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Lotti und Walter Seeliger-Stiftung

„Im Gedenken an Lotti“ unter dem Dach von „ernten und säen“
Lotti und Walter Seeliger-Stiftung

Ruth Gotuk, Walter Seeliger, Ernst zur Nieden, Gonda Rose (v.l.)

Unter dem Dach der Kirchlichen Gemeinschaftsstiftung „ernten und säen“ ist es die neunte, im Bereich der Evangelischen Kirchengemeinde Herten-Disteln bereits die vierte Stiftung. Im Namen der Gemeinde bedankte sich Pfarrer Burkhard Müller bei Walter Seeliger. Der Stifter fühlt sich seiner Kirchengemeinde verbunden und möchte speziell die Seniorenarbeit fördern. Die „Lotti und Walter Seeliger-Stiftung“ wurde am 15. November nach dem Gottesdienst in der Friedenskirche der Gemeindeöffentlichkeit vorgestellt. 
Auch im Gedenken an seine im Sommer verstorbene Frau hat Walter Seeliger jetzt die Stiftung gegründet. Noch gemeinsam hatte das Ehepaar von den anderen Stiftungen in Disteln gehört und beschlossen: „Das wollen wir auch machen!“ Es ist auch als ein Zeichen der Dankbarkeit gemeint für die lange Zeit, die das Ehepaar Seeliger gemeinsam verbringen durfte. Die beiden waren 59 Jahre verheiratet, als Lotti Seeliger im Juni starb. „Grabsteine halten einen Namen in Erinnerung – eine Stiftung noch viel mehr“, auch diese Idee schwingt bei Walter Seeliger mit – und er möchte damit auch Vorbild sein für Menschen, die vielleicht ähnlich denken.
Walter Seeliger hat sich mit seiner Stiftung von 10.000 Euro unter das Dach der Kirchlichen Gemeinschaftsstiftung „ernten und säen“ begeben. Diese bietet einen verlässlichen und unbürokratischen Rahmen für persönliche Stiftungspläne im kirchlichen und diakonischen Bereich. Seitens der Dachstiftung wurde Walter Seeliger von Ernst zur Nieden, Mitglied des Stiftungsrates und Presbyter in Disteln, herzlich begrüßt. Pfarrer Günter Johnsdorf vom Kirchenkreis überreichte die Zustiftungsvereinbarung.
Die „Kirchliche Gemeinschaftsstiftung für Kirche und Diakonie im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen“ wurde im Herbst 2005 errichtet. Durch Spenden, Vermächtnisse und Zustiftungen können Einzelpersonen und Gruppen das Anliegen der Stiftung unterstützen. Bei einer Zustiftung ab 5.000 Euro kann ein spezieller Verwendungszweck im großen Spektrum kirchlicher und diakonischer Aufgabenbereiche bestimmt werden, dann kann die Stiftung auch einen eigenen Namen bekommen, auf Wunsch auch den der Stifter. Die neue „Lotti und Walter Seeliger-Stiftung “ ist dafür ein Beispiel. Weitere Informationen gibt es bei Pfarrer Günter Johnsdorf (Tel. 02361 206 241) oder unter www.ernten-und.säen.de

Text: gj/Foto: privat

 

"Ernten und säen" - Früchte ohne Ende

Kirchliche Gemeinschaftsstiftung verdoppelt ihr Vermögen - Mit 200.000 Euro, die von der Kreissynode zur Verfügung gestellt wurden, ging es an den Start. Im Herbst 2009 hat das Stiftungsvermögen mit über 400.000 Euro die Verdoppelung erreicht. Die Gemeinschaftsstiftung für Kirche und Diakonie im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen hat in den letzten beiden Jahren eine Entwicklung genommen, die allen Beteiligten zugute kommt.

Ohne unnötige Formalitäten und bürokratische Hürden werden die "Unterstiftungen" nach den jeweiligen Vorgaben treu verwaltet. Für Stifterinnen und Stifter ist "ernten und säen" somit der verlässliche Rahmen für ihr eigenes Anliegen. So hat es zuerst Hartmut Gerlach gesehen, dann die Eheleute Brandt-Sperling, Frau Gonda Rose, die Eheleute Stange und zuletzt die Geschwister Gotuk; ebenso eine anonyme Stifterin und die Kirchengemeinde Herten-Disteln sowie ein Erblasser. Und die beiden nächsten Stiftungen befinden sich schon in der Anbahnung.

Ist eine Stiftung nur etwas für Leute mit ganz viel Geld? Nein, denn "ernten und säen" ist eine Gemeinschaftsstiftung. Durch Zustiftungen kann jede(r) mit einem beliebigen Beitrag zur Stiftergemeinschaft dazugehören. Ab 5.000 Euro ist dann die eigene Stiftung möglich: für einen selbst bestimmten Förderzweck, mit einem selbst gewählten Namen, vielleicht dem eigenen. Und dies ist dauerhafter und vielleicht auch sinnvoller als ein Grabstein; die eigene Stiftung zeigt, was einem im Leben wichtig ist oder war.

Zugute kommen die Unterstiftungen bisher der Kindergartenarbeit in Datteln, der Kinder- und Jugendarbeit in Haltern, der Frauen-, Senioren und allgemeine Gemeindearbeit in Herten-Disteln, der Kirchenmusik in Oer-Erkenschwick, der Unterstützung für Frauen in Not und der Flüchtlingsarbeit - wirklich ein bunter Strauß guter und wichtiger Förderzwecke im kirchlichen und diakonischen Bereich.

Auch das allgemeine Stiftungsvermögen ist etwas gewachsen, von ursprünglich 200.000 Euro durch Zustiftungen auf 214.000 Euro. Aus den Erträgen wurde 2008 das in seiner Existenz bedrohte Ökumenische Arbeitslosenzentrum Recklinghausen unterstützt. In diesem Jahr kommt das Geld neben zwei kleineren Projekten vor allem Kindergärten zugute, die auch bedürftigen "Übermittag-Kindern" eine warme Mittagsmahlzeit ermöglichen.

In einer Zeit mit weiteren Rückgängen bei der Kirchensteuer reicht Sparen allein nicht aus. Es müssen neue Einnahmequellen für die wichtigen Aufgaben in Kirche und Diakonie gefunden werden. Die meisten Kirchengemeinden im Kirchenkreis Recklinghausen sammeln recht erfolgreich eine "Gemeindespende" für ihre laufende Arbeit, hinzu kommen Spendenaktionen für spezielle Zwecke. Stiftungen stellen ein weiteres Standbein dar: Spenden sind wichtig, weil sie sofort der laufenden Arbeit zugute kommen - Stiftungsmittel jedoch bleiben auf Dauer erhalten, sie werden angelegt und nur der jährliche Ertrag steht zur Verfügung.

Spenden und Stiftungen haben also einen verschiedenen Ansatz, aber sie ergänzen sich, und beide bieten steuerliche Vorteile. "Kirchensteuern, Spenden und Stiftungen - allein in diesem Dreiklang wird sich in Zukunft die kirchliche und diakonische Arbeit finanzieren lassen", ist Pfarrer Günter Johnsdorf, im Kirchenkreis der zuständige Fachmann, überzeugt. Bei ihm (Tel. 02361 / 206241) kann man sich weiter informieren oder beraten lassen. Der Erstkontakt ist natürlich auch in jeder Kirchengemeinde möglich.
 

Kirchenkreis gibt Auszeichnung der Agenda 21 weiter an Gärtnerei Fromm

Wanderpreis wechselt die Station
Kirchenkreis gibt Auszeichnung der Agenda 21 weiter an Gärtnerei Fromm

Für den Kirchenkreis gibt Hans-Jürgen Hörner den Wanderpreis der Agenda 21 weiter an Harald und Violeta Fromm (v.r.)

Im Jahr 2008 ging die Auszeichnung der lokalen Agenda 21 zu gleichen Teilen an die Unternehmensgruppe Wallstein, die stark im Bereich von Energierückgewinnung im Großanlagenbau vertreten ist, den Ev. Kirchenkreis Recklinghausen für seine Anstrengungen zur CO2-Reduktion und an die Gärtnerei Fromm in Recklinghausen.

Fromm verkauft Rosen, die das Gütesiegel des Flower Label Programms (FLP) tragen. Die Blumen werden in Afrika und Lateinamerika unter menschenwürdigen und umweltschonenden Bedingungen angebaut. Die produzierenden Farmen müssen eine Reihe von Gütekriterien erfüllen: Existenzsichernde Löhne, Gewerkschaftsfreiheit, Verbot von Kinderarbeit, Gesundheitsvorsorge, Verbot hochgiftiger Pflanzenschutzmittel und einen verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen gibt den Wanderpreis in Form einer Stele nun nach drei Monaten weiter an die Gärtnerei Fromm.

