach der Mittagspause geschlossen, ebenso dem Aufruf von Pfarrer Christian Hüging, Flüchtlingsbeauftragter des Kirchenkreises, in den Presbyterien und Gemeinden den Protest und Widerstand gegen die seitens der Landesregierung geplante Verschärfung der Aufenthaltsbedingungen für Asylsuchende in Richtung „Lager“ und „Kasernierung“ aufzunehmen und wachzuhalten.

Den faktischen Abbau von Seelsorge-Stellen in Kliniken und Altenheimen im Blick, stimmten die  Kreissynodalen für eine Weiterarbeit an der Entwicklung eines umfassenderen Seelsorge-Konzepts auf der Basis der bisherigen Stellungnahmen der Kirchengemeinden und Ausschüsse.

Wenn es immer weniger Pfarrerinnen und Pfarrer gibt, wird es immer wichtiger, der kirchlichen Arbeit gegenüber wohlwollende Menschen zu finden, die zu einer Spende bereit wären. Pfarrer Günter Johnsdorf, der die kreiskirchliche Servicestelle Fundraising vorbildlich und professionell über Jahre aufbaute und leitete, wird im nächsten Jahr in den Ruhestand gehen. Die Weiterführung seiner Arbeit, die finanziell weit mehr für die Gemeinschaft einbringt als sie kostet, ist nach dem Votum der Kreissynodalen gesichert.

Über die Notwendigkeit der Einrichtung und Art der An- und Einbindung einer kreiskirchlichen Fachstelle für Jugendarbeit, wie sie inzwischen in fast allen Kirchenkreisen vorgehalten wird, diskutierten die Delegierten intensiv. Pfarrerin Kirsten Winzbeck aus Marl und der Geschäftsführer des Amts für Jugendarbeit in Villigst, Knut Grünheit konnten schließlich eine klare Mehrheit der Delegierten davon überzeugen, dass mit einem Vertagen dieser wichtigen Entscheidung die Hauptamtlichen in der Jugendarbeit in den Gemeinden mit ihren Fachfragen weiter allein gelassen und darüber hinaus wertvolle Zeit und die Aussicht auf finanzielle Unterstützung seitens der Landeskirche verloren gehen würden.

Pfarrer Burkhard Müller aus Herten-Disteln, Vorsitzender des kreiskirchlichen Finanzausschusses, führte nach der Mittagspause die Delegierten auf bemerkenswert humorvolle und kurzweilige Art in die (Un-)Tiefen seines Finanzberichts und eröffnete damit einen Einblick in den laufenden Strukturwandel auf allen Ebenen. „Wir leben auf Pump, in einer scheinstabilen Lage“, zitierte er sinngemäß aus dem Finanzbericht von Dr. Arne Kupke, dem juristischen Vizepräsidenten der westfälischen Kirche. Angesichts der Entdeckung, dass sich eine Kirchensteuerminderung um ein Prozent „mit Faktor vier“ vor allem auf Gemeindeebene auswirken werde, „bleibt das Prinzip vorsorgender Haushalterschaft das Gebot der Stunde“, so Müller. Der Jahresüberschuss von rund 1,2 Mio Euro geht anteilig zu 77 Prozent an die Kirchengemeinden und zu 23 Prozent an den Kirchenkreis, verbunden mit der Empfehlung, damit die Rücklagen aufzufüllen, um in kommenden schwachen Konjunkturzeiten „Zeit kaufen zu können“.

Viel Zeit und Kraft ist in diesem Jahr in die Vorbereitung und Umstellung des kirchlichen Haushalts von der kameralen zur kaufmännischen Buchhaltung geflossen, die ab 2018 gilt. Um den Delegierten die Änderungen verdeutlichen zu können, legte ihnen die Finanzabteilung den Haushaltsplan „in beiderlei Gestalt“, so Müller, vor. Neu am Kirchlichen Finanzmanagement (NKF) sind eine Investitions- und Finanzierungsrechnung, eine Liquiditätsplanung und eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie weitere Elemente, die für die Erstellung einer Bilanz wichtig sind.

Dietmar Payk, Leiter der Finanzabteilung, bedankte sich bei seinem Team für den bisher geleisteten gemeinsamen Kraftakt und bat um Verständnis und auch Geduld, da die Doppelbelastung aller Beteiligten bei der Umstellung auf NKF, verbunden mit der gleichzeitigen Einführung einer neuen Finanz-Software, sehr groß ist. Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang Torsten Block, der für die Umsetzung des Projekts zuständig ist.