Text/Bild: hh

Sechs Predigten an sechs Orten zur Barmer Theologischen Erklärung

Dokumentation einer Predigtreihe im Kirchenkreis Recklinghausen: Vom 29. – 31. Mai 1934 kamen evangelische Christen aus allen Teilen Deutschlands in der reformierten Kirche zu Barmen-Gemarke zur ersten Tagung der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche zusammen. Wohl kaum jemand ahnte damals, dass er Zeuge eines weit in die Zukunft reichenden historischen Ereignisses war. „Barmen“ hat Spuren in unserer Kirche hinterlassen. Wir haben Grund, uns heute – 75 Jahre später – an die Synode in Barmen zu erinnern.
Sechs Predigten an sechs Orten zur Barmer Theologischen Erklärung

75 Jahre Barmer Theologische Erklärung

Die Theologische Erklärung der Barmer Bekenntnissynode 1934 war die wichtigste Antwort der Evangelischen Kirche auf die Herausforderungen der damaligen Zeit. Sie war eine theologische Erklärung. Sie benannte in ihren Thesen sechs 'evangelische Wahrheiten' und verwarf die 'falschen Lehren', die seit langem in der Evangelischen Kirche latent oder offen vorhanden waren. Durch die Umbrüche des Jahres 1933 sowie durch den Herrschaftsanspruch der Deutschen Christen traten sie nun sehr deutlich hervor. Die Deutschen Christen wollten ihre Begeisterung für Führer, Volk und Vaterland mit der Botschaft des Evangeliums verbinden. Sie wollten die Kirche
öffnen für den Nationalsozialismus, um damit das nationalsozialistisch fühlende Volk für die Kirche zurück gewinnen.
Dagegen standen die anderen, die die Unabhängigkeit der Kirche bewahren wollten. Das Bekenntnis von Barmen wies den Totalitätsanspruch des nationalsozialistischen Staates zurück. Es war ein theologischer Ruf zur Besinnung auf das Evangelium und war zugleich ein politisches Zeugnis des christlichen Glaubens.

Mit den sechs Predigten an sechs Orten erinnern wir an die Bedeutung der Barmer Theologischen Erklärung vor 75 Jahren. Es predigten Pfr. Andreas Becker (Haltern), Pfr. Thomas Mämecke (Datteln), Pfr.in Silke Niemeyer (Recklinghausen), Sup. Peter Burkowski (in Datteln), Pfr. Burkhard Müller (Herten) und Synodalassessorin Ursula August (Marl). Die Predigtdokumentation läßt sich hier als pdf-Dokument herunterladen und kann selbst ausgedruckt werden.

Aus Kostengründen können wir die Broschüre derzeit leider nicht in gedruckter Form ausliefern. Wer an einer Druckversion interessiert ist, möge bitte eine Mail senden. Melden sich mehr als 100 Interessenten für einen Druck, kann die Broschüre gegen einen Selbstkostenbeitrag von 3-5 Euro + Versand in Auftrag gegeben werden.

hh

Dreißig Jahre im Dienst der Gemeinde

VERABSCHIEDUNG Pfarrer Klaus Wöhrmann in den Ruhestand verabschiedet
Dreißig Jahre im Dienst der Gemeinde

Verabschiedeten Pfarrer Klaus Wöhrmann (Mitte) aus dem aktiven Dienst: (v.l.n.r.) Superintendent Peter Burkowski; Pfarrerin Heike Richter, Pfarrer i.R. Albrecht Hoffmann, Pfarrer Martin Janus, Pfarrer Hans-Jürgen Roch, Pfarrer Dieter Borchers und der kath

RECKLINGHAUSEN - Nach mehr als dreißigjährigem Dienst in Hochlarmark ist Pfarrer Klaus Wöhrmann mit einem festlichen Gottesdienst in der voll besetzten Reformationskirche in den Ruhestand verabschiedet worden. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Jubilate-Chor unter Leitung von Kantorin Friedgard Schultner-Nöthe mitgestaltet.

In seiner Ansprache dankte Superintendent Peter Burkowski Pfarrer Klaus Wöhrmann für dreißig Jahre treuer Arbeit im Pfarramt. „Das waren auch dreißig Jahre voll aufregender äußerer Veränderungen, dreißig Jahre innerkirchliche Herausforderungen und zum Teil heftiger Debatten über den Weg und die Gestalt der Kirche, über die Einmischung in gesellschaftliche Fragen, über die richtigen Formen, in denen das Wort Gottes zu verkündigen ist“, umriss der Superintendent die lange Zeit seines Dienstes.

Burkowski hob den Theologen Wöhrmann hervor, dem es immer wichtig gewesen sei, ein theologisch begründetes Urteil zu finden. Ein weiterer Schwerpunkt seines Dienstes sei die Seelsorge gewesen, so der Superintendent. Burkowski bedankte sich auch für das Engagement von Klaus Wöhrmann über den Einsatz in der Gemeinde hinaus: im Kirchenkreis als Fortbildungsbeauftragter oder auch als Mentor für Vikare. „Ab heute sind Sie frei von den dienstlichen Pflichten, die Ihnen durch das Amt des Pfarrers der Evangelischen Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd auferlegt wurden“, so der Superintendent und wünschte ihm und seiner Familie für die neue Lebensphase alles Gute und Gottes begleitenden Segen.

Nach dem Gottesdienst bestand im überfüllten Jochen-Klepper-Haus Gelegenheit, sich persönlich von Pfarrer Wöhrmann zu verabschieden. Auch der Recklinghäuser Bürgermeister Wolfgang Pantförder nutzte die Gelegenheit und wünschte Pfarrer Wöhrmann für die Zukunft alles Gute. Für die Kirchengemeinde dankte Presbyterin Hannelore Klippel Klaus Wöhrmann für seinen langjährigen Dienst als Seelsorger, Wegbegleiter und Gesprächspartner. „Alles hat seine Zeit“, zitierte sie ein Bibelwort aus dem Buch der Prediger. „Möge unser Gott Euch eine gute Zeit schenken.“

Grüße aus der Partnergemeinde in Berlin-Malchow überbrachten Pfarrer i.R. Albrecht Hoffmann und seine Nachfolgerin Pfarrerin Heike Richter aus der nunmehr vereinigten Kirchengemeinde Malchow-Wartenberg. Sie bedankten sich für die 1980 entstandene Partnerschaft und das Zusammenwachsen zwischen Malchow und Hochlarmark, „längst bevor zusammen gewachsen ist, was zusammen gehört“.

Für den theologischen Ausschuss des Kirchenkreises bedankte sich der Vorsitzende, Pfarrer Andreas Becker aus Haltern am See für die viele Arbeit und Treue in der Arbeit, die Pfarrer Wöhrmann sich gemacht hat. Auf seine Initiative hin wurde der theologische Ausschuss von der Kreissynode berufen, deren Vorsitzender er mehr als zwanzig Jahre war. „Schwierige theologische und ethische Fragen haben Sie bearbeitet und sich manchmal mehr Beachtung gewünscht“, so Becker. Auch die katholische Gemeinde bedankte sich bei Pfarrer Wöhrmann für die gute Zusammenarbeit in der Ökumene, an der er maßgeblich beteiligt gewesen ist.

In seinem Schlusswort bedankte sich Klaus Wöhrmann bei allen, die an der Verabschiedung beteiligt waren, im Gottesdienst und beim anschließenden Empfang. „Ich war gerne hier“, sagte er über seine 31 Jahre in Hochlarmark, wo er 1978 als Pastor im Hilfsdienst begann. Er wollte Pfarrer, Hirte sein. „Ob mir das immer gelungen ist, mögen Sie entscheiden.“ Manches sei zum Abschluss gekommen, manches auch zum guten Abschluss, resümierte er über seine Zeit in Recklinghausen. „Jetzt gönne ich mir zunächst einmal Zeit, viel Zeit“, blickte Wöhrmann in die Zukunft und bedankte sich in besonderer Weise bei seiner Frau und seinen Kindern für die Unterstützung während seines Dienstes. Jetzt möchte er Platz machen und das Feld räumen und wünschte den Verantwortlichen der Kirchengemeinde Recklinghausen-Süd viel Kraft für die weitere Entwicklung.

Text und Foto:uka
 

Mit der Zauberbrille unterwegs

Wie der Blick auf sechs Milieus die Gemeindearbeit verändern kann. Den Wunsch nach Rezepten, die Sicherheit und unumstößliche Eindeutigkeit bieten, will der praktische Theologe Prof. Eberhard Hauschildt von der Universität Bonn den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Pfarrkonferenz Recklinghausen nicht befriedigen. Was im Arbeitsalltag in der Gemeinde übersehen wurde, kann mit der 'Zauberbrille' der Milieus neu entdeckt werden.
Mit der Zauberbrille unterwegs

Prof. Eberhard Hauschildt, Uni Bonn

Mit seiner Perspektive 'Milieus praktisch“ geht es Hauschildt darum, „Handlungsspielräume auszuloten, damit vor Ort das Passende in Eigenverantwortung gefunden werden kann".

Im Raum der evangelischen Kirchen macht er sechs abgrenzbare Milieus aus. Diese Gruppen nehmen die kirchlichen Angebote verschiedenartig wahr, weil sie aus unterschiedlichen Lebenslagen kommen: Den „Hochkulturellen“ gefällt im Raum von Kirche insbesondere das anspruchsvolle kirchenmusikalische Angebot, wie die „Johannespassion“, den „Bodenständigen“ spricht eher die ‚traditionelle Hochzeit in weiß‘ an, die „Geselligen“ fühlen sich vor allem beim Kindergartenfest wohl, die „Kritischen“ mögen die gesellschaftskritische Aktionsgruppe, die „Mobilen“ schätzen den Technogottesdienst und die „Zurückgezogenen“ erinnern sich noch gut an die im Fernsehen übertragene Beerdigung von Prinzessin Diana, wenn sie alle gefragt werden: "Welche kirchliche Angebote haben Ihnen zugesagt?"

Statt Alter und vergleichbarem Einkommen verbinden die sechs Gruppen vor allem ihre gemeinsamen kulturellen Orientierungsmuster und Vorzüge. Hauschildt regt deshalb an, den eigenen Arbeitsalltag in der Gemeinde neu zu betrachten: „Welche Gruppen habe ich in meinen Veranstaltungen? Wo treffe ich auf Gemeinde- und Nicht-Gemeindemitglieder?“ Und er macht klar: Die unterschiedlichen Gruppen grenzen sich von einander ab, haben immer eine Art „Feindbild“. Daher sei es nicht zu erwarten, mit einem Angebot „alle Gruppen zu bedienen“. Dennoch könnten vor allem Symbole die unterschiedlichen Gruppen zueinander führen. Dies geschehe beispielsweise beim Abendmahl, wo Menschen die Grenzen ihrer eigenen Milieus gemeinsam überschreiten könnten.

Hauschildt will Pfarrerinnen und Pfarrern mit seinem Blick auf "Milieus praktisch" ein "Instrument bieten, das einem hilft, Aufgaben anders zu machen und mit erweitertem Handlungsspielraum zu arbeiten". Er plädiert für eine „Theologie des Milieus“, die sich dafür interessiert, für die jeweiligen Gruppen eine verständliche Sprache, passende Bilder und vermittlungsfähige theologische Anliegen zu entdecken. Aus dieser Perspektive ergänzen sich die gemeindebezogenen und die übergemeindlichen Angebote, denn sie erreichen jeweils unterschiedliche Zielgruppen, die zumeist nicht miteinander in Berührung kommen. Daher ermuntert Hauschildt die Pfarrerinnen und Pfarrer, untereinander dafür zu sorgen, dass "nicht alle Gemeinden das Gleiche anbieten". Mit der Brille für den Blick auf die Milieus im Raum von Kirche böte sich ein Instrument, solche Angebote zu entwickeln, so Hauschildt.

Text/Bild: hh
 

Literaturhinweis:
Milieus praktisch : Analyse- und Planungshilfen für Kirche und Gemeinde ; mit 6 Tabellen / Claudia Schulz/Eberhard Hauschildt/Eike Kohler, Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2008

 

Gäste aus dem Partnerkirchenkreis Magharibi in Tansania eingetroffen

Besuchsprogramm bis Mitte November
Gäste aus dem Partnerkirchenkreis Magharibi in Tansania eingetroffen

Detlef Pflaumbaum, Dieter Borchers, Reuben Mutashaga, Derrick Lwekika, Ulrich Gallwitz, Diederike Forster, Dieter Müller (v.l.))

KIRCHENKREIS In diesen Tagen freut sich der Ev. Kirchenkreis Recklinghausen über seine ökumenischen Gäste aus dem Partnerkirchenkreis Magharibi in der Region Bukoba Tansania.

Anlässlich der anstehenden Verabschiedung von Pfarrer Dieter Borchers in den Ruhestand sind District Pastor Derrick Lwekika, seine Frau Adelina und Reuben Mutashaga, der als Chronist arbeitet und Mitglied des Partnerschaftskomitees in Magharibi ist,  in den Kirchenkreis gekommen. 

In der Zeit vom 1.10. bis 14.11.2009 werden die Gäste über die Fortsetzung der Partnerschaft, die im nächsten Jahr seit 30 Jahren besteht, mit zahlreichen Gesprächspartner in den Gemeinden diskutieren. Weitere Vereinbarungen über die zukünftige Zusammenarbeit sollen gemeinsam entwickelt werden. Da sich den Gemeinden des Kirchenkreises vieles durch Gemeindefusionen verändert hat, sollen die Auswirkungen auf die Partnerschaftsarbeit in den Blick genommen werden.

Ausserdem steht der Strukturwandel im Ruhrgebiet und der Besuch von Schulen im Kirchenkreis Recklinghausen auf dem Besuchsprogramm.

Daneben werden die Auswirkungen des Klimawandels ein weiteres aktuelles Thema sein, z.B. die Frage, welche Auswirkungen der Klimaveränderung bereits gegenwärtig in Magharibi und in der Nord West Region Tansanias erkennbar sind ? 
Zum „Klima der Gerechtigkeit“, wird die Ausstellung der Vereinigten Evangelischen Mission (VEM) ab dem 25. Januar 2010 im Kirchenkreis Recklinghausen Limperstr. 15 eröffnet. An drei Standorten ist sie zu sehen: im Haus des Ev. Kirchenkreises Recklinghausen, in der Kirchengemeinde Oer-Erkenschwick und in Waltrop.

Text: dp/hh; Bild:hh

„In dieser Kirche habe ich schwimmen gelernt“

STUDIENFAHRT Schulreferat besuchte russische Metropolen
„In dieser Kirche habe ich schwimmen gelernt“

Der Pfarrer der Evangelischen Gemeinde St. Petersburg, Matthias Zierold, freut sich über die Gäste aus dem Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen.

KIRCHENKREIS – „In dieser Kirche habe ich schwimmen gelernt.“ Die 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Studienreise des Schulreferates des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen staunten in St. Petersburg nicht schlecht über diese Bemerkung einer russischen Dame vor der St. Petri Kirche. Nach der Oktoberrevolution wurde die größte lutherische Kirche Russlands mit 3.000 Sitzplätzen 1937 vom stalinistischen Terror endgültig entweiht, Pastor Paul Reichert und sein Sohn ermordet und die Gemeinde aufgelöst. Nachdem das Kirchengebäude über 20 Jahre als Lagerraum diente, ließ es Staats- und Parteichef Nikita Chrustschow 1962 zum Schwimmbad und Leistungszentrum mit Sprungturm, Duschen und Zuschauertribüne umbauen.

Heute ist die Stadtkirche wieder das lebendige Zentrum der 250 Gemeindeglieder, von denen viele mit ihrem Pfarrer Matthias Zierold ein aktives Gemeindeleben gestalten und in verschiedenen diakonischen Projekten engagiert sind. Dem Gebäude ist jedoch seine bewegte Vergangenheit anzusehen. Aus statischen Gründen konnte das Schwimmbecken nicht entfernt werden ohne die Kirche zu gefährden. Jetzt ist die Kirche ca. zehn Meter niedriger, da erst auf dem Beckenrand der neue Boden eingezogen werden konnte. Zudem bildet die ehemalige Zuschauertribüne nun die Empore. Im Raum unter dem Beckenboden bewunderten die Besucher aus unserem Kirchenkreis Kunstobjekte und Wandmalereien des bekannten amerikanischen Künstlers Matt Lamb. „Das sind unsere Katakomben“ erklärt Zierold nachdenklich, „sie erinnern an die Zeit der Verfolgung unserer Kirche“.