Nach der Verabschiedung des Jahresabschlusses beschlossen die Synodalen den kreiskirchlichen Haushalt sowie den Haushalt des kreiskirchlichen Verbundes für Kindertageseinrichtungen. Dabei votierten sie einstimmig „für eine auskömmliche Finanzierung“ der Kindertageseinrichtungen seitens des Gesetzgebers.

Dr. Ulrike Preuß als Vorsitzende des Verwaltungsrates der kirchlichen Gemeinschaftsstiftung „ernten und säen“ freute sich über die Fortführung der Arbeitsstelle Fundraising, mit der auch die Geschäftsführung der Stiftung verbunden ist. Die Stiftung hat aus dem allgemeinen Stiftungsvermögen Projekte in Kirche und Diakonie für benachteiligte Jugendliche gefördert. Im Rahmen des Empfangs des Kirchenkreises am Buß-und Bettag erzählten die Empfänger kurz von ihren Projekten. Die Erträge des allgemeinen Stiftungsvermögens aus dem Jahr 2017 sollen für Projekte in evangelischen Kindertageseinrichtungen unter dem Motto „Brücken bauen“ verwendet werden. Dabei sollen zum Beispiel solche Projekte gefördert werden, die einen integrativen oder interreligiösen oder auf den Stadtteil bezogenen Charakter haben.

Zur besseren Wahrnehmung von gesellschaftspolitischen Themen hat die Kreissynode einen Ausschuss für gesellschaftliche Verantwortung eingerichtet werden, der sich verstärkt mit diesen Fragestellungen beschäftigt. In den neuen Ausschuss soll bisheriges Engagement aus den Bereichen Umweltarbeit, Industrie- und Sozialarbeit/Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt und der Frauenarbeit einfließen und gemeinsam weiterentwickelt werden. Zudem sind die Perspektiven diakonischer Arbeit und der weltweiten Ökumene vertreten. In diesem Forum können aktuelle und konkrete Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven reflektiert und in eine vernetzte Betrachtung überführt werden. GH/uka

EMPFANG DES KIRCHENKREISES mit Uwe Schulz zum Thema "Grenzenlos aggro? - Vom rechten Weg in einer ver-rückten Welt"

MARL – Die Frage nach der christlichen Verantwortung in der heutigen Gesellschaft, die geprägt ist von auseinander driftenden Strömungen und eskalierenden Konflikten, stand im Mittelpunkt des Empfangs des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen am Buß- und Bettag in der Dreifaltigkeitskirche in Marl-Brassert. Von Jürgen Wolter
EMPFANG DES KIRCHENKREISES mit Uwe Schulz zum Thema "Grenzenlos aggro? - Vom rechten Weg in einer ver-rückten Welt"

Uwe Schulz (links) und die anschließende Talkrunde mit Moderator Michael Wiese, Horst Buddych, Bürgermeister Werner Arndt und Martin Fromme (v.l)

Zu Beginn verlas Synodalassessor Frank Rüter einen geistlichen Impuls in Vertretung von Superintendentin Katrin Göckenjan, die beim Empfang nicht selbst anwesend sein konnte. Klimawandel, „Paradise Papers“, die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich: „Was zählt eigentlich noch in dieser ver-rückten und sich immer weiter verrückenden Welt?“, lautete die Ausgangsfrage, auf die Katrin Göckenjan mit einem Rückgriff auf die biblische Geschichte vom Propheten Jona antwortete, der der Stadt Ninive ihren Untergang prophezeien soll und zunächst flüchtet, um sich der Aufgabe zu entziehen. Schließlich erfüllt er seine Aufgabe doch und die Stadt besinnt sich zur Buße. Die Aufgabe wächst Jona zunächst über den Kopf. „Wachsen uns unsere Aufgaben, unser Leben auch über den Kopf? Wohin wird uns diese ver-rückte Welt führen? Können auch wir durch Buße und Beten die Zwischenräume unseres Lebens wieder neu füllen?“, lauteten die Einstiegsfragen.