Auf dem Weg zum Bus überquert die Besuchergruppe direkt vor der Kirche den Newski-Prospekt, eine sehr belebte Straße mit luxuriösen Geschäften, amerikanischen Fast-Food-Ketten, teuren Autos und vielen gut gekleideten vorwiegend jungen Leuten. Nicht nur das Christentum, auch ein gewisser Wohlstand ist in diese wunderschöne Stadt zurückgekehrt.


Schulreferat Russlandreise 2009
Pfarrer Matthias Zierold erläutert den Besuchern mit Hinweis auf die Zuschauerränge, dass die evangelische St. Petri-Kirche bis 1992 als Schwimmbad genutzt wurde.

Mit dem Schiff ging die nächsten vier Tage die Reise nach Moskau weiter. Nach der Stadtbesichtigung, Fahrten durch die prachtvollen Metrostationen und einem Besuch des Kremls und des neuen Jungfrauenklosters kam der Pfarrer der Moskauer evangelischen Gemeinde, Fridtjow Amling, zu einem Gespräch auf das in der ehemaligen DDR gebaute Fluss-Kreuzfahrtschiff. Anschaulich führte er in die Orthodoxie ein, beschrieb die zarten ökumenischen Bemühungen zwischen der Russisch-orthodoxen und der Evangelischen Kirche und zeigte sich verwundert über die fast ausschließlich negative Berichterstattung der deutschen Presse über Russland. Die sozialen und politischen Bemühungen dieses riesigen Landes sollten seiner Meinung nach auch im Westen zur Kenntnis genommen und entsprechen gewürdigt werden.

Der Identitätsfindungsprozess des russischen Volkes ist am „Roten Platz“ augenscheinlich: Das zumeist von Touristen besuchte Lenin-Mausoleum liegt direkt dem, wegen der hohen Preise weitgehend von Russen verlassenem, Luxuskaufhaus GUM gegenüber. Ob Lenin das wohl zu Lebzeiten für möglich gehalten hätte? Die meisten Moskauer dagegen trifft man andächtig in der kürzlich aufgebauten orthodoxen Kirche gegenüber der Kremlmauer wieder.

So hatte vielleicht auch der Geburtstagskanon „Viel Glück und viel Segen“, den die Gruppe einer Teilnehmerin um Mitternacht auf dem „Roten Platz“ sang, symbolischen Charakter.

Text und Fotos: HSch
 

Materialien zur Kampagne gegen Kinderarmut

40 Ideen zum Spielen und Bewegen, Bauen und Basteln
Materialien zur Kampagne gegen Kinderarmut

Titelbild der Broschüre zur Kampagne gegen Kinderarmut

Glaubt man an Zufälle, an einen Plan oder einen Traum?
Oder wie kommt es, dass ein Kater eine Maus nicht
frisst und ein Wetterhahn plötzlich sprechen kann?
Hoch über der Stadt, knapp unter den Wolken,
kommen vier seltsame Wesen zusammen.
Gemeinsam verfolgen sie einen Plan:
Sie wollen einer immer grauer werdenden Welt,
in denen es vielen Menschen und den Tieren
nicht so gut geht, die bunten Ideen der Kinder
entgegen setzen. Dafür haben sie 40 Tage Zeit,
denn dann ist Ostern.
40 Tage auf dem Turm ist kein Fastenkalender,
aber Fast ein Kalender für Kinder und dies
nicht nur für die Fastenzeit.
Eingebettet in die Geschichte der Maus Adiva und
ihren Wegbegleitern findet man hier 40 Ideen
zum Spielen und Bewegen, Bauen und Basteln
sowie günstige und gesunde Rezeptideen.
Fast alle Ideen und Vorschläge sind schnell
umzusetzen, kosten nichts bis wenig Geld und
warten darauf gespielt, gebaut, gekocht oder
gebacken zu werden.
Wer Lust dazu hat, etwas mit anderen zu tun,
findet für 40 Tage Anregungen, Vorschläge und
alte und neue Ideen: Damit die Welt nicht grau bleibt! 

Das 130-seitige Buch ist zu günstigen Staffelpreisen zwischen 3 € und 5 € beim Amt für Jugendarbeit der EKvW zu erwerben:
Amt für Jugendarbeit der EKvW
Iserlohnerstr. 25
58239 Schwerte
Tel.: 02304/755-180
simone.hilgers@afj-ekvw.de

Staffelpreise:
1 Stk. 5 Euro
ab 5 Stk. je 4,50 Euro
ab 10 Stk. je 4,00 Euro
ab 20 Stk. je 3,50 Euro
ab 50 Stk. je 3,00 Euro
(zzgl. Versand)

Virtuelle Welten – zwischen Faszination und Unbehagen

TELEFONSEELSORGE Einblick erleichtert Einschätzung
Virtuelle Welten – zwischen Faszination und Unbehagen

Helmut Verboom (hinten rechts) und Stefan Kuck (vorne rechts) vom Computerclub Datteln haben Pfarrerin Gunhild Vestner und Dr. Werner Greulich sowie 31 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Telefonseelsorge Recklinghausen verschiedene virtu

KIRCHENKREIS – Das Internet prägt heute fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Diese virtuellen Welten haben auch Auswirkungen auf die Arbeit der Telefonseelsorge, die sich mit der veränderten Mediennutzung in der Gesellschaft auseinander setzt.

Seit Januar 2008 bietet die Telefonseelsorge Recklinghausen als eine von bundesweit 23 Telefonseelsorgestellen neben der Beratung am Telefon auch Chat-Beratung an. Der Chat ist durch ein spezielles Sicherheitsportal geschützt. Ein Chat muss gebucht werden und ist auf fünfzig Minuten begrenzt. 28 ausgebildete ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger arbeiten in der Chat-Beratung der Telefonseelsorge Recklinghausen mit. Sie haben sich nach mindestens zweijähriger Erfahrung mit der Beratung am Telefon für ihre Aufgabe im Chat speziell fortgebildet und werden durch Supervision und eigene Chat-Fortbildungen begleitet. Zudem werden neben der regelmäßigen Weiterbildung auch Workshops zur Chat-Beratung und Gespräche mit Experten zur Internetnutzung angeboten.

Im Jahr 2008 wurden 750 Chat-Beratungen durchgeführt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass jeder eingebuchte Termin auch genutzt wird“, berichtet Pfarrerin Gunhild Vestner, Leiterin der Telefonseelsorge Recklinghausen. Die Ratsuchenden kommen vornehmlich aus dem Kreis Recklinghausen, aber auch aus dem deutschsprachigen Ausland, aus Skandinavien, Südamerika und Asien. Davon sind mehr als Zweidrittel Frauen. Über die Hälfte der Ratsuchenden ist jünger als dreißig Jahre. Und: Über den Chat können auch Gehörlose erreicht werden.

Die Chatberatung bietet für den Ratsuchenden ein hohes Maß an Anonymität. „Es geht leichter, über Themen zu schreiben als darüber zu reden. Aber es kommen auch schneller Emotionen rüber und man kommt sich ein Stück näher. Obwohl man die Person nicht sieht, hat man ein Bild vom Gegenüber“, beschreibt Gisela Potisch, ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Telefonseelsorge und Chat-Beraterin, diese seltsame Spannung zwischen Distanz und Nähe. „Die Beratung erfolgt individuell der Person und der Situation angemessen. Es werden keine Checklisten abgehakt“, ergänzt ihre Kollegin Sabine Schmidt-Jünemann.

Der Chat zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten, die dieses Medium nutzen. Gerade Menschen, die vereinsamt sind, bewegen sich viel im Internet. Dabei ist der Chat mit vielen Sehnsüchten und Hoffnungen verbunden. Fragen zu Beziehungen und Partnerschaft spielen eine große Rolle. Viele Ratsuchende im Chat haben Traumatisierungen erlebt. Jeder zweite Ratsuchende thematisiert eine psychische Erkrankung. Dabei geht es um Depressionen, Selbstverletzungen, Essstörungen und sonstige psychische Erkrankungen. Deutlich häufiger Thema in der Chat-Beratung als am Telefon sind Gewalt und Suizid. Ein weiteres großes Thema sind Erziehungsfragen und damit verbundene Konflikte.

„Wenn man in die Internetberatung einsteigt, ist es wichtig, die Kontexte zu kennen“, meint Pfarrerin Gunhild Vestner. Aus diesem Grund haben sich 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge Recklinghausen im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Friedenskirche am Schiffshebewerk in Datteln über die verschiedenen Formen der virtuellen Welten und deren Auswirkung auf die Telefon- und Chat-Seelsorge informiert. Helmut Verboom und Stefan Kuck vom Computerclub Datteln führten sie durch die virtuellen Welten von „Counter Strike“„World of Warcraft“, „Second life“ und weitere unterschiedliche soziale Netze und Foren.

„Wenn das Spiel zum dominierenden Faktor wird, geht es in die Sucht über“, macht Dr. Werner Greulich, stellvertretender Leiter der Telefonseelsorge Recklinghausen, deutlich. Oft genug sorgen sich Eltern um ihre Kinder, die in der Welt der Computerspiele zu versinken drohen. Aus Panik ein Verbot auszusprechen, sei nicht der richtige Weg. Wichtig sei ein vernünftiger Umgang mit dem Medium und die Entwicklung einer guten Achtsamkeit. „Eltern sollten sich dafür interessieren, womit ihre Kinder sich beschäftigen“, sind sich alle Beteiligten einig.

Im August 2009 ist eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema geplant. Dabei soll der Zusammenhang von Computerspielen und Sucht beleuchtet werden.
Weitere Informationen über die Telefonseelsorge Recklinghausen finden Sie im Internet unter www.telefonseelsorge-re.de.
Bild/Text: uka

 

Dem Wandel gestaltend begegnen

Kreissynode stimmt mit deutlicher Mehrheit für eine Fusion mit dem Nachbarkirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten
Dem Wandel gestaltend begegnen

Die Delegierten der Sommersynode im Plenum.

Was sich langfristig abzeichnet, nämlich eine negative Bevölkerungs- und die Kirchensteuerentwicklung, soll Kirchenkreise zukünftig nicht in die Handlungsunfähigkeit treiben. Daher sprachen sich mehr als zwei Drittel der Synodalen auf der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen am 6. Juni 2009 für eine Vereinigung mit dem Nachbarkirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten aus. Dieser Vorschlag wurde nun von einer Steuerungsgruppe aus beiden Kirchenkreise vorgelegt.
Im Jahr 2024 werden beide Kirchenkreise zusammen über ein Kirchensteueraufkommen verfügen, mit dem gegenwärtig der Evangelische Kirchenkreis Recklinghausen allein auskommt. „Was ist notwendig für einen lebensfähigen Kirchenkreis, welche gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen sollen gewährleistet werden?“, fragte Superintendent Peter Burkowski die Synodalen bei seiner Einbringung. Dazu habe man in der ausformulierten Konzeption des Kirchenkreises bereits Leitlinien und Orientierungsmarken gesetzt.

Beide Kirchenkreise haben auf den Rückgang der finanzielen Möglichkeiten in den letzten Jahren mit verstärkter Zusammenarbeit reagiert. Kooperiert wird auf der Verwaltungsebene und im Bereich der Dienste, wie bspw. der Kindergärten und der Mediothek. Zusätzliche Synergieeffekte seien durch eine Fusion sowohl in den funktionalen Diensten und der Besetzung von Pfarrstellen als auch im Bereich der Leitung zu erwarten. So käme man zukünftig mit einer gemeinsamen Superintendentur aus und könne bei knapperen Finanzmitteln den Mitarbeitern allein aufgrund der zukünftigen Größe mehr Möglichkeiten anbieten und damit Beschäftigung sichern.
Schon vor 100 Jahren bestand nur ein evangelischer Kirchenkreis in der Region. Nach großen Bevölkerungszuwächsen in den Nachkriegsjahren formierten sich beide Kirchenkreise im Jahr 1961 jeweils eigenständig.
Die Vereinigung der Kirchenkreise Gladbeck-Bottrop-Dorsten und des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen, so das Votum der Synodalen, soll möglichst bis 2012 vollzogen sein. In drei Wochen beschließt die Kreissynode in Gladbeck-Bottrop-Dorsten ebenfalls zu dieser Frage.

Finanzen
Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pfarrer Günter Johnsdorf, erwartet insbesondere durch die Finanz- und Wirtschaftskrise in den kommenden Jahren einen deutlichen Rückgang der Kirchensteuern.
In den ersten vier Monaten des Jahres 2009 ging das Aufkommen an Kirchensteuern insgesamt nur um 2,3 Prozent zurück. Jedoch im Bereich der Kircheneinkommenssteuer zeigt sich der krisenbedingte Einbruch bereits mit über 10 Prozent. "Wir sollten uns so aufstellen, dass wir uns nicht von schlechten Nachrichten überraschen lassen", empfahl er den Synodalen. Demgegenüber seien durch die Einführung des freiwilligen Kirchgelds, der sog. "Gemeindespende", positive Entwicklungen zu verzeichnen. Auch das Stiftungsvermögen der Gemeinschaftsstiftung ‚ernten und säen‘ sei deutlich gestiegen. Im Hinblick auf die Debatte um die Vereinigung der beiden Kirchenkreise machte Pfarrer Johnsdorf deutlich: "Die sinkende Gemeindegliederzahl und die der weitere Rückgang bei den Kirchensteuern sind wesentliche Ausgangspunkte für die Fusionsüberlegungen."

Bericht des Superintendenten
Superintendent Peter Burkowski erinnerte in seinem Bericht an die Theologischen Erklärung von Barmen, deren 75-jähriges Jubiläum man derzeit feiere. Von dieser Erklärung ginge ein befreiender Anspruch nicht nur gegenüber dem totalitären Staat der Naziära aus. Die Erklärung riefe die Christen auch gegenwärtig zur Klarheit im Bekenntnis und Freiheit zum Handeln auf. So seien Christen gerufen, sich für eine „Wirtschaft im Dienst des Lebens“ einzusetzen. Denn: "Die Not armer Familien wird größer und sichtbarer. Gewinnsteigerungen und hohe Renditen dürfen nicht die einzigen Kriterien einer Ökonomie sein, die von Menschen für Menschen gemacht wird." Die Informationsbroschüre "Damit der Faden nicht reißt", die gemeinsam vom Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis herausgegeben wird, zeige zu dieser Fragestellung Hintergrundinformationen und konkrete Hilfeangebote.
Ebenso trage man Verantwortung für die Schöpfung und die Klimagerechtigkeit im Rahmen ökumenischer Partnerschaften durch das Projekt „Energiebrücken“ mit dem Partnerkirchenkreis in Tansania, der gegenwärtig mit einer Delegation in Recklinghausen zu Besuch ist. Lokal und überregional habe man mit den Projekten „Grüner Hahn“ und "Zukunft einkaufen" einen Beitrag zur ökologischen Umorientierung eingebracht.
"Für die Zukunft wünschen wir uns, dass wir aktiv in die Zukunft hinein gestalten können, anstatt oft nur reagieren zu können", formulierte Superintendent Burkowski abschließend seine Hoffnung.

Text: hh, Bild: uk
 

Marode Flachdachkonstruktion

GEMEINDEZENTRUM Teile des Gemeindezentrums stillgelegt
Marode Flachdachkonstruktion

Der linke Teil des Gustav-Adolf-Gemeindezentrums in Herten-Scherlebeck mit seinen Gemeinderäumen ist bis auf weiteres stillgelegt.

HERTEN-SCHERLEBECK – Seit ca. 30 Jahren steht das Gustav-Adolf-Gemeindezentrum an der Scherlebecker Straße/Ecke Gertrudenstraße und bietet vielen Gemeindegliedern Raum für zahlreiche Veranstaltungen sowie Gemeindegruppen den Ort für ihre Treffen. Dies ist für die nächste Zeit nur noch eingeschränkt möglich.

Grund dafür ist die marode Dachkonstruktion im Bereich der Gemeinderäume. Zur Einsparung von Heizkosten sollte die Wärmedämmung vor allem im Dachbereich verbessert werden. Für die Überprüfung der vorhandenen Dämmung wurde eine Architektin und ein Statiker hinzugezogen. Nachdem das Dach von innen und außen geöffnet wurde, traten gravierende Baumängel zutage. Einige Träger (Dreieckstrebenbinder) der Dachkonstruktion waren bereits angebrochen. Um das Gewicht auf dem Dach zu reduzieren, wurde in einer ersten Maßnahme der vorhandene Kies vom Dach entfernt.

Aus Sicherheitsgründen bleibt der Teil der Gemeinderäume bis auf weiteres gesperrt. Der Kirchraum, der Jugendraum wie auch der Bereich des Foyers können weiter genutzt werden. Das Gemeindebüro ist in die Sakristei umgezogen. Einige Gemeindegruppen können in den Kindergarten an der Gertrudenstraße ausweichen. „Wir sind dankbar, dass in all den Jahren seit Bestehen des Gemeindezentrums nicht etwas Ähnliches passiert ist wie in Bad Reichenhall“, stellt Pfarrer Uwe Heubach erleichtert fest.