Uwe Schulz, WDR-Hörfunkjournalist, bekennender Christ, aber mit „seiner Kirche“ durchaus nicht in allen Punkten konform, fand als Gastreferent eine Antwort in dem verantwortlichen Engagement von Christen in der Gesellschaft. Er griff dabei auf eine Frage Dietrich Bonhoeffers zurück: „Was ist verantwortbar vor den Menschen, die kommen werden?“ Diese Frage, „gestellt in einer viel schwereren Zeit als der heutigen“ (unter der Herrschaft der Nationalsozialisten), so Schulz, gelte es bei der Besinnung auf den Buß- und Bettag zum Ausgangspunkt der Überlegungen zu machen. Rechter Protest vieler Menschen, Aggressivität der Sprache – das sei Ausdruck des Gefühls: „Ihr habt uns vergessen!“.

„Diesen Nöten haben wir uns nicht genug gewidmet“, sagt Uwe Schulz in Marl. „Es gibt inzwischen Menschen, die können nicht mehr wollen, haben alle Kraft und allen Antrieb verloren.“ Schule, Ausbildung, Berufsleben, das sei lange die Normalität gewesen im Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. An dieser Entwicklung könnten aber heute immer mehr Menschen nicht mehr teilhaben. Aufgabe der Christen in der Gesellschaft sei es deshalb, nicht aus Zorn selbst schuldig zu werden, sondern im Geist Gottes zu leben und mutig davon auszugehen: „Diese Welt geht nicht vor die Hunde!“ „In voller Diesseitigkeit des Lebens Glauben lernen“: Dieses Postulat Dietrich Bonhoeffers steht für Uwe Schulz am Anfang des Engagements. Büßen bedeute, Perspektiven zu entwickeln, und Beten, Gott Antworten zu geben. „Lassen Sie uns in diesem Sinne fröhliche Büßer und tapfere Beter sein!“, forderte Schulz die rund 150 Gäste auf.

Drei Menschen, die auf unterschiedlichen Gebieten engagiert auch Widerständen entgegen treten, berichteten anschließend von ihren Erfahrungen: Martin Fromme, der im Bonhoeffer-Zentrum der Diakonie Menschen mit Autismus betreut, Horst Buddych, der sich um Flüchtlinge in Marl kümmert, und Werner Arndt, Marler Bürgermeister, der auch schon persönlichen Anfeindungen ausgesetzt war.

Martin Fromme berichtete von Skepsis und Unverständnis, die der Gruppe, die er betreut, aus der Nachbarschaft entgegenschlägt. Immer wieder versucht er Grenzen zu überwinden. „Ich will allen zeigen, dass man mit Menschen mit Behinderungen auch lachen kann“, sagte er in Marl.
Horst Buddych fühlt sich bereichert durch die vielfältigen Kontakte, die er inzwischen zu Flüchtlingsfamilien aus den verschiedensten Ländern entwickeln konnte. Aber auch er stößt manchmal auf Unverständnis für sein Engagement.
Werner Arndt berichtete von Anfeindungen. Schmierereien wie „Werner die!“ (Werner stirb!) hätten auch ihn verunsichert und seine Familie in Angst versetzt, so der Marler Bürgermeister.
Trotz dieser Widerstände machen alle drei weiter. „Sie sind Beispiele der friedfertigen Welt, die so unendlich vielfältiger ist“, sagte Uwe Schulz.

Zum Abschluss stellte Dr. Ulrike Preuß als Vorsitzende des Stiftungsrats die Aktivitäten der kirchlichen Gemeinschaftsstiftung „ernten und säen“ vor. Diese hat unter anderem ein Projekt „Gemeinsames Essen“, eine Veranstaltung des Marler Weltzentrums, ein Filmprojekt „Sterbebegleitung“, ein integratives Sportprojekt und eine Berlinfahrt für Asyl suchende Jugendliche finanziert.

Im nächsten Jahr sollen Aktivitäten in Kindergärten gefördert werden. Es gibt ein Positionspapier der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie in NRW zum Thema Kinderarmut: „Satt an Leib und Seele“, an dem auch Superintendentin Katrin Göckenjan mitgearbeitet hat. Die Kindertageseinrichtungen sind von diesem Thema direkt betroffen. Das Geld der Stiftung kann natürlich nicht alles heilen, aber es sollen Projekte in evangelischen Kindertagesstätten unter dem Motto „Brücken bauen“ angeregt werden. Dabei sollen solche Aktionen gefördert werden, die einen integrativen oder interreligiösen oder auf den Stadtteil bezogenen Charakter haben und die die Teilhabe für unterschiedlichste Menschen ermöglichen“, so Dr. Ulrike Preuß