Nach vorläufigen Schätzungen belaufen sich die Kosten für eine notwendige Sanierung des Daches auf ca. 600.000 Euro. Eine außerdem notwendige Wärmedämmung im Bereich der Wände würde die Kosten noch einmal erhöhen. „Wir stehen jetzt am Anfang eines Weges, von dem wir noch nicht wissen, was am Ende sein wird. Wir werden auf allen Ebenen Gespräche führen, werden viel nachzudenken und zu bewerten haben“, beschreibt Uwe Heubach die nächsten Schritte.

Nun besteht eine Menge Beratungsbedarf. Im Bezirk, im Presbyterium und in Gesprächen mit dem Kirchenkreis sollen Lösungsvorschläge entwickelt und erarbeitet und das weitere Vorgehen abgestimmt werden.
Text und Foto: uka

 

Eine Ära geht zu Ende

Pfr. i.R. Peter R. Seeber kandidiert nach mehr als 35 Jahren nicht wieder für Vorsitz der Evangelischen Akademie Recklinghausen
Eine Ära geht zu Ende

Pfarrer i.R. Peter R. Seeber

„Ich war immer schon ein bisschen quer. Aber man muss anstößig sein, um Anstöße zu geben“, sagt Pfarrer i.R. Peter R. Seeber über sich und seine Arbeit im Vorstand der Ev. Akademie Recklinghausen. Über 35 Jahre war er fast durchgängig als Vorsitzender des Vereins tätig und sein Name ist untrennbar mit der Akademiearbeit verbunden, in der zahlreiche prominente Gäste zu verzeichnen sind.

Als Pfarrer Seeber 1973 nach Recklinghausen kam, lag die Arbeit der Ev. Akademie Recklinghausen ‚im argen‘. Daher sollte Pfarrer Seeber an dieser Stelle für Verbesserung sorgen, denn hatte er bereits mit großen Erwachsenenbildungsveranstaltungen in seiner alten Gemeinde in Versmold gute Erfahrungen gemacht. Am 10. Dezember 1973 stellte er in der Mitgliederversammlung des Vereins sein Konzeptionspapier vor und wurde zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. „Mir kam es auf den Dialog zwischen Kirche, Gesellschaft und Kultur an. Wir wollten immer ‚offene‘ Kirche sein“, sagt er und verweist auf die bereits vor mehr als 15 Jahren ausformulierte Standortbestimmung der Ev. Akademie Recklinghausen. Dort heißt es unter der Überschrift „Wir sind Kirche, aber nicht Gemeinde“: „Wir sind den ‚Einschränkungen‘ des engeren Horizonts der Gemeindearbeit nicht unterworfen, darum können wir eine stärkere Öffnung zur ‚Welt‘ praktizieren durch Themenwahl und unbequeme Referenten“. Zu diesen zählten bekannte Persönlichkeiten, die bisweilen zu kontroversen Diskussionen beitrugen: Propst a.D. Dr. Heino Falcke, Erfurt, Bischof Dr. Gottfried Forck, Berlin, Joachim Gauck, Berlin, Dr. Gregor Gysi, MdB, Berlin, Dr. Regine Hildebrandt, Woltersdorf, Dr. Reinhard Höppner, Ministerpräsident a. D., Magdeburg, Landesbischof Roland Hoffmann, Eisenach, Generalsuperintendent Dr. Günter Krusche, Berlin, Bischof i.R. Werner Krusche, Magdeburg,  Günter Schabowski, Rotenburg, Pastor Friedrich Schorlemmer, Lutherstadt Wittenberg, Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe, Potsdam, und dreiundzwanzig Mal Dr. Eugen Drewermann, der stets für überaus großen Besucherandrang sorgt.

Auf die umfangreiche Liste der bekannten Referenten und Referentinnen, in die sich die Gästebücher eintrugen ist Pfarrer Seeber stolz.  Auch ohne ein festes Haus mit eigenen Übernachtungskapazitäten, wie sie andere evangelische Akademien vorhalten, spielt die Ev. Akademie Recklinghausen in der gehobenen Liga. „Mit den bekannten Namen, haben wir eine gewisse Magnetwirkung“, sagt Pfarrer Seeber selbstbewusst und freut sich über die vielen Mitglieder des Vereins auch aus anderen Nachbarstädten von Recklinghausen. „Wir machen das, was eine Gemeinde nicht leisten kann. Wir sorgen für das Salz in der Suppe“, beschreibt Pfarrer Seeber die Zielsetzung der Akademie, ohne in eine falsche Konkurrenz geraten zu wollen. Ihn hat die Akademiearbeit stets fasziniert: „Dort hatte ich die Gelegenheit zu Begegnungen mit unzähligen Referenten, mit denen ich als Gemeindepfarrer keinen Kontakt gehabt hätte“, blickt er nicht ohne einen kleinen Hauch von Wehmut zurück. Zur Hälfte sei er immer mit der Akademie verheiratet gewesen, sagt er scherzhaft, doch das von ihm erstellte Programmheft sei stets durch die Hände seiner Frau gegangen.

Mit seiner Heimat aus Kindertagen im deutschen Osten fühlt er sich stets verbunden. Daher sorgte er immer für Gäste aus den neuen Bundesländern und für die Pflege der Partnerschaft mit der Stadt Schmalkalden.

Bereits im Jahr 2001 baute Pfarrer Seeber einen eigenen Internetauftritt der Akademie auf, in dem die zahlreichen Aktivitäten mit den vielfältigen Begegnungen, Vorträgen, Gesprächen, Arbeitsgemeinschaften, Studientagungen und –reisen dokumentiert werden. Auch wenn er den Vorsitz des Vereins krankheitsbedingt niederlegt, wird Pfr. Seeber weiterhin für Interessenten Gelegenheiten für private Studienreisen anbieten, die von vielen gerne wahrgenommen werden.

Zur Person: Pfarrer i.R. Peter R. Seeber, geb. 28.4.1938 in Jena/Thüringen, kam 1946 als Kriegsflüchtling mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Gladbeck, studierte Ev. Theologie in Bethel, Heidelberg, Hamburg und Münster, absolvierte sein Vikariat in Emsdetten, ging danach für sechs Jahre nach Versmold im Kreis Gütersloh an die Petrikirche, kam 1973 als Pfarrer in die Altstadtgemeinde nach Recklinghausen, wo er seit 1973 fast ununterbrochen Vorsitzender des Vereins der Evangelischen Akademie Recklinghausen war. Bis zum Oktober 1999 war er Pfarrer im Gemeindebezirk Hochlar. Im Jahr 2004 wurde ihm für seine Verdienste um die Annäherung von Ost und West-Deutschland das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Links: Website der Akademie, mit ausführlicher Dokumentation, dort u.a.: Festschrift des verstorbenen Sohnes von Pfr. Seeber; Hannspeter Seeber, zum 50-jährigen Bestehen der Akademie.

Text/Bild: hh

 

Kirchentagsgottesdienst in der Friedenskirche

Kirchentagsgottesdienst in der Friedenskirche

Der Projektchor der Evangelischen Kirchengemeinde Oer-Erkenschwick stimmte die Besucherinnen und Besucher musikalisch auf den Kirchentag ein.

DATTELN/KIRCHENKREIS – In der Reihe der monatlichen Gottesdienste in der Friedenskirche am Schiffshebewerk in Datteln stand Ende April ein Gottesdienst zum 32. Evangelischen Kirchentag, der vom 20. bis 24. Mai 2009 in Bremen stattfindet, auf dem Programm.

Gestaltet wurde der Gottesdienst von Pfarrer Christian Zimmer aus Marl, der auch Kirchentagsbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen ist. Für die Musik sorgte der Projektchor der Evangelischen Kirchengemeinde Oer-Erkenschwick unter Leitung von Michael Schulze, der auch auf dem Kirchentag einige Auftritte haben wird.

„Mensch, wo bist du?“ So lautet die Losung für den Bremer Kirchentag. „Gott fragt nach der Haltung“, machte Pfarrer Christian Zimmer in seiner Predigt deutlich. „Die Frage „Mensch, wo bist du?“ ruft auch uns heute immer wieder neu in die Verantwortung und fordert uns heraus“, so Zimmer.

Nach dem Gottesdienst veranstaltete der Projektchor ein Mitsingkonzert mit Liedern aus dem Kirchentagsliederbuch „Fundstücke“. Pfarrer Zimmer zeigte als Einstimmung auf den Kir-chentag noch einem kurzen Film. Danach bestand die Möglichkeit, bei Gebäck und Mineralwasser miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der nächste Gottesdienst in der Friedenskirche am Schiffshebewerk findet am Sonntag, den 7. Juni 2009, zur 4. These der Theologischen Erklärung zu Barmen statt und wird von Superintendent Peter Burkowski gestaltet.

Text und Foto: uka
 

Lokaler Agendapreis wandert von Fa. Wallstein an den Kirchenkreis

Preisweitergabe erfolgt
Lokaler Agendapreis wandert von Fa. Wallstein an den Kirchenkreis

Dirk Wallstein (li.) übergibt den Agendapreis an Hans-Jürgen Hörner, der im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen für Umweltfragen zuständig ist.

Am 13.05.2009 ging die Auszeichnung der "Lokalen Agenda 21" in Recklinghausen von dem Industrieunternehmen Wallstein in Recklinghausen weiter an den Ev. Kirchenkreis Recklinghausen. Im Rahmen eines Betriebsbesuches durch Peter Möller von der lokalen Agendagruppe  und Vertreter des Kirchenkreises stellte Mitinhaber Dirk Wallstein die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmensverbunds vor, dessen Schwerpunkt im Umweltschutzbereich liegt.

Die derzeit 95 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erzielen ihren Umsatz von ca. 17 Mio. Euro derzeit vorrangig mit Produkten zur industriellen Wärme- und Verfahrenstechnik. Konkret baut das Unternehmen Apparate- und Anlagen zur Abgasreinigung und zur Wärmerückgewinnung in Müllverbrennungsanlagen und Kraftwerken. Als Werkstoffe kommen für die internationalen Kunden sowohl Kunststoffe und Glas als auch besonders korrosionsbeständige Spezialstähle zum Einsatz. Darüber hinaus ist das Unternehmen in der Lebensmittel-, Automobil- und der Pharmabranche tätig.

Für die Besuchergruppe ergaben sich spannende Einblicke in neueste Umweltschutztechnologien aus hiesiger Fertigung, die inzwischen weltweit gefragt sind, z.B. um durch Wärmerückgewinnung zu Effizienzsteigerungen und CO2-Reduktionen bei Kohlekraftwerken zu kommen. In der Fertigungshalle zeigte Dirk Wallstein konkrete Beispiele aus der aktuellen Herstellung.

Der Agendapreis wandert in der zweiten Jahreshälfte weiter an den dritten Preisträger dieses Jahres, nämlich das Gartenbauunternehmen Paul Fromm in Recklinghausen.

Text & Bild: hh

Link zum Artikel zur Preisverleihung

Qualifizierung Sprachentwicklung

Spracherziehung in evangelischen Kindergärten im Kirchenkreis
Qualifizierung Sprachentwicklung

Das Beobachten der Schnecke ermuntert zu beschreiben, was man sieht

Wie funktioniert Sprache? Wann und wie lernt ein Kind Wörter, Sätze und  die Grammatik unserer Sprache? Das sind Fragestellungen, zu der die Fortbildung „Schlüsselkompetenz Sprache“ theoretisches Wissen und Umsetzung in die Praxis vermitteln will. Genauer zu erkennen, wann ein Kind an welchem Punkt in der Sprachentwicklung ist, ermöglicht der Erzieherin dem Kind angemessene Sprachanreize zu bieten und somit sein Weiterkommen zu fördern.

Zu dieser Fortbildung trafen sich am 6. und 7. Mai 2009 zum zweiten mal im Kirchenkreis elf komplette Kindergartenteams (alle zehn Kindergärten des Trägerverbundes der Tageseinrichtungen für Kinder im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und des Anne-Frank Kindergartens Haltern) und bildeten sich theoretisch so wie praktisch zur 'Sprachlichen Förderung' weiter. Die Referentinnen Dr. Karin Jampert und Petra Best wurden auf Einladung von Gudrun Seime, Geschäftsführerin des Trägerverbundes der Tageseinrichtungen für Kinder im Ev. Kirchenkreis, für die Langzeitfortbildung verpflichtet. Nach einer Ausschreibung im Kirchenkreis beteiligen sich zur Zeit elf komplette Kindergartenteams und kommen somit in den Genuss an vier Tagen von den beiden Fachfrauen geschult zu werden. Zudem werden alle teilnehmenden Kindergärten persönlich von den Referentinnen zwei mal vor Ort besucht und erhalten individuelle Beratung.

Die Grundidee dieses Sprachförderkonzeptes ist die kontinuierliche, langfristige Begleitung aller Kinder. Besondere Beachtung finden dabei aber die Kinder, bei denen ein erhöhter Sprachförderbedarf (Delfin 4 Test) festgestellt wurde. Der Sprachförderung wird nicht losgelöst, sondern verknüpft mit den alltäglichen Aktivitäten und Angeboten quer durch die verschiedenen Bildungsbereiche nach dem Motto:  „Wie viel Sprache steckt in Musik, Medienarbeit, Bewegung u nd Naturwissenschaften?“ umgesetzt.  

Die Erzieher(innen) werden für eine sensible uund theoriegeschützte Wahrnehmung der Kindersprache qualifiziert. Sie sollen ein geschultes Ohr entwickeln und aufmerksam werden auf das, was Kinder sprachlich schon können, auf die Strategie, die sie anwenden, um grammatische Regeln zu verinnerlichen und darauf achten, womit sich Kinder gerade auseinandersetzen. Dazu muss man wissen, was es zu entdecken gibt bei der Kinder-Sprache z.B. im Bereich der Laute, Prosodie, Grammatik, Wortbildung, Satzbau, und Kommunikation. Mit Hilfe von Aufnahmegeräten und speziell entwickelten Beobachtungsbögen lernt das pädagogische  Personal festzuhalten, an welcher Stelle das einzelne Kind sprachlich steht, um dann gezielte Angebote aus den verschiedenen Bildungsbereichen spielerisch anzubieten. Sprachanlässe finden sich immer und überall, man muss sie nur ergreifen und pflegen.         

Nachdem der Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit unserer Kinder heute, und speziell nach dem Pisa-Schock, eine grundlegende Bedeutung für ihre gesamte Entwicklung und schulische Leistungsfähigkeit beigemessen wird, kamen mit Hochdruck entwickelte Sprachförderprogramme auf den pädagogischen Markt.

Das Deutsche Jugendinstitute e.v. München (DJI ),ein zentrales sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut auf Bundesebene, hat im Rahmen eines Forschungsauftrages in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit elf Kindertageseinrichtungen in sechs Bundesländern die spezifischen Möglichkeiten und Stärken der Bildungsinstitution Kindergarten für die sprachliche Begleitung Förderung von Kindern im Kindergartenalter herausgearbeitet. Durch  eine intensive Zusammenarbeit mit Fachkräften vor Ort und Experten verschiedener  Bildungsbereiche ist dabei ein ganzheitliches Konzept entwickelt und mit dem Medienpaket „Kinder – Sprache – Stärken“ veröffentlicht worden. Für die Praxis steht damit ein erprobtes Konzept für eine sprachliche Basisarbeit im Kindergarten zur Verfügung.

An der Modellphase nahm auch das  Evangelische Familienzentrum Himmelszelt aus Marl als eine der 11 Einrichtungen auf Bundesebene teil. Somit ergab sich ein guter Kontakt zu den federführenden Fachfrauen Dr. Karin Jampert und Petra Best. Für Gudrun Seime, die als Fachberaterin ebenfalls aktiv an dem Projekt teilnahm, stand danach fest: „Dies ist der Weg für eine effiziente Spracherziehung in Tageseinrichtungen für Kinder. Die Erfolge in der Praxis bestätigen es.“

red.: hh

So machen wir es

Spracherziehung in evangelischen Kindergärten im Kirchenkreis
So machen wir es

Das Beobachten der Schnecke ermuntert zu beschreiben, was man sieht

Wie funktioniert Sprache? Wann und wie lernt ein Kind Wörter, Sätze und  die Grammatik unserer Sprache? Das sind Fragestellungen, zu der die Fortbildung „Schlüsselkompetenz Sprache“ theoretisches Wissen und Umsetzung in die Praxis vermitteln will. Genauer zu erkennen, wann ein Kind an welchem Punkt in der Sprachentwicklung ist, ermöglicht der Erzieherin dem Kind angemessene Sprachanreize zu bieten und somit sein Weiterkommen zu fördern.