Musikalisch hatte Pfarrer Gert Hofmann den Empfang mit jazzigen Improvisationen, unter anderem zu „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, umrahmt. JW

 

Kreissynode tagt am Samstag, 25. November in der Limperstraße 15

Die Kreissynode ist das Kirchenparlament der Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen und Dienste in der Region. Sie beginnt traditionell mit einem Gottesdienst um 8:30 Uhr in der Christuskirche, Limperstraße 13, mit dem das Treffen der Synodalen und ihrer Gäste eröffnet wird.
Kreissynode tagt am Samstag, 25. November in der Limperstraße 15

Portal der Christuskirche


Den Schwerpunkt der diesjährigen Herbstsynode bildet das Thema Finanzen. Neben dem Finanzbericht des Vorsitzenden des kreiskirchlichen Finanzausschusses, Pfarrer Burkhard Müller aus Herten-Disteln, werden die Haushalte 2018 verabschiedet und die Rechnungsergebnisse 2016 beschlossen.

Außerdem beschäftigt sich die Kreissynode mit der Situation der Seelsorge im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen sowie mit der Zukunft der Fundraisingarbeit und der Jugendarbeit im Kirchenkreis. Zur besseren Wahrnehmung von gesellschaftspolitischen Themen soll ein Ausschuss eingerichtet werden, der sich verstärkt mit diesen Fragestellungen beschäftigt.

Darüber hinaus können aktuelle gesellschaftlich relevante Themen, die gegebenenfalls auch in den vorausgegangenen Synoden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Landessynode der Evangelischen Kirche in Westfalen beraten und verabschiedet wurden, auf der Kreissynode Resonanz finden. 

Buß- und Bettags-Empfang mit Uwe Schulz am 22. November um 18 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche in Marl, Brassertstraße 40-42

MARL - Reue ist ein anderer Begriff für Buße. Beide spielen in der christlichen Tradition eine große Rolle. Und zwar überall dort, wo das Wichtigste im Leben die Leidenschaft, das Engagement ist. Es geht um große Gefühle: für die Menschen, für die Natur, für das Leben selbst. Aber auch um die Vernunft, mit Fehlern gelassen umzugehen.
Buß- und Bettags-Empfang mit Uwe Schulz am 22. November um 18 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche in Marl, Brassertstraße 40-42

Uwe Schulz, WDR-Journalist, Moderator und Autor (Foto: WDR)

Der jährliche Empfang am Buß- und Bettag entspringt dem tiefen Wunsch, vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, an dem die christlichen Kirchen der Toten gedenken, dem nachzugehen und zu -spüren, was Leben zerstört oder fördert. Darüber mit anderen ins Gespräch und ins Nachdenken zu kommen, kann den eigenen Erfahrungsraum erweitern und dazu beitragen, die Wirklichkeit mit Hilfe der anderen tiefer und voller zu verstehen und zu leben.

 

Grenzerfahrungen zwischen Leben und Tod, Gott und die Welt, der rote Faden, Horizonterweiterung, Widersprüche - das sind Themen, die auch Uwe Schulz interessieren. Er ist ein Kind des Reviers und als WDR-Journalist, Moderator und Buchautor öffentlich bekannt geworden.

 

Anlässlich des diesjährigen Empfangs des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen spricht Uwe Schulz in der Dreifaltigkeitskirche in Marl nach einem geistlichen Wort der Superintendentin Katrin Göckenjan zum Thema "Grenzenlos aggro?! - Vom rechten Weg in einer ver-rückten Welt". Seinen Erfahrungen und Wahrnehmungen zum Zustand unserer Gesellschaft werden anschließend in einer ersten Gesprächsrunde drei Engagierte und andernorts Lebenserfahrene aus dem Bereich der Hilfe für Flüchtlinge, der Inklusion und der Lokalpolitik zur Seite gestellt, die aus ihrem Alltag Bemerkenswertes beizutragen haben. Die Gäste sind anschließend zum Mitdiskutieren eingeladen.

 

Danach werden förderungswürdige kirchliche Projekte aus der kirchlichen Gemeinschaftsstiftung "säen und ernten" vorgestellt, die einen Beitrag dazu leisten können für das, was Leben fördert.

 

Mit abschließendem Lied, Segen und Jazzimpressionen am Piano lädt der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen zum gemeinsamen Buffet im Gemeindezentrum der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Marl (ESM) nebenan. GH