Zu dieser Fortbildung trafen sich am 6. und 7. Mai 2009 zum zweiten mal im Kirchenkreis elf komplette Kindergartenteams (alle zehn Kindergärten des Trägerverbundes der Tageseinrichtungen für Kinder im Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen und des Anne-Frank Kindergartens Haltern) und bildeten sich theoretisch so wie praktisch zur 'Sprachlichen Förderung' weiter. Die Referentinnen Dr. Karin Jampert und Petra Best wurden auf Einladung von Gudrun Seime, Geschäftsführerin des Trägerverbundes der Tageseinrichtungen für Kinder im Ev. Kirchenkreis, für die Langzeitfortbildung verpflichtet. Nach einer Ausschreibung im Kirchenkreis beteiligen sich zur Zeit elf komplette Kindergartenteams und kommen somit in den Genuss an vier Tagen von den beiden Fachfrauen geschult zu werden. Zudem werden alle teilnehmenden Kindergärten persönlich von den Referentinnen zwei mal vor Ort besucht und erhalten individuelle Beratung.

Die Grundidee dieses Sprachförderkonzeptes ist die kontinuierliche, langfristige Begleitung aller Kinder. Besondere Beachtung finden dabei aber die Kinder, bei denen ein erhöhter Sprachförderbedarf (Delfin 4 Test) festgestellt wurde. Der Sprachförderung wird nicht losgelöst, sondern verknüpft mit den alltäglichen Aktivitäten und Angeboten quer durch die verschiedenen Bildungsbereiche nach dem Motto:  „Wie viel Sprache steckt in Musik, Medienarbeit, Bewegung u nd Naturwissenschaften?“ umgesetzt.  

Die Erzieher(innen) werden für eine sensible uund theoriegeschützte Wahrnehmung der Kindersprache qualifiziert. Sie sollen ein geschultes Ohr entwickeln und aufmerksam werden auf das, was Kinder sprachlich schon können, auf die Strategie, die sie anwenden, um grammatische Regeln zu verinnerlichen und darauf achten, womit sich Kinder gerade auseinandersetzen. Dazu muss man wissen, was es zu entdecken gibt bei der Kinder-Sprache z.B. im Bereich der Laute, Prosodie, Grammatik, Wortbildung, Satzbau, und Kommunikation. Mit Hilfe von Aufnahmegeräten und speziell entwickelten Beobachtungsbögen lernt das pädagogische  Personal festzuhalten, an welcher Stelle das einzelne Kind sprachlich steht, um dann gezielte Angebote aus den verschiedenen Bildungsbereichen spielerisch anzubieten. Sprachanlässe finden sich immer und überall, man muss sie nur ergreifen und pflegen.         

Nachdem der Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit unserer Kinder heute, und speziell nach dem Pisa-Schock, eine grundlegende Bedeutung für ihre gesamte Entwicklung und schulische Leistungsfähigkeit beigemessen wird, kamen mit Hochdruck entwickelte Sprachförderprogramme auf den pädagogischen Markt.

Das Deutsche Jugendinstitute e.v. München (DJI ),ein zentrales sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut auf Bundesebene, hat im Rahmen eines Forschungsauftrages in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit elf Kindertageseinrichtungen in sechs Bundesländern die spezifischen Möglichkeiten und Stärken der Bildungsinstitution Kindergarten für die sprachliche Begleitung Förderung von Kindern im Kindergartenalter herausgearbeitet. Durch  eine intensive Zusammenarbeit mit Fachkräften vor Ort und Experten verschiedener  Bildungsbereiche ist dabei ein ganzheitliches Konzept entwickelt und mit dem Medienpaket „Kinder – Sprache – Stärken“ veröffentlicht worden. Für die Praxis steht damit ein erprobtes Konzept für eine sprachliche Basisarbeit im Kindergarten zur Verfügung.

An der Modellphase nahm auch das  Evangelische Familienzentrum Himmelszelt aus Marl als eine der 11 Einrichtungen auf Bundesebene teil. Somit ergab sich ein guter Kontakt zu den federführenden Fachfrauen Dr. Karin Jampert und Petra Best. Für Gudrun Seime, die als Fachberaterin ebenfalls aktiv an dem Projekt teilnahm, stand danach fest: „Dies ist der Weg für eine effiziente Spracherziehung in Tageseinrichtungen für Kinder. Die Erfolge in der Praxis bestätigen es.“

red.: hh

Schule neu denken

Beate Leßmann referiert im Schulreferat
Schule neu denken

Beate Leßmann referierte über Formen eines wertschätzenden Unterrichts

Beate Leßmann stellte am 21. April 2009 vor 160 Lehrerinnen und Lehrern in einer Veranstaltung des Schulreferates im Haus de Kirchenkreises ihr viel beachtetes Unterrichtsmodell vor. Die ehemalige Recklinghäuser Grundschullehrerin und Fachleiterin für Evangelische Religionslehre zeigte den Film „Jedes Kind wertschätzen – wie individuelle Lernwege Kinder stark machen“. Am Beispiel des Deutschunterrichts in der Grundschule veranschaulichte der Film die neuen  Lernwege und Methoden der engagierten Pädagogin, die Kinder mit Freude und Interesse lernen lassen und sie als Persönlichkeit stark machen. In Schreibwerkstätten arbeiten die Kinder als Autoren von Kurzgeschichten, falsch geschrieben Wörter werden in der „Wörterklinik“ behandelt und kreatives Schreiben ersetzt das lehrerzentrierte Diktat. In einem klar vorgegebenen Rahmen lernen die Kinder aus eigenem Interesse und aus Neugier, jedes Kind nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten.

Individuelle Lernwege, das Ernstnehmen ihrer Stärken und eine hohe Wertschätzung der Kinder sind leitende Prinzipien. Der Lehrer steht dabei nicht mehr den Schülern frontal gegenüber und führt die Kinder nicht als geschlossene Klasse von Lernschritt zu Lernschritt. Vielmehr bestimmen die Kinder in Leßmanns Unterricht ihr Lerntempo und den Schwierigkeitsgrad ihrer Aufgaben weitgehend selbst. Der Lehrer stellt Material zu Verfügung, berät die Schüler bei der Problemlösung und zeigt Wege auf, Schwächen zu erkennen und durch Übungen zu überwinden. Dabei ist der Unterricht von einer hohen Wertschätzung der Kinder geprägt, intrinsische Motivation und eine hohe soziale Kompetenz zeigen die Kinder in der Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit schon in den ersten Schuljahren. An Hamburger Schulen mit sehr heterogener Schülerschaft hat die Pädagogin mit ihrem veränderten Unterricht innerhalb kurzer Zeit die Freude am Lernen deutlich erhöht, ein positives Klassenklima erzeugt und die Leistungen aller Schüler gesteigert. Heute arbeitet Beate Leßmann am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein.

Der Schulreferent Holm Schüler, der früher zusammen mit Frau Leßmann auch religionspädagogische Materialien veröffentlicht hat, freute sich besonders über die vielen teilnehmenden jungen Lehrerinnen und Lehrer sowie über die engagierte und ernsthafte Diskussion. Die Referentin ist nun schon drei Jahre hintereinander zu Gast in unserem Kirchenkreis und hat für das nächste Jahr schon zugesagt.

Text: hs, Bild:privat
 

Zertifikatsfeier im Haus des Kirchenkreises

Langzeitfortbildungskurs feiert Abschluss
Zertifikatsfeier im Haus des Kirchenkreises

Die Teilnehmerinnen des Langzeitfortbildungskurses

Im Haus des Kirchenkreises erhielten die Teilnehmerinnen des Langzeitfortbildungskurses für Kindergärtnerinnen Ende März 2009 ihr Abschlusszertifikat. Der Kurs trug den Titel "Tradition ist die Bewahrung des Feuers und nicht die Anbetung der Asche“. Im Zeitraum vom 28.04.08 bis 23.03.09 fanden zwölf ganztägige Veranstaltungen statt, in denen sich die Teilnehmerinnen unter der Leitung von Pfr.in Kathrin Alshuth weiterqualifizierten. Im Mittelpunkt des Programms standen die Auseinandersetzung mit der Bedeutung christlicher Feiertage und Ritale sowie deren kindgerechte pädagogische Umsetzung.  Ausserdem gehörten existenzielle Fragen von Abschied, Trauer und Tod und der Dialog mit dem Islam dazu.
Für Kathrin Alshuth kommt es bei dem umfangreichen Fortbildungsprogramm darauf an, das "evangelische Profil der Kindergärten zu schärfen".

Bild: fk, Text:hh